Berichte

Straßenschild von Causeway

 

 

 

 

 

 

Anfang 2022 planten wir noch eine Tour entlang der Grenze Russland, Finnland zu radeln, verwarfen diese Idee jedoch mit Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Ein neuer Plan musste her. Die Alternative lautet HEBRIDEN, auch weil wir bei unserer ersten Schottlandtour im Jahr 2017 diese Insel - trotz Regen und anderer Widrigkeiten - lieben und schätzen gelernt haben.

Mit inzwischen langjähriger Routine kümmerten wir uns zum frühest möglichen Zeitpunkt (drei Monate vor Fahrtantritt) um die Bahntickets von Berlin nach Amsterdam und nach Bestätigung dieser Fahrkarten sofort um die Fährtickets von Amsterdam nach Newcastle. Fahrradreservierungen bei der DB in der Ferienzeit für Fernzüge sind nämlich `ne echte Herausforderung!

Wir werden am 12. Juli 2022 sehr früh in Berlin (Hbf) starten und bis Amsterdam durchfahren. Jetzt müssen wir uns beeilen, möglichst schnell die gut 20 km bis zum Felison Terminal zu radeln, denn die Fähre legt um 17:30 Uhr ab.

Einreise und Zoll

Dann - eine Woche vor Abreise - der erst Schreck! Personalausweise werden seit dem 1. Oktober 2021 grundsätzlich nicht mehr als Reisedokumente (außer für die Einreise nach Gibraltar) für EU-Bürger anerkannt und der Reisepass von Arno ist abgelaufen! Also begab ich mich am Montagmorgen um 08:00 Uhr zum Bürgeramt Zehlendorf und beantragte einen Express-Reisepass (etwas teurer als normal und nur mit plausibler Begründung) und tatsächlich, drei Tage später liegt er zur Abholung bereit! Da sage noch mal jemand etwas gegen den öffentlichen Dienst in Berlin!

Der Tag der Abreise rückt näher. Wir treffen letzte Vorbereitungen.

 

2. Schottland Radtour mit Schwerpunkt Hebriden

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REISETAGEBUCH (wird immer wieder aktualisiert. - Bilder ergänzen wir bei passender Gelegenheit/Zeit)

12. Juli 2022

    Es geht los ...

Und wieder mussten wir sehr früh aufstehen, um kurz nach fünf Uhr unseren Zug nach Amsterdam zu erreichen (Direktverbindung und zum Glück gilt hier das 9 €-Ticket nicht). Aber auch der Weg zum Hauptbahnhof in Berlin ist nicht so ganz einfach um diese Zeit mit den Öffis (na ja, Weltstadt halt!). Immerhin kamen wir gut bis zum Brandenburger Tor und den Rest dann auf den Rädern.

Der Zug kam pünktlich. Außer uns gab es noch jede Menge weitere Radreisende, das Fahrradabteil (Wagen 4, Reservierungspflichtig) war jedenfalls sofort ziemlich voll. Unser 1. Klasse-Abteil dann Wagen 12. Ganz toll, so etwas Frühsport liebe DB!

Gegen 13: 00 Uhr sollten wir Amsterdam erreichen, um ca. 15:00 Uhr sollten wir dann auf der Fähre nach Newcastle einchecken. Zugegeben, unsere Planung war da etwas sportlich, denn vom Bahnhof Central bis zum Fähranleger muss man noch etwa 28 km radeln. – Wir setzten da einfach auf die Zuverlässigkeit der Bahn 😉 – Wir hatten Berlin noch gar nicht richtig verlassen, der erste unplanmäßige Halt. Technischer Defekt am Zug. Wenig später die nächste Unterbrechung wegen eines Polizeieinsatzes (vermutlich weigerte sich jemand, `ne Maske zu tragen).

    Warteschlange zur Fähre

Brigittes und meine Nerven lagen jedenfalls mehr als blank. Und als mich dann die Schaffnerin aufforderte, umgehend zu meinem Fahrrad zu kommen, war das DB-Maß endgültig voll!

Wir kamen dennoch relativ pünktlich in Amsterdam an und machten uns sofort auf den Weg. Kurz nach 15:00 Uhr waren wir an der Fähre und durften uns in der Warteschlange ganz hinten einreihen.

An Bord dann `ne recht kleine, sehr funktionale Außenkabine und Abendessen am Buffet. Noch vor 21:00 Uhr lagen wir im Bett.

13. Juli 2022 North Shield (Newcastle) bis Sunniside House Camping (Hexham)

Die Fähre erreichte planmäßig North Shields (Newcastle). Von hier aus dann noch etwa 13 km bis Newcastle auf mittlerweile bekanntem Weg. Da wir vor der Reise keine englischen Pfunde eingetauscht hatten, musste jetzt schleunigst ein Geldautomat her. Gesucht, gefunden. Aber dann die Überraschung: Wechselgebühr 10% des zu wechselnden Betrages! God save the Queen!

    Ankunft North Shields (Newcastle)

So richtig gut lief es am ersten Tag mit dem Radeln noch nicht. Zum Glück boten sich unterwegs aber mehrere Möglichkeiten, einzukehren. Kurz vor Erreichen unseres Farm Camping Platzes dann noch mal `ne Steigung vom allerfeinsten! Streckenweise mussten wir zu zweit anpacken, um die Räder den Berg hoch zu wuchten. – Auf dem Campingplatz waren wir die einzigen Gäste, auch gut, gibt es wenigstens keine Warteschlangen vor den Duschen. – Wir braten uns ein paar Würstchen, essen dazu Olivenbrot und verkrümeln uns alsbald in die Schlafsäcke.

14. Juli 2022 Sunniside House Camping (Hexham) bis Kielder Village Camping

Bedingt gut geschlafen die Knochen schmerzen halt und der eine oder andere Krampf machen die Situation auch nicht besser. Um 08:30 Uhr sind wir auf den Rädern, vor uns liegt `ne ambitionierte Etappe mit etwa 800 Höhenmetern. Auch heute müssen wir die schweren Räder das eine oder andere Mal schieben. Nach etwa zweidrittel der Strecke dann eine willkommene Einkehrmöglichkeit im zur Teestube mit Minigeschäft umgebauten Schulhaus. Frisch gestärkt radeln wir – jetzt auf der Hauptstraße die letzten 20 km bis zum Campingplatz. Kaum angekommen fängt es prompt an zu regnen. Was aber leider den Midges nichts ausmacht.

15. Juli 2022 Kielder Village Camping bis Melrose

    Grenzübertritt

    Melrose Abbey

Auch heute geht es weiter nach Norden. Bei der Planung haben wir versucht vor allem Single Lane Straßen zu benutzen. Dies ist uns weitgehend gelungen. Allerdings erkauft man sich den geringeren Autoverkehr mit einigen zusätzlichen Höhenmetern. In Melrose haben wir dann bei gefahrenen 58 km rund 750 Höhenmeter auf dem GPS Gerät. Dafür ist die Landschaft, wie auch am Tag zuvor sehr beeindruckend.

In Melrose angekommen stellen wir unser Zelt auf, duschen und machen uns auf den Weg zur Melrose Abbey. Wir sind zutiefst fasziniert von der Größe und Ausführung der Ruine. Dann einkaufen, Abendessen und entspannen.

16. Juli 2022 Melrose bis Drummohr Camping (östlich von Edinburgh)

    Immer wieder steil aufwärts ...

Der ursprüngliche Plan sah vor bis Mortonhall Camping südlich von Edinburgh zu fahren. Beim lesen der Google Bewertungen dann der Schock, Fahrrad oder Motorrad nachts auf dem Campingplatz gestohlen. Und dies nicht nur einmal. Also umgeplant zu längerer Strecke und noch mehr Höhenmetern (75km; 1100Hm).

