Fahrrad-Trekking in den USA 2014

Drucken

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

 

Palm Springs, Salton Sea, Joshua Tree National Park, Mojave National Preserve, Death Valley, Las Vegas, Lake Mead, Valley of Fire, Zion Nationalpark, Antelope Canyon, Grand Canyon, Monument Valley, Mesa Verde, Arches Nationalpark, Natural Bridges, Lake Powell, Capitol Reef, Kodachrome Basin, Bryce Canyon, Cedar Breaks, HWY 50 (The lonliest Road in America), Pony Express, Sierra Nevada, Pacific Coast Route, Redwood National Park, San Francisco.

Unser Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad, unser Wunsch ist: Rumkommen...

 

 

 

 

 

 

Vorwort

Reisetagebuch 

- Palm Springs -> Las Vegas

- Las Vegas -> Grand Canyon

- Grand Canyon -> Moab

- Moab -> Cedar City

- Cedar City -> Sacramento

- per Bahn/Bus: Sacramento -> Astoria

- Astoria -> Crescent City

- Crescent City -> San Francisco

Pannen ...

Karpaltunnelsyndrom

Resümee

Statistik

Weitere Bilder in der Gallery

 

Vorwort

Seit nunmehr ca. fünf Jahren (Brigitte hatte ein Sabatical angemeldet) bereiteten wir uns darauf vor, für etwa ein Jahr lang weitere Teile der Welt (per Pedes, vorwiegend aber wohl mit dem Fahrrad) kennen lernen zu wollen. Zahlreiche Vorbereitungen und alternative Touren haben dazu beigetragen, dass wir meinen, über ausreichend Routine und Erfahrung zu verfügen, uns auf weitere "Abenteuer" einlassen zu können. Unsere erste Reise ging von Juli - Oktober 2013 per Fahrrad zum Nordkap. Die ersten 4.300 Kilometer hatten wir hinter uns. Dann folgte (Mitte Nov. 2013 - Mitte Feb. 2014) eine dreimonatige Rundreise auf Neuseelands Nordinsel und somit weitere knapp 3. 000 km.Jetzt haben wir den dritten und letzten Teil unseres Jahresurlaubes angetreten und sind dabei, mit dem Fahrrad den Südwesten der USA (Nationalparks) zu erkunden, bis schließlich Brigitte zum WS 2014/15 wieder zu ihrer Arbeitsstelle zurückkehren musste.

Da wir eine gewisse Vorliebe für das world wide web und Satellitennavigation nicht leugnen können und ich auch ansonsten etwas technikverliebt bin, haben wir auch dieses Mal wieder ein aktuelles Online-Tagebuch geführt und über unsere Reise in Wort und Bild berichtet.

Gestartet sind wir am 25. März 2014, um schließlich am 12. Aug. 2014 wieder in Berlin zu landen. Zielflughafen war Palm Springs, Kalifornien. Von dort aus radeln wir nach Las Vegas, erkunden anschließend das Land der Canyons und begeben uns dann auf den Spuren des Pony Express, Richtung San Francisco, Kalifornien. In San Francisco wird unsere Amerika-Tour dann enden. - Die Flugtickets sind gekauft, wir wie immer natürlich in unserem Stammreisebüro Ehlert GmbH & Co., wo sonst?

Bis zum Start war noch viel zu erledigen. Das fing an beim Instandsetzen und teilweisem Ergänzen des Equipment (sämtliche Ritzel, Bremsklötze, Tretlager, Kette, Mäntel, Lenkergriffe, etc. neu) und hörte bei der Erledigung der ehrenamtlichen Verpflichtungen beim AlpinClub Berlin und beim Landesverband Berlin des DAV auf, oder umgekehrt! - Jetzt sind wir unterwegs ...

04. März 2014

USA Prepaid SIM-Karte (Datenkarte) sowie ein neuer mobiler WiFi Hotspot von HUAWEI sind bestellt (erforderlich, will die Amis auf einer anderen Frequenz "funken"), die ersten drei Übernachtungen im HotelThe Monroe Palm Springs“ in Palm Springs sind reserviert ebenfalls die erste Übernachtung im Zelt auf dem Campground SALTON SEA SRA.

21. März 2014

Beginn der sog. „heißen Phase“, soll heißen, dass wir jetzt mit dem Packen angefangen haben. Ein wenig Hektik, aber eigentlich doch sehr viel Routine. Zur Verfügung stehen uns pro Person vier Fahrradpacktaschen (zwei Back-Roller und zwei Front-Roller), sowie die zwei Lenkertaschen und ein Rack Pack, quasi das komplette ORTLIEB-Sortiment, wenn auch schon ganz schön in die Jahre gekommen und teilweise geflickt.

Jeder von uns darf als Fluggepäck lediglich ein Gepäckstück aufgeben, zusätzlich etwas Handgepäck (Lenkertaschen und ein Front-Roller). Die Fahrräder gehen extra (ca. 150 $ pro Rad pro Richtung). Folglich verteilen wir unsere prall gefüllten Packtaschen auf zwei große Beutel - wobei wir auf das Gesamtgewicht achten müssen – verschnüren das Ganze mit Packriemen, hängen einen Adressanhänger dran und legen diesen „Haufen“ dann beim Einchecken etwas verschämt auf das Förderband.

Dann beginnt meist schon das erste echte Reiseabenteuer. Die angemeldeten Fahrräder müssen zu einem Sonderschalter für Sperrgut gebracht und dort durchleuchtet werden. Man müsste meinen, dass das eigentlich kein Problem sein sollte, aber weit gefehlt! – In acht von zehn Fällen passt das Rad nämlich nicht durch den Röntgenapparat und die dann meist überforderte Abfertigungskraft muss improvisieren. Aber da sind nach unseren leidlichen Erfahrungen die meisten Mitarbeiter vom Bodenpersonal schlicht überfordert. Das wiederum führt spontan zu einem unwirschem „es geht nicht“ und kurz darauf häufig zur (aggressiven) Ratlosigkeit. Über das, was dann oft folgte, werde ich in meinem späteren Leben mal ein paarKurzgeschichten schreiben, muss dabei aber aufpassen, dass ich anschließen von den Fluggesellschaften nicht wegen Rufschädigung belangt werde. Es gab bei unseren vielen „Fahrrad-Flugreisen“ bisher aber immer eine rühmliche Ausnahme: Berlin-Tegel (die besitzen nämlich ein großes Röntgengerät) und machten bisher immer eine völlig entspannten Eindruck. Hoffen wir am Montag – wir wollen schon am Vorabend unseres Abflugs einchecken – also wieder auf besagte rühmliche Ausnahme!

24. März 2014

Check in erfolgreich und vor allen Dingen ohne jedes Problem (bei den Fahrrädern)! - "Die" in Tegel sind einfach die Besten! Um 04:00 Uhr ist die Nacht zu ende, um kurz nach 06:00 Uhr starten wir (zunächst nach Frankfurt) ...

 

REISETAGEBUCH

Palm Springs -> Las Vegas

25. März 2014

Die Anreise verlief planmäßig. Alle Flieger waren pünktlich, Die längste Etappe (Frankfurt – Los Angeles) hatten wir eine Dreierreihe ganz für uns allein, so dass das Platzangebot recht komfortabel war. Von LA bis Palm Springs flogen wir mit einer winzigen Propellermaschine (ca. 35 Passagiere) und durften uns kurz vor dem Ziel wegen heftiger Winde noch mal so richtig wachrütteln lassen, was nach etwa 20 Flugstunden (einschließlich Umstiegs-Pausen) durchaus hilfreich war. Auch ein passendes Großraumtaxi war schnell gefunden und der Transfer zum Hotel perfekt. – Wir hatten sogar noch den Nerv, `ne Kleinigkeit essen zu gehen. In Palm Springs ist es zurzeit so um die 25 °C warm, es weht ein heftiger Wind und bringt jede Menge Staub und Sand aus der (wüsten) Umgebung mit.

26. März 2014

Das mit dem Schlafen - bedingt durch 8 Std. Zeitverschiebung und laufender Klimaanlage (es wäre sonst viel zu warm im Zimmer gewesen) war so `ne Sache, aber na gut ...

Üblicherweise bieten hier die Hotels eher kein Frühstück, allerdings kooperiert "unser Haus" mit einer unweit entfernten Speisegaststätte, so dass wir doch zu unserem ersten Amerikanischen Frühstück kamen.

Anschließend machten wir die Räder klar (sie hatten keine neuen Transportschäden!), suchten mit selbigen die Touristeninformation auf und kauften anschließend Benzin. Für diese kleinen Aktionen sind wir sage und schreibe 26 km geradelt! - Der Ort ist enorm weiträumig angelegt, hat sehr breite Straßen und phasenweise durchaus lebhaften Verkehr. Ohne Auto (oder Fahrrad?) scheint hier ein Leben gar nicht organisierbar zu sein; ein Zustand, an den ich mich langsam erst gewöhnen muss. Noch bin ich nicht so richtig im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen. Nun gut, wir haben ja noch etwas Zeit ...

27. März 2014

Schon etwas besser geschlafen. - Nach dem Frühstück radeln wir ein paar Kilometer bis zum nächsten Walmart und kaufen Proviant für drei Tage sowie einige Basics (Salz, Süßstoff, Feuerzeug, etc.), denn morgen früh soll`s dann endlich los gehen.

Zugegeben, mir ist noch etwas mulmig bei den vermeintlichen Perspektiven: Hitze, Wind, Wasserknappheit, Staub, Sand, Wüste, lange Distanzen u.v.m.. Aber vielleicht geht`s ja auch viel besser, als befürchtet. In mehreren Etappen wollen wir zunächst nach Las Vegas fahren und auf dem Weg dorthin den Joshua Tree NP und Mojave NP "mitnehmen", dann sehen wir weiter ...

Am Nachmittag sind wir in Palm Springs (downtown) bummeln gegangen, natürlich nicht ohne Marilyn Monroe einen kurzen Besuch abzustatten ;-)

Die (An)Spannung steigt!

Erste Etappe

or Map

28. März 2014

Wir haben die ersten ca. 90 km hinter uns, liegen im Zelt und sind relativ platt. Ganz so hatte ich mir das mit dem Verkehr eigentlich nicht vorgestellt, Brigitte vermutlich auch nicht. Aus Palm Springs raus sind wir lange Zeit auf dem Seitenstreifen von bis zu vierspurigen Ausfallstraßen gefahren und "erlebten" heftigen Verkehr. Ein Lob schon gleich hier auf die Brummifahrer, sie versuchen meist sogar die Spur zu wechseln, wenn sie uns überholen, jedenfalls dort, wo Platz ist. Ansonsten hielten sie aber auch gebührenden Abstand beim Überholen.

Unser Navi spielte uns leider eine Streich und lotste uns auf eine Straße, die es gar nicht (mehr) gibt. Die Folge war, dass wir teilweise zurück und dann entlang dem stark frequentierten Highway 111 radeln mussten. So etwa bei km 80 war bei uns so ziemlich die Luft raus. Um uns herum Wüste, vor uns schnurgerade mehrspurige Straßen. Wir kämpften uns förmlich durch bis zum Zeltplatz am Salton See. Auch hier Desert, aber auch eine Dusche und fließend Wasser (oder Umgekehrt).

29. März 2014

Das Thermometer steht auf 37 C, wir stehen schwitzend und schnaufend am Eingangsportal des Joshua Tree Nationalparks (ca. 500m). Schon seit Stunden geht es kontinuierlich aufwärts (wir sind auf Meereshöhe gestartet), anfangs recht moderat, jetzt, nachdem wir die Interstate via Brücke gequert hatten, wurde es merklich steiler, staubiger und trockener. Nicht nur unsere Kräfte, nein auch unsere Wasservorräte schwanden (und auch ein wenig unsere Moral). Da half es auch nur wenig, dass unsere Blicke immer wieder abgelenkt wurden von einer Landschaft, wie wir sie bisher allenfalls aus Südamerika kannten. Sandiger, staubiger Boden und ab und an meist stachelige Vegetation und dann auch die ersten Joshua Trees (Yucca Palmen, Palmlilien).

Wir kämpften uns in Etappen von 50 Hm weiter die Rampe hinauf, wissend dass unser Campingplatz erst auf ca. 975 m Meereshöhe lag. Etwa hundert Hm vor dem Platz kam uns ein Ranger per Auto entgegen (wir saßen gerade am Straßenrand) und riet uns, uns sehr zu beeilen, denn auf dem Campground seien momentan nur noch sieben Plätze frei und es herrsche wegen des guten Wetters rege Nachfrage.

Wir mobilisierten buchstäblich die letzten Kräfte und erreichten schließlich völlig ausgelaugt, den Campingplatz „Cottonwood“, ein Platz, der als Komfort fließend Wasser und ein Toilettenhäuschen für die Allgemeinheit, sowie ein Tisch mit Bank und eine Feuerstelle pro Stellplatz bot. - Es hat lange gedauert, bis unser Zelt zwischen stacheligen Sträuchern auf dem Sandboden stand …

30. März 2014

Es hatte in der Nacht begonnen u stürmen. Wir waren uns im Klaren darüber, dass wieder eine schwierige Etappe vor uns lag Etwa 500 Hm downhill und danach gut 600 Hm wieder hoch und das alles bei permanent heftigen Gegenwind. Der Vorteil vom Wind war allerdings, dass wir die Hitze nicht so spürten. Wir hielten immer wieder an, um diese einmalige Landschaft zu bewundern, aber auch immer wieder, um den Kreislauf wieder etwas runter zu bringen.

Endlich hatten wir die höchste Stelle (ca. 1.200m) erreicht und es begann eine stürmische Abfahrt. Fast nur geradeaus und immer noch steil genug, um vom Gegenwind nicht gestoppt zu werden.

Twenty Nine Palm lag endlich vor uns, jedoch fuhren wir eher am Ort vorbei, denn der Campingplatz liegt ziemlich weit außerhalb. Jetzt nur noch das Zelt aufstellen, duschen und nur noch relaxen. Doch weit gefehlt, auf diesem riesigen Platz parkt man lediglich seine Monster-Wohnmobile ein, ein kleines Plätzchen für ein Zelt, womöglich noch Rasen, ist einfach nicht vorgesehen. Und das Zelt irgendwo im Kiesbett aufzustellen, dazu hatten wir wirklich keine Lust. Die Alternative war eine Hütte, die wir schließlich dann auch bezogen.

Das Land ist mir immer noch fremd, die Distanzen, the way of life, das Klima, die Art zu Campen, die Mentalität. Aber gerade das war ja auch der Grund hierher zu reisen, eben um all das kennen (und ggf. lieben?) zu lernen. - Wir machen einen Pausentag

31. März 2014

Im Bett schläft es sich auch ganz gut, auch wenn es nachts doch recht kühl wird. Unsere Weiterfahrt gestaltet sich schwieriger als erwartet, denn die Distanzen sind lang, das Wasser (in der Wüste) knapp und Einkehrmöglichkeiten gibt es so gut wie gar keine. Wir prüfen verschiedene Alternativen, sind uns aber eigentlich nur über die nächste Etappe bis Amboy wirklich einig. Hier treffen wir auf die berühmte Route 66, ein Streckenabschnitt, der wegen eines nahen Highway-Neubaus so gut wie nicht mehr befahren wird. Aber das ist dann auch schon das Problem: Keine Autos, kein Umsatz. Die Menschen haben die Gegend verlassen (und wir sind Neese).

Ab Amboy gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Reise Richtung Norden (Mojave National Preserve, Las Vegas) fortzusetzen, aber immer gibt es kein Wasser, hohe Berge (bis 1.400m) und lange Streckenabschnitte (so um die 100 km). Die Windstärke wird für die nächsten Tage immer mit „4“ angegeben.

Wir haben kurz die Touristeninformation in Twentynine Palm aufgesucht – was nicht allzu viel gebracht hat – und schließlich den (einzigen?) Supermarkt einer ca. 35.000 Einwohner zählenden Stadt. Dazu mussten wir hin und zurück insgesamt etwa 20 km radeln. – Dieses „Nest“ ist unheimlich flächig gebaut, hat kein wirkliches Zentrum, dafür aber viel Militär! – Ich liebe Amerika immer noch nicht ;-)

01. April 2014

Sind nach etwa 75 km Fahrt durch die Mojave-Wüste tatsächlich jetzt an der legendären Route 66 angekommen, konkret in Amboy und hier bei Roys Motel. Letzteres ist allerdings nur noch ein Relikt aus besseren Zeiten (hat jetzt allenfalls Denkmalstatus), denn es gibt lediglich noch `ne Tanke und ein paar Getränke.

Man hat uns eine der vielen (verfallenden) Hütten zum (kostenfreien) Übernachten angeboten, was wir dankend annahmen, obwohl unser Quartier mehr als baufällig ist, aber immerhin noch ein heiles Dach hat. Die Alternative wäre ein primitiver Campground ohne Wasser gewesen Nach dem Sturm der vergangenen Nacht, dann also doch lieber in die Baracke.

