Pfingst-Radtour 2012

Gemeinsam mit Vera und Mario wollen wir vom 26. Mai - 28. Mai per Rad und Zelt einen Pfingsausflug unternehmen. Da wir erst am Samstagnachmittag los kommen (Brigitte muss arbeiten) wird die erst Etappe nur kurz sein und voraussichtlich auf dem Zeltplatz Ketzin enden.

Geplant ist, von hier aus dann am Sonntag bis zum Zeltplatz Steckelsdorf (etwa 85 km) zuradeln. - Schließlich am Pfingstmontag geht`s weiter bis zum Bahnhof Glöwen (etwa 65 km).

Die Wetterpronose ist bestens, wir werden in Kürze starten ...

 

REISEBERICHT

 

Das Wetter hielt, was die Meteorologen versprochen hatten, Sonne satt …

Gegen 16:00 Uhr saßen wir am Samstag auf den Rädern und folgten erstmals in unserer langjährigen Fahrradpraxis dem Track auf unserem Garmin, den wir mittels der Komoot-Software ermittelt hatten. Da Brigitte bei der Routenwahl nicht die Option „meist Asphalt“ sondern „mit Schotter“ angeklickt hatte, gestalteten sich die gut 43 km bis Ketzin ausgesprochen abenteuerlich. Ein bunter Mix aus Baumwurzeln, tiefem Sand glattem Asphalt und ab und an Kopfsteinpflaster machte uns das Vorankommen zwar nicht gerade leicht, dafür aber sehr abwechselungsreich.

Wie gesagt, auf das Rad von Brigitte hatte ich das alte GARMIN 60 CSx montiert, während ich auf der Lenkertasche das iPhone 4 s zu liegen hatte. Auf dem GARMIN lief im Hintergrund die Topo Deutschland (2010), auf dem iPhone die von Komoot bereit gestellten OpenStreetMap-Datensätze. – Beide Anzeigen waren exakt und der Track nicht zu verfehlen. Allerdings machte mein iPhone kurz vorm ziel schlapp, der Akku war leer (hatte ich vorher zu 100 % geladen). Nun konnte ich leider auch nicht mal mehr bei Mario & Vera anrufen, um ihnen mitzuteilen, dass unser geplantes Treffen auf dem Zeltplatz Ketzin unmittelbar bevor stand. Glücklicherweise stand Mario – vermutlich weil er sich Gedanken wegen unseres Ausbleibens machte – wartend an der Fähre und lotste uns zwecks Nahrungsaufnahme direkt in die Kneipe.

Mit vollem Bauch und fast schon mit Stirnlampen errichteten wir flugs unsere „Hütte“, plauderten noch ein wenig über die neuen Errungenschaften der Orientierungstechnologie und sanken schließlich müde in unsere Schlafsäcke. Dass unsere lieben Nachbarn noch bis gegen 2:00 Uhr Remmidemmi machten, störte uns (fast) gar nicht mehr….

Pfingstsonntag

Dank eines von Mario geliehenen, u. a. auch mit Sonne zu ladenden Stützakkus konnte ich meinem Handy über Nacht wieder etwas Leben einhauchen (ca. 50 %), verzichtete aber vorsorglich auf die weitere Navigation damit. Schließlich gab`s ja noch GARMIN und natürlich Mario, der mit wesentlich besserer Technik (Nabendynamo, Kraftwerk, Android, etc.) ausgestattet ist. – Wir folgten fortan also nicht mehr unserer Technik, sondern ganz einfach Mario. ;-)

