Genusstouren

Genuss-Tour 2003, Pitztal

 Am 09. Aug. 2003 bestiegen wir am Bhf. Zoologischer Garten den Intercity-Night nach München, stiegen dort am Morgen um in Richtung Innsbruck und hier schließlich in den Zug Richtung Imst. Ein freundlicher Taxifahrer bot uns und weiteren drei Ankömmlingen an, uns zu unserem Ziel (Mandarfen) zu fahren. Kurz nach Mittag waren wir schon dabei, unsere neue Ferienwohnung mit dem Nötigsten auszustatten. Danach ging`s mit der Seilbahn in Richtung Riffelsee (2.300m). Der erste Gipfel (Muttenkopf, 2.346m) war fällig. Anschließend gab`s Germknödel in der Riffelsee-Hütte.



Montag, 11. Aug.: Schon beim Aufstehen blicken wir auf den Mittagskogel 3.162m). Ehe dieser uns noch länger herausfordert, beschlossen wir, ihm einen Besuch abzustatten. Aus dem Tal (Mittelberg) gestartet, ging es sofort steil und weglos über Grashänge aufwärts. Je höher wir kamen, desto mehr erschloss sich uns das herrliche Pitztalpanorama. Der Weg, nun längst ohne Vegetation, wurde anspruchsvoller und staubig. Die Sonne brannte gnadenlos. Schließlich hatten wir die Schutthänge überwunden und gelangten in wegloses Schrofengelände. Wenig später blickten wir über den \"Rand\" runter auf die andere Seite (Brunnenkogelferner). Aber erst galt es noch, die letzten Meter auf den Gipfel des Mittagskogels zu erklettern. Wir hatten den Gipfel ganz für uns allein. - Jetzt noch rasch runter zur Bergstation des Pitzexpress (Stollenbahn), denn um 16:30 Uhr findet die letzte Talfahrt statt.

Dienstag, 12. Aug.: Wir starten nach dem Frühstück in Richtung Taschachhaus (2.434m). Erst durch das Tal entlang dem Fahrweg, dann endlich ab Talstation der Materialseilbahn steil aufwärts, aber unproblematisch, zum Taschachhaus. Wieder meint es die Sonne viel zu gut mit uns! - Ich arbeite wieder an einem neuen Spezirekord! Nach kurzer Rast nehmen wir den Fuldaer Höhenweg unter die Bergstiefel. Nach 30 Minuten müssen wir uns entscheiden, ob wir den leichten Panoramaweg wählen sollen, oder eher den \"schweren\" Kettenweg. Wir entscheiden uns für die Herausforderung. Danach geht es im stetigen Auf und Ab in etwa 2 Stunden und 30 Minuten weiter zum Riffelsee. Wieder müssen wir sprinten, denn die letzte Talfahrt bestimmt hier (unseren) den Wanderrhythmus.

Mittwoch, 12. Aug.: Zugegeben, die untrainierten Großstadtknochen machen inzwischen nachhaltig auf sich aufmerksam. Wir beschließen, etwas einfaches zu machen. Also, bei strahlendem Sonnenschein Aufstieg zur Rüsselsheimer Hütte (2.323m), der früheren Chemnitzer Hütte. Hier angekommen, blicken wir auf den Geigenkamm, bleiben aber dabei, faul sein zu wollen. Nach einigen Spezies und Apfelsaftschorlen machen wir uns an den Abstieg. Hartmut trifft in Mandarfen, oder besser in Tieflehn ein. - Der Wetterbericht vermeldet, dass ab Donnerstag mit schlechterem Wetter und Gewitter gerechnet werden muss.

Donnerstag, 13. Aug.: Auch Ingo trifft in Mandarfen ein, wir beschließen, so lange das Wetter noch mitspielt, zwecks Training und zum Einlaufen für die "Neuen" die Grashänge des Wurmsitzkar, Richtung Wassertalkogel zu erklimmen. Recht steil für eine Eingehtour, doch die beiden sind belastbar. Als wir etwa eine Höhe von 2.300m erreicht haben, zieht sehr rasch massive Bewölkung auf. Wir brechen ab und kehren zurück nach Tieflehn. Auch Marion und Monika sind hier inzwischen eingetroffen und haben ihr Quartier bezogen. Nach einer ersten Gruppenbesprechung und Vorstellung der Pläne für die nächsten zwei, drei Tage verabreden wir uns zum gemeinsamen Abendessen.