02. April 2014

Wir haben die vorhandene (mistige) Matratze verschmäht und stattdessen auf unseren Isomatten auf dem Fußboden geschlafen. D. h. genau genommen war es eher ein ständiger Wechsel zwischen aufwachen und wieder einschlafen, denn Roy`s Motel & Café liegt auch direkt an einer stark frequentierten Güterzugstrecke. Unweit entfernt gab`s einen beschrankten Bahnübergang und jeder Zug, der die Straße querte, hat mindestens viermal sehr lautstark gehupt. – Apropos Güterzüge, da passierten tatsächlich Züge mit 160(!) Waggons und fünf Lokomotiven (drei vorne, zwei hinten).

Kurz nach sieben hatten wir gepackt, an der Tanke noch rasch einen Kaffee getrunken und sind dann auf der 66 der aufgehenden Sonne entgegen geradelt. Das Route 66-Vergnügen währte allerdings nur rd. 7 km, dann bogen wir ab Richtung Mojave National Reserve. Vor uns lagen ca. 1.000 Hm, etwa 125 km kein Wasser und natürlich meist Gegenwind. Ein entgegen kommendes Auto stoppte, ein Pärchen stieg aus und bot uns Wasser an. Vielleicht ändere ich meine Meinung bzgl. der Amis doch noch.

Endlich oben, rollten wir bis Kelso Depot, einem mitten in der Wüste aus eisenbahnstrategischen Gründen errichteter Bahnhof, der heute für die Bahn ohne Bedeutung ist. Vor dem drohenden Verfall gerettet, beherbergt er seit 2005 das new visitor center for Mojave National Preserve. Eigentlich kann man hier auch Wasser kaufen, außer am Mittwoch und am Donnerstag, da bleibt hier nämlich alles geschlossen.

Wir sind bei jetzt ziemlich schlechtem Wetter noch etwa 2 km Richtung Baker gefahren und haben dann das Zelt etwa 150 m vom Straßenrand entfernt, in der Wüste aufgestellt. – Gut dass wir wassermäßig vorgesorgt hatten.

03. April 2014

Die Nacht war kalt und ungewohnt ruhig (und etwas staubig). Mit den ersten Sonnenstrahlen brachen wir auf, machten gleich wieder 500 HM und rollten dann fast 30 km bis Baker, einem Ort, der nur aus Tankstellen, zwei Shops und einem in die Jahre gekommenen Motel besteht. Wir entschieden uns dennoch für das Motel. Allein schon der Gedanke an eine warme Dusche reichte aus, alle weiteren Bedenken aus dem Weg zu räumen.

04. April 2014

Noch rasch einen (sehr dünnen) Kaffee an der Tanke, dann saßen wir – noch vor acht Uhr - wieder auf den Rädern. Vor uns lag ein Abschnitt mit mehr als 90 km sowie einem Berg, höher 600 m. – Petrus meinte es heute sehr gut mit uns. Es war bewölkt und der Wind blies vorwiegend von hinten. Es rollte einfach, selbst der Berg war schnell passiert.

Dann lag das Death Valley vor uns. Die ersten Eindrücke waren eher abstoßend. Sand, nichts als Sand und natürlich Dünen. Nicht mehr weit bis Shoshone. Und tatsächlich, eine kleine Oase, mitten in der Wüste. Hoffentlich gibt es noch einen freien Zeltplatz! – Wir haben Glück und ergattern das letzte Stück Zeltwiese, wirklich Wiese und was noch viel besser ist, `ne warme Dusche. – Die Lebensgeister kehren wieder. Wir gehen im General Store shoppen. Es gibt hier tatsächlich nur das Allernotwendigste. Für uns reicht`s.

Die Einladung zur Geselligkeit am Lagerfeuer schlagen wir aus, wir sind müde …

05. April 2014

Auch hier wird es nachts noch immer recht frisch, dafür aber windstill. – Bis die ersten Sonnenstrahlen das Zelt erwärmen, bleiben wir heute in den Schlafsäcken, wir haben nämlich einen Pausentag beschlossen.

Im Wesentlichen ging es heute darum, die nächste lange Etappe (120 km) durch das Death Valley vorzubereiten, bzw. zu planen. Wieder gibt es bis Furnace Creek kein Wasser und auch sonst keinen Service. Dafür gelangen wir aber zum tiefsten Punkt Nordamerikas (- 85,5 m).

06. April 2014

Wir haben die Räder mit reichlich Wasser (13 Liter) beladen, da es auf den nächsten 120 km absolut keinen Service, folglich auch kein Wasser gibt und wir zumindest eine Übernachtung mit einplanen mussten. – Gleich hinter Shoshone beginnt es zu steigen, vor uns liegt ein 1.010 m hoher Pass. Das Hinweisschild am Abzweig nach Furnace Creek „No Service 72 Miles“ flößt einem dann doch schon einigen Respekt ein, zumal es anfing richtig heiß zu werden.

Die Abfahrt von der Passhöhe bis in die Talsohle des Death Valley, also bis unter Sealevel genossen wir – trotz aufkommendem Gegenwind – noch. Unten angekommen zeigte das Thermometer bereits 40 °C bei heftigem Gegenwind und es sollte noch wärmer werden. Die Reststrecke bis Furnace Creek betrug von hier aus noch etwa 70 km. Bei dieser tropischen Hitze und ohne jeglichen Schatten irgendwo im Sand, denn nicht viel anderes gab es hier, das Zelt aufzustellen, verkniffen wir uns. Zum Glück war die Strecke jetzt relativ flach, schlängelte sich am Ufer ausgetrockneter Seen entlang, wäre da nur nicht der Gegenwind und die mörderische Hitze gewesen. Mitten auf der Fahrbahn wartete plötzlich ein Coyote auf uns, den wir laut klingelnd vertrieben. – Es war bereits später Nachmittag, als wir nach unsäglichen Strapazen endlich den tiefsten Punkt Nordamerikas „Badwater Basin“ mit einem Niveau von 85,5 m unter dem Meeresspiegel erreichten. Jetzt „nur noch“ gut 25 km und Furnace Creek sollte vor uns liegen.

Geschafft, nach etwa 120 km lag ein tolles Hotel direkt in der Abenddämmerung vor uns. Es gab sogar noch ein freies Zimmer, allerdings ohne Aussicht. Dafür sollte es „nur“ knapp 400 $ kosten. Frustriert zogen wir weiter und suchten den Campingplatz hinter dem Visiter Center. Es war jetzt dunkel, wir hatten nichts reserviert, glücklich fanden wir einen freien Platz und bauten auf.

Nahe des NP-Campground – Toiletten und Trinkwasser – gab es noch die Furnace Creek Ranch, ebenfalls ein Touristenquartier, aber mit Zimmern schon ab 160 $. Dort gab es einen Pool und warme Duschen. Wir gönnten uns gegen 21:00 Uhr für 10 $ noch zwei Eintrittskarten. – Es wird hier im Valley nachts nicht wirklich viel kälter, wir schliefen, wenn auch schwitzend, dennoch rasch ein.

07. April 2014

Pausentag, aber erst mal wieder das Zelt abbauen, denn für den Platz, den wir nachts auserkoren hatten, gab`s natürlich `ne Voranmeldung. Also zogen wir auf dem Hartplatz um. – Es sollte noch wärmer als am Vortag werden Das Thermometer am Visiter Center zeigte schließlich 102 °F. Wir besichtigten immer wieder die Ausstellung im gut klimatisierten Visitor Center und retteten uns irgendwie – permanent schwitzend – über den Tag.

08. April 2014

Weiterfahrt nach Death Valley Junction, also nur etwa 50 km Strecke. Allerdings mussten wir von etwa – 50 Hm auf gut 900 Hm, ehe es abwärts zur Kreuzung rollte. Unser Etappenziel ist das Amargosa Opera House und Hotel, ein gewaltiger Name für einen inzwischen sehr, sehr einfachen Ort, der seine Blütezeit hatte, als man hier Borax abbaute und verarbeitete! - Heute eher ein Museum, ein langsam verfallendes Motel ...

09. April 2014

Wir wollen die morgentliche Kühle ausnutzen und brechen entsprechend zeitig auf. Es beginnt sofort sanft zu steigen, aber nur ca. 300 HM, dann leicht abwärts bis Pahrump. Nach 50 km - zwischenzeitlich haben wir Kalifornien verlassen und sind nach Nevada eingereist - sind wir am Ziel, leider noch etwas zu früh zum Einchecken im Best Western Hotel.

Pahrump ist wieder eine dieser weit zersiedelten amerikanischen Kleinstädte ( eine Stadt an der Grenze zu Kalifornien im Nye County im US-Bundesstaat Nevada. Im Jahr 2000 hatte sie 24.631 Einwohner, im Jahr 2007 37.928 Einwohner auf einer Fläche von 771,5 km²), die es mir als Fußgänger fast unmöglich machen, auch nur einen winzigen Teil der Geschäfte zu erlaufen. Ohne Auto biste hier einfach nix!

Der Komfort im Hotel versöhnt rasch und die Pizza zum Abendessen ist mal wieder viel zu groß!

10. April 2014

Nach mühevoller Überwindung eines fast 1.700 m hohen Huckels, ging`s downhill via Las Vegas. - 10 km durch den Feierabendverkehr waren eine echte (weitere) Herausforderung! Wieder haben wir Quartier bei Best Western bezogen, denn das Preis / Leistungsverhältnis stimmt. - Wir werden vier Nächte bleiben und uns Las Vegas (ohne Fahrrad) antun. - Wir sind jetzt insgesamt gut 800 km geradelt.

Zur Feier des Tages gab`s ein wirklich gut gegrilltes, saftiges Steak!

11. April 2014

Mit dem ÖPNV von Las Vegas vertraut gemacht, Fahrradhelm gekauft, bei AT&T `ne SIM- und Prepaidkarte erworben und schließlich zum berühmten "Stripe" (Las Vegas Blvd. S.) gefahren. - Es ist einfach unbeschreiblich und von mir auch nicht in Worte zu fassen, was da ab geht! Auf etwa 6 km Länge existiert eine Traum- und Casinowelt (riesige, klimatisierte Spielhallen mit hunderten chromblitzender Spielautomaten, Spieltischen und Gastronomieeinrichtungen), wie wir sie uns auch nicht nur annähernd hätten vorstellen können. Nachbauten vieler berühmter Orte dieser Welt (Venedig, Eifelturm, New York, Arc de Triompe, u. v. m.) sind ebenso beeindruckend wie die riesigen Spielcasinofassaden, Hotels und Reklameschilder. Bricht die Nacht herein, kann man sich gar nicht satt sehen an den vielen Leucht- und Lichtreklamen, ganz zu schweigen von den Massen an flanierenden Menschen jeder Couleur. - Wir müssen das erst mal nachwirken lassen und verarbeiten ...

12. April 2014

Und heute Abend ging`s nach downtown, einer weiteren Amüsiermeile von Las Vegas. Unter einem mehrere Blöcke langen Glasdach (Lightshow) drängen sich wieder alle möglichen Casinos, Showbühnen, Bars und natürlich Kleindarsteller in bunten Kostümen (oder auch nur sehr spärlich bekleidet), mit vielfältigen Aktionen. Reichlich Polizeipräsenz (auch per Fahrrad) sorgt stets dafür, dass man sich dennoch sicher fühlt.

Wir haben einige Zeit das "Innenleben" einiger Casinos studiert - ohne selbst Geld oder Jetons in die Hand zu nehmen - sind aber weder den Regeln noch den Gründen für die (Spiel)Leidenschaft auf die Spur gekommen. Unsere Welt ist das wohl eher nicht ...

Wirklich gut und lecker gegessen haben wir in einem chinesischen Lokal, welches wir beim Umsteigen in eine andere Buslinie "entdeckt" hatten. Es gibt also auch Alternativen zum allgegenwärtigem Fastfood!

13. April 2014

Wir bereiten die Weiterreise vor, kaufen ein und relaxen noch mal ein wenig. Irgendwie fällt uns der Abschied von Las Vegas nicht wirklich schwer. Es war auf jeden Fall ein "must see", es war warm, es war gemütlich in unserem Hotel, ebenso wie im Steakhouse nebenan, es macht aber auch Spass, jetzt wieder weiter zu radeln ...

Las Vegas -> Grand Canyon

Zweite Etappe von Las Vegas bis zum Grand Canyon

From Address: To:
or Map

14. April 2014

Wir benötigen mehr als zwei Stunden, bis wir endlich die Stadtgrenze von Las Vegas erreicht haben. Wieder in der Wüste durften wir auch gleich `nen Berg hoch quälen.

15. April 2014

Callville Marina bis Valley of Fire. 1.200 Hm bei knapp 76 km. Der Tag war mehr als anstrengend. Das schlimmste daran aber ist, dass bei dem von uns gewählten Campground Arch gilt: First Come, First Serve und die Anzahl der Stellplätze ist sehr begrenzt. In der Praxis bedeutet das für uns, dass wir uns im Wettbewerb mit den Autotouristen befinden. Ein sehr ungleicher "Kampf". - Wir strampelten uns fast die Lunge raus, nur um noch einen Platz zu erwischen, während die lieben Autofahrer völlig entspannt an uns vorbei rauschte.

Liebe Amis, dieses Prinzip ist mehr als diskriminierend für uns Fahrradtouristen!!!

16. April 2014

Ausschlafen und dann Sightseeing. Schon unser Campingplatz (Arch Rock) lag traumhaft schön eingebettet in einem Kessel, umgeben von Felsformationen, wie man sie evtl. ansatzweise auch im Elbsandstein findet. Auswaschungen haben dazu geführt, dass es eine Vielzahl wirklich beeindruckender Felsgebilde mit Löchern und Höhlen gibt. - Wir schwangen uns auf die jetzt unbeladenen Räder, fuhren etwa 5 km zurück und bogen neben dem Visiter-Centrum ein, fuhren Richtung White Domes um dort u. a. die Fire Wave zu besichtigen.

Zurück auf dem Campingplatz bereiteten wir unser Abendessen und besuchten auf einen Plausch unsere deutschen Nachbarn Michael und Henny. Zwei äußerst sympatische Weltreisende mit bestem Equipment. Viel Spass und Freude Euch beiden noch!

17. April 2014

Wir sind früh auf den Rädern, denn es liegt ein langes Stück Weg vor uns. Noch ein paar wehmütige Blicke über die Schulter, dann versinken die bizarren Berge und Landschaften des Valley of Fire im Dunst und wir steuern zunächst mal Overton an. Kurze Rast und ein paar Kleinigkeiten eingekauft - ich stand wie üblich vorm Laden und bewachte die Räder und - und wir erhielten tatsächlich von einem einheimischen Paar eine Einladung zu kalten Getränken, bzw. zum Duschen. Wir lehnten zwar dankend ab, freuten uns aber dennoch riesig über diese gastfreundliche Geste.

Jetzt wurde es wirklich spannend, denn die nächsten etwa 40 km mussten wir Autobahn fahren und zwar auf dem Randstreifen. Das ist hier zulässig, sofern es keine wirklichen Radweg-Alternativen gibt. Uns war ganz schön mulmig, aber es lief eigentlich viel besser als befürchtet.

Gegen 15:00 Uhr erreichten wir nach knapp 100 km Fahrt Mesquite, unseren (Motel)Schlafplatz. Es ist sehr, sehr warm hier ...

18. April 2014

Superleistung! - Wir sind heute morgen in Nevada gestartet, waren kurz darauf in Arizona und einige Kilometer später in Utah! Und das mit dem Fahrrad und einem Anstieg von insgesamt etwa 1.000 Hm! - Wir sind stolz auf uns :-)

Jetzt liegen wir müde im Zelt auf einem RV Park (Temple View RV Resort) in St. George. Es ist ein riesiger Platz mit noch mehr Wohnmobilen, bzw. Wohnwagen (Osterfeiertage!) und nur einem einzigen Zelt ;-)

19. April 2014

Wir haben den Zion Nationalpark in Utah erreicht. Unser Zelt steht jetzt für drei Tage auf einem landschaftlich sehr eindrucksvoll gelegenen Zeltplatz in Springdale. Zur Zeit ist überall die Hölle los, auch auf den Straßen. Ganz Amerika scheint über Ostern Campingurlaub zu machen ...


20. April 2014

Der heutige Besuch im Zion Nationalpark war wirklich eindrucksvoll. Es gibt im ganzen Park so gut wie keinen Individualverkehr, stattdessen kostenfreien Busshuttle. Vorbildlich. Wir haben uns eine etwas anspruchsvollere Bergtour (mit einigen ausgesetzten Passagen) ausgesucht und mussten von Zeit zu Zeit auch schon mal die Hände zur Fortbewegung zur Hilfe nehmen.