Es geht gut los, nach 15 km haben wir bereits 400 Höhenmeter. Ab Stow fahren wir parallel der A7. Irgendwann reicht uns das Auf und Ab. Zudem müssten wir auch noch einen Umweg fahren. Also versuchen wir es auf der A7. Wir halten es bis Middletown aus. Die Autofahrer sind zwar alle Rücksichtsvoll, aber sich nur auf den Verkehr zu konzentrieren und kaum etwas von der Landschaft mitzukommen ist dann doch nicht unseres. Wir kehren reumütig auf die Nebenstraßen zurück. Allerdings hat uns die A7 zehn Kilometer und 300 Höhenmeter erspart.

Auf dem Campingplatz aufgebaut und geduscht. Wir waren gerade schön beim Entspannen, als jemand vom Platz vorbeikam und meinte, dass wir unsere Räder gut abschließen sollen, da bei ihnen letztes Wochenende zwei Räder nachts gestohlen wurden. Ein paar Minuten später kam nochmal eine Frau, welche sich große Sorgen um unsere Räder machte. Wir also auf zur Rezeption. Ja wir können unsere Räder in ihrer Garage unterstellen. Diese wäre nur offen, wenn jemand in der Nähe wäre und zudem nachts Alarmgesichert.

Jetzt nur noch in den nächsten Ort und unser Abendessen einkaufen!

17 Juli 2022 Drummohr Camping

Pausentag. – Wir schlafen länger, waschen Wäsche, brunchen.

    Eis geht immer ...

Jetzt fühlen wir uns gestärkt, um mit dem Bus nach Edinburgh zu fahren. Im Zentrum angekommen, bekommen wir das Ende der Edinburgh Festival Carnival mit. Danach schlendern wir über die Royal Mile und die umgebenden Plätze und Gassen. Nur auf ein Eis verzichten wir, da uns die Schlangen davor definitiv zu lange sind. Wir erreichen den Palace of  Holyroodhouse, trinken noch was und fahren mit dem Bus zurück. Jetzt wäre nur noch das Abendessen zu klären. In Musselburgh passieren wir ein Fish and Chips Takeaway. Ein Blick ein Gedanke. Die nächste Haltestelle ist unsere. Wir genießen unser Essen mit Blick auf das Meer.

18. Juli 2022 Drummohr Camping bis Bonnybridge Eco Camping (Falkirk Wheel)

    Union Canal Tow Way

Wir holen unsere wohlbehüteten Räder ab. Schon morgens beim Losfahren ist es heiß. Heute wollen wir trotzdem weiter Richtung Glasgow. Zuerst müssen wir jedoch durch Edinburgh, da unser Campingplatz östlich der City ist. Wir benutzen bis zum Beginn des Union Canal Tow Way folgen die National Cycle Route Nr 1 und kommen nahezu autofrei und vor allem durch Parks und Grünanlagen, zum Start am Edinburgh Quay in Fountainbridge. Die dortige Kaffeepause in der prallen Sonne ist schon fast unangenehm. Wir freuen uns auf ein entspanntes, autofreies radeln entlang des Kanals. Womit wir nicht rechnen, ist, dass der Kanal für Räder einspurig ist. Bei Gegenverkehr muss also zwingend abgebremst und angehalten werden. Ebenso Vorsicht ist beim Überholen der vielen Spaziergänger mit und ohne Hund angebracht. Nicht zu Verachten sind auch die diversen Brücken, bei denen zuerst durch Klingeln der eventuelle Gegenverkehr zu warnen ist und die dann auf bestem Kopfsteinpflaster durchfahren werden. Trotzdem genießen wir den Blick auf den Kanal und den Booten (Stand Up Paddelboote; Kajaks; Hausboote). Dann gibt es ein Aquädukt. Kanalbegleitend ein Weg, welcher wieder aus Pflastersteinen aus der Entstehungszeit des Kanals besteht. Für uns nicht fahrbar. Also schieben und die Aussicht genießen. Was wir noch nicht ahnen, dies sollte heute auch nicht das einzige bleiben. Ganz zum Schluss der heutigen Etappe begleiten wir den Kanal durch zwei lange Tunnel, wobei für uns auch hier nur einer fahrbar war. Dann stehen wir endlich oben am Fallkirk Wheel (Eine Art drehendes Schiffshebewerk, Prinzip Riesenrad). Jetzt nur noch zu unserem Campingplatz. Diesen erreichen wir erschöpft abends um sechs. Aufbauen, Duschen, Essen und Schlafengehen.

    Fallkirk Wheel (Schiffshebewerk)

19. Juli 2022 Bonnybridge Eco Camping (Falkirk Wheel) bis Pannell Farmcamping (Bridge of Weir)

Wir starten früh um 8:00 Uhr. Der Tag soll genauso warm werden wie der Tag zuvor. Wir wollen entlang des Forth and Clyde Canal bis Glasgow fahren. Dieser Abschnitt des NCN 754 ist wesentlich ruhiger auch ist der Himmel bedeckt, so kommen wir zügiger als am Tag zuvor, voran. Bald sind wir am Stadtrand von Glasgow und fahren wieder durch prächtige Parks und Grünanlagen ins Zentrum. Auch dies ist bald durchquert und wir folgen jetzt dem NCN 756 bis Bridge of Weir, wo wir einkaufen und zu unserem ausgewählten Campingplatz abbiegen. Dort bekommen wir einen Notplatz, da auf dem eigentlichen Zeltplatz gerade das Festzelt für die Hochzeit der Tochter aufgebaut wird. Stolz präsentiert uns der Brautvater das bunt illuminierte, für etwa 120 Gäste errichtet Festzelt, während die zukünftige Braut uns informiert, dass sie zu ihrer Trauung hoch zu Ross erscheinen wird. - Schade, dass wir hier nicht länger bleiben ...

    Not(camping)platz

20 Juli 2022 Pannell Farmcamping (Bridge of Weir) bis Rothesay (Isle of Bute)

Was sollen wir sagen, bis Bridgend folgen wir weiter der NCN 756 die verkehrsfrei entlang einer ehemaligen Bahntrasse läuft. Hier ist radeln sehr entspannend. Wir wollen weiter bis Wemyss, da von dort unsere Fähre nach Bute abfährt. Wir folgen zwar weiter einer ausgeschilderten Radroute, diese führt aber über Bürgersteige, durch einen Bahnhof (bitte absteigen), entlang einer Schnellstraße, wechselt öfters die Straßenseite. Der genaue Verlauf ist oft erst nach dem Passieren des Abschnittes ersichtlich. Trotzdem erreichen wir Wemyss. Wir besichtigen den sehenswerten Bahnhof, kaufen uns Fährtickets und setzen nach Bute über. Wir sind trotz allem früh dran und wollen erstmal zum Campingplatz. Dieser befindet sich auf dem Canada Hill und ist am schönsten über die Serpentine Road zu erreichen. Auch wenn wir den größten Teil geschoben haben, sollte man sich diese Straße auf keinen Fall entgehen lassen.


    

Wir bauen auf, duschen und gehen nach Rothesay. Hier schlendern wir durch den Ort und gehen schließlich polnisch-spanisch essen.

21 Juli 2022 Rothesay (Isle of Bute), u. a. Mont Stuart House.

Wir gönnen uns auf unserem arg schrägen Zeltplatz einen weiteren Pausentag und radeln gepäcklos ziemlich wellig zum Mont Stuart Haus, einem Prachtbau vergangener Zeiten und für damalige Zeiten schlicht der Luxus pur! Erstes elektrisches Licht im Land, innen liegender Swimmingpool, erstes Telefon im Land. Superlativen also ohne Ende, mal ganz abgesehen von jeder Menge Marmor ..