Nach dem Frühstück, noch auf dem wirklich freundlichen und gepflegten Campingplatz Ketzin, stiegen wir so gegen 10:00 Uhr wie der auf die Räder und nahmen Kurs auf Brandenburg an der Havel, passierten den Ort südlich, radelten am südlichen Ufer des Breitlingsees entlang und orientierten uns schließlich wieder gen Norden. Nach etwa 60 km dann die nächste Fähre bei Pritzerbe. – Der Radweg war immer gut und landschaftlich absolut reizvoll. Lediglich die Tatsache, dass wir wegen der herrlich sonnigen Pfingstfeiertage nicht so ganz allein unterwegs waren, machte mir zeitweise heftig zu schaffen (Gegenverkehr, jede Menge Fußgänger, rasche Lichtwechsel, etc.), aber spätestens bei dem einen oder anderen Eisbecher und jeder Menge Spezi war ich wieder versöhnt und für die nächsten Kilometer gestärkt. Tatsächlich waren es bis zum wieder am See gelegenen Zeltplatz Steckelsdorf bei Rathenow fast noch mal 30 km ehe wir etwas verschwitzt, aber völlig (selbst)zufrieden unsere Zelte auf den extra teueren Stellplätzen am Wasser (Zuschlag "Seeblick" 2,50 EURO/Platz/Übernachtung!) aufstellten. Doch damit noch nicht genug des Glücks, das Campingplatz-Restaurant bot uns für knapp 10 EURO auch noch ein opulentes Grillmenue an. Herz was willst Du mehr?

Auch diesen relativ neu angelegten Zeltplatz kann man reinen Herzens empfehlen, es hat alles gepasst, außer vielleicht der Tatsache, dass man für warmes Abwaschwasser (in der Küche) `ne extra Wertmarke benötigt!

Pfingstmontag

Im Gegensatz zum Vortag war es hier nachts völlig ruhig, lediglich das für uns Stadtmenschen ungewohnte frühe Vogelgezwitscher erschien auffällig laut. Ein paar Gnitzen hatten sich uns noch vorm Schlafengehen als Nahrungsquelle ausgesucht, was zwangsläufig dazu führte, dass es hier und da allenthalben zweiweise ganz schön juckte ...

Da wir bis spätestens 10:00 Uhr am nächsten morgen abgereist sein mußten (bei späterer Abreise wird ein weiterer Tag berechnet), beeilten wir uns, weg zu kommen.

Durchweg auf gutem Asphalt (selten nur Plattenwege) kurvten wir gemütlich und voll der Navigation von Mario trauend bei bestem Reisewetter entlang grüner Auen, Waldstücken, Seen und Feldrainen, zunächst bei Schollende. Zweites Frühstück! Schließlich haben wir ja einen erhöhten Kalorienbedarf.

Nächstes Etappenziel war das Gasthaus zur Güldenen Pfanne in Havelberg. Bewusst (und wie sich später rausstellte auch zurecht) hatten Mario + Vera diese Gaststätte als krönenden Abschluss unserer gemeinsamen Tour gewählt. Eine echte Empfehlung!

Von hier aus dann (mit vollen Bäuchen) recht zügig zum Bahnhof Glöwen, da wir noch einen bestimmten Zug kriegen wollten. Sechs Minuten vor Abfahrt besagten Zuges waren wir am Ziel, mussten die Fahrkarten folglich im Zug lösen. Das war aber eher das kleinere Problem, das bereites beim Einsteigen volle Fahrradabteil bereitete wesentlich mehr Schwierigkeiten (und auch etwas Verdruss). Gegen 18:00 Uhr waren wir wieder in Berlin …

Die Tour hat nicht nur wegen des guten Wetters viel Spaß gemacht. Die Campingplätze haben gepasst, die Radwege waren super, das Miteinader war ausgesprochen angenehm und harmonisch. Mario hat sich al vorzüglicher Navigator und Planer qualifiziert (u. a. mit umfangreichem elektronischem Equipment), Vera hatte mit enormer Treffsicherheit alle am Wege liegenden Eiscafes ausgespäht.

Wann fahren wir wieder zusammen ??

Arno & Brigitte

 

Empfehlung: Bericht von Mario

 

Radroute zum Pfingstausflug 2012 (197 km)

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