Peru 2008

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Fahrrad-Trekking in Neuseeland war eine schöne neue Erfahrung, aber uns wurde inzwischen klar, dass wir eigentlich das klassische Trekken, vor allem aber Südamerika, noch mehr lieben.

Vorbereitung

Reiseplan (Tabelle)

Reisetagebuch

Resumee

Alle Bilder zu unser Perufahrt klick.

Fahrrad-Trekking in Neuseeland war eine schöne neue Erfahrung, aber uns wurde inzwischen klar, dass wir eigentlich das klassische Trekken, vor allem aber Südamerika, noch mehr lieben.

Eigentlich seit Rückkehr von Neuseeland hat Brigitte wieder Reiseführer studiert und Abende lang im Internet gesurft, ehe wir – jetzt Ende Mai 2007 - beschlossen haben, möglicherweise nach Peru zu reisen.

Klar haben wir auch überlegt, ob wir nicht mal wieder `ne richtige Wintertour machen sollten, wie damals in den Sarek, vielleicht mal im Winter nach Kanada, aber bedingt durch die Tatsache, dass uns lediglich der Monat Februar als Reisezeit zur Verfügung steht, Nordeuropa wegen der Dunkelheit ausscheidet und Kanada wegen der Bären, etc.. – Vielleicht haben wir in den nächsten Jahren mal Gelegenheit, die Urlaubsplanung in die Sommerferien zu verlegen.

 

Vorbereitung

 

25. Mai 2007

Anfrage an das Reisebüro Ehlert wg. Flügen: Frühester Tag des Abflugs ist entweder Freitag, der 25. Jan. 2008, abends oder Samstag, den 26. Jan. 2008. Abflug von Tegel. Der Rückflug müsste so gewählt werden, dass wir am Montag, den 25. Feb. 2008 wieder zur Arbeit gehen können. Der Zielflughafen für den Hinflug soll Cuzco (Peru) sein. – Den Rückflug würden wir gern von Arequipa aus starten.

Wieder bereiten wir uns vor, indem wir Reiseführer und Tourenberichte studieren, intensive Internetrecherche betreiben und erste - vorläufige - Festlegungen treffen. In einem Land, das kulturhistorisch so bedeutsam ist, planen wir einen vierwöchigen Spagat zwischen Sightseeing, Trekking und Bergsteigen. Grobes Ziel unserer Planungen ist CUZCO and AREQUIPA.

02. Juni 2007

Die Flüge sind gebucht, wir bestellen online Landkarten in den USA.

Juli 2007

Bisher keine Reaktion auf unsere Landkarten-Bestellung. Seit Anfang des Monats besitzen wir ein neues GPS-Gerät (Garmin GPSmap 60 CSx) und nutzen den Berchtesgaden-Urlaub, um das Gerät besser kennen zu lernen, bzw. Handhabung und Anwendung zu trainieren.

08. August 2007

Wir haben in den USA tel. nachgefragt, ob noch Aussicht besteht, die bestellten Landkarten zu erhalten. Die Antwort war positiv. - Parallel habe ich mich in einem GPS-Forum (NaviBoard) registrieren lassen, um hier Tipps für GPS-geeignetes Kartenmaterial zu erhalten. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.

12. August 2007

Wir sind Mitglieder der South American Explorers Org. (SAE) geworden. Wir versprechen uns von dieser Mitgliedschaft weitere wertvolle Informationen, Kontakte und Services, aber auch Landkarten, Reisepläne, etc.

14. September 2007

Irgenwie "klemmt`s" mit dem Kartenmaterial! - Trotz mehrfacher Erinnerungen und diverser Telefonate haben wir immer noch nichts zugeschickt bekommen. Auch die Mitgliedskarte vom SAE kommt nicht ...!

07. Oktober 2007

Verfügen jetzt über peruanisches Kartenmaterial (gescannte Karten, TIF-Format, Maßstab 1 : 100.000), die wir über omnimap.com per Download bezogen und mit etwa 30 $ / Stück bezahlt habe. Ferner besitzen wir inzwischen auch die Software FUGAWI, Vers. 4.
Nun meine Frage an die Spezialisten unter Euch: Beim Kalibrieren der TIF-Karten (Kartendatum: Transversal Mercator, Datum horizontal PROVISIONAL DE SUR AMERICA, Zona 18) gelingt es uns leider nicht, das Fugawigitter exakt auf dem aufgedruckten Gitter zu plazieren (bis zu 100 m Abweichung). Auch das "Spielen" mit den Karteninformationen, bzw. Projektionsparametern führte bisher nicht zum Erfolg. - Hat vielleicht jemand einen Tipp, bzw. eine Idee?

Habe via NaviBoard eine sehr plausibel klingende Antwort erhalten:

"...denk bitte mal über die Größenordnung und deine Anforderungen nach, 100 m Abweichung sind gerade mal 1 mm auf der gedruckten 100000er Papierkarte. Scanner haben Gleichlaufschwankungen, die schon bei einem A4-Scan Ungenauigkeiten in dieser Größenordnung verursachen können, zusätzlich erzeugen manche Scanner auch noch in geringem Maß sogenannte Scherungen, das resultierende Bild ist dann parallelogrammartig verzerrt, was allerdings mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. Bei einem DIN A0-Scan kann da ganz locker mehr als 1 mm zusammenkommen.

Und zum Schluß: wer gewährleistet, daß die Karte selber überhaupt so genau die Realität abbildet???

Viel Spaß in Peru
Hans"

17. Oktober 2007

Fa. Weinert & Partner hat die Karten auf Papier gedruckt (ca. DIN A 1). Tolles Ergebnis! - Jetzt kann die Feinplanung beginnen ...!

16. Novemeber 2007

Die Erwartungen, die wir in die South American Explorers Org. (SAE) gesetzt haben (Service) sind bisher leider ziemlich enttäuscht worden. Es gibt keine effizienten Reaktionen auf Email-Anfragen oder Telefonate. Schade eigentlich ....

20. November 2007

Via Internet in Lima, Cusco und Urubamba um Hotelreservierungen gebeten.

23. November 2007

Zusagen aus Cusco und Urubamba.

29. November 2007

Zusagen aus Lima.

11. Dezember 2007

Günter Hane, Chef der der Trekkingagentur HANE Tours gibt uns seit Tagen wertvolle, deutschsprachige Tipps und Ratschläge. Wir prüfen derzeit für den zweiten Teil unserer geplanten Tour (mindestens) zwei Varianten:


Variante 1:
Klassische Ausangate-Tour (Tinqui, Jampapass, Chillca, Rapapass, Tinqui); Verlängerungsoption: Abstecher zum Sbinacochasee.


Variante 2:

Tinqui, Jampapass, Chillca, Pitumarca; Verlängerungsoption: Abstecher zum Sbinacochasee.