   Bahnhof Wemyss
    Mont-Stuart-Haus

Als wir unsere Reise fortsetzen wollen, muss ich leider ein Defekt an meiner Kettenschaltung feststellen, so dass wir beschließen, auf kürzestem Wege wieder zum Zeltplatz zu fahren, aber nicht ohne vorher noch in einem Café ein super kalorienreiches leckeres Stück Torte zu verzehren.

22. Juli 202 Rothesay (Bute) bis Tarbert (Kintyre-Halbinsel)

    Immer wieder schöne Ausblicke

Unser nächstes Ziel soll die Isle of Islay sein. Dazu wollen wir heute nach Tarbert fahren, um von dort aus nach Islay überzusetzen. Die Tour ist nicht allzu lang und beinhaltet zwei Fährüberfahrten. Allerdings übersehen haben wir dabei, dass auch ein fast 200 Meter hoher Hügel überwunden werden muss :-( Was uns dafür sehr gefreut hat, auf Bute wartete die Fähre auf uns und bezahlt werden musste auch erst beim Aussteigen. Schließlich erreichen wir mit der zweiten Fähre Tarbert, kaufen fürs Abendessen ein und besorgen im Hardware Shop Campinggas – vielleicht lüftet Arno dieses Geheimnis. Jetzt nur noch 5km und wir haben den reservierten Campingplatz erreicht. Heute übernachten wir in einem Campingfass, da der Platz keine Zelte nimmt. Wir haben schon wieder Glück, das Café hat heute noch offen, da ein Familientreffen vorbereitet wird. So gönnen wir uns noch eine Latte und Eiskreme. Wir finden das haben wir uns verdient. Nach dem Duschen waschen und trocknen wir unsere Wäsche und kochen in der Campingküche unsere Lieblingsspaghetti (aglio e olio). Vorsorglich lüften wir die Küche 😉

23. Juli 2022 Tarbert bis Port Charlotte (Isle of Islay)

    Kildalton Cross

Unsere Fähre nach Islay legt 5km vom Campingplatz in Kennacraig um 7:00 Uhr morgens ab. Autofahrer sollen eine halbe Stunde früher da sein. Wir beschließen, dass dies auch für uns gilt. Also verlassen wir unser Fass um 6:00 Uhr früh – und dies im Urlaub. Der Fährhafen Port Ellen, ist eine recht kleine Ortschaft ohne Café und Supermarkt. Unser erstes Ziel ist das Kildalton Cross – ein christliches Kreuz, welches vor mehr als 1200 Jahren an dieser Stelle errichtet wurde. Auf gleichem Weg zurück – und damit an den ersten drei Whisky-Destillerien vorbei. Richtung Bowmore wählen wir die einspurige B-Straße und sind über den Verkehr mehr als irritiert. Da wir nicht wissen ob es in der Nähe unseres Campingplatzes ein geöffnetes Lebensmittelgeschäft gibt, kaufen wir bereits in Bowmore ein. Auch ein geöffnetes Café findet sich. Pünktlich mit dem Verlassen des Cafés fängt es an zu regnen. Der lässt wieder nach, so dass wir unser Zelt trocken aufbauen und im örtlichen Geschäft unsere Getränkevorräte auffrischen können.

Ab jetzt nimmt das Unglück, oder konkreter das Unwetter seinen Lauf. Sehr starke Windböen testen unser etwas sehr in die Jahre gekommene Hilleberg-Material auf`s heftigste. Dazu setzt ein Dauerregen ein, als hätte jemand irgendwo Schleusen geöffnet. Keron 3 zeigt erhebliche Schwächen. Der Sturm drückt das Wasser seitlich durch die Bodenplatte und findet auch an weiteren Stellen den Weg ins Zelt. Nach kurzer Zeit „dürfen“ wir uns wie im Wasserbett fühlen, denn das Zelt ist komplett unterspült. Wir harren geduldig (was sollten wir sonst auch tun) der Dinge, die da kommen werden. Der intensive Niederschlag beweist Ausdauer. Gut nur, dass wir leidgeprüft (und erfahren) genug sind, die Situation auszusitzen, oder besser gesagt auszuliegen.

Ohne Kommentar ;-)

24. Juli 2022 Port Charlotte (Isle of Islay)

Unsere Geduld wird belohnt, der Regen lässt nach und der Wind flaut ab. - Wir bleiben noch einen Tag, da wir für heute die Besichtigung einer Whisky Destille mit Führung um 10:00 Uhr und zwar in der einzigen Farm-Destillerie auf Islay (Kilchoman) gebucht haben. Schon erstaunlich, was man aus Gerste, Torf und Wasser herstellen kann. Die Führung war sehr spannend, wir haben viel gelernt, auch wenn wir nicht alles verstanden haben. Wir erholen uns bei Kaffee und Keksen – besonders Brigitte von den beiden Whisky Proben - und erreichen pünktlich vor dem nächsten Regen den Campingplatz. So relaxen wir im Zelt und belohnen uns abends mit leckerem Essen im angeschlossenen Café. 

    Und das soll mal Whisky werden
    Alles Whisky, oder was ...?

 

25. Juli 2022 Port Charlotte (Islay) bis Craighouse (Jura)

Der Wind ist wieder da! – Also Planänderung und auf direktem Weg zur Fähre. – Oh, was schaukelt denn da so lustig im Wind, das ist doch nicht etwa unsere Fähre!? Ok., sie ist es, fährt aber erst einmal wegen des starken Seegangs nicht. Wir warten. – Gegen 15:00 Uhr dann der Hinweis, dass es jetzt gleich los geht. Die kurze Überfahrt auf der Eierschale wird ein echtes Erlebnis!

    Fähre nach Feolin

Wieder festen Boden unter den Füßen und den Wind jetzt von hinten, versöhnt uns die fast leere Uferstraße nach Jura. Und dann dieser herrliche Campingplatz, direkt am Wasser, neben dem Hotel Jura. Dann noch nur 10 Pfund für`s Zelt, unser bisher preiswertester Platz.    

26. Juli 2022 Craighouse (Jura)

Eine ruhige erholsame Nacht. Nach dem Frühstück steigen wir auf die jetzt unbeladenen Räder und fahren hügelig auf schmaler Asphaltpiste gut 30 km entlang der Küste, bis wir eine sehr idyllische Bucht erreichen und hier Pause bei Tea on the Beach machen. In einem Pferdeanhänger haben hiesige Kinder alles hergerichtet und aufgebaut, was man benötigt, um Kaffee oder Tee zu kochen und ein Stückchen Kuchen zu essen (Kasse des Vertrauens). – Frisch gestärkt machen wir uns an die Rückfahrt auf gleicher Strecke wie bei der Hinfahrt.

    Küstenstraße

Wieder am Jura-Hotel angekommen, gönnen wir uns jeweils ein riesiges „Sundays“ Eis. Das Abendessen gibt es dann im Pub des Jura-Hotels. Dann zurück zum Zelt und ab in den Schlafsack, denn der nächste Tag wird anstrengend werden! Doch halt, erst wird die nächtliche Ruhe noch mal von einem lauthalsigen, deutschsprachigen Ehestreit gestört. – Schönen Urlaub denn auch …

27. Juli 2022 Tayvallich bis Oban

Wieder müssen wir früher raus, da um 08:30 Uhr unsere Fähre gen Tayvallich startet. Das Wetter ist gut (bis auf die üblichen Mitchies), die See ruhig.  Wir starten pünktlich mit dem Katamaran, es gibt außer uns nur noch drei weitere Passagiere. Das Teil ist recht flott unterwegs und nach knapp einstündiger Fahrt erreichen wir unser Ziel. – Ab 10:00 Uhr soll es an einer Hafenkneipe Frühstück geben. Da es aber noch etwas früher ist, haben wir leider keine Chance (Brigitte ist begeistert!). – Auf schmaler Uferstraße mit den üblichen Ausweichstellen fahren wir nordwärts und erreichen bald eine bessere, sprich breitere Straße der Kategorie „A“. Ab jetzt dann auch lebhafterem Verkehr. Immer wieder bremsen uns heftige Anstiege bei unserer ansonsten recht flotten Weiterfahrt aus. Auf etwa 70 km „sammeln“ wir so um die 750 Hm.

