Berichte

 

 

 

 

 

Wandern, Bergsteigen, Klettern Rennrad fahren ...

Corona-Jahr 2020, alles etwas anders als sonst! - Bisher wollen wir eigentlich nicht klagen. Trotz völlig neuer Bedingungen in der Welt - die Corona Pandemie kennt keine Grenzen - wir akzeptieren die notwendigen Einschränkungen und halten uns an die Regeln, versuchen aber dennoch im Rahmen des zulässigen, uns unsere Mobilität und Reiselust zu bewahren. Klar, die großen Fernziele scheiden erst einmal aus, aber zum guten Reisen reicht manches mal durchaus auch unser Heimatland oder angrenzende Länder. Gönnten wir uns doch erst kürzlich eine 10-tägige Fahrrad-Trekking Tour entlang der Mulde und zu Jahresbeginn, also noch vor dem Shutdown, Rennrad Urlaub auf Mallorca

Nach längerem Überlegen haben wir uns schließlich entschlossen, die Sommerferien (ja, Brigitte muss immer noch arbeiten) mal wieder in Österreich, konkret im Ötztal und hier auf dem Campingplatz Sölden zu verbringen. Hier wissen wir, was uns erwartet, bzw. was ggf. möglich ist, da wir schon in den Jahren 2015 und 2009 dort unsere Urlaube verbrachten.

 

 

 

 

 

 

Auch uns hat die Corona Pandemie heftig ausgebremst. Pläne für internationales Fahrrad Trekking müssen gestrichen und machbare Alternativen gefunden werden. - Dabei hatten wir sogar noch Glück, konnten wir Anfang des Jahres - also knapp vor dem Lockdown - noch drei Wochen Rennrad Urlaub auf Mallorca genießen.

Um nicht ganz aus der Übung zu kommen, insbesondere aber auch, um nicht mit den Övi`s fahren zu müssen, haben wir Anfang April unsere alten Trekkingräder aus dem Keller geholt und sowohl alle Einkäufe, wie auch 30 km - 50 km lange Rundfahrten im Südwesten Berlins unternommen. Schließlich Ende Mai die erste Rennrad Langstrecke entlang der Oder (Schwedt -> Frankfurt/O). Die Corona Fallzahlen gehen zurück, Berlin lockert nach und nach die Einschränkungen, so dass wir Mitte Juni die erste mehrtägige Tour mit Zelt in den Spreewald unternehmen. Anfang Juli dann noch mal längs der Oder ...

Ab dem 11. Juli hat Brigitte Ferien und wir unbändige Lust auf`s Reisen! Aber was geht? Nach dem Motto "Bleib im Lande und nähre dich redlich" entscheiden wir uns, mal den Mulde Radweg zu fahren. Aber auch auf Deutschlands Campingplätzen herrscht Ausnahmesituation. Da Fernreisen momentan kaum möglich sind, verbringen einerseits viel mehr Deutsche ihren Urlaub in der Heimat. Das Wohnmobilgeschäft boomt, Zeltplätze sind ein begehrtes Ziel, andererseits müssen Hygiene- und Abstandsregeln beachtet werden, was die Kapazitäten auch nicht gerade erhöht. Wir haben also reichlich zutun, für unsere geplante Mehrtagestour die erforderlichen Zeltplätze zu reservieren (ohne Reservierung kein Einlass).

Geplanter Start ist am 12. Juli 2020 in Dessau. Erst entlang der Vereinigten Mulde setzen wir unsere Reise dann entlang der Zwickauer Mulde (westlicher Arm) fort; verlassen aber bei Bad Schlema den Mulde-Radweg, um nun in östlicher Richtung via Wolkenstein zum östlichen Muldearm (Freiberger Mulde) nahe Neuclausnitz zu gelangen. Jetzt wieder auf dem Mulde-Radweg geht`s Richtung Norden bis Döbeln. So der Plan.

 

Radtour mit Trekking Bikes vom 12. - 20. Juli 2020 - MULDE RADWEG

or Map


Streckenabschnitte (Strava)

 

REISETAGEBUCH

11. Juli 2020

Zeit für`s (finale) Packen! - Geschafft, jedenfalls fast. Bin vorsichtshalber noch mal Kocherbenzin kauf en gefahren ..

