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(Rennrad)Herbstferien in Oberstdorf, Bayern

 

 

 

 

 

 

 

Lange mussten wir überlegen und abwägen, wo und wie wir Brigittes Herbstferien - noch immer unter Pandemie-Bedingungen verbringen können und wollen. Die ursprüngliche Idee, von Berlin nach Venedig zu radeln, verwarfen wir schließlich, da hierfür die Zeit/Ferien mindestens ein, eher bar zwei Tage zu kurz erschienen. Folglich trafen wir schließlich den Entschluss, die Rennräder klar zu machen und am Abend des 09. Okt. 2021 per Bahn nach Oberstdorf in Bayern zu reisen. Bald darauf hatte Brigitte auch die passende Ferienwohnung (10. Okt. - 18. Okt. 2021) gebucht.

In diesem Fall sind die Reisevorbereitungen ja eher moderat, soll heißen, dass wir hier recht routiniert ans Werk gehen können. Trotzdem müssen auf jeden Fall dich Räder noch mal gepflegt (besonders die Ketten) und gecheckt werden und keinesfalls dürfen wir das Ansteck-Licht vergessen.

 

REISETAGEBUCH

Unsere Rennrad- und Wandertouren rund um Oberstdorf

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09. Oktober 2021

Die Anreise gen Oberstdorf, bzw. Abreise aus Berlin am Samstagabend verlief entspannt und planmäßig. Der ICE war einigermaßen pünktlich und relativ leer, die Fahrradstellplätze frei. Sogar das Bordrestaurant war noch `ne Weile geöffnet. – Für einen ICE eher ungewöhnlich, aber dennoch nach Plan, „bummelte“ der Zug gemütlich über die Dörfer Richtung München, machte immer wieder mal längere Pausen und schaffte es trotzdem, „schon“ nach etwa neun Stunden Fahrt pünktlich in Ulm anzukommen. Von hier aus weiter mit der Regionalbahn bis Oberstdorf. Auch völlig unspektakulär, da früh am Tag und pünktlich um 08:59 Uhr am Ziel.

Blick vom Nebelhorn
    Blick vom Nebelhorn

Direkt am Bahnhof befindet sich auch unsere Zimmervermittlung, die ab 09:00 Uhr geöffnet ist. Wir stellen dort unser Reisegepäck ab, da unsere Ferienwohnung erst ab 15:00 Uhr bezugsfertig ist. Nur die Räder bringen wir schon zur Wohnung und schließen diese dort an. Erstmal den Ort erkunden und auch die Touristeninformation suchen. Dann wollen wir Frühstücken. Hier stellt sich wie immer die Frage, wo ist es schmackhaft? Hier in Oberstdorf kommt noch dazu, sind den auch Plätze im Innenraum frei. Wir werden im Café Gerlach fündig. Es gibt Buffet Frühstück, welches sehr lecker ist und auch Spiegeleier mit Speck, welche sich Arno schon den ganzen Morgen gewünscht hat. Uns kann es gut gehen.

Herrlicher Sonnenschein und blauer Himmel. Also ab gen Nebelhornbahn, deren Talstation sich unweit unserer Wohnung befindet. Mit der Buchung unserer FeWo haben wir nämlich auch eine Liftkarte erhalten, im Mietpreis inbegriffen. – Klar, dass bei solch herrlichem Wetter, die Warteschlange an den Kassen lang, war, aber wir durften ja dank des Tickets direkt passieren.

Blick vom Nebelhorn
    Blick vom Nebelhorn

Wir genießen die Bergfahrt bis zur 2. Station Höfatsblick (1.932 m) und legen den Rest des Aufstiegs zur Gipfelstation (2.224 m) und schließlich zum Gipfelkreuz per Pedes zurück. Wir werden mit einem phantastischen Panorama und Weitblick belohnt. – Zurück, wie hoch, also erst einmal wieder knapp 300 Hm abwärts zu Fuß, dann Talfahrt mit der Bergbahn.