    Campinghütte

Wir erreichen das trubelige Oban. und Brigitte steuert einen TESCO an, um unser Abendessen zu sichern. Dann noch vier km bis zum Campingplatz. Wir gönnen uns hier für zwei Nächte eine kleine Hütte, u. a. um unsere sämtlichen Akkus zu laden und etwas am Reisebericht zu arbeiten.

28. Juli 2022 Oban

Mal wieder in etwas ähnlichem wie einem Bett geschlafen. – Nach dem Frühstück ist erst einmal die Wäsche dran (es gibt leider dort einen Engpass, da jeweils nur eine Waschmaschine und ein Trockner, aber mehrere Gäste mit schmutziger Wäsche). Gegen Mittag ist auch das erledigt und wir radeln die vier Kilometer zurück nach Oban, u. a. um die nächste Fährtickets zu buchen und die Fahrscheine für unsere Rückreise nach Newcastle zu sichern. – Oban ist ein recht touristisches kleines Hafenstädtchen mit relativ viel Trubel, Touristen halt! Wir suchen noch erfolgreich nach einem Akku-Ladegerät, kaufen Lebensmittel ein und sind froh wieder zurück zu unserem Campingplatz fahren zu können.

    Oban

29. Juli 2022 Craignure bis Tobermory (Mull)

Heute setzen wir nach Mull über. Ziel ist es, die Insel in vier Etappen zu umrunden. Die Tickets für die Fähre haben wir bereits gekauft und den Warteplatz für Radfahrer schnell gefunden. Wir dürfen zuerst an Bord. In Craignure starten wir unsere erste, kurze Etappe nach Tobermory. Auf der ersten Hälfte der Strecke ist die Straße zweispurig ausgebaut, der Rest der Strecke ist wieder einspurig mit Ausweichstellen. Es läuft im Wesentlichen darauf hinaus, dass der Langsamere dem Schnelleren ermöglicht ihn zu überholen. Dummerweise ist Schottland und damit auch Mull recht hügelig. Wir versuchen also möglichst bis zu Ausweichstellen durchzufahren, dort noch langsamer zu werden, so dass uns der nachfolgende Autofahrer überholen kann und wir nicht vom Rad müssen. Gleiches gilt für den Gegenverkehr. Müssen wir doch vom Rad, bedeutet es so lange zu schieben, bis wieder ein flacheres Stück Straße kommt. Viele Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll, aber leider nicht alle.

    Fish and Chips

Der Campingplatz ist früh erreicht, wir bauen auf, duschen und plaudern mit ankommenden Radlern. Dann gehen wir nach Tobermory zum Einkaufen, nicht ohne uns davor mit Fish and Chips zu stärken. Auf dem Rückweg – steil den Berg hinauf – stolpern wir noch über die Biskuit Box und decken uns mit leckeren Keksen ein. Nach dem Abendessen fängt es n zu regnen.

30. Juli 2022 Tobermory bis Salen (Mull)

Es regnet (immer noch) als wir aufstehen. Die Nacht war ruhig, bis auf den Regen eben. Wir packen das nasse Zelt ein und machen uns auf den Weg. Vor uns liegt eine sehr anspruchsvolle Etappe mit sehr vielen Höhenmetern und teilweise abenteuerlichen Rampen. Der Regen hält – mal abgesehen von ein paar lichten Momenten - so ziemlich den ganzen Tag an. Eine Einkehrmöglichkeit nach etwa dem ersten Drittel der Strecke sorgt dafür, dass wir neuen Kräfte tanken können.  Es sind die Höhenmeter, die an unseren Kräften zehren und unsere Moral nicht gerade besser werden lassen und vor allen Dingen dann immer wieder das Arrangement mit den oft rücksichtslosen Autofahrern an den Ausweichstellen der ansonsten immer einspurigen Asphaltstrecke.

Anmerkung Brigitte: Es handelte ich dabei um typisch britischen Sprühregen. Also sehr fein und nicht sehr stark, dafür aber kontinuierlich!

Ziel ist ein Campingplatz unweit der Hauptstraße, den wir am Vortag schon mal passiert hatten. Der Empfang ist herzlich, der Standplatz für’s Zelt gut, die Sanitäreinrichtungen vorbildlich. Wir kochen Chilli con Carne …

31, Juli 2022 Tobermory bis Salen (Mull)

    Entlang der Küste

Wie die Campingplatzverwalterin bei unserer Ankunft gestern richtig prophezeit hatte, weckt uns blauer Himmel und herrlicher Sonnenschein. Auch die Tatsache, dass heute nicht ganz so viele Höhenmeter anstehen, lassen den Tag zusätzlich noch freundlicher erscheinen. Bald sind wir auf den Rädern und wenig später runter von der Hauptstraße. Wir setzen die Umrundung der Insel fort. Bald schon geht die eher flache Küstenlandschaft in eine Steilküste über, zwar mit einigen Steigungen, aber auch mit fantastischen Ausblicken. Wenn da nur nicht immer wieder die nervenden Autofahrer wären, die uns immer wieder nötigen, unseren gewohnten Fahrrhythmus den Blechkisten anzupassen. Das nervt gewaltig! Leider ist dieser Streckenabschnitt trotz seiner landschaftlichen Schönheit recht dünn besiedelt und folglich gibt es auch keine Einkehrmöglichkeit. Nun ja, man(n) kann nicht alles haben!

    Nur keine Hektik ... !

Endlich erreichen wir Fionnphort und hier gleich wieder Massentourismus. Brigitte ist entsetzt und drängt weg von hier. Ziel mal wieder ein Farm-Campinglatz (Fidden-Farm), dieses Mal aber einer der Kategorie „riesig“. Erinnerungen an unsere Islandtour im vergangenen Jahr werden wach, denn trotz der unendlich vielen Stellplätze, gibt es hier für Männlein und Weiblein nur je zwei Klos und zwei Duschen. Der Blick über das Meer bei untergehender Abendsonne versöhnt aber für alles.

01. August 2022 Fionnphort bis Craignure (Mull)

Wir schlafen ausgesprochen gut und wachen morgens neben weidenden Schafen auf. Die nächste Etappe der Inselumrundung steht an. Dieses Mal etwas softer, dafür länger. Nun ja, die mindestens 600 Hm sind hier scheinbar Standard! – Positiv anzumerken ist neben den besseren Wetter, der beeindruckenden Landschaft auch die Tatsache, dass wir auch mal wieder `ne Einkehrmöglichkeit finden. Negativ dagegen, dass die weiterhin einspurige Straße mit Ausweichstellen höchste Aufmerksamkeit von den (Fahrrad)Fahrern verlangt und die Tatsache, dass wir einen etwa 220 m hohen Högel überwinden müssen.

    Craignure

Mit Craignure erreichen wir dann den Ausgangspunkt unserer Insel-Rundreise, trinken noch einen Kaffee, kaufen für das Abendessen ein und fahren schließlich zum Zeltplatz. Wir schaffen es sogar noch, das Zelt trocken aufzubauen, dann bricht das nächste heftige und lang andauernde Unwetter über uns herein.