    Dessau Jagdbrücke über die Mulde

12. Juli 2020

Es geht los. Erst mal mit den Rädern bis zum Bahnhof Wannsee. - Wir radeln entspannt zum Bahnhof Wannsee und stellen unsere Räder in den RE nach Dessau. Alles planmäßig und vor allem ohne Stress! – In Dessau angekommen gönnen wir uns noch ein paar Bauhaus-Eindrücke und steuern dann gen Mulde-Radweg. Die erste Etappe ist relativ kurz (etwa 26 km), gut ausgebaut und meist flach. Erste Übernachtung dann auf dem Naturcampingplatz Möhlauer See.

13. Juli 2020

Das Wetter meint es gut mit uns, auch der Radweg ist meist ok. und ohne nennenswerte Steigungen. Gut so für den Anfang! – Wir passieren Hohenpriessnitz und stoppen vor der Personenfähre Gruna. Es gibt einen kleinen Zwischenfall mit den Fahrgästen vor uns, aber nichts Schlimmes! – Nach gemütlicher Flussquerung gönnen wir uns eine Einkehr in der Gaststätte Fährhaus Gruna. Hier treffen wir einen der insgesamt auf unserer Tour eher seltenen Reiseradler. Schließlich haben wir in Eilenburg unser heutiges Etappenziel erreicht, tun uns aber etwas schwer, den Eingang vom FEZ Freizeit- und Erholungszentrum Eilenburg zu finden und betreten dieses schlussendlich durch die Hintertür. Aber was soll`s. Nachdem wir uns bis zum Haupteingang (Anmeldung) durchgefragt hatten, durften wir mitten auf einer einsamen Zeltwiese aufbauen. Und etwas zum Trinken (Pepsi Cola) haben wir auch noch geschenkt bekommen.

    Nicht immer ist der Weg einfach

14. Juli 2020

Es ist nach wie vor noch sehr heiß. Die Strecke wird jetzt profilierter. Ab und an kurze knackige Steigungen. - Einkehr in Grimma. Eis essen und Pause. Später passieren wir den Zusammenfluss der beiden Mulde Arme bei Sermuth und setzen unsere Tour entlang der Zwickauer Mulde fort. In Colditz müssen wir dann aber endgültig von den Rädern und mühsam die schweren Teile den Berg hochschieben! - Der Campingplatz - wieder neben einem Freibad - ist ok. Allerdings bin ich bei der Ankunft total platt! Das wird erst nach Sonnenuntergang etwas besser.

15. Juli 2020

Es ist zum Glück etwas kühler geworden und pünktlich zum Abbau unseres Zeltes beginnt es leicht zu regnen. – Wir setzen unsere Reise fort. Das Streckenprofil wird zunehmend anspruchsvoller. Jetzt gibt es auch immer wieder mal unbefestigte Wege. Ab Mittag regnete es kontinuierlich und der wurde zum Abend hin immer intensiver. Wir verlassen kurz vor Glauchau den Mulde Radweg und fahren jetzt im strömenden Regen noch gut 6 km und knapp 200 Hm aufwärts. Ich kämpfe. Mir läuft mit dem Regen das Salz von meiner Stirn in die Augen und unter die Kontaktlinsen. Das brennt höllisch und verbessert auch nicht wirklich die ohnehin angeschlagene Moral! – Endlich der Campingplatz am Stausee Oberwald. Wir bauen bei Regen auf und gehen dann duschen (nichts Besonderes nach unseren UK-Erfahrungen). Zum Essen gehen wir ins Dorf und suchen mehr als eine Stunde die Kneipe. Schließlich wäscht Brigitte sogar noch unsere Schmutzwäsche.

    Muldefähre bei Gruna

16. Juli 2020

Der Regen lässt am Morgen nach, aber trotzdem ist beim Abbauen alles nass. Das GPS-Gerät von Brigitte (Garmin Oregon 600) ist endgültig im Eimer (vermutlich Wasserschaden). Nachdem wir uns prompt verfahren, gebe ich ihr meines.  - In Zwickau machen wir Rast und gönnen uns `ne echt gute Thüringer Bratwurst vom Holzkohlengrill!!! -  Auch heute ist das Streckenprofil recht onduliert und die Wege sind längst nicht alle asphaltiert. Noch ein Zwischenstopp und dann weiter bis Bad Schlema. Brigitte findet hier zielsicher den höchstgelegen Lebensmittel Markt des Ortes! – Nun ja, bezeichnen wir es mal als Training.  Dann zum schönen Campingplatz Silberbach in Bad Schlema. Und wieder gibt es etwas Regen...