Wieder unten angekommen, holen wir unser Gepäck und beziehen die FeWo, eine freundliche kleine, aber gemütliche Wohnung im Obergeschoß (mit Dachschrägen) und ausreichend Platz für uns zwei.

Leider sind sonntags um diese Zeit hier keine Lebensmittelgeschäfte mehr geöffnet, so dass wir für ein paar Getränke lediglich einen Noteinkauf auf einer Tankstelle machen. Dann gehen wir Pizza essen, was aber auch nicht so ganz einfach ist, denn der Ort ist voller Touristen und die Lokale entsprechend belegt. Wir werden trotzdem satt und gehen früh schlafen.

"On Tour" um Oberstdorf
    "On Tour" um Oberstdorf

11. Oktober 2021

Noch immer strahlend blauer Himmel und bestes Fahrradwetter. Brigitte hat eine etwa 55 km lange Einfahr-Route geplant mit ca. 600 Hm. Und schon sind wir unterwegs und genießen den Tag. Viel zu spät, nämlich erst nach knapp 50 km entscheiden wir und für `ne Einkehr. Es gibt u. a. Wurstsalat. – Zurück in Oberstdorf suchen wir ein Café, bzw.  eine Eisdiele. Gar nicht so einfach, denn der Ort ist wieder (oder immer noch?) voller Touristen, die allem Anschein nach, alle ähnliches vorhaben. Endlich ein freier Platz und das ersehnte Eis. Leider haben wir bei der Auswahl „unseres“ Cafés, wie wir später feststellen müssen, die Eisdiele um knapp 50 m verfehlt.

Dann Duschen, Einkaufen, Abendessen, abspannen. – Ein schöner Tag!

12. Oktober 2021

Der Wetterbericht sollte Recht behalten, am frühen Morgen schon strake Bewölkung und kurz darauf Dauerregen. Wir machen es uns in der Wohnung gemütlich, vertrödeln den Tag, entspannen und relaxen. 😊 Natürlich darf am Nachmittag der, bzw. das Café nicht fehlen! Allerdings sind wir mal wieder nicht die einzigen, die diese Idee haben. Nun ja, bedauerlicher Weise sind heute auch noch die meisten Eisdielen heute geschlossen. Wir schaffen es dennoch, zu einem leckeren Stück Kuchen zu kommen ... !

13. Oktober 2021

Breitachklamm
    Breitachklamm

Das Wetter ist heute trüb und es ist kalt. In den Bergen hat es geschneit. Also heute mal nicht aufs Rad, sondern stattdessen `ne Runde Wandern und zwar durch die Breitachklamm. Ist eine wirklich gute Alternative, aber leider hatten wir nicht so ganz alleine diese tolle Idee. Wir reisen per Linienbus an. Schon dieser Bus ist bis auf den letzten Stehplatz gefüllt, oder soll man besser sagen, überfüllt. Egal, so konnten wir uns doch gleich an das gewöhnen, was uns kurz danach vor und durch die ganze Klamm bevorstand. Erst `ne lange Schlange vor dem Kassenhäuschen, dann `ne endlose Schlange durch die Klamm. Zum Glück gibt`s jetzt hier eine Einbahnreglung, ansonsten wäre das Chaos vermutlich perfekt. Stehen bleiben, um ein Foto zu schießen (es gibt nämlich unendlich viele tolle Motive) ist so gut wie ausgeschlossen, es sei denn man nimmt in Kauf angerempelt, oder angemotzt zu werden. – Am Ende der Klamm fächern sich die Weiterwege zum Glück auf und es wird ein wenig einsamer auf der von uns gewählten Variante, nämlich zum Waldhaus. Kurz per Corona App den Impfnachweis geführt und schon sitzen im Lokal oder besser gesagt im Außenbereich des Lokals. Die Bedienung ist fix und den Reibekuchen kann man auch gut essen. – Der Rückweg zur Bushaltestelle ist noch mal recht bergig, aber schön. Auch das Wetter ist jetzt besser geworden. Mit knapp 14 km Wanderung und einigen Höhenmetern sind wir durchaus zufrieden mit diesem radfreien Tag.