02. August 2022 Craignure (Mull) bis Castlebay (Barra)

Die Fähre von Mull nach Oban ist pünktlich und im 5. Geschäft finden wir auch Gaskartuschen mit Schraubverschluss. Jetzt noch Zahnpasta und Duschgel und wir sind für die Weiterfahrt auf die äußeren Hebriden vorbereitet. CaledonianMacBrayne bietet einen guten Warteraum. Wir laden Telefone, trinken Kaffee und lauschen der Blasmusik, welche bekannte Evergreens spielt. So vergeht die Zeit angenehm. Auf der Fähre finden wir nach einigem Suchen ein Platz mit Steckdosen und verbringen den ruhigeren Teil der Überfahrt mit Tagebuchschreiben. Brigitte überlebt die Fährfahrt dank zweier Reisetabletten. Arno ist wahrscheinlich der einzige Passagier, welcher isst.

    Strand auf Barra

Nach fünf Stunden in Castlebay angekommen, gehen wir einkaufen und fahren die knapp vier Kilometer zum reservierten Campingplatz. Dort gibt es keine Rezeption und auch niemanden Verantwortlichen. Leichte Panik macht sich bereit. Eine Viertelstunde später taucht der Besitzer auf, zeigt uns unseren mit unseren Namen markierten Platz und kassiert. Wir essen was und da es windig und feucht ist, ziehen wir uns bald ins Zelt zurück und schlafen.

03. August 2022 Castlebay (Barra) bis Kilbride (South Uist)

Wir sind nun endlich auf den Äußeren Hebriden und wollen die Hebridean Way Radroute befahren. Beworben wird diese mit 185 Miles (296km); 10 Inseln, 6 Straßendämme; 2 Fähren. Wer jetzt rechnet und sich wundert, Harris und Lewis sind eine Insel, der südliche Teil wird als Harris, der nördliche als Lewis bezeichnet.

    Ottercrossing

Heute geht es aber zuerst zurück nach Vatersay zum Anfang des Hebridean Ways. Ganz schön hügelig – dabei wird doch der Anfang der Strecke als flach bezeichnet. Wir suchen den Startpunkt, fahren bis zum Ende des Asphalts, über eine Kuhwiese und sind fast am südlichsten Strand von Vatersay, nur die Stehle finden wir nicht. Wir geben auf und fahren zurück nach Castlebay auf Barra für den restlichen Einkauf und um eine einfache Landkarte zu erwerben. Dort im Touristenbüro erfahren wir, dass die Stehle am Gemeindezentrum von Vatersay angebracht ist. Na gut. Jetzt nochmal am Campingplatz vorbei bis zum Fährhafen über den Sound of Barra. Wir sind fast zwei Stunden zu früh und gönnen uns erstmal Kaffee und Torte. Bis zur Abfahrt sind dann noch etliche weitere Radfahrer da. Auch die lustige Männertruppe von der ersten Fähre mit ihren Straßenrädern und wenig Gepäck.

    Sound of Barra

Angelegt wird in Eriskay, der dritten Insel, die haben wir bald hinter uns gelassen und wir erreichen den ersten Straßendamm hinüber nach South Uist. Dort müssen auch wir zuerst das Ottercrossing Schild fotografieren. Bald ist auch der Campingplatz in Kilbride erreicht und wir schlagen dort unser Lager auf.

04. August 2022 Kilbride (South Uist) bis Carinish (North Uist)

Die Strecke führt immer wieder weg von der Hauptstraße über einspurige Nebenstraßen durch Machair Landschaft und ist für schottische Verhältnisse fast eben. Wir queren drei Straßendämme und damit auch die Inseln Benbecula und Grimsay. Von letzterer kündet nur unsere Landkarte, nicht aber irgendwelche Straßenschilder. Auf dem Campingplatz Moorcroft, stehen bei unserem Eintreffen schon einige Zelte. Bis zur Nachtruhe sollen es noch mehr werden.

05. August 2022 Carinish (North Uist) bis Horgabost (Harris)

    Kleine Stärkung

Das Wetter ist nicht mehr so gut, aber auch nicht richtig schlecht. Regenjacke genügt. Landschaftlich geht es so weiter, wie es gestern aufgehört hat. Wir haben etwas Gegenwind, aber da der Radweg später die Richtung ändern wird, auch die Hoffnung auf Rückenwind. Unsere Fähre über den Sound of Harris soll um 14:30 Uhr ablegen, d.h. wir wollen spätestens um 14:00 Uhr dort sein. Von unserem Campingplatz bis zum Fähranleger sind es etwa 50 km. Dafür haben wir fünf Stunden eingeplant. Gerade als der Regen stärker wird, finden wir einen Imbisswagen und stärken uns bei heißer Suppe und Kaffee. So gestärkt nehmen wir die restlichen Kilometer in Angriff. Es reicht sogar noch für den täglichen Einkauf.

Auf Harris wird es dann gleich hügeliger, so dass uns auch wieder schön warm wird. Dabei hilft uns auch die Sonne, welche die Regenwolken vertrieben hat. Zudem werden wir mit dem Ausblick auf superschöne Sandstrände belohnt. Wir haben es leider etwas eilig, da wir bis 18:00 Uhr auf dem Campingplatz sein sollen, um noch einzuchecken. Das schaffen wir und finden auch eine schöne Stelle für unser Zelt. So können wir nach dem Duschen und Abendessen noch einen Strandspaziergang unternehmen.

    Torf
    Sandstrand auf Harris

06. August 2022 Horgabost (Harris) bis Stornoway (Lewis)

Nachts hat das Wetter umgeschlagen, und das wo uns heute eine Etappe mit vielen Höhenmetern bevorsteht. Unser Problem, es gibt keinen Campingplatz in akzeptabler Entfernung und wir sind bei der Suche nach einem Hostel oder Bed & Breakfast gescheitert. Wir fahren erst mal bis Tarbert um dort für zwei Tage einzukaufen – morgen ist Sonntag und da ist auf Harris und Lewis alles geschlossen. Nach zwei Ehrenrunden haben wir unseren Einkauf erledigt und uns in einem netten Café gestärkt. Die Straßen sind hier zweispurig ausgebaut, dadurch sind auch die Steigungen gut fahrbar. Wir erreichen nach 45 Kilometern Aline Woodland, da soll es einen Cyclist and Walker Shelter geben. Wir finden diesen und auch den zweiten Schutzraum – mit WC – auf dem Kinderspielplatz. Wir sind unsicher, ob wir hier Wildcampen sollen. Auch müssten wir nach Trinkwasser suchen. Trotz des miesen Wetters entscheiden wir uns fürs Weiterfahren auf dem Abseits der Strecke liegenden Campingplatz in Stornoway. Gesagt getan. Bis auf das letzte ziemlich verkehrsreiche Stück lässt sich alles trotz des Dauerregens gut fahren. Nach fast 1000 Höhenmetern erreichen wir den Platz, bauen auf, duschen, kochen Linsensuppe und gehen früh schlafen. Vielleicht ist morgen das Wetter besser.

Steinkreis bei Callanish

07. August 2022 Stornoway (Lewis) bis Borve (Lewis)

Unser Wunsch wurde nicht erhört. Wir bleiben erstmal im Schlafsack und diskutieren die Weiterfahrt. Bis Breasclete werden wir der Rathad Phentland Straße folgen. Diese Entscheidung hat sich gelohnt, auf den gut 20 Kilometern durch eine Torflandschaft begegnen wir einem Radfahrer und fünf Autos. Über den Steinkreis bei Callanish – das Visitor Center hat geschlossen, es ist ja Sonntag – radeln wir weiter Richtung Norden. In Borve angekommen finden wir auch den Campingplatz und dürfen aufbauen. Neben einer gut eingerichteten Küche mit Kaffee und Tee für alle, gab es zum Duschen auch frische Handtücher. Wenn jetzt noch die Sonne scheinen würde!