Dann begann unsere Glückssträhne; wir kauften zwei hervorragende Ribeye-Steaks, fanden einen verlassenen, aber noch betriebsbereiten, heißen Holzkohlegrill, daneben ein paar Steckdosen für unsere Geräte und schließlich auch noch ein leistungsstarkes Wifi. - Frohe Ostern!

21. April 2014

Und noch einmal ging`s heute via Busshuttle in den Zion Nationalpark. Es ist nicht mehr ganz soviel Betrieb wie am Ostersonntag, da der Ostermontag hier eher kein Feiertag ist. Außerdem kostet es heute - im Gegensatz zu gestern - wieder Eintritt.

Wir haben uns für einen der Highlights des Parks entschieden, nämlich für die Narrows, einen Weg, den man vorwiegend im Wasser laufend absolvieren muss/kann. Links und rechts zig Meter hohe senkrechte Felswände und zwischendrin die besagte Schlucht. - Wir sind etwa eine Stunde stromaufwärts im Wasser den Bottem-up Hike gelaufen, dann zogen wir es vor, wieder den Rückweg anzutreten.

Der Zionpark ist bisher das beeindruckteste, was wir bisher gesehen und erlebt haben, da stört es auch kaum, dass unser Zelt zum Sammelplatz unzähliger Raupen geworden ist. - Wir werden morgen weiter ziehen ...

22. April 2014

Unsere Weiterreise nach Kanab (Little Hollywood) verlief heute etwas ungewöhnlich. Zunächst mussten wir einen Kleinbus chartern, da der Zion-Mt.-Carmel-Tunnel für Radfahrer und Fußgänger gesperrt ist. Eigentlich schade. denn die Landschaft die bei dem Anstieg auf etwa 1.800 m passiert wird, ist einfach grandios! - Nun gut, so waren wir relativ flott auf dem ersten Paß des Tages und mussten "nur noch" etwa 50 km bis Kanab radeln. Kaum dass wir die rasante Abfahrt richtig genießen konnten, folgte der nächste gut 1.850 m hohe Pass. Dann endlich Abfahrt Richtung Etappenziel, bis etwa 8 km vorher eine Baustelle angekündigt wurde. Auch diese durften wir nicht per Rad befahren. Das Ampelmännchen informierte per Funk den Pilotcar, auf welchem dann unsere Räder nacheinander verladen und wir 6 km durch die Baustelle kutschiert wurden.

In Kanab angekommen, fanden wir auch rasch unseren reservierten Campingplatz, reparierten noch kurz die Schaltung von Brigittes Rad und begaben uns schließlich auf eine erste Entdeckungsreise in den Ort, der für sehr sehr viele Western Kulisse war. Wir werden noch einen weiteren Tag hier verbringen.

23. April 2014

Es ist nachts erstaunlich frisch, um nicht zu sagen, kalt geworden. Auch tagsüber blieben die Temperaturen eher unter 20 °C. - Wir haben unseren Pausentag genutzt, u. a. um uns mal `ne typische amerikanische Kleinstadtidylle anzutun. Kanab mit etwa 6.000 Einwohnern setzt ein wenig auf Tourismus und hat demzufolge auch einiges an Geschäften und Gastronomie vorzuweisen. Allerdings fehlt, wie so oft, irgendwie ein Stadtzentrum. Es ist alles ehr flächig und weiträumig bebaut. Uns hat der Ort dennoch gefallen, vielleicht schon deswegen, weil man hier (als Tourist) auch mal wahr genommen wird.

24. April 2014

Es war schon wieder recht kalt in der Nacht. Nun gut, wir sind auf 1.500 m! - Wir kommen gut aus Kanab raus und "erklimmen" auf der 89 noch gemütlich (bei Gegenwind) die 1.760m, dann geht`s mehr oder weniger abwärts, bis wir nach gut 60 km zur Paria Adventure Ransch abbiegen. Kurz vorher treffen wir noch den "Worlbiker" Andreas Wobik und tauschen Erfahrungen und Erlebnisse aus. Wir wünschen ihm, dass er sein Ziel "5 Jahre, 5 Etappen, 5 Kontinente" gut schafft!

Unser Campground ist etwas schlicht, wir stehen mal wieder im Sand, aber es gibt eine Möglichkeit, Geschirr zu spülen (was auf den USA-Campingplätzen durchaus nicht die Regel ist). Wir werden hier zwei Nächte verweilen ...

25. April 2014

Tagesausflug in die hiesige Hochwüste (High Desert). Wir sind zwei Stunden lang ein ausgetrocknetes Bachbett hoch und ein anderes wieder herunter gelaufen. Es ist unglaublich, was die Natur hier, trotz der Dürre, noch an Pflanzen, Sträuchern und Gräsern gedeihen läßt. Besonders beeindruckend sind allerdings die abstrakten Felsformationen rings herum, sowie die "Washs", die durch Ausspülung entstehen, wenn`s dann doch mal regnet.

26. April 2014

Und es hat geregnet! Aber nicht nur das, es hat auch mächtig gestürmt und der feine Sand geht selbst durch die kleinste Ritze am Zelt. Wir kamen uns vor wie panierte Schnitzel.

Am Abend hatten wir noch gemütlich mit zwei reiselustigen Damen aus München Western-Steaks verdrückt und dabei viele gute Hinweise erhalten.

Am Morgen hatte zwar Regen und (Sand)Sturm nachgelassen, dafür war es aber auch lausig kalt. - Gut 50 km bis Page, unserem Etappenziel, das sollte doch zu schaffen sein. Der Wind blies nun kräftig von hinten und wir kamen auf der 98 sehr gut voran. Utah ade, wir sind wieder in Arizona. Dann das Highlight des Tages, Lake Powell, eine riesige Staumauer, die den Colorado zum See werden lässt und eine Stahlbrücke über den Colorado, von welcher man besser nicht runter schaut, wenn man nicht schwindelfrei ist. Wir sind wirklich schwer beeindruckt.

Vor uns liegt die erst 1957 wegen des Staudammbaus gegründete Stadt Page. Wir sichten nach einigen mühsamen, finalen Höhenmetern das Best Western und sind viel zu früh am Ziel. In Utah gab`s nämlich keine Sommerzeit, wie z. B. in Arizona. Wir müssen also unsere Uhren `ne Stunde zurück stellen, Fish and Chips essen und warten dass wir im Hotel (frühestens 15:00 Uhr) einchecken können.

27. April 2014

Vom Hotel aus zum Lower Antelope Canyon geradelt, `ne Stunde auf die nächste frei Führung gewartet und dann in eine Welt eingetaucht, die man mit Worten kaum beschreiben kann. Über steile Leitern gelangt man in etwa 20 m Tiefe auf den Grund von einem sagenhaften Slotcaynon und durchwandert diesen teilweise nur knapp einen Meter breiten Erdspalt, wobei man vor lauter ahhs und ohhs kaum zum fotografieren kommt.

Das von oben einfallende Sonnenlicht verzaubert diese sich in sanften Rundungen ständig verändernde, strukturierte Höhlenlandschaft in einer farbigen Weise, dass man sich garn nicht mehr losreißen kann. - Ein absolutes "MUST-DO"!

28. April 2014

Wasch- und Pausentag. - Da wir morgen mindestens 125 km Distanz und noch einen Berg überwinden müssen, versuchen wir zu regenerieren und Kräfte zu sammeln ...

29. April 2014

Um 8:00 Uhr hatten wir ausgecheckt und saßen auf den Rädern. Die nächsten 40 km ging es erst mal bergauf bis auf etwa 1.850 m. Der Wind meinte es heute sehr gut mit uns und schob kräftig von hinten. Da es nun erst gerade, dann (fast) nur noch bergab ging radelten wir die weiteren etwa 85 km fast immer im Bereich so um die 30 km/h! - Etwa 50 km vorm Ziel dann überraschenderweise noch eine Tankstelle und somit ein Kaffeestop..

Die Weiterfahrt bis Cameron Trading Post auf dem Highway 89 dann genau so flott, wie bisher. - Wir sind jetzt mitten im "Indianerland" (Navajo- und Hopireservation). Entsprechend dann auch das Souvernierangebot im Shop neben unserem Quartier. Mal sehen, wie das Essen ist ....

30. April 2014

Prompt folgte von Petrus die Retourkutsche. Nur Gegenwind und wir mussten ca. 1.400 Hoehenmeter klettern und knapp 90 km radeln. Es war purer Stress. Aber wir sind in Grand Canyon Village auf unserem Campingplatz angekommen.

Wir bleien jetzt fuer sechs Naechte und werden am Sonntag in den Canyon absteigen, unten ein Biwak machen und am Montag wieder hoch kommen. Das erforderliche Permit haben wir soeben erhalten.

01. Mai 2014

Es ist hier - wir sind immerhin so um die 2.100 m hoch - sobald die Sonne weg ist, recht kalt. Nachts momentan so um die Null Grad. Aber wir haben ja die richtigen Schlafsäcke dabei ;-)

In Grand Canyon Village ist es verständlicherweise recht touristisch, es gibt sehr viel Besucher und natürlich entsprechend viel Angebote an Souvenirs und Gastronomie. Man kann hier durchaus Urlaub machen ...

02. Mai 2014

Wie an einem Pausentag üblich, stand heute Sightseeing auf dem Programm. Wir sind ein Stück an der South Rim entlang spaziert und konnten uns kaum satt sehen an der grandiosen Landschaft.

03. Mai 2014

Die letzten Vorbereitungen sind getroffen (Rucksack und Wanderstöcke ausgeliehen, Abendessen auf der Phantom Ranch bestellt, Proviant und insbesondere Getränke gekauft, etc.) es kann also los gehen. Etwa 1. 500 Hm im Abstieg (South Kaibab Trail), dann ein Biwak (wir nehmen nur Isomatte und Schlafsack mit) und am Montag auf anderem Weg (Bright Angel Trail) das ganze wieder hinauf. Dumm nur, dass es mal wieder Temperaturen so um die 35°C geben soll ...

04. Mai 2014

Ca. 1.500 Höhenmeter im Abstieg, das geht auf die Muskulatur! Wir waren in vier Stunden unten, belegten auf dem Campground einen Platz, verstauten unsere Utensilien in bereit gestellten Metallboxen, hängten den Rucksack und die Stöcke an ein speziell dafür konstruiertes Gestell und warteten in der Bullenhitze (Brigitte: schon warm, aber zum Aushalten. Ein Bach (Creek) führte ebenfalls am Platz vorbei) darauf, dass es endlich 17:00 Uhr wird, um in der Phantom Ranch unser Steakessen einnehmen zu können. - Das Warten hat sich gelohnt, das Steak war klasse. Zuvor lauschten wir allerdings noch dem Ranger Vortrag.

Dann trabten wir zurück zu unserem Biwak, legten die Isomatten und die Schlafsäcke auf eine Zeltplane und gingen beim Dunkelwerden Schlafen. Hätte da nicht kurz zuvor jemand ganz stolz erzählt, dass er Skorpione gefunden hätte, man hätte viel sorgloser einschlafen können ...

05. Mai 2014

Um 5:30 Uhr wurde es lebhaft auf dem Campingplatz. Alle wollten rechtzeitig, also vor der großen Hitze, möglichst schon weit oben sein. Wir packten also auch unsere Siebensachen, frühstückten einen kalten Kaffee aus der Dose, aßen Salami und Käse und machten uns an den Anstieg.

Der Brgiht Angle Trail verläuft erst ziemlich lange ohne wirklichen Höhengewinn entlang dem Colorado, ehe es dann heftig hoch geht. - Nach sechs Stunden hatten wir es geschafft und waren happy und ein bischen (viel) ko..

06. Mai 2014

Die Beine sind noch etwas schwer, als wir (leicht verspätet) auf die Räder steigen. Erstes Ziel ist der Desert View Campground, den wir nach ca. 40 km erreicht haben. Unseren Plan, dort zu übernachten, geben wir auf, da die heftigen Sturmböen und vor allen Dingen die Wetterprognose (Schnee?) es uns vorziehen lassen, noch 1.000 Hm (ca. 50 km) abwärts zu rollen und in Cameron wieder im Bett zu schlafen.

Soweit so gut! Kaum fing es (endlich) an richtig zu rollen, bemerkte ich beim Bremsen am Hinterrad ein immer heftiger werdendes Schlagen. Kurz und gut (oder eher nicht so gut), die Hinterradfelge war gerissen, bzw. durchgebremst. Dummerweise sind wir momentan gerade in einer recht menschenleeren Gegend. - Wir sind noch bis Cameron gekommen (ich habe nur mit der Vorderradbremse gearbeitet) und werden morgen mit dem Bus nach Flagstaff fahren, und dort versuchen eine Felge, bzw. ein Hinterrad zu kaufen.

07. Mai 2014

Unser Busausflug nach Flagstaff war erfolgreich. Bereits im zweiten Fahrradladen konnte ich für weniger als 100 Dollar ein Komplett-Hinterrad erwerben, wobei ich - aber mir blieb keine Wahl - schon einige Zugeständnisse an die Qualität (Shimano RM 40 Nabe, 32 Loch-AlexRims-ACE19-Felge) machen musste. Aber egal, ich bin erst mal wieder fahrbereit! :-)

Da der Bus von und nach Flagstaff nur jeweils einmal am Tag fährt, haben wir die Zeit bis zur Heimfahrt damit verbracht, indem immerhin 60.000 Einwohner zählenden Städtchen in Downtown einen Einkaufsbummel zu machen, was letztendlich teuerer wurde, als mein Hinterrad ;-)

Apropos Bus, die Fahrkarte (hin und zurück) kostete lediglich 2 $! - Auch bemerkenswert der Aufdruck auf dem Fahrschein: "Seating aboard bus operatet in interstate commerce is without regard to race, Color, creed or national origin".

 

Grand Canyon -> Moab

From Address: To:
or Map

 

08. Mai 2014

Sind heute (aus strategischen Gründen) nur eine kurze Etappe bis Tuba City gefahren. und haben dort noch etwas "Kultur gemacht" (Hopi- und Navayogeschichte).

09. Mai 2014

Knapp 120 km waren heute bis Kayenta (Gateway to Monument Valley) zu radeln und dabei auch noch einen mehr als 2.000 m hohen Berg zu überwinden. Dank günstigem Rückenwind und gutem Asphalt waren wir gegen 16:00 Uhr im Wetherill Inn, unserem heutigen Quartier (Motel) angekommen. - Nicht ganz so gut geklappt hat hinterher unser Versuch, irgendwo etwas Essen zu gehen. Nach gut 2 km Fußmarsch hatten wir zwar endlich den Supermarkt, nicht aber auch nur ein Restaurant entdeckt. Also haben wir typisch amerikanisch Fastfood bei dem großen "M" gegessen. Nun ja ....

10. Mai 2014

Etwa 40 km trennten uns von einem der nächsten wirklichen Höhepunkte unserer bisherigen Reise. Kaum hatten wir Goulding`s Monument Valley Campground erreicht und unser Zelt mal wieder auf einem Sandplatz errichtet, meldeten wir uns auch schon für eine knapp vierstündige Rundfahrt durch das Monument Valley an.

Es ist einfach unbeschreiblich, was sich die Natur hier hat einfallen lassen. Riesige bizarre Felsmassive ragen monumental aus der staubigen Wüste empor, stehen da wirklich wie Denkmale und lassen einen vor Staunen kaum noch den Mund zu kriegen. Besser wäre es allerdings gewesen, sowohl Augen wie Mund geschlossen zu halten, denn heftigste Windböen trieben immer wieder große Sandmassen vor sich her und ließen uns schon nach kurzer Zeit wie Rothäute aussehen.

Eine Navajofrau zeigte uns, wie u. a. wie Teppiche gewebt werden und ließ es sich nehmen, Brigittes Haare kunstvoll zu frisieren. Erst mit Einbruch der Dämmerung kehrten wir zurück von dieser Supertour und kochten anschließend bei Sandsturm unsere Spaghetti.

Der (Sand)Sturm tobte die ganze Nacht und sorgte dafür, dass wirklich alles an uns und um uns herum im Zelt, mit einer feinen Sandschicht überzogen war. Nun ja ...

11. Mai 2014

Zum Glück hat der Sturm am Morgen nachgelassen, so dass wir wenigstens halbwegs "normal" unser Zelt abbauen und die Ausrüstung auf den Rädern verstauen konnten Wir haben sogar versucht, etwas von dem Staub los zu werden, aber mit nur mäßigem Erfolg.

Mit wehmütigen Blicken zurück auf diese Traumlandschaft, radelten wir etwa 75 km weiter bis Bluff, wo wir ein einfaches Motel für die Übernachtung ansteuerten.