    Rathaus Grimma
    Schloss Colditz

17. Juli 2020

Eine Hammeretappe. Wir wollen die Zwickauer mit der Freiberger Mulde verbinden, deshalb wechseln wir auf den Radweg Sächsisches Mittelgebirge. Auf dem Weg nach Wolkenstein absolvierten wir nahezu 1.200 Hm und das auf meist abenteuerlichen querfeldein Wegen! Immer wieder gibt es Abschnitte, an welchen wir die schweren Räder schieben müssen. Ich bin wieder echt am Limit! Und dann liegt Wolkenstein auch noch hoch auf `nem Berg. Selbst die dort hoch führende gut asphaltierte Straße war für uns nicht fahrbar!

    Eisenbahnbrücke über die Mulde

Wir haben heute eine Pension gebucht und gehen am Abend in der Burg essen (Erlebnisgasthaus "Zum Grenadier" im Schloss Wolkenstein. Lecker! - Selbst das draußen rumstromernden Ritter- und Burgvolk kann uns da nicht abhalten (der Ritterclub Wolkenstein und die historischen Regimenter Prinz Maximillian und Grenadierbataillon von Spiegel arrangierten nämlich gerade eine Veranstaltung und Feste im Innen- und Außenbereich des Schlosskomplexes).

18. Juli 2020

Gleich am Start eine absolut unmögliche Abfahrt. Super steil, Geröll mit heftigen Querrillen, absolut nicht fahrbar!  Dann wieder - wie schon gestern - ständiges Auf und Ab auf teilweise unbefestigten Wegen. Erst bei einer Einkehr in Stockhausen (Das lebendige Spielzeugland) beschreibt uns der Wirt vom Hotel Saigerhütte eine Alternativstrecke (Landstraße) mit wesentlich weniger heftigen Steigungen und vor allen Dingen auf glattem Asphalt und eigentlich nur kurz vorm Ziel noch mal ein nennenswerter Anstieg. Der Campingplatz (Erzgebirgscamp Neuclausnitz) ist klein, aber durchaus anheimelnd. Nach dem Aufbau ins Café Schramm zum Eis essen und am Abend in die neben dem Campingplatz befindliche Gaststätte.

    Schloss Rochlitz
    Göhrener Viadukt

19. Juli 2020

Guter Start! – Wir sind jetzt wieder auf dem Freiberger-Mulde-Radweg. Die ersten etwa 20 km glatter Asphalt, wenig Verkehr und kaum Berge. Erst so ziemlich kurz vorm Ziel dann doch noch ein Schiebe-Berg! Der Campingplatz Reinsberg – wieder eine Kombination aus Camping und Schwimmbad – befindet sich nämlich mal wieder auf `nem Berg. Dort angekommen, checken wir in Ruhe ein. Es ist ziemlich heiß und schwül. Wir trinken erst mal was. Unser uns zugewiesener Zeltplatz ist ok. Allerdings liegt er beim Aufbau des Zeltes mitten in der prallen Sonne. Kein bisschen Schatten! - Nach dem Duschen esse ich noch `ne Kleinigkeit im Platz-Restaurant. Dann kochen wir unser Abendessen … 😉

    Gewandhaus Zwickau
    Burg Stein bei Hartenstein

20. Juli 2020

Vom Campingplatz aus starten wir bei gutem Wetter und mit meist leichtem Gefälle gen Döbeln. Hier endet unsere Reise, zumindest die Radreise. Ab jetzt Heimreise per Bahn. Wir müssen in Elsterwerda umsteigen und verpassen prompt (u.a. wg. eines defekten Aufzugs) den Anschlusszug. Ok., eine Stunde Zwangspause, die wir durchaus sinnvoll nutzen, indem wir nämlich dem Berliner Eispalast in Elstererda einen Besuch abstatten.