08. August 2022 Borve (Lewis)

    Geschafft!

Wir schlafen etwas länger und lassen uns Zeit mit dem Frühstück, da wir heute hierbleiben und vor haben, von hier aus ohne Gepäck die letzte Etappe bis zum Lighthouse Butt of Lewis zu radeln. Außerdem ist es immer noch (oder mal wieder?) sehr feucht draußen und der Wind gibt auch sein Bestes! Wir haben ziemliche Probleme, unsere am Vortag gewaschenen Wäsche trocken zu bekommen, denn der Trockner will nicht so recht und draußen wird halt auch nichts trocken! - Gegen Mittag wird das Wetter etwas freundlicher, also ab auf die jetzt recht leichten Räder und etwa 20 km mit bestem Rückenwind straight nach Norden. – Schon von Ferne sehen wir das Lighthouse und wenig später auch die zerklüftete Küste am nördlichen Ende der Insel. – Wie alle anderen hier auch, fotografieren auch wir, was das Zeug hält und können uns kaum los reißen von dieser grandiosen Küstenlandschaft mit den sich im Wasser tummelnden Delfinen. - Na gut, irgendwann steigen wir dann doch wieder auf die Räder und kämpfen und uns bei jetzt heftigem Gegenwind zurück Richtung Zeltplatz, allerdings nicht, ohne nach etwa 5 km noch mal kurz in ein Café einzukehren.

Ziel erreicht, die Passage über die Outer Hebrides ist abgeschlossen, also gönnen wir uns zur Feier des Tages einen Restaurantbesuch. - Viele Restaurants gibt es hier in der Gegend nicht, entsprechend voll ist das Lokal und das Essen gut.

Lighthouse of Butt
    Küste am Lighthouse

 

09. August 2022 Borve (Isle of Lewis) bis Ullapool (Festland)

Zwar soll unsere Fähre gen Festland erst um 14:00 Uhr starten, aber es bläst ein sehr kräftiger Wind aus Südwest, also genau aus der Richtung, in welche wir fahren müssen. Sicherheitshalber stehen wir recht zeitig auf, bauen mal wieder das nasse Zelt ab und stemmen uns dann gegen den kontinuierlich blasenden Headwind. Obwohl wir „nur“ 28 km strampeln müssen, wird unsere inzwischen recht gute Kondition ziemlich gefordert. Endlich am Hafen, haben wir dann doch noch gut Zeit, `nen Kaffee zu trinken und uns dann in die Warteschlange zur Fähre einzureihen. – Pech gehabt, dieses Mal dürfen die Radfahrer erst als letzte an Bord. – Dann Board life as usual; wir suchen einen Platz mit Steckdose, packen den Rechner aus und schreiben Tagebuch. Zwischendurch gibt`s noch `ne Kleinigkeit zu essen.

    Warten auf die Fähre

In Ullapool angekommen scheint die Sonne und der Weg zum Campingplatz ist recht kurz. Wir bauen auf und gehen shoppen. Abendessen im Zelt.

10. August 2022 Ullapool bis Lochinver

Ullapool bis Thurso ist die letzte Etappe auf unserer diesjährigen Radtour. Es erwarten uns viele Höhenmeter. Deshalb haben wir die Planung an verfügbaren Campingplätzen und machbaren Höhenmetern ausgerichtet. Es geht aus Ullapool gleich hüglig los. Aber das kennen wir ja schon. Was für uns neu ist, sind die vielen Wohnmobilfahrer. Gottseidank ist der erste Teil der Strecke zweispurig. Als wir abbiegen, ist uns, ob der einspurigen Strecke ziemlich mulmig. Glück gehabt – die Strecke ist für lange Fahrzeuge ungeeignet. Wir genießen die landschaftlich schöne Strecke und die Sonne. Lochinver erreichen wir bereits um 14:00 Uhr. Also gönnen wir uns erstmal Pasteten – diesmal nicht süss. Um 15:00 Uhr beziehen wir unser Bed&Breakfast, nachdem wir einen geeigneten Platz zum Abstellen unserer Fahrräder gefunden haben. (Die in der Nähe liegenden Campingplätze sind seit wochen ausgebucht.) Um halb sechs machen wir uns auf zum Essen. Genau richtig; wir bekommen einen Tisch bis 17:00 Uhr. Arno probiert Haggis – das schottische Nationalgericht. Das schöne Wetter ist leider erstmal wieder vorbei.

    Landstraße nach Lochinver

11. August 2022 Lochinver bis Scourie

Wir haben uns für die Strecke durchs Landesinnere entschieden, was im Nachhinein ganz günstig war, da viele Touristen die Strecke entlang des Meeres fahren. Die Strecke ist nach wie vor ein Traum – trotz all der Höhenmeter. Wir sind immer noch irritiert über die vielen Wohnmobile, die hier unterwegs sind und vermissen jetzt schon das beschaulichere Leben auf den Inseln. Auf dem Campingplatz dürfen wir trotz des frühen Eintreffens aufbauen. Wir duschen, gehen Einkaufen. Wir könnten Kochen, aber es gibt auch ein Café auf dem Platz. Das Essen ist typisches Pub Essen, uns hat es geschmeckt. Gut durchgewärmt gehen wir zurück in unser langsam ziemlich feuchtes Zelt.

12. August 2022 Scourie bis Durness

Regnerische, aber windstille Nacht. Ergo, beim Aufstehen tummeln sich Abermillionen Mitgies vor und um unser Zelt und warten nur darauf, dass wir zum Klo müssen. Es kostet echt Überwindung das Zelt zu verlassen, aber wir müssen da durch! – Endlich auf den Rädern, machen wir uns auf den hügeligen Weg gen Durness. Bedauerlicherweise gibt es keine einzige Einkehrmöglichkeit bis ganz kurz vorm oder besser nach dem Ziel. Wir passieren also unseren Platz und gönnen uns in einer Chocolaterie einen Kakao mit Espresso. Lecker! So und nun endlich zum Campingplatz, Zelt aufbauen, duschen, Strandspaziergang, Abendessen (Spaghetti).

    Sango Sands Beach
    Sango Sands Beach

13. August 2022 Durness bis Kyle of Tongue

    Teeroom

Die Feuchtigkeit und auch der Nebel bleiben. Somit also mal wieder optimale Bedingungen für die Midgies, dafür aber weniger für uns. Als das nasse Zelt eingepackt ist machen wir uns auf den Weg, entlang der Küste. Natürlich wieder Single Road, aber wir haben da ja mittlerweile einige Routine. Trotzdem lässt es sich nicht immer ganz vermeiden, dass die verkehrliche Situation auch mal kritisch für uns werden kann. Wir müssen höllisch auf der Hut sein, dass uns nicht doch mal so ein(e) überforderte® Wohnmobilfahrer(in) rammt, weil sie schlicht ihren Leihwagen nicht beherrschen. Wir umradeln eine Bucht (Loch Eriboll) aber nicht ohne vorher in einem Tearoom einen zweiten Kaffee zu uns zu nehmen. Dann weiter bei jetzt fast sonnigem Wetter im munteren auf und ab, bis wir schließlich Tongue erreichen und auf einem Zeltplatz aufbauen, den wir vor fünf Jahren schon mal aufgesucht hatten. Allerdings hat sich dieser mittlerweile gemausert ist größer und komfortabler geworden. Abendessen gibt`s heute als Takeaway.