12. Mai 2014

Und schon wieder keine Luft auf dem Hinterrad, so fängt ein Tag wirklich gut an! - Eine halbe Stunde später war auch das erledigt und wir on the road again. Der Wind, die Kälte und das sehr wellige Gelände machen uns heute das Leben schwer. Trotzdem sind wir gegen 14:30 Uhr am Hovenweep National Monument und wenig später auf den daneben befindlichen Campingplatz.

Es ist mal wieder first come, first serve, doch dieses mal ganz ohne Stress. Das Wetter hält wohl doch den einen oder anderen davon ab, draußen zu schlafen. - Am späten Nachmittag konfrontieren wir uns noch mit den Hinterlassenschaften (Ruinen in und am Rande eines Canyons) der frühen Siedlungsgeschichte (ancestral Pueblo people) dieses Gebietes. Dann lockt das Zelt, es ist frisch draussen.

13. Mai 2014

Es war vermutlich die kälteste Nacht unseres bisherigen USA-Aufenthalts, aber wir haben nicht gefroren, allenfalls etwas gefröstelt. - Die Weiterfahrt bis nach Cortez (etwa 70 km), vorwiegend auf Nebenstraßen, war nicht ganz so flott, da das Streckenprofil recht hügelig war und der Wind war leider auch noch nicht ganz weg.

Nachdem wir in Kalifornien gestartet sind, haben wir bisher Nevada, Arizona und Utah passiert und sind jetzt in Colorado angekommen. - Bisher sind wir knapp 2.200 km gefahren und die Tour geht weiter ...

14. Mai 2014

Das war heute die erste richtige Bergetappe. Fast wie in den Alpen wand sich die Straße aufwärts nach Mesa Verde, unserem Etappenziel. Knapp 1.000 Hm waren zu überwinden, dafür war aber die Distanz kurz (nur gut 40 km). Wir haben auf etwa 2.500 m Höhe eine kleine Holzhütte (mit Dusche und WC) bezogen und werden morgen von hier aus auf Besichtigungstour gehen.

Am Morgen haben wir noch für etwa 25 $ ein neues Handy erworben, da unser deutscher Outdoorimport (Samsung) nicht so recht mit AT&T klar kam.

Momentan tun wir uns etwas schwer mit der Tourenplanung, da wegen des bevorstehenden Feiertages (Memorialday) den Amis ein verlängertes Wochenende beschert wird und anscheinend alle an diesem WE verreisen wollen (Campgrounds sind ausgebucht). Reservierungen sind für uns richtig schwierig für diese Zeit.

15. Mai 2014

Bereits um 08:00 Uhr startete unsere vierstündige Rundfahrt und beinhaltete einen historischen Überblick über 700 Jahre Architektur, Gartenbau, Kultur und Religion der Vorfahren der Pueblo Indianer (Ancestral Puebloans). Besonders beeindruckend waren dabei die unter Felsvorsprünge gebauten "Wohnungen", aber auch die Bauweise der Grubenhäuser. - Für uns ebenso beeindruckend, dass die mitreisenden Amis recht respektvoll mit dieser, auch ihrer Geschichte umgehen.

16. Mai 2014

Noch ein rascher Kaffee im Stehen (in diesem Etablissement gab`s nämlich kein Frühstück, was aber in den USA nicht unüblich ist) und dann dowenhill zurück nach Cortez. Aber (fast) alles was wir runter gefahren sind "durften" wir anschließend wieder rauf strampeln, denn wir schlafen (McPhee Campground) schon wieder auf fast 2.200 m Höhe. - Wider Erwarten ist dieser recht große, attraktive Campingplatz noch fast leer!

Am Eingang gibt es einen Hinweis darauf, dass wir jetzt im Bärenland sind und uns entsprechend verhalten sollen (z. B. Lebensmittel in die Bäume hängen, etc.). - Ein Stückchen entfernt von uns wurde gegrillt. Wäre ich der Bär, ich wüßte wo ich hin ginge ;-)

17. Mai 2014

Die Bären haben den Behr verschont. Trotzdem habe ich eher schlecht geschlafen, da ich auf unserem sehr einsamen Campground doch immer irgendwie auf ungewohnte Geräusche gelauscht habe.

Bei herrlichem Sonnenschein (was auch sonst?) machenwir uns auf die Reise nach Monticello, einem kleinen Nest auf dem Weg nach Moab. Die knapp 90 km lange Strecke wäre optimal für ein Intervalltraining, denn es geht permanent auf und ab. Immer so zwischen 2.000 und 2.200 Hm. Wir verlassen Colorado und kommen wieder nach Utah. Promt wird die Straße schlechter! Ein letzter Anstieg und wir erreichen "unser" Motel "The Monticello Inn". Ein großer Name füe eineher durchschnittliches Motel!

18. Mai 2014

Die Weiterfahrt auf der 181 heute nach Moab (knapp 90 km) war nicht gerade prickelnd, obwohl vorwiegend abwärts. Zu unserer großen Überraschung gab es sehr viel Fernverkehr (LKW`s), obwohl doch Sonntag ist und es gab teilweise nur einen sehr, sehr schmalen Seitenstreifen.

Wir beeilten uns so rasch wie möglich nach Moab und dort auf den Campingplatz zu kommen. - Der Platz ist eher unüblich (deshalb haben wir ihn ja ausgesucht), denn es gibt nur knapp 20 Zeltplätze, die allesamt nicht mit einem Auto zu erreichen sind. Entsprechend angenehm ist die Atmosphäre und noch etwas ganz besonderes hat der Platz, nämlich ein Abwaschbecken für`s Geschirr.

19. Mai 2014

Wir sind in einem echten Touristenort gelandet. Moab mit etwa 5.000 Einwohnern lebt von selbigem und hat auch wirklich viel zu bieten. Jede Menge absolut beeindruckende Natur (Arches Nationalpark) und ein darauf abgestimmtes Outdoor- und Adventureangebot. Jede Menge Jeeps, Quads, aber auch Mountainbikes und Motorräder werden ebenso feilgeboten, wie organisierte Rundtouren und natürlich noch mehr Gastronomie. Man kann hier wirklich gut Urlaub machen.

Wir haben uns also am Morgen auf die ungeladenen Räder gesetzt und sind gut 30 km zu den Windows (riesige Sandsteintore) geradelt. Der Weg hat sich mehr als gelohnt, obwohl es eng auf der Zubringerstraße war und die Sonne es auch sehr gut mit uns meinte. - Wir haben auch sehr viele Fahrräder gesehen, allerdings nicht auf der Straße , sondern auf und an den Autos der Amis ;-)

20. Mai 2014

Eigentlich ein weiterer Pausentag in Moab, aber irgendwie dann doch nicht! - Leider konnten wir "unseren" Campingplatz nicht bis zum 24. Mai durchbuchen, sondern müssen für einen Tag runter. Also sind wir jetzt für eine Nacht in ein Motel (Super 8 Moab) gezogen. Morgen geht`s dann zurück auf den Campingplatz.

Da es in Moab mehrere um nicht zu sagen viele Fahrradgeschäfte gibt, haben wir beschlossen, nach guten Hinterrädern zu suchen. Gestern dann haben wir zwei Stück bestellt (ja ich ersetze auch mein gerade gekauftes Hinterrad), die eigentlich heute da sein sollten, sind sie aber nicht. Also morgen.

Ferner haben wir vor, die nächste Etappe (zurück nach Monticello) wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der fehlrnden Seitenstreifen, nicht selbst zu fahren, sondern uns dorthin - falls möglich und falls bezahlbar - transportieren zu lassen. Mal sehen, ob wir einen Transporteur finden?

21. Mai 2014

Neue Marvic 36 Loch Hinterräder mit Shimano LX Naben sind montiert und ein Taxiunternehmen für unseren geplanten Transfer haben wir auch gefunden. Auch sind wir wieder zurück auf den Zeltplatz gezogen. Also alles wieder bestens, allerdings haben uns all die Aktionen auch so ziemlich einen ganzen Tag gekostet. Soll heißen, dass wir außer Eis essen nicht allzu viel touristisches unternommen haben. Morgen wollen wir entlang dem Colorado die Räder testen ...

22. Mai 2014

Die (Hinter)Räder rollen wieder wie neu! Zwar haben wir unseren gut 70 km Test ohne Gepäck und nennenswerte Steigungen entlang dem Colorado bis zur Potasche Fabrik (Colorado River Ride - The Potash Road) gemacht, aber ich denke, dass die Räder auch beladen wieder gut laufen (und sich schalten lassen). Besonders aufgefallen sind uns entlang der Straße die vielen Sportkletterer (Wall Street), die an den direkt neben der Straße senkrecht aufragenden Felsen trainieren.

Auf dem Rückweg haben wir einen Zwischenstopp eingelegt, um noch 1,5 Malen bis zum Corona Arch zu wandern. Ein Steinbogen mit gigantischen Ausmaßen!

23. Mai 2014

Man sollte es nicht für möglich halten, aber es hat in der Nacht (teilweise sehr heftig) gestürmt und geregnet. Auch am Tag blieb es bedeckt und gegen Abend dann wieder Regen und Gewitter.

Wir haben dennoch eine knapp 60 km Runde gedreht und sind wieder am Colorado gewesen. Unser Ziel war die Red Cliffs Lodge. Hier gibt es neben noblem Gastgewerbe auch ein kleines Filmmuseum, welches an Filme erinnert, die diese herrliche Umgebung als natürliche Kulisse nutzten, wie Stagecoach, Regie John Ford, Hauptrolle John Wayne, oder Wagon Master, Mission Impossible II, Indiana Jones, u.v.m.. Blickt man auf die Landschaft links und rechts vom Colorado, kann man verstehen, weshalb es die Filmwelt immer wieder hier her zog!

24. Mai 2014

Ein turbulenter Start. Erst entdeckt Brigitte einen intensiven Ameisenbefall an unserem Reisegepäck, dann stelle ich mit Entsetzen fest, dass unser gerade in Norwegen gekaufte Kocher auch schon wieder hinüber ist und schließlich uns die Zeit knapp wird, da wir ja um 10:00 Uhr mit einer Taxe verabredet sind und nun auch noch einen neuen Kocher kaufen müssen (in Moab gibt es gut ausgestattete Outdoorgeschäfte).

Kurzum, wir haben sofort im ersten Geschäft Glück gehabt (halb so teuer wie in Norwegen), so dass wir rechtzeitig zurück waren, als das Taxi eine Viertelstunde vor der Zeit am Platz eintraf. - Mit einem Pickup ging`s dann etwas entspannter weiter oder besser zurück nach Monticello. und hier erst einmal in ein Cafe (Checkin-Time ist hier üblicherweise 15:00 Uhr).

 

Moab -> Cedar City

Die nächste Etappe geht wieder Richtung Westen

From Address: To:
or Map

25. Mai 2014

Hoppla, was ist das? Wir werden wach (im Motel in Monticello) und sehen durch`s Fenster, dass es regnet! Und zwar Dauer- oder Landregen. Das ist umso bemerkenswerter, als dass das der erste andauernde Regen seit unserem Tourstart vor zwei Monaten ist. Da wir eh`zwei Tage hier bleiben wollten, fällt zunächst "nur" eine geplante Tagestour zu dem Newspaper Rock aus. Also gehen wir erst mal frühstücken und warten ab, wie sich das Wetter entwickelt ...

Um es kurz zu machen, es hat so ziemlich den ganzen Tag durchgeregnet. Zeit also, die Ausrüstung - speziell das Zelt - mal etwas zu pflegen.

26. Mai 2014

Da ist sie wieder, die Sonne! - Wir fahren erst mal zum Frühstück, ehe wir uns auf die heute recht kurze Etappe begeben. Dennoch sind wir alsbald in Blanding, unserem Etappenziel. Zum Einchecken in das Quality Inn Motel ist es noch viel zu zeitig, also statten wir dem Edge Of the Cedars State Park Museum einen ausgiebigen Besuch ab und erfahren so wieder viel über die Besiedlungsgeschichte (a museum of Indian history und culture) der Region.

Wir kaufen anschließend Proviant für die nächsten Tage ein und "dürfen" endlich in unser Zimmer.

 

Anmerkung:

Seit dm 16. Mai befahren wir Teile der Western Express Route - Die Western Express Fahrradroute verläuft durch den amerikanischen Westen und wurde von der Adventure Cycling Association, einer non-profit Organisation für Fahrradrouten in den USA, ausgearbeitet. Sie führt vom Bundesstaat Colorado über die Rocky Mountains zu berühmten Nationalparks wie den Bryce Canyon in Utah, durch die endlosen, menschenleeren und sandwüstenähnlichen “Basins” von Nevada und zum Schluss über die hohen Pässe der Sierra Nevada in Kalifornien bis an die Pazifikküste nach San Francisco.

Unser Plan ist es, zunächst in etwa die Sektionen 3 (Dolores / Cedar City) mit Abstecher nach Moab und dann 2 (Cedar City / Fallon NV) zu fahren, die Route dann für einen "Ausflug" zum Yosemite National Park zu verlassen, um dann zu überlegen, wie wir nach San Francisco kommen ...

27. Mai 2014

Von Blanding aus ging die Tour heute bis Natural Bridges. Es gelang uns einen der insgesamt nur 13 first come, first serve-Plätze zu ergattern. Ein schöner Platz ohne Service. Das Trinkwasser holten wir vom nahe gelegenen Visitor Center. Wir hatten sogar noch Zeit genug, am Abend einen Ausflug zur Sipapu Brücke (zweitgrößte natürliche Brücke der Welt) zu unternehmen.

28. Mai 2014

Von Natural Bridge aus rollten wir fast die etwa 80 km bis Hite, tauchten allmählich ein in die bizarre Canyonlandschaft des Colorado und freuten uns auf unseren Zeltplatz am Lake Powell. - Hoffentlich kommen wir nicht zu spät an, denn es heißt mal wieder: First come, first serve!

Wir trauten unseren Augen nicht als wir mutterseelenallein vor dem Platz standen und den campground suchten. Platz soweit das Auge reicht, nur das Wasser war weg! - Jahrelange Trockenperioden haben dafür gesorgt, dass vom Lake weit und breit nichts mehr zu sehen ist. Folglich kommen auch kaum noch Besucher. - Das Klohäuschen war noch intakt, sogar klimatisiert, so beschlossen wir, auf diesem ansonsten sehr primitiven Platz unser Zelt aufzustellen.

Die Sonne meinte es mehr als gut, über 40 °C und wirklich nirgendwo Schatten, kein Baum, kein Strauch. Zum Abend hin verdunkelte dann eine sehr rasch heran ziehende Wolke den Himmel und kurz darauf erlebten wir einen Sandsturm von einer Heftigkeit, dass wir uns nicht nur um unser Zelt sorgten. Kurz und gut, Hilleberg war standhaft, allerdings nur gegen den Sturm, den feinen Sand drückte es einfach durchs Gewebe.

Wir haben ausgesprochen schlecht geschlafen, denn es kühlte fast gar nicht ab.

29. Mai 2014

Der Sturm hat sich gelegt, aber es ist bedeckt. Vielleicht gar nicht so schlecht, denn auf unserer heute gut 80 km lange Etappe bis Hanksville waren auch noch mehr als 800 Hm zu überwinden. - Kaum hatten wir Hite verlassen, überquerten wir den Colorado und wurden mit einer Canyonlandschaft konfrontiert, die dermaßen beeindruckend ist, dass mir schlicht die Worte dafür fehlen. Erst als wir die letzten Ausläufer des Lake Powell verließen, verschwanden auch allmählich die letzten Canyons. Diese lange kontinuierliche Steigung zog und zog sich, ehe wir endlich die letzten ca. 20 km nach Hanksville rollen konnten.

Der etwa 200 Einwohner zählende Ort scheint vorwiegend vom Tourismus zu leben, er besteht aus Tankstellen, Motels und einer Grocery. Letztere hatte ein eher spärliches Angebot.

30. Mai 2014

Da wieder ein Wochenende bevor stand, machten wir uns vorsichtshalber frühzeitig auf den Weg nach Capitol Reef. Nach 63 km und knapp 600 Hm erreichten wir bereits kurz vor Highnoon nach einem kräftezehrenden Endspurt den Campingplatz von Fruita und hier tatsächlich den letzten freien Platz. Uff, geschafft! - Zur Belohnung gab`s im Gifford-House Cherry-Pie und Kaffee. Die Pie war klasse, der Kaffee ....

Am Abend besuchten wir einen Rangervortrag über die Geschichte des Obstanbaus in Fruita.

31. Mai 2014

Am Morgen mussten wir erst mal das Zelt verlagern, da wir auf dem Behindertenplatz gestanden hatten und diesen verständlicherweise nicht länger blockieren durften. Der restliche Tag diente vorwiegend der Erholung, der weiteren Reiseplanung und der Information. Schließlich konnten wir noch ein gutes Werk tun, indem wir zustimmten, mit einem weiteren am Nachmittag ankommenden Radlerpaar unseren Platz zu teilen.