Hubertuskapelle
    Hubertuskapelle

14. Oktober 2021

Der Wetterbericht prophezeit, dass der Niederschlag in der Nacht nachlassen und die Sonne sich wieder blicken lassen wird. Allerdings haben wir am Morgen noch Raureif auf den Dächern und draußen – 3°C. Aber als wir gegen 10:30 Uhr auf die Räder steigen, sind wir bestimmt schon im Plusbereich. – Brigitte hat als Ziel das etwa 35 km entfernte Giebelhaus ausgesucht und per Basecamp und GARMIN die Navigation vorbereitet. Los geht`s. Aus Oberstdorf raus ist es auf den ersten Kilometern recht lebhaft, wird aber etwas außerhalb besser, zumal es streckenweise auch sehr gut ausgebaute Radwege gibt. Aber eben nicht flächendeckend. Immer wieder mal müssen wir  halt dann doch wieder auf lebhaft befahrene Hauptstraßen wechseln. Endlich erreichen wir die Auffahrt Richtung Giebelhaus. Von nun an wird es so gut wie autofrei, gut asphaltiert und permanent mehr oder weniger stetig ansteigend. Es rollt, die Sonne lacht und es gibt einen Biergarten vorm Giebelhaus und als Belohnung Kaiserschmarren. Wir essen jeder eine Portion, was eindeutig zu viel war! – Die Rückfahrt ist zunächst `ne echte Downhill-Einlage. Nur der noch immer kalte Gegenwind nervt etwas. Dann Richtung Oberstdorf doch wieder die eine oder andere Steigung und Hauptstraße.  Schließlich nach etwa 70 km sind wir wieder in der FeWo. Wir sind zufrieden mit uns (und dem Wetter).

Giebelhaus
    Giebelhaus

15. Oktober 2021

Und weil`s gestern so schön war, heute noch mal das Giebelhaus: Diese Mal allerdings auf leicht modifizierter Route, nämlich geringfügig länger, dafür mit weniger Höhenmeter. Es rollt wirklich toll. Und schon nach weniger als 10 km die erste Einkehrmöglichkeit. Diese Einladung können wir einfach nicht ausschlagen. Wir sitzen bei herrlichem Sonnenschein im Kaffeegarten und genießen den Tag. – Später dann weiter Richtung Giebelhaus. Zum Glück bemerke ich noch relativ frühzeitig, dass es plötzlich so luftig auf meinem Rücken ist. Ich habe nämlich meinen Rucksack im Café stehen lassen. Also noch mal kurz zurück und dann forsch zum Giebelhaus. Wir sind recht flott unterwegs, sogar bergauf, was sich wenig später a in den Waden bemerkbar macht. – Heute kein Kaiserschmarren, sondern Flädlesuppe. Dann auf bekannter, weniger hügeligen Strecke zurück nach Hause. – Kurz frisch gemacht und Essen gegangen (u. a. Zwiebelrostbraten).

16. Oktober 2021

Das Wetter hält, der Himmel ist blau auf den Dächern Raureif. Heute ist Wandern angesagt und zwar in Österreich, konkret im Kleinwalsertal die Tour Heuberg -> Walmendingerhorn. - Also erst einmal per Bus bis zur Talstation der Heubergbahn (Letze) und aufwärts per Gondel zur Bergstation.   

Von der Bergstation geht es zunächst ein kurzes Stück auf dem oberen Höhenweg Richtung Zaferna. Nach einer scharfen Kurve, führt ein Forstweg über die aussichtsreiche Heubergmulde an die Nordflanke des Heubergs. Bald geht der breite Forstweg in einen naturnahen, alpinen Bergpfad über. ab hier wird`s in einem abschüssigen Bergwald etwas knifflig, da der Pfad heute auch noch nass und glitschig ist. Festes Schuhwerk, Wanderstöcke und sorgfältiges Treten lassen uns diese leicht ausgesetzt Passage aber gut meistern. Im Anschluss führt der Pfad facettenreich auf die Weideflächen der Walmendinger Alpe. Und ab hier dann auch stellenweise Neuschnee.