14. August 2022 Kyle of Tongue bis Thurso

    Insel auf dem Weg nach Thurso

Unsere letzte Etappe! Diesen Streckenabschnitt sind wir schon bei unserer letzten Schottland-Radtour vor fünf Jahren gefahren. Uns gruselt etwas wegen der 70 Kilometer plus der 1000 Höhenmeter. Bis zu unserem ersten Kaffeestopp in Bettyhill haben wir zwar erst 20km aber fast 400hm und sind wieder auf Meereshöhe. Das kann ja heiter werden. Aber mit einem weiteren Stopp erreichen wir Thurso. Es reicht, um das Zelt trocken aufzubauen und zu duschen. Pünktlich um 17Uhr setzt Regen ein. Das angekündigte Unwetter ist nicht direkt über uns, so dass wir nur entferntes Donnern wahrnehmen. Wir sind etwas angespannt ob unserer morgigen Rückreise und gehen früh schlafen.

15. August 2022 Thurso bis Newcastle (per Bahn)

Nebel und feuchte Luft sorgen dafür, dass alles klamm und das Zelt pitschnass ist. Hilft aber alles nichts, wir müssen (ohne Frühstück) früh raus und zum Bahnhof. - OK., wir sind etwas zu früh dort, denn der Zug soll erst um 08:32 Uhr abfahren. Aber vielmehr machen wir uns um unsere Fahrradreservierungen Sorgen, denn wir sind da leicht verunsichert, was unsere Tickets betrifft und außerdem stehen da auch noch zwei Holländer mit Rädern! - Es passen genau 4 Räder in den Zug, wir können los fahren. Erstes Etappenziel ist Inverness. Bis hierher ging alles gut, obwohl der Zug krz vorm Ziel noch brechend voll wurde.

Die Umsteigezeit reicht, um noch mal kurz in Bahnhofsnähe das versäumte Frühstück nachzuholen. Dann wieder zum Zug. Gleiches Spiel, gleiche Anspannung. Dürfen wir mit, sind unsere Reservierungen in Ordnung? Ja, auch mit diesem Zug klappt es, zumindest was das Mitfahren betrifft. Der Zug fuhr immer langsamer und blieb schließlich länger mal stehen. Unwetter in der vergangenen Nacht oder am Vortage zwangen angeblich zum langsam fahren. Oh jäh, unsre Anschlüsse. Immer wieder der zunehmend panische Blick auf die Uhr und schließlich die Erkenntnis, das wird nichts mehr! Brigitte gab aber nicht auf und suchte nach Alternativen und das erfolgreich. Schließlich hatten wir bis Stirling etwa 90 Minuten Verspätung eingefahren. - Kurz darauf lief auf dem selben Gleis ein Zug nach Haymarket ein, unser nächster Umsteigebahnhof.

Wenn alles klappt, könnten wir mit etwas Endspurt in Edinburgh sogar noch den Zug nach Newcastle erreichen, den wir ursprünglich geplant hatten. Kurz gesagt, wir haben ihn gekriegt und sind fast zur geplanten Zeit in Newcastle eingetroffen. - Gleich gegenüber vom Bahnhof ist unser Hotel. Wir checken ein - Was für ein Tag!

16. August 2022 - Pausentag

Hotelübernachtung und englisches Frühstück, was juckt uns da schon der Regen draußen?! - Und tatsächlich, es regnet dann auch so ziemlich den ganzen Tag., was uns aber nicht davon abhält, `ne Runde Bummeln zu gehen. Kaufhäuser halt, Cafés, Eisdielen..! - Am Abend folgen wir unserer bisherigen "Tradition" und suchen uns wieder ein China-Restaurant für`s Abschiedsessen. In den Jahren zuvor haben wir uns hiermit immer etwas schwer getan, da wir kaum passende Lokale fanden, oder diese aber nur eingeschränkten Betrieb anboten. - Wie überrascht waren wir da, als wir hier in Newcastle `ne Art Chinesenviertel entdeckten mit jeder Menge entsprechender Lokale!? - Wir haben extrem gut gegessen und neidisch beobachten müssen, wie viele der anderen Gäste ihr Essen selbst im "Feuertopf" zubereiteten (Chinesisches Fondue). Müssen wir nächstes Mal unbedingt testen ...

17. August 2022

Beginn der Heimreise. - Nach der zweiten Nacht im Hotel und dem gestrigen allmählichen Gewöhnen an den Großstadttrubel sind wir bereit, die Heimreise anzutreten und treffen entsprechende Vorkehrungen. Etappe eins ist der Weg zur Fähre mit knapp 15 km. Die Fähre soll gegen 17:00 Uhr ablegen, also werden wir versuchen, möglichst früh einzuschiffen.

Und es hat gut geklappt. Gegen 13:00 Uhr waren wir vor Ort und wenig später als 14:30 Uhr an Bord. - Wir suchen und finden ein kleines Café an Bord, stellen die Uhren um eine Stunde vor und warten geduldig auf das Abendessen um 18:00 Uhr. Bis auf die Tatsache, dass ich leider erst beim Verlassen des Speisesaals "entdeckte", dass es auch Eis als Nachtisch gegeben hätte, war das Buffet mal wieder umfangreich und verlockend. Wir haben einfach nur geschlemmt! - Auf dem Oberdeck versuchen wir noch den Sonnenuntergang abzuwarten, bekamen aber, kurz bevor die Sonne den Horizont erreichte, einen Schwächeanfall ...

18. August 2022

Die Fähre erreicht pünktlich gegen 09:00 Uhr das Festland. Wir schiffen aus und radeln nach Amsterdam. Kurzer Einkehrschwung in einem Restaurant, dann ab zum Bahnhof und warten, dass es gegen 15:00 Uhr per Bahn auf den Heimweg geht. - Planmäßige Bahnfahrt, nur wieder dem Paradoxen, dass wir uns das Abteil bis Berlin mit drei Fahrgästen aus Holland teilen und wie seinerzeit schon bei unserer Einreise aus Dänemark, ab der Deutschen Grenze alle `ne Maske tragen müssen ...! Nun ja, die Sinnfälligkeit solcher Maßnahmen sind nicht so ganz logisch nachzuvollziehen.

Gegen 22:00 Uhr Ankunft in Berlin Hbf und Weiterfahrt mit der S-Bahn.

Statistik

 
Nächte im Hotel 3
Nächte auf Fähren 2
Nächte im Zelt 32
Rad-Reisetage 30
Tage im Zug 3
Pausen- und Sightseeing-Tage 6
geradelte Kilometer 1.700
Höhenmeter 16.000

 

 

Unser Resümee

1.700 Kilometer geradelt und dabei unendlich viele Höhenmeter absolvieren müssen! – Wir haben es gut geschafft, ohne nennenswerte Blessuren, Unfällen oder gar Pannen! – Weiter so …!

Es war ein bisschen wie gewohnt, es ist schließlich nicht unsere erste Reise nach Schottland (sowie nach Irland und UK) und doch wieder irgendwie ganz anders! Viel positiver bleiben uns z. B. die Campingplätze in Erinnerung, die allesamt auch über akzeptable bis gute facilities und Rasenflächen verfügten und sich immer ein passendes Fleckchen für unser Zelt finden ließ. Allerdings muss man bei der Auswahl der Plätze beachten, dass es immer mehr Campgrounds gibt,  die nur Wohnmobile und Caravans akzeptieren, nicht aber Zelte. Gut beraten waren wir, indem wir – falls möglich – die Plätze rechtzeitig gebucht haben. Denn bei Ankunft lautete grundsätzlich die erste Frage: Do you have a reservation? Fast nie waren die Plätze überfüllt, allerdings gab es leider aber auch nur ganz, ganz selten einen Aufenthaltsraum für Camper, dafür aber immer eine Küche.