01. Juni 2014

Internet miserabel, also Reisebericht morgen oder später! - Wir sind zwischen Torrey und Boulder (Utah) auf einem Waldcampingplatz , etwa auf 2.500 m Höhe.

02. Juni 2014

Der Singletree campground war wirklich idyllisch und eigentlich ein Geheimtipp. Dennoch war er nur relativ schwach besucht, daher auch sehr ruhig. Unser Zelt stand geschützt im Wald unter Nadelgehölz, fast wie oft in Brandenburg.

Prompt haben wir etwas verschlafen und kamen somit später auf die Räder als "üblich". Vor uns lag ein Anstieg bis auf Zugspitzhöhe, den wir bei moderaten Temperaturen mehr oder weniger gut bewältigten. Wir trafen auch wieder Reiseradler, was vermutlich daran liegt, dass wir mit der Western Express bicycle route eine populäre Strecke befahren. - Nach etwa 900 Hm Downhill, es wurde zunehmend wärmer, erreichten wir bald Boulder (Utah) und fünf Kilometer später die Boulder Mountain Guest Ranch, unser heutiges Quartier. Ein echtes Blockhaus mit guter Küche.

03. Juni 2014

Frühstück war eher bescheiden. Nun ja! - Erst wieder ca. 5 km zurück auf der Hells Backbone Road, dann weiter auf der Western Express Route (Utahs scenic Byway 12) - zunächst Downhill - gen Escalante. Wir passierten eine Landschaft (very scenic), die beeindruckender nicht sein kann. Eine förmlich in den Fels gesprengte Straße schlängelte sich in Sepentinen erstab-, dann wieder steil aufwärts. Zeitweise war es besser, nicht so genau nach links oder rechts an den Straßenrand zu schauen, denn da ging es teilweise fast senkrecht und ohne Leitplanke abwärts.

Es war drückend heiß, als wir Escalante erreichten und ein Cafe (auf)suchten. Dann noch den Einkauf erledigen und weiter zum Escalante Petrified Forest State Park Campground. Selbiger liegt an einem See, welcher förmlich zum Baden einlud.

04. Juni 2014

Escalante bis Kodachrome

05. Juni 2014

Pausentag mit kleiner Wanderung und vielem Stöhnen wegen der Hitze und den Insekten.

06. Juni 2014

Es gibt wieder Internet. - Drei Tage waren wir komplett ohne jegliches Netz (die Netzabdeckung in den USA in den ländlichen und dünn besiedelten Gegenden ist mehr als dürftig), dafür hatten (und haben) wir eine Hitzewelle vom Feinsten und gestern, besonders aber vorgestern eine Fliegen- und Mückenplage, dass wir zur Zeit aussehen, wie Streuselkuchen!

Heute sind wir von Kodachrome bis Bryce Canyon getourt und haben recht frühzeitig unser Zelt auf Gras und unter einem Baum aufgeschlagen. Das ist umso bemerkenswerter, als dass wir bisher (mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen) immer irgendwo im Sand, bzw. im "Dreck" gestanden haben. Unser Zelt kann ein Lied davon singen. Alle Reißverschlüsse klemmen, oder haken, die Planen scheuern durch und der Sand ist einfach überall. Ob dieses Zelt es noch wert ist, nach Abschluss unserer USA-Reise mit nach Berlin genommen zu werden, darf inzwischen sehr stark bezweifelt werden ...

Dennoch haben wir mal wieder einen Versuch unternommen, noch zu retten was zu retten ist, indem wir alles komplett ins Waschbecken gestopft haben. Trocken wird es hier ja recht schnell ;-)

Der Zeltplatz ist riesig, angeschlossen sind Motel, General-Store, usw.- Überhaupt ist hier alles auf Tourismus ausgerichtet und alles gehört irgendwie RUBY.

07. Juni 2014

Ausflug ins Bryce Canyon und längere Wanderung (> 10 km) durch selbiges. - Wir haben wieder ein absolutes Highlight unserer Reise, ein unbedingtes MUST SEE erleben dürfen. Es ist wirklich unbeschreiblich. was die Natur (ohne menschliche Hilfe) alles so zustande gebracht hat! Noch nie habe ich auf unserer bisherigen Reise an einem Tag so viele Fotos geschossen, wie heute! Unbedingt lobend erwähnt werden muss auch, wie gut Wege und Markierungen angelegt worden sind. Da hat der DAV noch riesigen Nachholbedarf ;-)

08. Juni 2014

Sommer, Sonne, Wind! - Dennoch verbringen wir einen großen Teil des Tages damit, die nächsten Etappen zu planen und die entsprechenden Reservierungen vorzunehmen. Klar ist, dass uns ab Cedar City harte Zeiten bevor stehen. Da müssen einige Etappen mit weit mehr als 100 km pro Tag und jeweils über 1.000 Hm absolviert werden. Es gibt keine akzeptablen Alternativen. Die Gegend ist einsam und weitgehend ohne Service.

09. Juni 2014

Wir verlassen Bryce Canyon und sehen plötzlich jede Menge Rennradfahrer. Wir stoppen und plaudern mit einem von ihnen. Es stellt sich heraus, dass dies alles Teilnehmer einer begleiteten Radreise quer durch Amerika, von Motel zu Motel, waren. - Weiter geht es, durch das Red Canyon sogar auf einem Fahrradweg. In Panguitch stoppen wir für einen Kaffee. Arno bekommt einen schicken Haarschnitt und Brigitte sucht derweil eine Bank. Danach beginnt der Anstieg zum Panguitch Lake, an dem wir übernachten wollen.

10. Juni 2014

Wir starten bei etwa 2.500 m. Vor uns liegt ein Pass mit etwa 3.250 m, den wir kontinuierlich erklimmen. Dank der Höhe ist es wenigstens nicht so heiß, aber die Schweißperlen tropfen trotzdem von der Stirn. Oben angekommen, erwartet uns mit den Cedar Breaks ein weiteres National Monument. Ähnlich einem Amphitheater bricht plötzlich der Berg bis zu 600 m nach Osten in Terrassen ab. Gigantisch!

Uns steht nun eine rasante Abfahrt nach Cedar City (etwa auf 1.800 m) bevor. Je tiefer wir kommen, umso heißer wird es. Mehr als 32 ° C beim Eintreffen an unserem Quartier (Best Western El Ray Inn. Wir werden hier drei mal übernachten.

11. Juni 2014

Schläft es sich nun bei laufender Klimaanlage oder aber im Zelt irgendwo auf einem Campground bei wechselnden Temperaturen und Geräuschen besser oder schlechter? So ganz eindeutig ist das wohl nicht zu beantworten. Irgendwann siegt immer die Müdigkeit ...

Getan was an einem Pausentag getan werden muss: Wäsche gewaschen, Ersatzteile gekauft, Reservierungen vorgenommen, Museum besucht, etwas Sightseeing gemacht und natürlich viel relaxed!

12. Juni 2014

Ehe wir uns vollends an das Faulsein gewöhnen, trafen wir heute Vorbereitungen für unsere Weiterfahrt morgen in Richtung Nevada. Zuvor hatten wir aber noch dem beeindruckenden Campus der South Utah University SUU) einen kurzen Besuch abgestattet und bedauert (wirklich?), dass wir wg. unserer bevorstehenden Abreise die hier ab Ende Juni stattfindenden Shakespeare-Festspiele nicht besuchen können!

 

Cedar City -> Sacramento

Wir passieren den Norden Nevadas von Ost nach West und kommen auf den Pony-Express nach Kalifornien

or Map

13. Juni 2014

Die ersten knapp 90 km in Richtung Westen (heute allerdings ziemlich exakt nach Norden) sind geschafft. Der Wind hat gut geschoben, der Anstieg war moderat. Mit dem Quartier (Oak Tree Inn) haben wir auch Glück gehabt, das Motel ist relativ neu und gut ausgestattet. Unterwegs trafen wir noch Steffen, der ebenfalls auf USA Bicycle Tour ist, aber sicher wesentlich ambitionierter unterwegs ist, als wir. Nun ja, dafür braucht er noch wesentlich länger, bis er Rentner ist ;-)

Morgen fahren wir dann tatsächlich nach Nordwesten (ca. 134 km bei etwa 1.200 Hm). Wenn der Wind sich heute Nacht nicht noch legt, oder wenigstens die Richtung ändert, wird es sehr, sehr anstrengend für uns ...

14. Juni 2014

Milford bis Baker, die erste von nun mehreren folgenden Hammeretappen (133km, 1.360 Hm)! - Die Gegend ist eher trostlos, (land)-wirtschaftlich nur sehr wenig nutzbar und entsprechend dünn besiedelt. Folglich gibt es auch nur sehr wenige Quartiere. Wir müssen nehmen, was kommt. - Da die Etappen immer sehr lang und anstrengend sind, wir mindestens immer acht bis zehn Stunden auf dem Sattel sitzen, verzichten wir aus nachvollziehbaren Gründen auf das Zelten und versuchen Zimmer zu finden.

Wir sind also gegen 04:00 Uhr aufgestanden und haben uns nach einem kurzen Frühstück (es gab beim Motel ein 24 Std. geöffnetes Diner) noch bei Dunkelheit auf die Reise gemacht. Beim Anblick des Schildes "Next Services 83 Miles", das sind immerhin so um die 133 km, wird man schon nachdenklich. - Vor uns lagen im Prinzip drei Pässe, alle so gut 2.000 m hoch und schließlich die Abfahrt bis Baker. Ein kleines Nest, wie man es sich kaum vorstellen kann, eher gruselig! - Entsprechend unser Quartier, mehr `ne Gartenlaube. Wir hatten kurz vor Baker noch die Grenze Utah/Nevada passiert, durften folglich die Uhr `ne Std. zurück stellen.

15. Juni 2014

Wieder früh aus den Federn, aber dank der Zeit Umstellung doch etwas länger im Bett gewesen. Heute mussten wir auf`s Frühstück verzichten und mit nüchternem Magen starten. Nach gut der Hälfte unserer Tagesetappe Baker bis Ely (102 km, 1.320 Hm) gab es an der Majors Junktion eine Einkehrmöglichkeit und endlich auch einen Kaffee.

Die Gegend bleibt trostlos. Wir müssen noch über den zweiten Pass, immerhin 2.354 m hoch und rollen die letzten etwa 35 km - bei heftigem Gegenwind - abwärts nach Ely.

Der erste Eindruck ist gruselig. Schon wieder so ein (anscheinend) sterbender, zumindest aber runtergekommenener Ort, wenn auch größer. Auch unser Best Western hat dieses mal nicht unbedingt die gewohnte Qualität. Zu allem Übel scheine ich auch noch `ne heftige Erkältung zu bekommen, was die Gesamtsituation auch nicht gerade verbessert.

Da wir hier sowieso zwei Tage bleiben wollten (wir ahnten ja vorher nicht, wie es hier aussieht) werde ich mich etwas schonen, um hoffentlich am Dienstag wieder auf`s Rad steigen zu können. Es folgt nämlich eine weitere echte "Hammeretappe" mit voraussichtlich 126 km bei 1.220 Hm und Gegenwind!

16. Juni 2014

Während ich mich geschont habe, war Brigitte (wie immer?) fleißig. Wäsche waschen und einkaufen fahren (jeweils ca. drei km mit dem Rad) und hat auch noch alle Vorbereitungen für den Fall getroffen, dass wir unser Planziel nicht erreichen, sondern auf etwa halbem Wege Notcampen müssen (Illipah Reservoir BLM-Campground, 1,5 mi offroad, no water).

Das Wetter wird hier zusehends schlechter und der Gegenwind nimmt zu ...

17. Juni 2014

So eine Erkältung (vermutlich wird`s ein ausgewachsener Schnupfen) will ernst genommen werden und braucht auch ihre Zeit. - Wir sind dennoch gestartet, mit der klaren Absicht, nur Plan "B" zu realisieren, also bis Illipah Reservoir - das sind etwa 60 km und so um die 500 Hm - zu radeln.

Wir waren erst etwa eine Stunde unterwegs, als uns plötzlich und mit Nachdruck unser ach so geliebter Haedwind begrüßte und versprach, bei uns zu bleiben. Das machte die Auffahrt zum ersten Pass nicht gerade leichter, zumal es jetzt auch noch total zu zog und kalt wurde. Bei der Abfahrt mussten wir stoppen und uns warm anziehen. Das Thermometer zeigte 6 °C, der Gegenwind sorgte für einen mehr als unangenehmen Windchill Effekt.

Am frühen Nachmittag war es geschafft, wir versuchten irgendwie dem Sturm zu trotzen und unser Zelt aufzubauen. Der Platz war wirklich sehr schlicht und die wenigen geschützten Zeltplätze hatte eine Gruppe Geologie Studenten belegt. Wir vertilgten unsere Restbestände und waren noch vorm Dunkelwerden in den Schlafsäcken.

Die Nacht war für mich gruselig. Hustenatacken, verklebte Augen und Halsschmerzen vom Feinsten, hinderten mich daran, erholsam zu schlafen.

18. Juni 2014

Zumindest hatte sich in der Nacht der Sturm gelegt und die Sonne ließ sich auch wieder blicken. Wir frühstückten, bauten ab und begaben uns zurück auf die "Lincoln Road", Routa 50, oder auch Pony Express Rute. Weitere drei Pässe, einer davon allerdings recht bescheiden, lagen auf den nächsten etwa 65 km vor uns. Ich motivierte mich damit, dass in Eureka - der Ortsname soll entstanden sein, als ein Minenarbeiter auf eine Goldader gestoßen ist - ein gemütliches Motel mit Dusche und bequemen Betten auf uns wartete und wir uns hier bereits für zwei Übernachtungen angemeldet haben.

19. Juni 2014

Zwangspause, aber die Erkältung ist momentan tatsächlich stärker, als der Fortbewegungsdrang. Wir werden noch etwas hier ausharren, zumindest so lange, bis der schlimmste Schnupfen vorbei ist.

Langweilig wird es uns vermutlich so schnell nicht werden, denn diese Gegend hat historisch (was in den USA ja immer nur so etwa die letzten 200 Jahre betrifft) so einiges zu bieten. Gold- vor allen Dingen aber Silberfunde führten dazu, dass hier zeitweise bis zu 10.000 Menschen lebten. Nachdem der Abbau nicht mehr rentabel war, verwaiste die Gegend und hinterließ verfallende Geisterstädte, Schrott und abgeholzte Landstriche. Nur ganz wenige Orte versuchen irgendwie zu überleben und den allgegenwärtigen Verfall zu stoppen, wie etwa Eureka.

20. Juni 2014

Irgendwie haben wir heute den Tag vertrödelt. Ich warte auf die (Wunder)Wirkung der von uns selbst ausgewählten Erkältungstabletten (immerhin ein Bayer-Produkt), die man hier einfach im Generalstore irgendwo aus dem Regal angelt. Überhaupt werden hier die meisten Medikamente auf Selbstbedienungsbasis angeboten, was ich für ebenso riskant halte, wie die Tatsache, dass Knarren jeglichen Kalibers (fast) ebenso überall frei verkäuflich sind, ebenso wie Munition!

Irgendwie passt dazu unser Besuch des Eureka County Courthouses (1880), die ideale Kulisse für die nächste Verfilmung "Die zwölf Geschworenen (12 Angry Men). Selbst das Geschworenenzimmer ( jury room) ist passend eingerichtet.

21. Juni 2014

Das Jammertal ist durchschritten, es geht wieder aufwärts! - Logische Folge, wir schmieden wieder Pläne bzgl. der Weiterfahrt und machen die ersten Reservierungen. Entgegen unserer früheren Absicht schenken wir uns nun den Abstecher zum Yosemite National Park (bzgl. National Parks haben wir nämlich eine gewisse "Sättigungsstufe" erreicht) und fahren quasi auf der Western Express-Route direkt nach San Francisco und dort mit den Fahrrädern über die Golden Gate Bridge :-)

Unser Rückflug soll am 11. Aug. 2014 stattfinden und für die "Entdeckung" von SF gönnen wir uns ca. eine Woche. Somit sind wir jetzt natürlich viel zu früh in SF und verlassen daher den Ort kurz hinter besagter Brücke gleich wieder Richtung Norden (Pacific Coast Route). - Aber zurück zur Realität, wir kaufen erst mal ausreichend Wasser ein, denn unser für morgen geplantes Quartier (Hickison Petroglyph Campground) verfügt mal wieder nicht über Trinkwasser.