Freitag, 14. Aug.: Der Wetterbericht meldete, dass es am Morgen bedeckt sei und möglicherweise auch noch der eine oder andere Schauer nicht ausgeschlossen sei. Zum Nachmittag hin wurde aber Wetterbesserung in Aussicht gestellt. - Um 09:30 Uhr trafen wir uns in Tieflehn und starten per Pedes zum Riffelsee. Nach 30 Minuten Gehzeit der erste Schauer. Anoraks raus und weiter gewandert. Marion fragt nach Heftpflaster, um die erste Blase zu bekämpfen. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir die Riffelseehütte. Nebelschwaden versperren die Sicht auf die umliegenden Gipfel. Nach ausgiebiger Pause machen wir uns auf den Rückweg, nicht ohne vorher den Tagesgipfel (Muttenkopf, 2.346m) bestiegen zu haben. Nächstes Ziel ist die Taschachalm. Die Wetterbesserung lässt noch immer auf sich warten. Ich versüße daher die Situation mit einem Kaiserschmarren. Schließlich hat uns Mandarfen wieder. Um 19:00 Uhr wollen wir uns zum Abendessen und zur Tourenbesprechung für den nächsten Tag treffen.

Samstag, 15. Aug.: Ein abwechslungsreicher Tag! - Um 09:00 Uhr transportiert uns Hartmut nach Mittelberg. Er parkt das Auto auf dem Pitzexpress Parkplatz. Wir brechen auf zur Braunschweiger Hütte. Dieses mal haben wir auch Steigeisen im Gepäck. Die ca. 1.000 Höhenmeter bis zur Hütte werden von allen mit Bravur gemeistert. Gegen 12:45 Uhr sitzen wir vor der Hütte und genießen das grandiose Panorama. Ich inspiziere die Hütte und suche gezielt das Charlottenburger Zimmer. Kaum zu glauben, aber dieser Schulungsraum trägt noch immer den (ehemaligen) Namen unserer Sektion. Den Rückweg wollen wir mit dem Pitzexpress machen, d.h. es gilt vorher mindestens einen Gletscher zu queren. Da einige "Steigeisenneulinge" in der Gruppe sind, gilt mein besonderes Augenmerk zunächst dem richtigen Befestigen der Eisen an den Schuhen. Dann die ersten vorsichtigen Schritte auf dem relativ ebenen Eis. Das Vertrauen in die "Dinger" wächst. Wir machen ein paar Gehübungen, verbunden mit hilfreichen Hinweisen. Einfach quer über den Gletscher zu latschen erscheint uns plötzlich zu primitiv, wir suchen die (kontrollierte) Herausforderung. Schon 20 Grad Neigung und auch richtige Spalten, für einige sicher ein beeindruckendes erstes Erlebnis. Da die letzte Talfahrt um 16:30 Uhr stattfindet, verlassen wir das Eis und suchen uns einen Weg zur Bahn. Müde und ich denke auch zufrieden, geht es mit der Bahn nach Mittelberg. Wir verabreden uns zum Essen mal wieder in Tieflehn.

Sonntag, 16. Aug.: Heute soll es etwas geruhsamer zugehen. Marion plagen nach wie vor die Blasen, Monika ist erkältet. Um 10:00 Uhr starten wir mal wieder mit dem Auto von Hartmut, dieses mal in Richtung Plangeross. Die Rüsselsheimer Hütte ist (mal wieder) unser Ziel. Hier gut angekommen, beschließen die Männer und Brigitte, dem Aussichtspunkt Auf Gahwinden (2.649m) noch einen Besuch abzustatten. Gesagt, getan, ein wirklich lohnendes Ziel und sehr exponiert! Um etwa 16:00 Uhr sind wir wieder alle mehr oder weinger gesund am Parkplatz in Plangeross. Wir verabreden uns für 19:00 Uhr zum Essen in Mandarfen.