17. Dezember 2007

Tourenplanung (Tabelle) modifiziert / aktualisiert

19. Dezember 2007

Digitalisiertes Kartenmaterial mit FUGAWI importiert und kalibriert (Kartengitter in Deckung gebracht, Referenzpunkte definiert). Testweise Wegpunkte bestimmt eine Route „konstruiert“ und nach GARMIN MapSource exportiert. – Die Freude war riesig, als wir via Google Earth kontrollieren konnten, dass unsere Test-Navigation zielführend war.

02. Januar 2008

Recherchiere seit etwa drei Wochen intensiv das Thema "Satellitentelefon". - Wenn überhaupt, müsste es wohl ein Iridium-Satelliten-Telefon Typ 9505(A) der Fa. Motorola sein. Kauf des Gerätes (plus SIM Karte prepaid, plus Prepaid Voucher 75 min) wäre eine Alternative, die aber sehr teuer ist; eine andere Variante wäre ein Satellitentelefon zu mieten. Das bei weitem interessanteste Angebot hat mir die Fa. satrent.de unterbreitet.

04. Januar 2008

Sind jetzt Besitzer eines Iridium-Satelliten-Telefon Typ 9505(A), gekauft (sehr gute Beratung) bei der Fa. Globetrotter. - Mit der Fa. Brandspot Satellitenkommunikation GmbH haben wir - zu sehr annehmbaren Konditionen - einen Vertrag über eine Iridium PrePaid Karte abgeschlossen. Die Besonderheit des Vertrages: Miete pro Woche, plus verbrauchsabhängige Gesprächskosten.

11. Januar 2008

Reservierungsbestätigung der PERURAIL erhalten für die Fahrt: Ollantaytambo – Machu Picchu – Ollantaytambo am 30. Jan.

17. Januar 2008

Die "heiße Phase" der Vorbereitungen hat begonnen. In einer Ecke der Wohnung wächst der Ausrüstungs-Berg, via HANE Tours haben wir die Logistik rund um Cusco organiert, wg. der Transfers rund um Arequipa verhandeln wir derzeit mit Carlo Zarate Adventuras, das Telefon funktioniert ...

21. Januar 2008

Es ist jedes Jahr das selbe; Brigitte und ich, wir kämpfen mit den Pfunden (gemeint ist selbsverständlich vorrangig des Fluggepäck). Das erst Probepacken war sehr deprimierend. Viel zu viel Gewicht! Jetzt heißt es also mal wieder, Entscheidungen zu treffen ...!


Interessante Links:
WIKIPEDIA / Peru
HANE Tours
LLama Path
Carlo Zarate Adventuras
Unterwegs in den Bergen
CORDILLERA BLANCA TREK -Trekking - Climbing – Hiking Peru
weather.yahoo.com - PERU


Zeitzonen, Zeitverschiebung

Deutschland (Sommerzeit): UTC + 2
Deutschland (Winterzeit): UTC + 1
Peru: UTC - 5
Beispiel: Ist es in Deutschland (Winterzeit) 15:00 Uhr, ist es in Peru 09:00 Uhr.

 

Reiseplan

 

Datum Ziel Quartier
Samstag
26.01.2008
Flug von Berlin nach Lima (Peru)
Hotel in Lima
Hotel Basadre Suites
Sonntag
27.01.2008
Flug nach Cusco
Cusco Altstadt
Hotel in Cusco
Pension Alemana
Montag
28.01.2008
Sacsayhuman, Kenko, Puca
Pucara und Tambo Machay
Hotel in Cusco
Pension Alemana
Dienstag
29.01.2008
Fahrt nach Pisaq, Urubamba
Hotel in Urubamba
Hotel Monasterio
de la Recoleta
Mittwoch
30.01.2008
Machu Picchu
Hotel in Urubamba
Hotel Monasterio
de la Recoleta
Donnerstag
31.01.2008
Maras; Salinas de Marars
Inka Terassen in Moray
Hotel in Cusco
Pension Alemana
Freitag
01.02.2008
Trekking Vorbereitung
Hotel in Cusco
Pension Alemana
Samstag
02.02.2008
Transfer Cusco > Uchullullo
Zelt
Sonntag
03.02.2008
Trekking - Cordillera Vilcanota
Zelt
Montag
04.02.2008
Trekking - Cordillera Vilcanota
Zelt
Dienstag
05.02.2008
Trekking - Cordillera Vilcanota
Zelt
Mittwoch
06.02.2008
Trekking - Cordillera Vilcanota
Zelt
Donnerstag
07.02.2008
Trekking - Cordillera Vilcanota
Hotel in Sicuani
Freitag
08.02.2008
Sightseeing in Sicuani
Hotel in Sicuani
Samstag
09.02.2008
Transfer Sicuani > Cusco
Hotel in Cusco
Pension Alemana
Sonntag
10.02.2008
Reservetag
Hotel in Cusco
Pension Alemana
Montag
11.02.2008
Flug nach Arequipa
Hotel in Arequipa
La Posada del Puente
Dienstag
12.02.2008
Arequipa
Hotel in Arequipa
La Posada del Puente
Mittwoch
13.02.2008
Pichu Pichu
Zelt
Donnerstag
14.02.2008
Arequipa
Hotel in Arequipa
La Posada del Puente
Freitag
15.02.2008
Arequipa
Hotel in Arequipa
La Posada del Puente
Samstag
16.02.2008
Chivay
Hotel in Chivay
Casa Andina
Sonntag
17.02.2008
Cabanaconde
Hotel in Cabanaconde
Kuntur Wassi
Montag
18.02.2008
Cabanaconde
Hotel in Cabanaconde
Kuntur Wassi
Dienstag
19.02.2008
Arequipa
Hotel in Arequipa
La Posada del Puente
Mittwoch
20.02.2008
Arequipa
Hotel in Arequipa
La Posada del Puente
Donnerstag
21.02.2008
Arequipa
Hotel in Arequipa
La Posada del Puente
Freitag
22.02.2008
Flug nach Lima
Hotel in Lima
Hotel Basadre Suites
Samstag
23.02.2008
Rückflug nach Frankfurt
Flugzeug
Sonntag
24.02.2008
Flug Frankfurt-Berlin
Bett in Berlin

 

 

R E I S E T A G E B U C H

Vorbemerkung: Bedingt durch den Charakter der Tour - wir werden einen Teil der Zeit fernab jeglicher Internetkommunikation sein – ist eine tagaktuelle Berichterstattung in diesem Fall nicht immer möglich. Stattdessen werde ich jeden Abend handschriftliche Aufzeichnungen fertigen, und bei Gelegenheit (Internetcafe, etc.) abtippen und veröffentlichen. Später - wenn wir wieder daheim sind - werden wir das Tagebuch um einige typische Bilder, Links und Infos ergänzen und dem ganzen schließlich ein ordnendes Vorblatt verpassen. - Viel Spass bei der Lektüre!


25. Jan. 2008

Das Gepäck ist am Flughafen, wir haben eingecheckt. Wecken wird so gegen 3:00 Uhr sein, Abflug gegen 6:35 Uhr.