    Downhill bei Wolkenstein

Beim zweiten Versuch, in die Bahn zu kommen, klappt`s schließlich. Wir reisen bis Lichterfelde Ost und radeln die letzten gut fünf Kilometer bis nach Hause.

 

RESÜMEE

Die Kombination der beiden Radwege macht Sinn, will man eine Runde fahren. – Profil und Charakter der Tour ist eher anspruchsvoll, zumindest wenn man die Runde mit Gepäck (Zeltausrüstung) fährt.  Entlang der Vereinten Mulde gibt es nicht so arg viel Höhenunterschiede, was sich aber schlagartig ändert, sobald man Colditz passiert hat. Besonders anstrengend dabei sind die oft heftigen Steigungen, teilweise auf Schotter oder nicht asphaltierten Waldwegen.

Unsere Sorge, dass - wegen der Corona Zeiten und dem Trend der Deutschen, den Urlaub in diesem Jahr im Lande zu verbringen – die Campingplätze (wir hatten uns auf allen vorher angemeldet) überfüllt seien, hat sich als unberechtigt erwiesen. Ganz im Gegenteil, es war eher sehr übersichtlich. Allerdings begannen hier die Schulferien auch erst kurz vor Ende unseres Trips die Ferien.

Ein kleines Manko auf der Tour ist – hält man sich akribisch an die ausgewiesenen Routen – dass man an der Strecke nur wenige Einkehrmöglichkeiten findet. Aber das kann man ja ändern, indem man ab und an einfach mal den Radweg verlässt.

    Freiberger Mulde
    Freiberger Mulde

Wir brauchen schlussendlich jetzt noch ein neues GPS-Gerät für Brigitte und entscheiden uns schließlich für das Nachfolgemodell unseres GARMIN Oregon 600, nämlich dem Oregon 700.. – Gute Tipps zur Fahrradelektronik u.v.m. finden wir hier: GPS Radler

    Bahnhof Döbeln

Arno&Brigitte

 

 

 

 

 

 

Wir haben wirklich lange überlegt, wo wir im Februar 2020 Brigittes Ferien verbringen sollen. Ihr Favorit war und ist eine Argentinien-Chile Rundreise mit mindestens zwei Pässen, höher 4.500m! Ich stand da aber etwas auf der Bremse, da es mir nach meiner Rücken-OP noch etwas an Courage fehlt(e). Folglich diskutierten wir einen Winter-Skandinavien Urlaub, verwarfen aber schließlich heftig teurer Quartiere und unsicherer Schneelage auch diese Idee. Also wieder ab in die Sonne. Lanzarote im letzten Jahr war zwar klasse, aber für`s wiederholte Rennradfahren dann doch nicht (mehr) so attraktiv. Also fiel die Wahl (mal wieder) auf Mallorca, denn hier weilten wir bereits 2003. 2016 und 2018. Im Gegensatz zu den bisherigen Malle-Aufenthalten wollen wir uns dieses mal aber nicht nur per Rennrad durchs Gelände bewegen, sondern wir haben auch die Wanderstöcke und das Kletterseil dabei. Als Ausgangsort wählten wir dieses Mal einen bergnahen Ort ganz im Nordosten der Insel.

 

 

 

 

 

Raus über die Feiertage  aus dem lauten und wuseligen Berlin in die "Einsamkeit und Beschaulichkeit" der Alpenwelt Karwendel (Bayern), konkret nach Krün, das war unser Plan. - Die Hoffnung auf weiße Weihnacht und LL-Urlaub mussten wir allerdings begraben ...

        An der Neiße

 

 

 

Herbstferien! - Erste Woche (01. Okt. - 06. Okt. 2019) leiten wir eine für den AlpinClub Berlin ausgeschriebene Fahrt ins Zittauer Gebirge (Kurort Jonsdorf) mit insgesamt 18 (!) Teilnehmer*innen. Wir haben nach dorthin vorsorglich die beladenen Trekkingräder mitgenommen, weil wir sofort im Anschluss - also noch am Sonntagmittag `ne private Fahrrad-Trekking-Tour entlang von Neiße und Oder anschließen wollen. Unser Plan geht auf.