22. Juni 2014

Fehlstart! - Zwar (immer noch mit dickem Kopf) gut und früh aus dem Bett gekommen, aber als ich die Räder fertig machen wollte, hatte Brigittes Rad hinten einen Platten! Es ist zum aus der Haut fahren, aber was wir derzeit an Pech und Materialverschleiß haben, ist hanebüchen! - An der gegenüberliegenden Tankstelle konnte ich wenigstens für ausreichend Druck (auf den Reifen) sorgen, ohne schon am frühen Morgen vom pumpen ko. zu gehen. Na gut, wenn ich einmal dabei bin, kann ich auch gleich alle Reifen kontrollieren. - Klasse, beim Versuch Brigittes Vorderrad aufzupumpen, flog mir erst mal das Ventil um die Ohren. Es gibt so Tage, da sollte man besser im Bett bleiben ...

Die Weiterfahrt zum Hickison Petroglyph Campground (ca. 70 km, 400 Hm) verlief bei bestem Sonnenschein (38°C) und heftigem Gegenwind mehr oder weniger planmäßig. Besonders nett dabei ein Motorhome-Fahrer, der plötzlich rechts an der Straße hielt und uns kommentarlos eine Flasche kaltes Wasser hinhielt. DANKE!

Der Platz war nicht anders als erwartet (oder schreibe ich besser "befürchtet"?), Staub, Trockenheit, kein Wasser, aber ein schattiges Plätzchen für unser Zelt. Unser mitgebrachtes Wasser (knapp 8 Liter) mussten wir ganz schön einteilen, denn wir wollten Trinken, Kochen und ggf. auch noch die Zähne putzen …. ;-)

23. Juni 2014

So gut es ging geschlafen. Die Erkältung hat halt immer noch nicht ganz aufgegeben. Als wir am Morgen packten, kam John von seinem RVherüber, um etwas zu plaudern. Als wir erzählten, dass wir u. a. auf dem Weg nach San Francisco seien, bot er uns spontan seine Hilfe an, da er und Tina in der Nähe wohnten. Er gab uns seine Kontaktdaten. So fängt ein Tag doch gut an!

Bei der bergigen Weiterfahrt nach AustinIn mussten wir wie üblich alle paar hundert Hm `ne kurze Verschnaufpause einlegen und am Straßenrand rasten. Mehrfach haben schon bei solchen Situationen Autos gestoppt, ja sogar gewendet, um uns ihre Hilfe anzubieten, zweimal sogar Nevadas Highway Patrol! Schließlich erreichten wir - wie immer bei Gegenwind - Austin.

Auch dieser Ort scheint allmählich von der Bildfläche verschwinden zu wollen, die Einwohnerzahl schrumpft, es gibt kein Lebensmittelgeschäft mehr, lediglich zwei Tankstellen und zwei Cafe`s

24. Juni 2014

Nach mehr als 100 km und sehr viel Gegenwind in Middelgate (17 Einwohner!) angekommen. Viel einfacher kann ein Quartier dann auch wohl nicht mehr sein, allerdings konnte man dieser Location einen gewissen Charm nicht absprechen und das Abendessen (Burger) war durchaus empfehlenswert.

Anzumerken sei noch, dass wir hier auf der Strecke relativ viele Gleichgesinnte treffen. Der "Western Express" ist bei den radelnden Amis recht populär, allerdings fahren alle von West nach Ost, teilweise TransAm und nicht wie wir, umgekehrt. - Wir wissen inzwischen auch warum ;-)

25. Juni 2014

Haben in unserem bescheidenen Quartier in Middelgate besser geschlafen als erwartet und sogar noch Spiegeleier mit Speck frühstücken können. Die knapp 80 km auf dem Lincoln Hwy (Route 50) hatten wieder das hier übliche Profil: Basin rein, Basin raus, Basin rein ...! - Jetzt sind wir in Fallon angekommen, einer richtigen netten Kleinstadt mit `nem guten Best Western. Abendessen landestypisch beim Chinesen (oder bringe ich da jetzt etwas durcheinander?).

Brigitte hat vermutlich meine Erkältung geerbt :-(

26. Juni 2014

Obwohl nur gut 50 km und nicht wirklich nennenswerte Höhenmeter, war das heute eine der schwierigsten Etappen, die wir bisher in der USA gefahren sind. So einen starken und vor allen Dingen permanenten Gegenwind haben wir bisher noch nicht erlebt! Es war eigentlich weniger Radfahren, es war eher K(r)ampf.

An einer Kreuzung auf freier Strecke zwischen Fallon und Carson City befindet sich das unscheinbare Nest Silver Springs und natürlich ein riesiges Spielkasino (wer um alles in der Welt fährt hier mitten in die Pampa zum zocken?). Etwa 10 km weiter dann unser heutiger Zeltplatz: Lahontan SRA. War eigentlich mal ein idyllisches Fleckchen Erde an einem See gelegen, sogar mit Dusche. Jetzt verschwindet der See gerade gänzlich und der Platz vertrocknet und versandet. - Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass die Amis mehr als nur ein (selbstgemachtes) Klimaproblem haben ...! - Auf jeden Fall ist es hier schön ruhig (und windig), denn wir sind fast ganz allein.

Und auch das noch! - Die USA verliert gegen die Deutsche Nationalelf 0 : 1 ;-)

27. Juni 2014

Der Wind ist zur Zeit irgendwie gegen uns! - Mit viel Kraftaufwand sind wir dennoch in Carson City angekommen. Es nervt einfach, wenn man auf gerader Strecke gerade am knapp 10 kmh fahern kann und bergab auch noch kräftig treten muss. Sicher haben wir das Thema Wind bei unserer Tourenplanung etwas unterschätzt. Idealerweise sollte man eher von Westen nach Osten radeln und nicht - wie wir - umgekehrt! Ganz schön viel Lehrgeld das wir da zahlen ...! Und gleich noch eine Erfahrung: Unsere durchaus auf vielen Touren bewährte Marathon Mondial Evolution-Bereifung schwächelt hier ganz schön. Im Prinzip habe ich aufgehört zu zählen, wie oft wir schon flicken mussten. Es sind immer wieder ganz feine Drahtstifte, die in den Mänteln stecken und kleine aber feine Winzlöcher verursachen (sog. Schleicher). Man muss diese "Eindringlinge" fast mit der Lupe suchen, aber übersieht man nur einen, muss man am nächsten Morgen halt wieder flicken/pumpen. DAS NERVT!

Jetzt ist aber erst einmal für ein paar Tage Pause in Carson City, der mehr als 50.000 Einwohner zählenden Hauptstadt von Nevada. Haupterwerbszweig ist der Tourismus. Anziehungspunkte sind Spielcasinos, Geisterstädte aus dem Wilden Westen und stillgelegte Silber- und Goldminen. Wir werden uns also nicht langweilen.

28. Juni 2014

Pausentag und es wird immer heißer hier! - Wir genießen (nach soviel Wüste tatsächlich) ein wenig das (Groß)Stadtleben, besuchten den Farmermarkt, trinken guten Café (gibt`s in den Staaten eher selten) in Downtown, flanieren entlang der repräsentativen Regierungsgebäude und gönnen uns ein Abendessen in einem Pub. Das Leben könnte so schön sein, hätte Brigitte nicht meinen Virus geerbt. Der Hals brennt, das Allgemeinbefinden ist miserabel. Die seit Monaten eingeatmete äußerst trockene und staubige Luft hinterlässt leider schmerzhafte Spuren ...

29. Juni 2014

Wir sind vernünftig genug, die Erkältung(en) ernst zu nehmen und bleiben lieber noch etwas länger vor Ort, in der Hoffnung, dass auch Brigitte bald über`n Berg ist. Außerdem erleben wir gerade eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen jenseits der 100 ° f (38 °C und mehr), was die nächsten Etappen Richtung Sacramento auch nicht gerade verlockender macht. Da gibt es nämlich noch einen etwa 8.573 feet (2.613 m) hohen Pass zu überwinden.

Vermutlich werden wir erst am 01.07. weiter reisen ....

30. Juni 2014

Neuen Schlauch in Vorderrad eingezogen, Wäsche gewaschen und dem Nevada State Railroad Museum einen Besuch abgestattet (Männerspielzeug). Spätestens beim Handcar Ride konnte Brigitte beweisen, dass sie nicht nur Fahrrad fahren kann ;-)

Wir bereiten unsere Weiterfahrt vor.

01. Juli 2014

Arno am 66. Geburtstag: Gewicht 75 kg; BMI 27,9; Blutdruck 108 / 72 mm Hg; Körperfett 20,35 %; Puls 65; Hydratiossindex 3,44 - ich bin zufrieden).

On the road again! - The tour must (?) go on. Vorsichtshalber nehmen wir uns "nur" etwa 56 km bei knapp 500 Hm vor. Nach gut der Hälfte der Etappe das erste Highlight des Tages. In Genoa gibt es einen kleinen Lebensmittelladen mit angeschlossenem Café und bestem Eis :-)

Ich erlebe heute den vermutlich heißesten Geburtstag meines Lebens, da kommt das Eis grade recht. Apropos Geburtstag. Trotz langer, reisebedingter Abwesenheit und großer Ferne erreichen mich außerordentlich viele Glückwünsche, für welche ich mich auch hier recht herzlich bedanke.

Mit vollem Eisbauch kämpfen wir uns irgendwie durch bis zu dem Nest Woodfort und erreichen schließlich am frühen Nachmittag unser Quartier (Woodfort Inn). Das Zimmer ist relativ preiswert, aber frisch renoviert und gut ausgestattet. Lediglich unsere anschließende Nahrungsaufnahme gestaltet sich etwas kompliziert, da es hier so gut wie kein Angebot gibt.

Anzumerken sei noch, dass sich momentan die Landschaft verändert. Nicht mehr nur Desert und Highdesert, sondern jetzt Sierra (wir sind seit wenigen Kilometern wieder in Kalifornien) und hin und wieder ein grünes Fleckchen Landschaft. - Das tut soooo gut! Auch wenn wenige Meter weiter ein Bltzeinschlag für einen Waldbrand gesorgt hat, welcher aber (zum Glück) schnell von der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden konnte.

02. Juli 2014

Der Kid Carson-Pass (2.613 m) ist bezwungen, wir sind in Kirkwood, einem derzeit relativ verwaisten Wintersportort, angekommen. Der Ort besteht eigentlich nur aus Appartements und ganz wenig Gastronomie (die natürlich im Sommer geschlossen ist). Lediglich ein General Store, located in the Red Cliffs Day Lodge, is open with a deli, coffee and basic! Welch ein Gluck für uns ..

Der gestrige Blitzeinschlag unweit unseres Hauses hatte nebenbei bemerkt leider noch zur Folge, dass der Strom ausgefallen ist und wir ohne Licht, Klimaanlage, Toilettenspühlung (Pumpe), Fernsehen, etc. einschlafen mussten. - Welch ein Genuss!! ;-)

Morgen wird es noch mal (wieder) anstrengend, den unser Ziel Placerville, ist immerhin 115 km und knapp 1.000 Hm entfernt. Es geht aber oft bergab und die Landschaft wird immer grüner.

03. Juli 2014

Nach 117 gefahrenen Kilometern und 1.300 Hm bei bis zu 45 °C sind wir nur noch platt! - Die Berichterstattung wird Opfer akuter persönlicher Trägheit ;-(

04. Juli 2014

Independence Day in den USA und wir haben mit Sacramento wieder ein - von uns selbst gestecktes - Etappenziel erreicht. Schon seit gestern Nachmittag hat sich die Landschaft merklich verändert, irgendwie fast wie Weserbergland. Es gibt Wälder, jede Menge Hügel, relativ dichte Besiedelung, viel mehr grün, den American River und entlang dieses Flusses tatsächlich einen etwa 50 km langen - heute äußerst stark frequentierten - Radweg (American River Bike Trail).

Den späten Nachmittag und den Abend bis zum Feuerwerk verbrachten wir in Old Sacramento. Hier, direkt am American River, herrscht absolut reges (touristisches) Treiben. Auf hölzernen Bürgersteigen umrundet man alte, restaurierte Gebäude aus dem letzten Jahrhundert, findet man unzählig viele Souvenir- und Imbissläden, schnuppert man den Duft von Süßigkeiten und schwitzt bei Temperaturen von um die 40 °C still vor sich hin. - Es ist schön und turbulent hier.

05. Juli 2014

Morgen werden wir mit der Bahn nach Portland (ca. 16 Std.) reisen und von dort aus weiter mit dem Bus (ca. 3 Std. ) nach Astoria im Bundesstaat Oregon. Das bedeutet zunächst erst einmal wieder, dass wir sowohl für die Bahn- wie auch für die Busfahrt - die Räder so präparieren müssen, dass sie in eine genormte Bike-Box passen.

Die Hitze ist hier mittlerweile schier unerträglich und stoppt jeglichen Unternehmungsgeist. Aber an er Westküste soll es kühler sein ...

Wir sind jetzt knapp 4.600 km gefahren, haben vieles erlebt und gesehen, möchten aber außer Trockenheit und Wüste(n) auch noch mal etwas Pazifik, Strand und "blühende Landschaften" erleben.

06. Juli 2014

Bis 12:00 Uhr müssen wir ausgecheckt haben. Kurz vor Mitternacht startet dann der Zug nach Portlad. Viel Zeit also, die Räder fertig zu machen ...

 

Astoria, OR --> Crescent City, CA

or Map

07. Juli 2014

Wir sitzen im Zug und warten auf das Mittagessen. - Doch der Reihe nach. Gestern Nachmittag haben wir am Bahnhof von Sacramento zwei Bike-Boxen für unsere Räder gekauft und ganz entspannt die Räder verpackt (die Kartons sind nämlich recht groß!). Das übrige Gepäck haben wir an der Gepäckaufbewahrung abgegeben und bei brütender Hitze noch mal einen Bummel durch Old Sacramento unternommen. Sehr angenehm (weil klimatisiert) und äußerst beeindruckend war die Besichtigung des Railroad Museums. Von den Anfängen der Bahnfahrt bis zu riesigen Lokomotiven war hier alles zu "entdecken".

Danach noch ein Abendessen in einem Terrassenrestaurant direkt am American River und wir begaben uns zum Bahnhof. - Die Entfernung von der Bahnhofshalle zum Bahnsteig war riesig, der Zug viel zu früh, das Einsteigen entspannt und unser Schlafgemach (Roomette) klein, aber ausreichend und vor allen Dingen "privat".

Uns steht sowohl ein Frühstück, wie auch ein Lunch zu, also ein recht ordentlicher Standard (für Schlafwagen-Benutzer). - In Portland angekommen, auch hier ist es sehr heiß, werden wir wirklich freundlich an der Gepäckausgabe bedient und man erklärt uns, dass wir die Wartezeit bis zur Busabfahrt (etwa drei Std.) im klimatisierten Warteraum (mit gekühlten Gratisgetränken) verbringen dürfen. Also auch hier, wie in Deutschland bei den 1. Klasse Kunden, eine bevorzugte Behandlung der mehr zahlenden Fahrgäste. Uns war das mehr als Recht :-)

Die Weiterfahrt mit dem nicht klimatisierten Bus bis Astoria (auch etwa drei Std.) verlief routiniert. Wir bauten nach der Ankunft (etwa 21:00 Uhr) unsere Räder zusammen, suchten das Motel und kauften an einer Tankstelle unser Nachtmahl ein ...

08. Juli 2014

Im Bett schläft man(n) dann doch etwas besser als im Schlafwagen, zumal die Temperaturen hier wieder stimmen. Soll heißen, dass wir bei geöffnetem Fenster und nicht bei laufender Klimaanlage schlafen konnten.

Deutschland besiegt im Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft Gastgeber Brasilien 7: 1, ein unglaubliches Ergebnis, dass jetzt auch hier in den Medien wahr genommen wird (Michael Ballack kommentiert)!

Ansonsten gönnten wir uns noch einen Fahrradausflug in den Fort Stevens State Park, konkret hier zur Historical Site. Ist allerdings alles ziemlich militärisch (Bunker, Geschütze, Festungsanlagen, etc.), bzw. etwas makaber (Graveyard of the Pacific). Nun ja ...

Wir bereiten unsere Weiterreise nach Süden, jetzt auch wieder mit Übernachtungen im Zelt, vor.

09. Juli 2014

Wir radeln von Astoria aus in südlicher Richtung (oft mit Rückenwind) mehr oder weniger an der Pacificküste (Pacific Coast Route) entlang. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, verlassen wir die stark frequentierte 101 und benutzen Parallelwege.

Erinnerungen an Neuseeland werden wach, wir blicken auf`s Meer und radeln recht hügeliges Profil. Die Sonne schafft es endlich, die Wolken zu vertreiben, der Tag wird immer schöner. Auch Einkehrmöglichkeiten gibt es viele. Ein Flair wie beispielsweise an der Nord- oder Ostsee.

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir den Nehalem Bay Statepark, bzw. den dazu gehörenden Zeltplatz. Er ist riesig und hat einen Durchgang direkt zum Strand. Wir haben reserviert und bauen unter schattenspendenden Bäumen auf Gras unser (ziemlich lädiertes) Zelt auf. Es ist schön hier, eher etwas frisch, keinesfalls aber zu heiß.