26. Jan. 2008

Pünktlich um 5:00 Uhr stand das Taxi vor der Tür. Abflug 6:45 Uhr nach Frankfurt, von hier weiter nach Caracas. Das Beseondere, bis Caracas flogen wir buisiness-class! - Nicht dass bei uns der neue Wohlstand ausgebrochen ist, nein, wir haben lediglich in den letzten Jahren \"Meilen\" gesammelt und jetzt dafür Luxus pur genossen. Nicht zu vergleichen mit der üblichen "Holzklasse"! Selbige holte uns dann aber in Caracas wieder ein. Ab hier hiess es nämlich wieder Economy-class! Der Übergang war plötzlich und brutal. Ein ungeordneter Haufen Menschen wartete geduldig auf den Abflug der TACA-Airline nach Lima. Mit etwas Verspätung landeten wir schliesslich dort so gegen 20:30 Uhr Ortszeit. Unser vorgebuchtes Hotel hatte ein Taxi geschickt, dass uns sicher durch Limas Grossstadtverkehr (8 Mill. Einwohner!) zu unserem Hotel brachte (etwa eine Stunde Fahrzeit). Noch kurz einen Salat gegessen und dann ab ins Bett. Schliesslich wäre es in Deutschland jetzt 5:00 Uhr.

27. Jan. 2008

Start um 6:30 Uhr mit dem Taxi zum Flugplatz. Abflug um 8:40 Uhr. Es reichte noch für ein Frühstück am Flughafen. Alles gut geklappt, sind um 10:30 Uhr bei Sonnenschein in Cusco angekommen. Es wartete bereits ein vom Hotel (Pension Alemana) geschickter Taxifahrer. Zunächst entlang irgendwelcher Hauptstrassen mit Mengen von ungeordneten Stromkabeln, einfachen Häusern, bei denen nicht selten der Monierstahl für die irgendwann geplante nächste Etage in den Himmel ragt, bis wir uns schliesslich der an einem Hang errichteten Altstadt von San Blas nähern.

Unbeschreiblich enge Gassen, unübersichtlich und teilweise historisch gepflastert, geht es aufwärts bis wir schliesslich vor der Pension Alemana ankommen - wir sind viel zu früh (unser Flug Lima - Cusco wurde ständig nach vorne verlegt), warten bei Coca Tee bis das Zimmer gerichtet ist, bemerken erstmals die Höhe von etwa 3.350m. Unser Organismus muss sich erst umstellen, wir kommen ja quasi von normal Null.

Kommentar von Brigitte: Cusco ist im historischen Teil im Schachbrettmuster angelegt, man kann sich also recht schnell orientieren.

Eigentlich wollten wir nur im nächsten Geschäft Spezi und Saft kaufen um dann einen faulen Tag zu verbringen. Aber aus irgendeinem Grund sind wir einfach weitergelaufen bis wir an den Abzweig nach Saqsaywaman gekommen sind, so dass auch der Besichtigung des Kopfes des Pumas (Sonnentempel) kein Hinderniss entgegenstand.

Zurück in der Pension plagte uns gleich wieder die Unrast oder die Neugierde. Kurz entschlossen machten wir uns auf den Weg in die Altstadt waren überwältigt von der Plaza de Armas, suchten schliesslich an dessen Peripherie eines der vielen Restaurantes auf.

Es hatte zu Regnen begonnen. Jetzt endlich war Schluss mit Kondition. Wir wollten nur noch nach Hause.

28. Jan. 2008

Obwohl wir gestern sehr früh im Bett waren, war die Nacht für mich (Arno) nicht sehr erholsam. Grässliche Kopfschmerzen plagten mich, ich nahm eine Aspirin, wartete auf den Morgen..! - 7:30 Uhr Frühstück, ich habe sehr viel getrunken, Hunger hatte ich nicht. Es regnet etwas, wir starten in den Tag. Wir wollen heute die bestellten Zugfahrkarten und die Eintrittskarten für Macchu Picchu besorgen. Was konkret bedeutet, dass wir uns mit einem Stadtplan bewaffnet mutig in das geschäftige, südländisch anmutende, hektische Cusco begeben. Erst die Tickets für die Bahnfahrt, dann an anderer Stelle die Busfahrkarten und schliesslich wieder woanderst die Eintrittskarten für den Macchu Picchu.

Cafe-Pause - die Sonne kommt hervor. Frisch gestärkt besichtigen wir die Basilica Catedral. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk mit einer Vielzahl von Altären und einem unglaublichen Prunk. Danach zurück zur Pension. Ein Stündchen Siesta, wir geniessen die warme Nachmittagssonne im hübschen Garten unserer Pension. Dann nochmal 200 Hoehenmeter bis nach Quenko einer weiteren Inka-Ruine in der Nähe von Cusco.

Anmerkung von Brigitte: Wegen Aklimatisation natürlich zu Fuss und Arno hat dafür die steilste Treppe von ganz Cusco gefunden.
Abendessen in einem kleinen Restaurant in der Nähe unserer Pension. Unsere Hygiene verwöhnte Maegen mussten ganz schön schlucken .... .

29. Jan. 2008

Schon besser geschlafen, auf jeden Fall ohne stärkere Kopfschmerzen. - Bis 9:00 Uhr hatten wir gepackt, gefrühstückt, einiges Gepäck in der Pensiom deponiert, gezahlt und uns den Weg zum Busbahnhof erklären lassen. Dort angekommen, wurde gerade ein Bus nach Pisac, unseren ersten Reiseziel heute, ausgerufen. Schell erklommen wir den schon sehr betagten Bus, fanden sogar noch einen freien Platz auf der Rückbamk und waren ganz sicher die einzigen Touristen an Bord. Es ging hoch bis auf ueber 3.700m, dann abwärts bis Pisac (ca. 3.000m). Bezahlen, aussteigen und hier sofort den riesigen Markt besichtigt (es ist uns gelungen, trotz intensiver Animation, nichts zu kaufen). - Kurze Einkehr, dann mit Taxi zu den INKA-Ruinen. Das klapprige Wägelchen schraubte sich über Serpentinen hoch auf über 3.600m, wir waren am Ziel. Vor ums trassierte Berghänge und Steinmauern der INKAS. Ohne Mörtel gebaut, exakt zusammengefügt, minimale Fugen! Wir begaben uns auf Entdeckungsreise, erkommen Steintreppen und schmale Pfade, traversierten teils heftig ausgesetzt in luftiger Höhe immer wieder vorbei an Ruinen. Jetzt begann ein ca. 600 Höhenmeter tiefer Abstieg zurück nach Pisac. - Wieder kurze Einkehr und dann erneut per Taxi nach Urubamba, bzw. bis kurz vor den Ort, denn hier befand sich \"unser\" nächstes, dieses mal recht komfortabeles Hotel. Abendessen und früh zu Bett, denn um 5:30 Uhr wird der Wecker klingeln ....

30. Jan. 2008

Um 5:30 Uhr klopfte es an unsere Tür, wir wurden geweckt. Kurzes Blitzfrühstück, um 6:15 sassen wir in der Taxe Richtung Ollantaytambo, fuhren zum Bahnhof. Bemerkenswert, das Bahngelände wurde bewacht und konnte nur mit gülrigem Reisepass betreten werden.