Montag, 17. Aug.: Der Wetterbericht warnt vor hochalpinen Touren, es ist mit Regen und Gewitter zu rechnen. Am Morgen strahlend blauer Himmel, wir starten gen Kaunergrat-Hütte (2.811m). D.h. Monika nimmt eine Auszeit, ihre Erkältung macht ihr sehr zu schaffen. Um 09:15 Uhr starten wir auf etwa 1.600m. Der Weg ist steil, ehe er nach knapp 400 Höhenmetern erst über zwei Brücken, dann sanft steigend über grüne Grashänge führt. Nach einer angemessenen Pause nehmen wir die nächste Steilstufe in Angriff (wieder etwa 400 Höhenmeter). Am Abzweig Kottbusser Höhenweg, also etwa auf Höhe 2.400m die nächst Rast. Marion beschließt wieder abzusteigen. Steil geht es bergan, bis wir endlich die Kaunergrat-Hütte sehen. Wenige Minuten noch und es gibt Kaiserschmarren u.v.m.. Seit 2002 ist die Hütte im Besitz der Sektion Mainz. Gerade wird das Dach neu eingedeckt. Es gibt sicherlich jede Menge Renovierungsarbeit zu leisten, vieles ist aber auch schon geschafft. Weiter so Sektion Mainz! - Eine sicher lohnende Aufgabe, denn die Lage der Hütte ist beeindruckend. Rasch ziehen schwarze Wolken heran, wir blasen zum baldigen Aufbruch und stürmen förmlich dem Tal entgegen. Nur wenige Troffen schaffen es, uns zu treffen. Noch rasch ein Spezi in Plangeross und ab unter die Dusche. Um 19:00 Uhr wollen wir in Tieflehn essen.

Dienstag, 18. Aug.: Heute sollte es ins Eis gehen, um etwas Steigeisen- und Pickeltechnik zu lernen. Also fuhren wir um 10:30 Uhr mit dem Pitzexpress aufwärts und orientierten uns südwärts. Fast weglos und ohne Umwege steuerten wir eine Flanke des Mittelbergferners an. Nach Überquerung einiger Bäche erreichten wir den unteren Rand des Eises. Wir legten zunächst nur die Steigeisen an und suchten uns nicht allzu schweres Gelände zum Trainieren aus. Sorgfältig achteten wir dabei darauf, dass wir nicht in steinschlaggefährdetes Terrain gerieten. Wegen der intensiven Sonneneinstrahlung mussten wir Passagen unterhalb von Felsen meiden, da hier immer wieder Steine ausschmolzen. - Allmählich hatte ich den Eindruck, dass bei allen (heute waren wieder alle mit von der Partie) genügend Vertrauen in die Eisen und auch zunehmend Geschick im Umgang damit aufkam, so dass wir die restlich Zeit nutzen, eine Seilschaft zu bilden und so einige Serpentinen auf- und danach wieder abstiegen. Zwischendurch wurden noch ein paar Eisschrauben gesetzt und ein Standplatz mit Ausgleichsverankerung demonstriert. Genug für heute, unser Pitzexpress-Rückfahrschein beinhaltete auch eine Auf- und Abfahrt zum Hinteren Brunnenkogel (3.440m). Diese tolle Panoramaaussicht ließen wir uns natürlich nicht entgehen..! Abendessen um 19:00 Uhr in Tieflehn.