Das Alpgebiet der Walmendinger Alpe liegt idyllisch und abgeschieden oberhalb des Schwarzwassertales. Die obere und untere Alpe werden durch eine felsig-schroffe Steilstufe getrennt. Weiter geht es also ab hier steiler nach oben. Auf dem festgetretenem Neuschnee ist es ausgesprochen glatt. Uns kommen die ersten Umkehrer entgegen, weil ihnen die "Bobbahn" zu rutschig, zu gefährlich ist. Grödeln wären jetzt die Rettung. Aber leider haben wir keine dabei. Ganz anders eine vierköpfige Gruppe, die gut ausgerüstet ist und demzufolge zügig voran kommt. - Also probieren wir es auch, laufen etwas wie auf rohen Eiern, schaffen aber schließlich sturzfrei den Aufstieg über die Steilstufe. Die letzten Höhenmeter sind dann wieder schneefrei. Kurz darauf mündet der schmale Pfad in den breiten und gut ausgebauten Gipfelanstieg kurz unterhalb des Walmendingerhorns und schon wenige Minuten später ist die Bergstation des Walmendingerhorns auch schon erreicht, wo Gipfelstuba und Hora-Bar zur Einkehr einladen. Wir widersteh der Versuchung und kraxeln erst einmal die letzten paar Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz. - So, und nun endlich Einkehr!

Mit der Walmendingerhornbahn talwärts nach Bödmen 

17. Oktober 2021

Kleine Sonntags-Landpartie durchs dörfliche oder kleinstädtische Umland von Oberstdorf. Herrlichster Sonnenschein, blauer Himmel und Temperaturen so um die 5 - 10 °C, was will man mehr? Je ortskundiger wir werden desto perfekter wird die Routenwahl. Also nicht so doll viele Hauptstraßen und ebenso wenig hohe Berge ;-)  Und schließlich in Sonthofen die perfekte italienische Eisdiele.

... und zum Abschluss gab`s am Abend `ne ordentliche Schweinshaxe! - Lecker ...

18. Oktober 2021

Wir mussten früh raus, da bereits kurz nach sieben Uhr unser Zug in Richtung Nürnberg abfuhr. Vorher halt noch final packen und die FeWo vorschriftsmäßig verlassen. - Der Zug fuhr zwar pünktlich los, hatte aber schon nach wenigen Haltestellen eine Verspätung von mehr als 15 Minuten eingefahren. Bis Nürnberg "schaffte" er es sogar bis auf mehr als 25 Minuten. Somit wurden wir darüber informiert, dass unser Anschluss-ICE in Richtung Hamburg via Berlin leider nicht warten kann. Umso erstaunter waren wir, als besagter ICE trotzdem noch auf dem Nebengleis wartet. Also Endspurt und mitsamt der Räder und dem Gepäck Treppe runter und wieder rauf, um dem Bahnsteig zu wechseln. Prompt startete ich mit den zwei Rädern und Brigitte mit dem Koffer erst einmal in die falsche Richtung längs des ICE`s, denn das Fahrradabteil soll sich am Ende des Zuges befinden. - Laut rief uns die Schaffnerin zu: Andere Richtung! Also kehrt und im Schweinsgalopp mit zwei Rädern und dem Rollkoffer den gesamten Zug entlang, also von Wagen zwei bis Wagen 11. Schweißgebadet und atemlos sprangen wir in den Waggon und der Zug fuhr los. - Da ist die Tatsache, dass sich praktischerweise unser Abteil mit den unseren reservierten Plätzen exakt am anderen Ende des Zuges befand, eigentlich schon fast zu vernachlässigen. ...

 

Demnächst mehr, vor allem noch die graphische Darstellung der Touren,ein paar Bilder und eine Zusammenfassung.