Von jetzt an war alles sehr ordentlich und pünktlich. Unsere Tickets wurden mehrfach kontrolliert, dann bestiegen wir den wartenden Zug, suchten unsere reservierten Plätze. Das Abteil war voll, der Zug fuhr ab. Entlang dem Rio Urubamba ging es durch eine fabtastische Berglandschaft Richtung Aguas Calientes. Unterwegs wurde – wie im Flugzeug – ein Imbiss gereicht.

Am Ziel angekommen, suchten wir den Bus, der uns die rd. 400 Hm zum Eingang des Macchu Picchu bringen sollte. Die Fahrt in engen Serpentinen auf nicht asphaltierter Strasse war gruselig! Endlich geschafft. Wieder Ticket- und Eintrittskontrolle und schon blieben wir an der nächsten Kontrolle hängen, unser Tagesrucksack war zu gross!!!! Also abgegen und mit Kleinstgepäck weiter.

Noch ein kurzer Anstieg und Macchu Picchu lag vor uns. Was war das? Ehrlich gesagt hatte ich mir das ganze noch viel grösser vorgestellt. Egal, der Anblick der Anlage ist grandios. Wir gingen auf Entdeckungsreise. Zuerst schlugen wir den gepflasterten Weg zum Sonnentor (Intipunku) in rd. 2.715 m Höhe ein (Anmerkung Brigitte: Unterkante Wolken bei rd. 2.550 m. Wir hatten also eine typische Arno und Brigitte Aussicht), dann bei leichtem Regen zurück, im Zickzack durch die Ruinen, dann fiel der Blick auf den Huayna Picchu (2634 m). – Da die Anzahl der potentiellen Besteiger reglementiert ist ( maximal 400 Personen pro Tag) probierten wir am frühen Nachmittag unser Glück ... und durften passieren (nicht ohne den Eintrag sämtlicher Personalien in ein Zählbuch). Es ging rasant steil hoch auf glitschigen Stufen, teilweise drahtseilgesichert und forderte `ne ganze Menge Kondition. Kurz vor dem Errichen des Gipfel hatte es begonnen staerker zu regnen, wir mussten Scharen von teilweise recht unsicheren Absteigern passieren lassen, ehe wir rauf durften. Die Aussicht war wg. der Wolken mässig.

Vorsichtig stiegen wir wieder ab, drehten noch ein paar Ehrenrunden duch Macchu Picchu und bestiegen schliesslich den Bus, der uns wieder zum Bahnhof bringen sollte. – Ich vermied es, aud dem Fenster zu schauen ... .

Unten noch ein Kaffee und `ne Cola, dann bestiegen wir wieder den Zug. Oh Wunder, dieses mal war er leider viel weniger komfortabel!

Es war dunkel, als wir Ollantaytambo erreichten. Schnell (zu schnell?) hatten wir eine Taxi gesucht, das vermutlich gar keines war. Egal, wir sind heil am Hoyel angekommen ... .

31. Jan. 2008

Eigentlich hätten wir länger schlafen können, trotzdem waren wir relativ früh wach. Es hatte die ganze Nacht heftig geregnet.

Um 9:00 uhr stand mal wieder eine Taxe vor der Tür. Erste Etappe unserer mehrstündigen Sightseeing Tour waren die Salzterassen (Salinas de Maras). Salzhaltiges Quellwasser wird auf hunderte von Becken verteilt, wo das Wasser dann verdunsten soll, so dass Salz übrig bleibt. Funktioniert aber wg. der Regenzeit momentan kaum. Weiter ging es auf nicht asphaltierter Schotterpiste zu den Inkaterassen von Moray. Man gewinnt den Eindruck von oben in ein Stadion zu schauen. Auf den unteren Ebenen hat man Kartoffeln, Quinea und ... gepflanzt.

Weiter ging unsere Tour nach Chinchero (Stadt des Regenbogens, 3.770 m). Ein weiteres mal gab es Inkaruinen zu bestaunen, aber auch eine prachtvolle Kirche, welche auf Inkamauern errichtet wurde. Dann traten wir schliesslich die Rückfahrt nach Cusco an.

Besonders aufgefallen sind mir unterwegs die fast mittelalterlich anmutenden Ortschaften, einfache Lehmbauten, allerlei frei rumlaufendes Getier, einfachste Lebensbedingungen ... .

01. Feb. 2008

Eigentlich haben wir fast den ganzen Tag dafür genutzt, unsere morgen beginnende Trekkingtour ins Ausangate-Gebiet vorzubereiten. Gereinigtes Benzin und Lebensmittel kaufen, Rucksäcke mit Bedacht packen (sind trotzdem zu schwer geworden), letzte Reiseinfos einholen, etc..

Morgen (Samstag) soll es gegen 8:30 Uhr losgehen. Mit einem geländegängigen Auto werden wir bis Uchullucllo (ca. 3.900m) gebracht (falls der Weg überhaupt wegen der Regenzeit befahrbar ist) und dort abgesetzt. Damit verabschieden wir uns erst mal aus der Zivilisation und werden wohl kaum noch online gehen koennen. Werde also wieder meine alte Kladde rauskramen und das Tagebuch klassisch führen. - Wenn alles planmässig verläuft, könnt Ihr und gut acht Tagen hier nachlesen, wie es so war. - Bis bald liebe Freunde ....

TREKKING AUF "HOHEM NIVEAU" - VILCANOTA

02. Feb. 2008

Pünktlich um 08:00 Uhr stand unser Taxi vor der Tür, es sollte uns nach Uchullullo bringen und etwa in einer Höhe von 3.900m absetzen. Vermittelt hatte uns diese “Sondertaxe” die schon mehrfach erwähnte Fa. HANE, der ich von hier aus noch einmal unseren ganz besonderen Dank für den perfekten Service aussprechen möchte.

Zunächst ging es also auf breiten Strassen bis Checapube, ab hier dann Schotter und Feldwege. Die Sonne scheint, wir sind aufgeregt, aber guter Dinge, kaufen noch mal Wasser.

Gegen 10:00 Uhr sind wir am Ziel. Wir schultern unsere viel zu schweren Rucksäcke und stapfen los. Erst mal ein paar Meter abwärts, dann beginnt es allmählich zu steigen. Im nächsten Dorf, wir sind wieder auf etwa 3.900m, sprechen uns zwei Dorfbewohnerinnen an und lassen uns erst dann wieder ziehen, als B. ihnen etwas abgekauft hatte (einen winzigen, geschliffenen Stein). Ab jetzt steigt es kontinuierlich und steiler, Wir erreichen den ersten Pass. (etwa 4.050m). Ein Hirte, der dort mit seiner Familie das Vieh hütet, zeigt uns den richtigen Weg. Das Fotographieren seiner Familie (ich hatte selbstverständlich vorher gefragt) lässt er sich dann doch bezahlen.