10. Juli 2014

Wir haben Cape Lookout planmäßig erreicht. - Via Internet hatten wir auf dem State Park Campground (mit Duschen und recht teuer) einen schattigen Platz reserviert. Obwohl wir, was die Einschätzung vom Campingplätzen betrifft, inzwischen recht viel Routine haben, ist es uns gelungen, einen der ganz wenigen wirklich nicht so guten Plätze zu erwischen. Und das bei einer Auswahl von mehr als 130 Plätzen!

11. Juli 2014

Das mit dem Rückenwind funktioniert meistens. Heute mussten wir auch nur wenige Kilometer auf der 101 fahren, was den Tag, bzw. die Tour recht angenehm werden ließ. Aber 16 km vorm Ziel mussten wir zwecks Einkauf die Route verlassen und nach Lincoln City rein fahren. Plötzlich gab es überhaupt keinen Seitenstreifen mehr und Freitagabend-Feierabendverkehr vom Feinsten. Eine echte Tortur!

12. Juli 2014

Wir sind heute bei bedecktem Himmel und nur mäßiger Wärme in Waldport angekommen. Wir werden hier einen Tag Pause machen. Leider ist das Internet supermies!

13. Juli 2014

Pausentag. - Es ist den ganzen Tag bedeckt, kühl und von Zeit zu Zeit gibt es Nieselregen. Ist auch mal (wieder) ganz angenehm, denn Hitze hatten wir bisher wahrlich mehr als genug. Selbst unser Zelt freut sich.

Via Online-Ticker (Spiegel) verfolgen wir das Endspiel und werden WELTMEISTER! - Glückwunsch an die Deutsche Nationalelf!

14. Juli 2014

Das Wetter hat sich wieder etwas beruhigt. Wir fahren weiter auf der 101 (Oregon Coast Hwy) an der Küste entlang. Die Landschaft ist traumhaft. Immer wieder freier Blick auf den Pacific und vor allen Dingen schwindelerregende Tiefblicke von der Steilküste hinab auf die tosende Brandung.

Wir erreichen bereits am frühen Nachmittag Florence, bauen auf und unternehmen einen Bummel durch die malerische Hafenstadt. Eigentlich recht schön hier, wenn auch ein wenig touristisch. Aber bei der eindrucksvollen Landschaft, wem wundert`s?

15. Juli 2014

Am Morgen - wie anscheinend häufig hier - Nebel und leichter Niesel. Doch schon als wir das Zelt abbauten, bahnte sich die Sonne ihren Weg und begleitete uns bei unserer Weiterfahrt in Richtung Süden.

Auf der 101 gibt es momentan sehr viel Urlaubsverkehr (Wohnmobile, RV`s, Bootsanhänger, Motorräder, etc.) und teilweise leider nur recht schmale Seitenstreifen. Das bedeutet, dass wir sehr konzentriert fahren müssen und leider nicht so recht die herrliche Landschaft genießen können. In Reedsport, also 10 km vorm Etappenziel, kehren wir ein und gönnen uns ein zweites Frühstück (Arno wie immer Spiegeleier, Sunny site up, mit Bacon) und radeln dann entspannt - übrigens mit Rückenwind - zum reservierten Campground in North Lake. Wir haben übrigens heute die 5.000 km Grenze in den USA "geknackt".

16. Juli 2014

Nach etwa 80 km in Bandon angekommen und zur Abwechselung mal wieder ein Motel genommen (Wäsche waschen, alle Akkus aufladen, etc.).

Hauptproblem des Tages war die ca. 1,6 km lange Conde B. McCullough Memorial Bridge, oder auch North Bend Bridge, die wir - folgten wir weiter der 101 - unbedingt hätten überqueren müssen. Sehr starker Verkehr und ein wirklich nur 40 cm breiter Seitenstreifen waren ein zu hohes Sicherheitsrisiko für uns, so dass wir nach einer Alternative suchten, die wir schließlich auch fanden. Wir konnten die Brücke umfahren, allerdings um den Preis, dass wir zwar nur wenige Meilen mehr, sehr früh aber wieder zurück auf die 101 mussten, die an dieser Stelle auch noch für ein kurzes Stück identisch war mit dem Hwy 42 (noch mehr Verkehr und so gut wie kein Seitenstreifen.

Nach wenigen Kilometern hatten zweigte zum Glück die 42 ab, die 101 hatte wieder eine Shoulder und der (Ausflugs)Verkehr war wieder erträglich.

Das Wetter ist momentan nicht wirklich sommerlich. Dicke Wolken und kalter Wind sorgen eher für Herbststimmung.

17. Juli 2014

Blauer Himmel, die Sonne scheint, dennoch ist es nicht zu warm zum Fahren. - Wir erreichen wieder die Küste und sofort auch wieder traumhafte Aus- und Tiefblicke. Da stören auch die vorbei rauschenden RV`s nur wenig! Eine Bilderbuch Küstenlandschaft mit unendlichen Weitblicken über den Pazifik. Was hat uns nur so lange an den Wüsten gefallen?

Unser Campingplatz wirbt heute mit Schwarzwaldküche und durchaus deutschem Ambiente. Wir bestellen Wiener Schnitzel mit Kraut und lassen uns von einem Alleinunterhalter mit Musik berieseln. Alles ist gut.

18. Juli 2014

Wir sind gut in Brookings und hier auf dem Campingplatz Riverside RV Resort angekommen. Das war unsere letzte Etappe in Oregon. Morgen gönnen wir uns einen Pausentag und fahren am Sonntag weiter gen Süden zur Grenze nach Kalifornien.

19. Juli 2014

Der Tag ist grau geblieben, die Sonne hat es leider nicht geschafft! - Eigentlich das ideale Wetter, um sich an den Computer zu setzen und die Weiterfahrt zu planen. Noch etwa 700 km und wir sollten die Golden Gate Bridge per Rad überqueren.

Schon jetzt bei der Planung der Strecke, speziell aber beim reservieren der Campgounds müssen wir zu unserem Leidwesen feststellen, das Kalifornien um einiges teurer ist, als dass, was wir bisher gewohnt sind. Nun gut!

20. Juli 2014

Weiterfahrt über die kalifornische Grenze bis Klamath.

 

Crescent City --> San Francisco

Letzte Etappe unserer USA-Fahrradreise

or Map

 

21. Juli 2014

Kalifornien ist entweder Internet Entwicklungs- oder Notstandsgebiet! - So eine schlechte Netzabdeckung hatten wir ja nicht mal in der Wüste.

Leider sind unsere Erfahrungen bzgl. der Fahrradfreundlichkeit im nördlichen Kalifornien bisher auf der 101 auch nicht gerade die besten. Teilweise gibt es nur sehr, sehr schmale Seitenstreifen (shoulder), teilweise fehlen sie ganz.

Und das bei heftigem Urlaubs-Reiseverkehr. Besonders einige unfähige Wohnmobil- und Caravanfahrer sind völlig überfordert und gefährden uns auf`s übelste (ist aber in Europa auch nicht anders). Wir müssen äußerst konzentriert fahren und immer damit rechnen, in blöde Situationen zu kommen.

So viel zum Frust. Es gibt aber auch sensationell beeindruckende Landschaft, durch die wir fahren. Jetzt hat mal nicht die Küste Priorität, sondern der Redwood. Uralte Bäume, riesig hoch und mehrere Meter dick säumen die Straße und sind so dicht, dass kaum Sonnenlicht durchscheinen kann. Irgendwie kommt man sich dazwischen ziemlich klein vor ...

Das Wetter ist im Übrigen eher herbstlich. Nebelig, feucht,, kühl und kaum Sonne.

22. Juli 2014

Es ist uns gelungen, so gut wie gar nicht die 101 zu "benutzen", nur etwa 50 kn zu fahren und mittags schon in Eureka (unser zweites "Eureka" auf unserer Tour) zu sein. Die Zeit bis zum Einchecken bei Best Western haben wir uns u. a. mit dem Verzehr von etwa einem Pfund Eis vertrieben. - Jetzt laden wir erst mal alle Akkus, bringen die Homepage auf Vordermann, waschen uns und die Wäsche und "entdecken" dann (ähnlich wie Humboldt) EUREKA.

Eigentlich haben wir es nur bis in die Oldtown geschafft und das auch nur, weil wir Hunger verspürten. Schließlich sind wir in einer Brauereigaststätte gelandet, haben chinesischen Chickensalat, Fish and Chips, sowie Beefstew gegessen, also landestypisch ;-)

23. Juli 2014

Und wieder ist es uns gelungen, fast ohne die 101 benutzen zu müssen, San Francisco ein Stück näher zu kommen. Auf alten Landstraßen, vorbei an vielen verfallenen Farmen, sind wir bis Scotia geradelt und im Scotia Inn eingezogen. Irgendwie ist hier in der Gegend der Baustil sehr viktorianisch, auch unser Motel macht da keine Ausnahme. Aber irgendwie anheimelnd.

Wir werden hier drei Nächte bleiben. Einerseits um etwas dem Urlauber-Wochenendverkehr zu entgehen und andererseits um per Pedes der "Straße der Giganten", im Humboldt Redwood State Park einen Besuch abzustatten.

24. Juli 2014

Etwas Kultur, denn Scotia als "company town" - ganz der Holzverarbeitung (Redwood) verschrieben - ist etwas "besonders". Es lohnt, ein wenig durch die Geschichte zu bummeln.

Ansonsten haben wir neben Eis essen und Kaffee trinken noch etwas an der Planung für die kommenden Tage "gebastelt".

25. Juli 2014

Per ÖPNV zum Humboldt Redwoods State Park gefahren und hier eine sehr lohnende, mehrstündige Wanderung unternommen. Selbst in Neuseeland waren unseres Erachtens die Kauri-Bäume zwar teilweise dicker aber bestimmt nicht so hoch, wie die oft weit über hundert Meter hohen Redwoods. Dank privater amerikanischer Initiativen ist es gelungen eine größere Fläche vor dem Abholzen zu schützen und die Bäume in ihrer Natürlichkeit und Mächtigkeit zu bewahren.

Zurück ging es dann entlang der Avenue of the Giants ein Stück getrampt und schließlich wieder mit dem Bus zurück. Mit Western- und Countrymusic, gegrillten Spareribs und Salat haben wir dann den Tag in "unserem" hauseigenen irischen PUB den Tag ausklingen lassen.

26. Juli 2014

Etwas später als üblich, aber immer noch früh genug, sind wir wieder auf den Rädern und fahren mehr oder weniger parallel zur 101 bald auf der Avenue of the Giants weiter nach Süden. - Die Etappe soll heute nicht so lang werden, also lassen wir uns Zeit und immer wieder beeindrucken von den Riesenbäumen (die wir auch gestern schon bewundert hatten).

Wir sind jetzt etwa noch 350 km von San Francisco entfernt und quälen uns etwas mit der Reservierung unserer nächste Quartiere. Nicht nur, dass hier alles immer teurer wird, je weiter wir gen Süden kommen (Zeltplatz so um die 35 Bucks), nein auch frei Quartiere (egal ob Zelt oder Campground) sind immer schwerer aus zu machen, insbesondere am nächsten Wochenende. - Wird schon irgendwie klappen ...

27. Juli 2014

Wochenend(rück)reiseverkehr und wir mussten stückweise immer wieder auf die 101. - Noch schlimmer jedoch die Steigungen und die liebe Sonne. Bis zu 45 °C zeigte das Thermometer und im Schatten immerhin noch 39°C! Wir waren nach gut 70 gefahrenen Kilometern richtig platt.

Als endlich das Zelt stand, reichte es an einer nahe gelegenen Imbissbude (Biergarten?) gerade noch für je einen Burger und ein Eis. Dann nur noch schlafen ...

28. Juli 2014

Da wir wussten, dass wir heute über den letzten großen Berg vor San Francisco mussten, beeilten wir uns etwas mit dem Start. Dennoch lachte die Sonne bereits wieder, als wir auf die Räder stiegen. Zum Glück war der Verkehr aber noch nicht so dicht, wie am Vortag, lediglich ein paar Holzlaster (aber deren Fahrer beherrschen ja ihr Handwerk). Dann der Abzweig auf die 1 (California State Route 1) und oh Wunder, fast kein Verkehr mehr, dafür aber Steigung und Serpentinen vom Feinsten, meist jedoch im Schatten. Wir waren schneller auf knapp 600 m Höhe als befürchtet und kurvten kurz darauf talwärts. - Nebel und eine Schweinekälte! - Waren wir die letzten Tage eher etwas im Landesinneren, erreichten wir jetzt wieder die Küste und den kalten Wind und nichts als Nebel. Kaum Sicht auf den herrlichen Strand.

Am Wetter hat sich den ganzen Tag nicht mehr geändert, folglich blieben wir auf unserem Campingplatz, wuschen Wäsche, fetteten die Fahrradketten, nähten unseren hinteren Zelteingang zu (der Reißverschluss ist nun endgültig hinüber) und erholten uns.

29. Juli 2014

Wir sind nach einer relativ kurzen Etappe (44 km, 560 Hm) gut in Mendocino angekommen. Je nachdem wie weit wir beim Fahren von der Küste entfernt waren, wechselte ständig das Wetter zwischen Nebel und kalt, bzw. Sonne und relativ warm. - In Fort Bragg gab`s Frühstück (Three eggs, sunny site up and Bacon). Dann noch gut 15 km und wir erreichten Mendocino.

Mendocino ist eigentlich kein zusammenhängender Ort, es handelt sich um ein 894 Einwohner umfassendes Gebiet, das als ein zu Statistikzwecken definiertes Siedlungsgebiet, ausgewiesen ist.

Der Ort ist als Künstlerkolonie bekannt. Viele Häuser sind in traditioneller Holzbauweise errichtet, heute oftmals liebevoll gepflegt und restauriert. Etwas untypisch für die USA sind die vielen bunten Bauerngärten, die sich vor und hinter den Häusern erstrecken. Wenn jetzt noch das Wetter gut wird! - Egal, wir werden auf jeden Fall zwei Tage bleiben ...

30. Juli 2014

Pausentag. - Strandspaziergang, Eis essen, Bummeln, Relaxen, Faulenzen, Dösen, Träumen, Café trinken, Homepage pflegen, letzte Reisevorbereitungen treffen, Essen gehen, Urlaub machen ...

31. Juli 2014

Ohne Frühstück - das gäbe es nämlich in unserem Quartier erst gegen 9:00 Uhr - haben wir uns wieder auf den Weg gen Süden gemacht. Es ist extrem nebelig und auch kalt. Dabei hätte doch die Küstenstraße einiges spektakuläres an Ausblicken zu bieten, was wir heute aber ehr nur ahnen konnten. Nach etwa der Hälfte der Strecke (gut 20 km) gab`s Frühstück in Elk. Dort haben wir dann auch einige Gleichgesinnte auf Rädern getroffen und uns gegenseitig unser Leid insbesondere über die amerikanischen Autofahrer geklagt.

Es wurde langsam etwas wärmer und der Nebel lichtete sich (oder umgekehrt). Jedenfalls verging die Zeit auf dieser sehr hügeligen und landschaftlich reizvollen Strecke schnell. Kurz vor Manchester dann unser KOA-Campingplatz, mit welchem wir sehr zufrieden sind, denn es gibt u. a. Abwaschbecken, eine Küche und saubere Waschräume.

01. August 2014

Kein Internet auf dem Campingplatz und auch kein Handyempfang. Und das gerade heute, wo aus irgend einem Grund meine Kreditkarte nicht mehr funktioniert und man in den USA ohne Kreditkarte faktisch nicht existent ist! Da Brigitte ihre Karte schon seit längerem wegen "feindlichen Angriffen (krimineller Abbuchungsversuch)" gesperrt ist, wurde uns etwas heiß. Wenigstens fanden wir schließlich noch `ne altmodische Telefonzelle und konnten so das Schlimmste abwenden.

Berichtenswert auch die Tatsache, dass wir erstmals auf einem Hiker & Biker Zeltplatz campieren mussten, da es uns trotz frühzeitigem Bemühen einfach nicht gelungen war, noch irgendwo einen freien Zeltplatz zu reservieren.

02. August 2014

Noch mal `ne richtig anspruchsvolle Etappe, sowohl von der Länge, wie auch von den Höhenmetern her (98 km, 1.500 Hm)! - Zum Glück war das Wetter eher fahrradfreundlich und der Verkehr nur abschnittsweise sehr intensiv.

Etwas angenehme Kurzweil bereitete uns ein Fahrradrennen, in welches wir unfreiwillig rein geraten waren. Wenn wir auch stehts "durchgereicht" wurden, gab es doch immer wieder kurze herzliche Kontakte.