Dass nicht nur wir solch beeindruckende Landschaft(en) `ne Reise wert fanden, liegt auf der Hand und ist auch gut so. Allerdings stößt uns als Radfahrer immer wieder das Unvermögen etlicher SUV- und Wohnmobilfahrer auf, die zum Teil einfach mit ihren oft nur geliehenen Vehikeln überfordert und somit eine riesige Gefahr nicht nur für und Radfahrer sind.

Die von uns gewählte Route war bewusst so angelegt, dass wir abseits großer Hauptstraßen, also vorwiegend auf Nebenstraßen und Radwegen „on tour“ waren. Häufig handelt es sich bei diesen Nebenstraßen aber über sog. Single Lines, soll heißen, die Strecken sind einspurig und es gibt alle paar (hundert) Meter eine Ausweichstelle. Man muss also sehr vorausschauend fahren und rechtzeitig einschätzen, wer wo auf wem wartet. In der Regel funktioniert das auch ziemlich gut, aber eben nur dann, wenn Radfahrer auch als vollwertige Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden. Das ist aber nicht immer der Fall, es gibt halt ab und an rücksichtslose Raudis, die versuchen auf dem einspurigen Teil der Straße an uns vorbeizukommen, sei es im Gegenverkehr oder als Überholer. Dann wird`s eng!

Wettermäßig sollte man bei einem Besuch dieser Region eher mit allem rechnen und das traf dann auch tatsächlich ein. Anfangs war es teilweise so heiß, dass sich die Einheimischen kaum erinnern, konnten solche Temperaturen je erlebt zu haben, später wurde es dann eher etwas feuchter und vor allem kühler, was uns aber ganz entgegenkam. Lediglich die Tatsache, dass auch die Midges solches Klima heiß und innig lieben und in riesigen Wolken ihre menschlichen „Opfer“ umschwärmen, hat uns zeitweise den Aufenthalt im Freien heftig vergrault.

Absolut positiv ist dagegen die Landschaft in den von uns bereisten Regionen. Seien es Inseln, kleine Buchten oder grüne Hügel oder der weitschweifende Blick über das offene Meer, einfach unbeschreiblich schön und (zum Glück) meist recht einsam.

Dank der langjährigen Routine, die Brigitte beim Planen solcher Touren inzwischen entwickelt hat, hat wirklich auch alles perfekt funktioniert. Seien es Bahn- oder Fährverbindungen, Reservierungen oder einfach nur der letzte Einkaufsladen vor dem nächsten Campingplatz, es passte alles … ! – Danke 😊

 

    Ende gut, alles gut ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwar sind wir in diesem Jahr schon mehrere Wochen mit dem Rennrad auf Lanzarote "on tour" gewesen, die beladenen Trekking-Bikes hatten wir aber seit der Islandtour nicht mehr benutzt. Folglich begann der Saisonstart damit, die Räder wieder fit zu machen (neue Ritzel, Ketten und Bremsbeläge, Grundreinigung). Aber dann standen sie endlich wieder startklar da und Brigitte saß an der Tourenplanung. - Wir wollten am 26. Mai (Himmelfahrt) starten und mussten spätestens am 30. Mai abends wieder in Berlin sein. 

Die Wetterprognose war zunächst recht positiv, so dass man befürchten musste, dass nicht nur wir auf die Idee kommen würden, das (mit Brückentag) lange Wochenende für eine Fahrradtour zu nutzen. Ergo beschlossen wir sehr früh am Morgen zu reisen. Also um 03:45 Uhr raus aus den Betten! - Die Strategie ging auf, sowohl in der S Bahn als auch im RE nach Bad Wilsnack war ausreichend Platz für unsere Räder.

or Map

Und los geht`s Richtung Elbe, bzw. Wittenberge. Die Wetterprognose ist für uns leider nicht so optimal, da für die kommenden Tage Wind und auch teilweise heftige Sturmböen vorwiegend aus westlicher Richtung angekündigt werden. Aber es regnet wenigstens nicht. Obwohl heute Feiertag ist, treffen wir zunächst nur selten weitere Radfahrer*innen. Das soll sich später aber etwas ändern:

Die Pandemiewelle soll Mitte Februar 2022 ihren (vorläufigen?) Höhepunkt erreichen! - Also was tun? Mit den Trekking-Rädern in die Welt reisen, scheidet für uns derzeit wegen der weltweiten Coronasituation immer noch aus. Andererseits haben wir aber auch - nach jetzt zwei Jahren Einschränkungen - das Rumsitzen und Abwarten satt, wollen raus ... ! Aber was ist denn derzeit überhaupt möglich, ohne das eigene gesundheitliche Risiko über zu strapazieren und vor allem, wo dürfen wir überhaupt hin! Infrage kam für uns Anfang 2022, entweder Ski-Langlauf Urlaub oder halt wieder Rennrad fahren, irgendwo weiter südlich. - Vielleicht auch schon etwas altersbedingt scheuen wir inzwischen bei der Wahl unserer Reiseziele etwas das Risiko, greifen gern auch auf Bewährtes zurück.

 

 

 

 

 

 

 

Mallorca oder Lanzarote war also für uns die Frage, bzw. Alternative. Schließlich gab die Tatsache, dass Lanzarote - etwas südlicher als Malle gelegen - die besseren klimatischen Voraussetzungen bietet, der Grund für unsere Entscheidung, nach dort zu fliegen.

Starten werden wir am 06. Februar 2022. Aber besonders die letzten Tage vor der Abreise wurden leider noch sehr turbulent! Nicht nur, dass wir geplante Renovierungsarbeiten in unserer Wohnung nur zur Hälfte erledigen konnten, nein auch das Thema Gesundheit sollte noch für enorme Verunsicherung sorgen ...

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man(n) bis kurz vor der Abreise nicht verbindlich weiß, ob man - aktuell befinden wir uns in der vierten (!) Pandemiewelle, die fünfte ist im Anzug - überhaupt verreisen "darf", ist die Risikobereitschaft neue Zeile zu entdecken zumindest bei uns doch eher verhalten. Ergo beschließen wir "Bewährtes" zu wählen - es geht eh`nur um die Zeit über Weihnachten bis Neujahr - und somit das Risiko klein zu halten. Und ja, eigentlich hat es uns dort vor zwei Jahren auch recht gut gefallen ...

Nervtötend ist allerdings die ständige Beobachtung der aktuellen Inzidenzen, die doch in Bayern recht beachtlich sind und die damit einher gehende Ungewissheit. Nun ja, wir haben erst einmal das halb volle Glas gewählt und sowohl Bahntickets gekauft wie auch die Ferienwohnung gebucht. - Wir werden wieder sehr früh am 23. Dez. in den ICE nach München steigen ...

 

 

 

 

 

 

 

Lange mussten wir überlegen und abwägen, wo und wie wir Brigittes Herbstferien - noch immer unter Pandemie-Bedingungen verbringen können und wollen. Die ursprüngliche Idee, von Berlin nach Venedig zu radeln, verwarfen wir schließlich, da hierfür die Zeit/Ferien mindestens ein, eher bar zwei Tage zu kurz erschienen. Folglich trafen wir schließlich den Entschluss, die Rennräder klar zu machen und am Abend des 09. Okt. 2021 per Bahn nach Oberstdorf in Bayern zu reisen. Bald darauf hatte Brigitte auch die passende Ferienwohnung (10. Okt. - 18. Okt. 2021) gebucht.

In diesem Fall sind die Reisevorbereitungen ja eher moderat, soll heißen, dass wir hier recht routiniert ans Werk gehen können. Trotzdem müssen auf jeden Fall dich Räder noch mal gepflegt (besonders die Ketten) und gecheckt werden und keinesfalls dürfen wir das Ansteck-Licht vergessen.