Es geht jetzt wieder etwas abwärts, etwa wieder bis auf 3.900m, danach wieder rauf auf ca. 4.100m. Hier beschlossen wir, nach etwa fünf Stunden Gehzeit, abseits der Starsse unser erstes Lager zu errichten und zwar wg. des benötigten Trinkwassers, unmittlbar neben einem Bach. Zuvor waren wir noch durch ein kleines Dorf gekommen, sind ausschliesslich netten und fröhlichen Menschen begegnet. – Wir sind jetzt stehend ko.. Endlich steht das Zelt (direkt am Bach). Doch noch bevor ich den letzten Hering einschlage, zieht urplötzlich ein fatales Gewitter auf. Rasch einsetzender Hagel, Blitz und Donner von einer Heftigkeit, dass eigentlich der nächste Blitz unser Zelt treffen muss! – Wir haben Angst!

Endlich, endlich lassen Gewitter und Niederschlag etwas nach, wir können uns `ne Suppe und `nen Tee oder umgekehrt, brühen.

Jetzt ist es 19:53 Uhr, ich werde das Tagebuch beiseite legen und die Stirnlampe löschen und es Brigitte gleichtun, sie schläft bereits…

03. Feb. 2008

Es hat so ziemlich die ganze Nacht geregnet. – Durchschlafen konnten wir allerdings in dieser ungewohnten Höhe sowieso nicht, ging aber einigermassen. Hätte schlimmer kommen können, z. B., dass der Bach neben unserem Zelt unwetterbedingt übers Ufer gestiegen wäre!

Um 05:30 Uhr heisst es also aufstehen, raus an den Bach, Wasser für Tee und Kaffee pumpen/filtern (Danke Kaktus und Helmut, das Gerät bewährt sich ausgezeichnet). – Um 08:00 Uhr waren wir wieder auf der Piste. Der Rucksack wog noch mehr, da wir das Zelt nass einpacken mussten.

Es ging jetzt einige Kilometer in Richtung Chillca (4.400m), immer am Bach entlang auf gutem Weg mit mässiger Steigung. Nun hiess es aufpassen, da wir hinter Chillca den Ausangate-Trek verlassen wollten, um in Richtung Sibinacocha abzubiegen.

In der Reisebeschreibung hiess es, dass es keine Brücke gibt und wir den … durchwaten muessten. – Wir entdeckten aber dennoch eine sehr abenteuerliche, windschiefe Brücke, die wir mit zitternden Knien passierten.

Leider waren wir so aber viel zu früh auf die andere Bachseite gequert, was uns erhebliche Navigationsprobleme bereitete. – Die Kondition war inzwischen mal wieder dahin, die Moral sank auch erheblich. Ausserdem hatte es fast den ganzen Tag geregnet! Wir haben nasse Füsse und Socken. Am endlich gefundenen, richtigen Abzweig bauten wir unser Zelt auf. Es regent und regnet …

04. Feb. 2008

Geschlafen haben wir eher mässig. Aber das ist wohl kein Wunder bei dieser Höhe und der körperlichen Anstrengung, dem einfachen Essen (Tütensuppe), etc.! – Umso verdutzter waren wir, als wir von einer Autohupe geweckt wurden.

Wir bauten ab und starteten. Es ging sofort zur Sache. Steil einen Hang empor bis zu einer Höhe von etwa 4.500m, dann endlich wieder ein Weg. Diesem folgend erreichten wir nach mehreren Stunden eine Höhe von 4.800m. Mal wieder Scluss mit Kondition! Wir suchten neben dem Weg nach einem Plätzchen für unsere Hütte. Gerade rechtzeitig, denn kaum stand das Zelt, ging ein heftiges Berggewitter auf uns nieder, wieder sehr angsteinflössend. Dazu gesellte sich starker Hagel, danach Schnee. – Wintereinbruch! – Von Zeit zu Zeit befreiten wir das Zelt von den Schneemassen, dann übermannte uns die Müdigkeit …

05. Feb. 2008

Der erste Blick bei Tagesanbruch galt der aktuellen Schneelage; abbrechen oder weitergehen? Wir entschieden uns für Letzteres, packten die nassen Klamotten zusammen und starteten gegen 08:30 Uhr. Die Sonne versuchte, den Neuschnee zu tauen.

Urplötzlich endete unser bis dahin ganz passabler Weg. Wir versuchten nun mit Karte, Kompass und GPS einen eigenen Weg auf den etwa 5.100m hohen Pass zu finden, was uns (mit grösstem Krafteinsatz) schliesslich auch irgendwann gelang. Himmel, waren die Rucksäcke schwer, die Berge steil und die Kondition gering…! – Wir haben unsäglich geschindert, um dieses Gipfel- oder besser Passglück “geniessen” zu können/dürfen.

Nach kurzer Rast liefen wir noch ein paar Kilometer, allerdings jetzt abwärts. Etwa bei einer Höhe von 4.800m schlagen wir – mal wieder an einem Bach – unser nächstes Lager auf. Es ist kalt.

06. Feb. 2008

Mein Magen rebelliert, was den Schlafkomfort in dieser Höhe nicht gerade fördert. – Apropos Nahrung und Verdauung; wir versuchen viel zu trinken, der Wasserfilter von Helmut und Kaktus leistet beste Dienste, wir trinken das Wasser sogar auch ungekocht. – Beim Essen sind wir sehr, sehr, bescheiden. Morgens ein paar Kekse, etwas Käse, und am Abend Tütensuppen.

Die Sonne scheint, als wir in Richtung Sibinacocha starten. Wir verbleiben meist so auf einer Höhe von 4.800m, müsssen beim Navigieren aber heftig aufpassen, denn oft führt der direkte Trek (wir sind schon lange weglos) entweder mitten in einen Bach, den es zu durchwaten gilt, oder aber viel schlimmer noch, mitten in ein Hochmoor. Kondotion alle, aber dann noch solche Hindernise weiträumig umgehen!!! (reine Schikane). Wir schleppen uns eigentlich nur noch vorwärts, es steigt längst wiedeer. Bis zur Südspitze des Sibinacocha Sees sollen es lt. GPS “nur noch” drei Kilometer sein, aber wir brauchen Stunden. Wir überschreiten wieder die 4.900m-Grenze, quälen uns weiter. Wo ist denn endlich dieser “verdammte” See?. – Dann doch; kaum noch zu glauben, es gibt ihn; wir blicken auf den höchstgelegenen See der Erde (4.865m). Auf einer Höhe von 4.950m finden wir einen Schlafplatz mit “Seeblick”. – Zelt aufbauen, nur noch trinken und `ne Brühe; wir können einfach nicht mehr! – Die Nacht bricht herein, das Zelt überfriert!

07. Feb. 2008

Eigentlich logisch, dass wir kaum etwas gegessen hatten und es vorzogen, schnell in den warmen Daunenschlafsack zu kriechen. Dennoch schliefen wir nur ratenweise. Spätestens um 6:00 Uhr kochte ich Tee und Kaffee, wir packten ein, bauten ab und starteten in Richtung Strasse.

Wir mussten spätestens jetzt eine Entscheichung treffen. Entweder in drei Tagesetappen zurück zu unserem Startort – etwa 35 km GPS Linie - oder ein zwei Etappen der Strasse bis Antonio Pampa folgend, um uns von dort abholen zu lassen.