In Olema erwartete uns dann aber ein recht "ordentlicher" Campingplatz, der wochenendbedingt allerdings recht belebt war, was aber weiter nicht störte. - Als Abendessen gab`s Pellkartoffeln, Hering und Tomatensalat.

03. August 2014

Pausentag. - Um uns herum Abbruch und Aufbruch, der Platz leert sich. Die "armen Amis" sind für ihre durchschnittlich nur zwei bis drei Wochen Urlaub im Jahr auch wirklich nicht zu beneiden. Überhaupt gibt es nicht wirklich viel, was ich wirklich besser als bei uns daheim finde. Dieses Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat auch `ne Menge Nachteile.

Wir verbummeln den Tag mit einem Besuch im Visiter-Center (San-Andreas-Verwerfung), Eis essen (trotz des herbstlichen Wetters), Einkaufen, Waschen, etc. halt alles was man an einem Sonntag so macht.

04. August 2014

Die letzte Etappe unserer 6.000 km USA Fahrrad-Rundreise ist gefahren, wir haben wohlbehalten - wenn auch um ein paar Kilo leichter - San Francisco erreicht.

Besonderen Eindruck hat natürlich - wem wundert`s - die Passage der Golden Gate Bridge hinterlassen. Mehr als zwei Kilometer lang und sehr, sehr hoch waren aber eher nicht das Problem, sondern die Hunderte von Radfahrern, die uns entgegen kamen! Es scheint sehr beliebt zu sein, sich ein Fahrrad zu leihen und dann über die Brücke zu fahren, allerdings entgegengesetzt der Richtung, aus welcher wir kamen. Zum ersten Mal in den USA, dass uns Radfahrer Stress machten!

Wir haben uns einen U-Bahnhof gesucht und sind bis zu unserem Quartier in Millbrae völlig entspannt durchgefahren.

Wir sind etwas erschöpft, aber glücklich, die doch sehr lange Strecke ohne größere Pannen, vor allem aber unfallfrei überstanden zu haben. Amerika - zumindest der Teil, den wir kennen gelernt haben - ist alles andere als fahrradfreundlich. Schon gar nicht die RV-Fahrer ...!

Wir gönnten uns noch ein Woche San Francisco-Urlaub, lernten diese spanende und abwechslungsreiche, bunte Stadt kennen und lieben ... ! Es ist schön hier - nicht nur wegen der "Brüste des Indianermädchens" (Twin Peaks oder auch "Los Pechos de la Chola) ;-) - sondern vielmehr wegen der friedlich nebeneinander lebenden Völkervielfalt, der abwechslungsreichen Architektur, den viele Kneipen, eben dem hiesigen "way of life". Ich kann die "68iger" sehr gut verstehen, dass sie gerade diesen Ort 1967 für den "Summer of Love" ausgewählt hatten.

Gern kommen wir wieder ...

San Francisco (04. - 11. Aug. 2014)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Arno`s Reiseerkenntnisse:

 

 

Pannen

- Brigittes Fahrradhelm gebrochen, neuen TREK-Helm gekauft

- Schaltung von Brigittes Rad defekt. - Repariert

- Thermarest-Matte hat ein Loch, - Geflickt

- Flip Flops durchgelatscht. Zwei Paar neue gekauft

- Rad von Arno: Hinterradfelge gerissen. - Neues Hinterrad gekauft

- Rad von Arno: Reifen 3 x platt, geflickt

- MSR Kocher Dragonfly (schon wieder) gebrochen. Neuen gekauft. Vielleicht sollten wir nun doch allmählich mal das Modell wechseln! ;-(

- Beide Hinterräder ersetzt (Marvic 317, 36 Loch, Shimano LX Nabe), obwohl die eine noch recht neu (aber unterdimensioniert) war

- Rad von Brigitte: Reifen 4 x platt, geflickt

- Ständer an Brigittes Fahrrad abgebrochen. Neuen gekauft (leider schlechte Qualität!)

- Bügel von Brigittes Brille abgebrochen, geklebt.

- Betrugsversuch mit Brigittes Mastercard, Karte sperren lassen.

- meine Email-Adresse wird zu meinem Leidwesen von "bösen Buben" zum versenden von SPAM-Mails verwendet, das nervt (täglich etwa 200 MAILER-DAEMON), das nervt!

- Bügel von meiner Brille abgebrochen. - Wurde in Brookings in einem Brillen-Shop kostenfrei durch einen neuen ersetzt.

- Brigittes Mütze hat es vorgezogen, in der Eisdiele zu bleiben. - Ich kann die Mütze verstehen ...

- Zelt Hilleberg, Saivo irreparabel defekt. Entsorgt

- auch meine Masercard musste aufgrund eines feindlichen Betrugsversuches gesperrt werden

 

 

Karpaltunnelsyndrom

Aus Überzeugung und weil optimal belad- und belastbar (keine Kompromisse wg. Federung erforderlich) fahren wir ungefederte Reiseräder, konkret MTB, Trek 990, Single Track, ZX Series, MTB, gemuffte und konifizierte True Temper Cro Mo Rahmen weinrot-metallic, Baujahr 1990, Made in USA, die ich entsprechend umgebaut (Laufradsatz 26" Shimano Deore XT / Xtreme ar-line 3, Shimano XT(R) Schaltungs und V-Breakkomponenten, TUBUS Hinterradträger und Lowrider sowie jede Mange B + M Elektronik (vgl. Fahrradelektronik), Marathon Mondial Evolution-Bereifung, etc.) und modifiziert habe.

Die Räder haben sich in der rauen Praxis (häufig Gravel roads) schon seit vielen Jahren bewährt und sind kaum reparaturanfällig.

Nicht so ganz optimal bei diesem Rädern sind u. a. die etwas lange Sitzhaltung und die Belastung der Hände, bzw. der Handgelenke (Karpaltunnelsyndrom) beim langen Fahren im Gelände, auf Naturstraßen und Gravel (Brigitte kann ein Lied davon singen … ). Die Hände und Gelenke beginnen zu schmerzen, zu kribbeln oder gar taub zu werden, manchmal sogar nachts. Eine drohende nachhaltige Schädigung des Nervus medianus versuchen wir durch die Verwendung von ERGON-Griffen und extrem stoß- und vibrationsabsorbierende Handschuhe zu kompensieren.

Eine individuelle Beratung durch die Firma Roeckl war hier sehr hilfreich und hatte zum Ergebnis, dass wir Rad-Handschuhe mit hochwertiger alpha-GEL-Polsterung benutzen. Das von ROECKL SPORTS gemeinsam mit Sportmedizinern und Spitzensportlern entwickelte Innenhanddesign soll die Nerven mit speziell angeordneten Polstern aus hochwertigem Schaumstoff und Silikongel vor Stößen und Vibrationen schützen. Zudem soll die nahtlose Polsterung spürbar die punktuelle Druckbelastung auf die Daumenbeuge, die unabhängig von Lenkerform und Griffposition beim Radfahren entsteht, reduzieren.

 

Hier Brigittes Bericht dazu:

Nachdem ich auf unserer Nordkapptour ungepolsterte Fahrradhandschuhe getragen habe, waren an beiden Händen die Fingerspitzen von Mittel- und Zeigefinger taub. An das nächtliche Aufwachen mit tauben Fingern möchte ich mich dabei nur ungern erinnern. Dies führte dazu, dass meine Feinmotorik besonders beim Essen und Schreiben äußerst eingeschränkt war. Entgegen der Erfahrung aus früheren Fahrradtouren ging das Taubheitsgefühl auch bei unseren Zwischenaufenthalten in Deutschland nicht mehr zurück.

Für unsere Neuseelandreise wechselte ich zu dem Modell Dresden der Firma Roeckl. Dies führte dazu, dass ich nachts nicht mehr mit tauben Fingern/Händen aufwachte, allerdings ging die bestehende Taubheit der Fingerspitzen nur geringfügig zurück.

Für unseren USA-Aufenthalt wählte ich nun das Modell Alpha Gel der Firma Roeckl. Schon im ersten Monat unserer Radtour verschwand die Taubheit in den Händen komplett. Meine Feinmotorik war zurück und ich begeistert. Allerdings gibt es auch beim Modell Alpha Gel für mich einige kleine Nachteile: Der Handschuh ist ein Männermodell und deshalb erst ab Größe 8 erhältlich – normalerweise habe ich 7,5. Es handel sich um ein recht steifes Modell und ich habe einige Stunden mit dem Eintragen zugebracht. Das hat sich für mich aber gelohnt.

Der Preis für den Handschuh liegt eher im oberen Bereich. Dies wird aber durch seine Langlebigkeit mehr als ausgeglichen. Er zeigt nach 6000 km auf dem Rad nur geringe Verschleißspuren.

Würde ich mir den Alpha Gel wiederkaufen: ja, immer wieder.

 

Resümee

Wir haben die längste Radtour unseres Lebens absolviert, die wiederum aber „nur“ Teil einer fast ganzjährigen Bike-Tour war. – Amerika als Ziel zu wählen, zumindest der von uns befahrene südwestliche Teil, war – im Nachhinein betrachtet – mutig. Obwohl wir lange vor der eigentlichen Tour etliche Informationen beisammen getragen hatten, waren wir doch etwas überrascht, als wir dann real mit den Straßenverhältnissen, den langen Distanzen, der teilwiese sehr dünn besiedelten Wüsten- und Hochwüstenregionen, dem „american way of life“, die Art der Campgrounds und Motels, sowie mit Kultur, Geschichte und dem Amerikaner als solchen, konfrontiert wurden. Andererseits haben wir grandiose Landschaften, Stein gewordene Monumente, bis in den Himmel wachsende Bäume und endlose Strände, sowie herzliche Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erleben und erfahren dürfen und Eindrücke gewonnen, die unsere bisherige „Denke“ über Amerika stark modifiziert hat.

Nein, der von uns bereiste Teil Amerikas ist wahrlich noch kein fahrradfreundliches Land. Die verkehrliche Infrastruktur ist eindeutig auf das (große) Auto ausgerichtet. Wenig Personen-Bahnstrecken und nur rudimentärer übriger ÖPNV. Ohne Auto bist du hier eigentlich nicht wirklich lebensfähig! – Die an den Straßen vielfach vorhandenen Seitenstreifen (Shoulder), sind nicht wirklich für`s Radfahren konzipiert (und entsprechend ungepflegt), sondern dienen dem Autofahrer als Ausweich- und Abstellfläche und sind häufig mit nervigen Rattermarken (zum Aufwachen) und durchgehender weißer Linie von der Hauptfahrbahn abgetrennt. Allerdings gibt es in größeren Städten oft markierte „bikelanes“ auf der Straße. Man muss sich als Radfahrer stets seiner untergeordneten Position bewusst sein, defensiv, vor allen Dingen aber höchstkonzentriert fahren und jeden versehentlichen Schlenker in den fließenden Verkehr unbedingt vermeiden. Der Autofahrer bremst selten …

Vielerorts kann man aber mittlerweile erste zaghafte Radfahrerbewegungen beobachten, die hoffen lassen, dass sich die verkehrliche Situation zumindest in ferner Zukunft verbessert. Auch ist die Straßenverkehrsordnung (unterschiedlich in den einzelnen Bundesländern) seit kurzem dahingehend ergänzt worden, dass überholende Autos einen Mindestabstand zum Fahrrad von drei feet (rd. ein Meter) einhalten müssen.

Ein ganz besonderes Ärgernis für uns (Reise)Radfahrer sind allerdings die häufig unfähigen RV-Fahrer (Recreational Vehicles) mit ihren überdimensionierten, schwerfälligen und unförmigen Wohnmobilen (Ausnahme: Truck-Driver, die können nämlich fahren). Sie beherrschen die Monster einfach nicht und überholen für uns manchmal lebensgefährlich.

Zu unserer Reiseroute ist anzumerken, dass der Besuch vieler Nationalparks und Naturdenkmale auf dem Colorado-Plateau unser erklärtes Ziel war. Desert und Hightdesert prägen diese Landschaft und die Tatsache, dass es hier seit Jahren eine Dürreperiode gibt, macht die Situation auch nicht besser. Für den Tourist bedeutet das schlicht, dass man Trockenheit, Staub, Hitze und Wasserarmut akzeptieren muss, wenn man diese Gegend bereist. Gut, für den Autofahrer ist das meist kein allzu großes Problem, da sein Vehikel klimatisiert und der Kofferraum voll Wasser ist (gekühlt). Uns erschreckt dagegen ein Schild mit dem Hinweis „Next Service 80 Miles“ dann doch schon eher. Bis zu 13 Litern Wasser haben wir zusätzlich zu unserem ohnehin schon schweren Gepäck aufgeladen.

Etwa drei Monate haben wir uns unter solchen Bedingungen – vorwiegend in Utah – aufgehalten. Zu lange, wie wir jetzt meinen, denn sowohl unsere Haut als auch unsere Atemwege haben unter der Trockenheit, dem Staub und der Hitze erheblich gelitten, selbst unser Zelt ist jetzt reif für die Mülltonne. Nichts gegen die Qualität von Hilleberg, aber Sandsturm, Extremhitze, Trockenheit und etwa 300 „Betriebstage“ übersteht auch dessen Gewebe nicht und schon gar nicht die Reißverschlüsse.

Wir haben schließlich den Besuch des Yosemite Nationalparks aufgegeben und sind stattdessen von Sacramento aus mit der Bahn nach Astoria (Oregon, Westküste) an den Pazifik und von hier aus mit dem Rad ca. einen Monat gen Süden entlang der Küste nach San Francisco geradelt. Denn da gab es noch eine Erfahrung, die wir machen mussten: Plane bei Radtouren in den Staaten stets die vorherrschende Windrichtung mit ein (Inland von Ost nach West, Pazifikküste von Nord nach Süd).

Unsere lang erprobte Navigation per Computer (Open MTB Maps) und Garmin hat sich auch hier wieder bewährt. Die zusätzliche Zuhilfenahme von Kartenmaterial der Adventure Cycling Association ist absolut hilfreich und unbedingt zu empfehlen.

Schließlich noch ein paar Anmerkungen zu den Zeltplätzen (campgruonds). Die Campingphilosophie der Amerikaner unterscheidet sich stark von unserer. Der Ami freut sich, wenn er einen möglichst großen Platz irgendwo inmitten der freien Natur mit Feuerstelle, Grill, Bank, Klo und Sonnenschutz vorfindet. Alles andere (Wasser, Holz, Lebensmittel, etc.) bringt er in seinem großen Auto mit. Insofern muss man meist damit rechnen, dass es längst nicht immer Wasser oder gar Duschen, bzw. Abwaschbecken gibt, schon gar nicht einen Shop, um das Nötigste zu kaufen (Ausnahme: private Campingplatze). Sind die Plätze reservierbar, muss man mit mindestens einer Woche Vorlauf rechnen. Bei Plätzen ohne Reservierungsoption gilt first come, first surf. Für uns und unsere Art zu reisen sowohl als auch nicht gerade angenehm. Allerdings gibt es bei den Statepark Plätzen an der Westküste Hiker & Biker Sides, wo man eigentlich immer unterkommen sollte.

Konsequenterweise haben wir etwa die Hälfte der Reisezeit in Motel Zimmern verbracht. Man will ja schließlich auch mal Duschen!

Die Reise war mal abgesehen von der hier teilweise geäußerten Kritik, bzw. den gemachten Erfahrungen trotzdem mehr als beeindruckend und einzigartig und durchaus zu empfehlen. Zugegeben, man muss nicht unbedingt Fahrrad fahren, um all diese grandiosen Eindrücke sammeln zu können, aber wir sind sicher, mit dem Auto ist das Erlebnis nicht annähern so intensiv.

Was würden wir bei einer Wiederholung anders machen? – Wir würden nicht ganz so lange in der Wüste bleiben, wir würden mit leichtem Gepäck und Rennrädern fahren, wir würden in vorgebuchten Motels, Hotels, Pensionen, etc. wohnen (sog. Kredit-Card-Tour), wir würden noch zufriedener sein ….

 

Arno & Brigitte

 

 

 

Statistik

 

Die gesamte gefahrene Strecke (ohne Zeltplätze und Motels). Die beiden geraden Linien zeigen an, wo wir die Bahn, bzw. ein Taxi benutzt haben

or Map

 

Start war in Berlin am 25. März 2014 und Rückkehr nach Berlin soll am 12. August 2014 sein; dies entspricht 141 Tage unterwegs. Dabei haben wir etliche Flugkilometer und 6.040 km mit dem Rad zurückgelegt. Ebenfalls mit dem Rad haben wir immerhin rund 57.000 Höhenmeter erklettert.

Sehr hilfreich für unsere Vorbereitung und Planung waren der Internetauftritt und die Landkarten der Adventure Cycling Association, einer non-profit Organisation für Fahrradrouten in den USA

#Vorwort