Angesichts unserer momentanen Verfassung entschieden wir uns für letztere Variante. Wir riefen Fa. HANE an (Satellitentelefon) und baten Herrn Hane zu prüfen, ob er einen Transport (Taxi) organisieren kann, wir wollten dann abends das Ergebnis nachfragen.

Kaum hatten wir das Telefonat beendet, kam uns ein LKW entgegen, der hier die Funktion eines Busses (Kollektivo) hat. Wir stoppten ihn und fragten, ob und wann er zurück fahre. Die Antwort lautete, in etwa 2 Std. – Wir setzten uns an den Wegrand, um zu warten.

Und tatsächlich, so etwa gegen 12:30 Uhr erschien mit einer Riesenstaubwolke „unser“ LKW. – Ach herjeh war der schon voll!!!

Trotzdem wurde hinten die Ladeluke geöffnet und unsere Rucksäcke und wir hineingepfercht. – Wir befanden uns in bester Gesellschaft, auf der unteren Ebene Lamas, Alpackas, Gepäck, Kinder und Frauen; auf einer zweiten Ebene die Männer. Die jetzt beginnende gut dreistündige Fahrt werden wir wohl nie vergessen. Es staubte und schüttelte unaufhörlich. Kamen wir an bewohnten Gegenden vorbei, mussten wir wg. Karneval mit Wasserbomben rechnen, oder mit noch weiteren Passagiern. – Ganz mulmig wurde mir, als noch ein paar tote Tiere hereingereicht werden sollten – zum Glück fehlte der Platz.

Die Männer um mich herum hatten mich längst als „Gringo“ ausgemacht und versuchten mit mir zu kommunizieren; oder machten sie sich etwa ein wenig lustig über mich? Wagte ich mal einen Blick aus den oben offenen Kastenwagen heraus blieb mir schier das Herz stehen; Faszinierende Landschaft, aber auch ein Fahrweg, der oftmals total absturtzgefährdet war, höllische Abgründe und Riefblicke, aber auch jede Menge Felsen über den Köpfen. Endlich, endlich erreichten wir Sicuani.

Obwohl ich mich mit dem Lama, das mir vertrauensvoll den Kopf zwischen die Beine gelegt hatte, langsam angefreundet hatte, waren wir überglücklich endlich aussteigen zu dürfen, diesen Abenteueritt unbeschadet überlebt zu haben .. . - Wir und unserer Rucksäcke waren über und über mit Staub bedeckt, es knirschte zwischen den Zähnen.

Sofort schloss sich die nächste Mutprobe an; wir bestiegen eine Motorrikscha, also ein Tuk Tuk und liessen uns zum Zentrum chauffieren. Schnell war ein „Hotel“ gefunden, der Kampf gegen den Staub begann, allerdings mit nur mässigem Erfolg. Wir sind jetzt wieder auf einer Höhe von 3.600 m.

Kurze Bilanz: Wir sind auf einer Höhe von ca. 3.900m mit viel Gepäck (Zelt, Lebensmittel, Isomatten, dicke Daunenschlafsaecke, mechanischem Wasserfilter, Regenkleidung, Schalenschuhen, etwas Technik, Benzin und Kocher,etc.) gestartet; haben uns mühsam bis auf etwa 5.100m hochgearbeitet, mussten diverse Regen-, Hagel- und Schneeschauer über uns ergehen lassen, Bäche durchqueren, Hochmoore umgehen und beim Navigieren oft inprovisieren (Skizzen, wenig Kartenmaterial). – Vorwiegend waren wir auf einem Level, dass höher als der Mont Blanc ist. Wir haben in wenigen Tagen sehr viel erlebt und gelernt. Wir haben ein grandioses Stückchen Erde kennen gelernt, aber auch unsere Grenzen ...!

Sollten wir irgendwann wiederkommen, würden wir es auf jeden Fall vorziehen, das Gepäck transportieren zu lassen, länger zu aklimatisieren und uns etwas mehr Zeit nehmen.


08. Feb. 2008

Da unser Zimmer Richtung Hauptstrasse ausgerichtet war, wurde es nie wirklich ruhig. Egal, mal wieder im Bett zu schlafen, war schon ganz angenehm. – Hatten wir uns am Vorabend nur rasch durch das brodelnde Sicuani geschlichen, um noch etwas Nahrung aufzunehmen, gingen wir jetzt auf Entdeckungstour.

Sicuani ist zumindest zu dieser Jahreszeit ziemlich frei von Touristen. Wir fielen auf, was zum Teil aber sicher auch an unseren Schalenschuhen lag, mit denen man eben doch nicht so elegant daher marschiert.

Bei einem Bäcker gab es Frühstück, dann liessen wir uns mit den Menschenströmen treiben. Der Ort scheint Handels– vermutlich auch gesellschaftliches Zentrum für die umliegende Landbevölkerung zu sein. Aber im Gegensatz zu Cusco gibt es hier keinen \"aufdringlichen\" Handel gegenüber Touristen. Besonders auffällig auch die Vielzahl von Rikschas, ob manuell odermit Motor, dafür relativ wenig Autos. Erst der altägliche Wolkenbruch trieb uns wieder zurück ins Hotel.

Am Abend testeten wir eine Paeilla, wurden gut satt und es hat sogar geschmeckt.

09. Feb. 2008

Aufstehen, packen, mit Tuc Tuc zum Place de Armes, frühstücken (Eier mit Schinken!) und auf unsere Taxe warten, die uns gegen 12:00 Uhr zurück nach Cusco bringen sollte.- Was auch alles so geklappt hat.

Wieder angekommen in der Pension Alrmana, haben wir dem Dreck und Staub der letzten Tage den Kampf angesagt und ein riesiges Paket Klamotten in die Wäscherei gebracht. Danach sind wir gut essen gegangen.

10. Feb. 2008

Karneval in Cusco! - Einige Stunden lang haben wir uns das bunte Treiben angeschaut, sind von diversen "Wasserbomben" getroffen worden und haben es schliesslich vorgezogen, wieder unser trautes Heim aufzusuchen, u. a., um zu packen.

Ganz vorsichtig ausgedrückt, sind wir mittlerweile ein klein wenig "Cusco-müde".

11. Feb. 2008

Der Tag war im Wesentlichen davon geprägt, von Cusco nach Arequipa zu wechseln. Ging auch alles ziemlich fahrplanmässig, bzw. flugplanmässig; kostete aber fast den ganzen Tag.

Arequipa (ca, 2.500m) ist eine quirlige, laute, aber auch schöne und spannende (weiße) Stadt. – Auf unserem Weg zum Plaza de Armas gingen wir zunächst bei Carlos Zarate (Trekkingagentur) vorbei und liessen uns einige Trekking-Angebote für die nächsten Tage offerieren (wir hatten schon von Berlin aus Kontakt zu dieser Agentur). – Eigentlich haben wir uns schon für den mehrtägigen MISMI-Trek (u. a. Amazonasquelle) entschieden, wollen das ganze aber noch mal überschlafen…

12. Feb. 2008

Man schläft doch viel, viel besser auf einer Höhe von “nur noch” ca. 2.500m! – Gegen 11:00 Uhr öffnete endlich die Agentur. Carlos teilte uns mit, dass er unsere Wunschtour leider kurzfristig nicht organisieren kann, u. a., weil die erforderlichen donkeys nicht herbeigeschafft werden können. Also hiess die Alternative Pichu Pichu (5.660m).

Den restlichen Tag verbrachten wir als Tuoristen, genossen Arequipa, besuchten das riesige Frauenkloster, machten es uns auf den Galerien des Plaza de Armas bequem…

13. Feb. 2008

Leider ein wenig hektisch, der Start in das nächste Abenteuer, denn um 7:00 Uhr stand der Geländewagen der Agentur Zarate vor der Tür. Ausser dem Fahrer waren noch der Bergführer Johan Zarate und sein Bruder Toto (als Porter) mit an Bord.

Mehr als drei Stunden fuhren wir Richtung Osten, zunächst noch asphaltiert, dann im Schneckentempo nur noch auf schlechten Feldwegen und Schotterpisten. Das schaukelnde Auto schraubte sich allmählich bis auf eine Höhe von etwa 4.600m empor, dann war Schluss mit Fahren. – Mit relativ kleinem Gepäck (wir hatten ja einen Porter) machten wir uns auf den ca. dreistündigen Marsch zum Basecamp (ca. 5.000m). Staub, Sand und Hitze waren unsere Begleiter; weit und breit kein Tropfen Wasser, wir mussten unseren gesamten Wasserbedarf mit hoch tragen.

Endlich angekommen, waren rasch zwei Zelte aufgestellt, wir durften einziehen.

Um 4:30 Uhr sollte es am nächsten Morgen los gehen – wir ruhten uns aus, hatten aber mit der Höhe doch ein paar Probleme.

Noch ein Teller heisse Suppe und ein Becher Tee, dann versuchten wir zu schlafen, was aber vorwiegend misslang (Höhe, Aufregung, Anspannung, etc.). Irgendwie ging die Nacht aber trotzdem rum …

14. Feb. 2008

Wir waren tatsächlich um 4:30 Uhr “on tour”! Johan Zarate als guide, Toto, Brigitte und ich. Ausser unseren Stirnlampen mussten wir nichts tragen.

Noch eine gute halbe Stunde lang marschierten wir bei Dunkelheit, dann wurde es allmählich Tag. Von Start an gingen wir weglos, steil ansteigend durch loses mehr oder weniger grosses Blockwerk. (Schrofen). Mit zunehmender Höhe forderten wir immer häufiger kurze Verschnaufpausen ein. Brigitte und ich, wir waren mal wieder am Limit. Lediglich unsere Leidensfähigkeit, der Wille und die gute Zurede von Johan liessen uns schliesslich gegen 9:30 Uhr den Gipfel des Pichu Pichu mit einer Höhe von 5.660m erreichen.

Der Rückweg war dann eher kein Problem (für uns, da wir Schalenschuhe trugen). Wir konnten fast von oben an - abgesehen von einer kleinen Gratpassage - in einer (sehr) steilen Schuttreise abfahren.

Zelt abauen, packen und noch mal 400 Höhenmeter Abstieg bis zum schon wartenden Auto. Dann drei Stunden Heimfahrt bis zum Hotel in Arequipa.

Am Abend – nach ausgiebiger Duschpause – gab es zur Belohnung "für herausragende Leistungen (zweithöchster Gipfel in unserem Leben)", ein wirklich gutes Steak!

Arequipa brodelt, denn es ist Valentinstag …

15. Feb. 2008

Ein wenig haben die vollen Bäuche gedrückt, ansonsten haben wir aber wieder prächtig geschlafen und danach ausgiebig gefrühstückt! - Dann kümmerten wir uns erst mal (wieder) um unsere dreckige, bzw. eher staubige Wäsche. Nach kurzer Suche hatten wir eine Wäscherei gefunden und unsere 7 kg (!) Wäsche abgeliefert.

Als nächstes standen die Reisevorbereitungen für die geplante Tour ins Cañon del Colca auf dem Programm. Allein das Kaufen der Bustickets wäre eine eigene Geschichte wert! Aber es hat letztlich alles irgendwie geklappt und wir hatten sogar noch Zeit, ein Franziskaner-Kloster zu besichtigen, schick Kaffee trinken zu gehen, die Wäsche abzuholen und bei einem Chinesen zu Abend zu essen.

16. Feb. 2008

Da der Bus, der uns ins Cañon del Colca, konkret heute bis Chivay, bringen sollte, erst um 11:30 Uhr am Busbahnhof losfuhr, konnten wir diesen Tag ruhig angehen lassen. - Beim Packen haben wir mittlerweile ziemlich viel Routine! Ein Teil des Gepäcks liessen wir allerdings gleich im Hotel, da wir nach dort in vier Tagen ja wieder zurückkehren wollen.

Wieder, genau wie gestern, ein riesen Gedränge und Geschubse am Busbahnhof. Viele, viele Menschen mit noch mehr Gepäck, wollen nach ihrem Einkauf in der Metropole wieder zurück in die Provinz. Da ist der Linienbus, in Ermangelung von Privatfahrzeugen, die einzige Reisemöglichkeit.

Als wir schliesslich Arequipa verliessen, gab es zunächst erstaunlicherweise noch ein paar freie Plätze im Bus, das sollte sich allerdings schnell ändern!

Man muss schon ganz schön hart im Nehmen sein, solche Busfahrten durchzustehen. Alle möglichen Gerüche, Staub, Schlaglöcher, Serpentinen und schliesslich Tiefblicke, dass einem Angst und Bange werden kann!! - Im Verlauf der etwa dreistündigen Fahrt, schraubte sich der Bus bis auf eine Passhöhe von 4.900m herauf, ehe es anschliessend nicht weniger heikel, wieder runter bis Chivay, das auf einer Höhe von ca. 3.600m liegt, ging. - Eine Taxe brachte uns zu unserem Hotel, der Casa Andina. Hier bezogen wir einen gemütlichen Raum in einem Bungalow.

30 Minuten später waren wir im etwas ausserhalb gelegenen Thermalbad La Calera. Eine Stunde lang liessen wir die Seele in heissem, schwefelhaltigen Quellwasser baumeln; das war endlich mal Urlaub! - Als wir dann auf Endeckungstour in Chivay gingen, fing es leider an zu regnen, also steuerten wir unseren Bungalow an, assen noch etwas im Restaurant der Casa Andina (muss sehr vornehm gewesen sein, wenn man bedenkt, wie klein die Portionen waren) und gingen schliesslich schlafen.

17. Feb. 2008

Um 9:15 Uhr sassen wir schon wieder im Bus, der Weg führte am Rande des Cañon del Colca weiter nach Cabanaconde. War gestern die Fahrt heikel, war sie heute noch extremer, sowohl was den Strassenzustand, als auch die Tiefblicke betraf. - Na gut, irgendwie sind wir angekommen. Der Ort wird eigenlich erst vom Tourismus endeckt. Vieles ist noch sehr ursprünglich, einfach, primitiv. Eine Ausnahme, unser Hotel (Kuntur Wassi), zwar nicht Luxus, aber originell.

Haben noch einen ausgiebigen "Entdeckungs-Spaziergang" durchs Dorf veranstaltet, einem lohnendem Ausblick unsere Aufwartung gemacht und mussten dann zurück ins Hotel, da es anfing zu regnen (das soll hier angabegemäss z. Z. jeden Nachmittag passieren). Da es ausser uns kaum Gäste gibt, waren Brigitte und ich beim Abendessen allein.

18. Feb. 2008

Irgenwann erwischt es jede oder jeden, nämlich "Montezumas Rache". In Latainamerika soll die Wahrscheinlichkeit bei 50 % liegen. Na gut, wir sind 2 Personen.

Also heben wir heute einen gemütlichen Urlaubs- und Erholungstag eingelegt, mit kürzeren Wanderungen und vielen Pausen ....

Am Nachmittag beginnt es zu regnen, was u. a. zur Folge hat, dass es mehrere Stunden lang einen totalen Stromausfall gibt. – Abendessen bei Kerzenschein.

19. Feb. 2008

Leider trat montezuma-mässig keine Besserung ein. So beschlossen wir, einen Tag früher als geplant, nach Arequipa zurück zu fahren. – Um 11:00 Uhr fuhr der Bus, zunähst wieder bis Chivay. Viele Einheimische stiegen ein, bzw. aus, nutzten den Bus, um teilweise auch nur kurze Etappen mitzufahren. Der Preis ist hier relativ gering, nur hochstens. 3 Soles für die max. zweistündige Fahrt.

Dann eine Std. Pause in Chivay, ehe wir unsere dreistündige Fahrt nach Arequipa fortsetzten. Dieser Abschnitt kostet allerdings 12 Soles, jetzt sind auch mehr Touristen im Bus. Es ist total nebelig. Was aber auch ein Vorteil sein kann, man sieht nicht, wie tief es neben der Strasse herunter geht!

In Arequipa anhekommen, fühlen wir uns fast schon wie zuhause.

20. Feb. 2008

Wir schlafen aus und frühstücken (sehr) gut. Das Wetter ist durchwachsen. Wir haben Lust auf Sightseeing. Arequipa hat sehr viele Gesichter, es gibt immer neues zu entdecken.

In den Geschäftsstrassen drängen sich die Menschen, viel Verkehr viel Gehupe. Bloss nie den Bürgersteig unkontrolliert verlassen und beim Überqueren der Strasse höllisch aufpassen! Trotzdem ist die Hektik irgendwie positiv, uns gefällt Arequipa immer besser.

Wir vertrödeln den Tag, machen Urlaub. – Am Abend gehen wir chick italienisch essen.

21. Feb. 2008

Letzter Urlaubstag! - Das Wetter macht uns den Abschied leichter. Wir wollen Peru aber nicht verlassen, ohne JUANITA, dem hübschen INKA-Mädchen, dessen Leiche auf dem Vulkan Ampato 1995 gefunden wurde, einen Besuch abzustatten. Juanita war erst 13 oder 14 Jahre alt, als sie vor etwa 500 Jahren von Inka-Priestern dem Apu Ampato geopfert wurde. - Leider werden zur Zeit die unsterblichen Überreste dieses Mädchens von einer Gruppe von Wissenschaftlern in der Uni Catolica untersucht, bewahrt und konserviert, so dass wir sie zwar nicht wirklich sehen konnten, aber im Museo Santuarios Andinos sehr viel über sie erfahren haben.

Noch rasch die Rucksäcke gepackt und Abschiedsessen (wieder) in einem sehr guten Steakhaus (wo auch sonst)

22. Feb. 2008

Flug nach Lima. - Nachmittags haben wir eine dreistündige Stadtrundfahrt gemacht und überrascht festgestellt, dass Lima durchaus einiges zu bieten hat und ein paar zusätzliche Urlaubstage wert wäre. Aber woher nehmen? ....

Wir übernachten noch mal in Lima und werden morgen früh weiter Richtung Frankfurt über Caracas fliegen..

24. Feb. 2008

Berlin hat uns wieder, wenn auch mit Hindernissen. Ausgerechnet bei unserer letzten Etappe (Frankfurt - Berlin) durften wir in Frankfurt ein par Stunden länger rumsitzen, da LH leider unseren Flug annuliert hatte. - Ist ja ganz toll, wenn man nach etwa 20 Stunden Flug- bzw. Reisezeit endlich nach Hause will ....!

 

 

 

Resümee



Wir haben uns steht’s auf einer Höhe zwischen 5.500m und 2.300m aufgehalten, meistens im Bereich so um die 3.500m - 4.000m. Ein Level, an den sich der Körper erst allmählich gewöhnen muss. Erschwerend kommt hinzu, dass sich unsere Mägen auch erst an die Peruanische Ernaehrung gewöhnen mussten.

Insofern war es schon ganz richtig, dass wir mit der „Kulturwoche“ in Cusco (ca. 3.500m) den Peru-Urlaub begonnen haben. Allerdings hat diese Woche nicht ganz ausgereicht, uns fit für das anschließende „Querfeldein-Trekking“ auf einem Niveau bis zu einer Höhe von 5.100m zu machen. Besser wäre gewesen, diesen Trek in der letzten Urlaubswoche durchzuführen (und mit Gepäcktransport).

Abgesehen von der Führung auf den Pichu Pichu (Zarate) und den Transfer zum Trek (Hane) haben wir grundsätzlich alles selbst organisiert (keine Agenturen), was bedeutet, dass wir häufig sehr “volksnah” agieren mussten. – Brigittes rudimentäre Spanisch-Kenntnisse (und natürlich unser kleiner elektronischer Helfer) waren dabei äußerst hilfreich.

Peru ist ein Land im Aufbruch, im Wandel. Fahrradrikschen auf der einen Seite und pflegebedürftige Adobehäuser, auf der anderen Seite Grossstadtverkehr in den Ballungszentren , Einkaufsmalls, Supermärkte, etc..

Die sog. Landflucht führt verstärkt dazu, dass man in der Provinz eher ältere Menschen trifft und in den Städten überwiegend junge Leute. In den Randzonen der Ballungszentren dann Not und primitivste Unterkünfte.

Will man Peru kennen lernen, sollte man sich auf jeden Fall viel Zeit nehmen, schon allein, weil man einiges an Zeit braucht, um in dieser ungewohnten Höhe einwandfrei zu “funktionieren”. – Ohne Kopfschmerzen wird man dann sehr schnell fasziniert sein von diesem spannenden, aufstrebenden Land. – Wir haben die Gastfreundschaft der Peruaner kennen und lieben gelernt. Der Urlaub war spannend und abwechselungsreich. - Böte sich die Gelegenheit, würden wir gern wiederkommen ….