Mittwoch, 19. Aug.: Um 09:30 Uhr mit der Riffelseebahn hoch auf 2.291m. Wir haben den Brandkogel (2.677m) als Ziel ins Auge gefasst und machen uns guter Dinge auf den Weg. Schnell erreichen wir den Cottbusser Höhenweg, der steil aufwärts zum Abzweig Brandkogel führt. Die ersten Ketten erleichtern das Steigen und geben Sicherheit an den ausgesetzten Stellen. Monika entledigt sich unfreiwillig des Wanderstocks, den Hartmut wagemutig aber wieder \"rettet\". Der Abzweig ist erreicht. Jetzt gibt es keine Ketten oder andere Hilfsmittel mehr. Obwohl uns der Weiterweg schon einiges an Schwindelfreiheit und Trittsicherheit abverlangt, geht es kontinuierlich aufwärts. Längst haben wir die Stöcke ins Gepäck verbannt und kraxeln, mit den Händen Halt, mit den Füßen sichere Tritte suchend, die letzten 240 - 250 Höhenmeter dem Gipfelkreuz entgegen. Endlich sind alle oben, dennoch will nicht so rechtes Gipfelglück einstellen, da nun der Abstieg bevorsteht. Nach kurzer Rast ging es also wieder abwärts. Marion und Monika brauchten Anfangs etwas Zuspruch und Hilfestellung, ansonsten gibt es aber keine ernsthaften Probleme. Die Riffelseehütte kommt uns wieder näher. Ingo beschließt den Cottbusser Höhenweg weiter zu gehen, alle übrigen streben gen Riffelseehütte. - Um 18:30 Uhr treffen wir zum Grillabend in Tieflehn.

Donnerstag, 20. Aug.: Rasttag. Monika, Brigitte, Hartmut und ich, wir leihen uns Mountainbikes und radeln mehr oder weniger weit in Richtung Imst. Den Rückweg haben wir wohl alle unterschätzt (bis zu 900 Höhenmeter). Marion wandert zum Taschachhaus, Ingo will zum Mittagskogel. Um 20:00 Uhr treffen wir uns zum Essen in Tieflehn.

Freitag, 21. Aug.: Königsetappe - Bergstation Pitzexpress, Mittelbergjoch, Taschachhaus, Mandarfen. Um 09:30 Uhr nehmen den Pitzexpress und stehen nach 8 Minuten Fahrzeit an der Bergstation. Wir steigen etwa 100 m ab um einen möglichst flachen Einstieg auf den Gletscher zu finden. Leider haben wir nicht mit dem Schmelzwasser des Gletschers gerechnet, das auch schon zu dieser Tageszeit in breiten Bächen abfließt. Viel zu lange suchten wir nach einer gangbaren Passage, ehe wir beschlossen, die Schuhe auszuziehen. Das Wasser war lausig kalt! Steigeisen anziehen uns in einer großen Schleife, immer die geringste Neigung suchend, seilfrei den Gletscher empor. Eine erste Pause auf etwa 3.000m. Weiter ging es den jetzt flachen Gletscher hinauf, um etwa bei 3.150m auf die Geröllhalde des Mittelbergjochs zu stoßen. Schnell hatten wir die höchste Stelle (3.166m) erreicht. Vor uns lag das komplette Panorama des Taschachgletschers, der umliegenden Gipfel einschließlich der Wildspitze, aber eben auch direkt vor uns der völlig zerklüftete, spaltendurchzogene Weiterweg. Wir stiegen etwa 70 Höhenmeter im losen Geröll ab, ehe wir wieder auf Eis standen. Von der Wildspitze kamen uns die ersten Seilschaften entgegen, die schon auf dem Rückweg waren. Die Situation machte es zwingend erforderlich, dass wir uns anseilen mussten. Nun begann eine wahre Odyssee durch ein Labyrinth von Gletscherspalten. Brigitte war die Seilerste und ihr gelang es tatsächlich, einen gangbaren Weg aus diesem Irrgarten herauszufinden. Die Nerven unserer \"Neulinge\" waren dabei erstaunlich stabil!! Endlich wurde das Eis flacher, die Spalten weniger. Wir verließen das Eis, um auf einer Seitenmoräne erst flacher, dann steil abwärts zu steigen. Wieder mussten wir den Gletscher queren. Doch zunächst galt es eine beeindruckende Randkluft zu überwinden. Von Brigitte gesichert, überkletterte ich die Randkluft und weiter den hier stark geneigten Gletscherrand hinauf, um einen sicheren Standplatz zu bauen. Einzeln holte ich alle nach. Die folgende Querung war eher ein Kinderspiel im Vergleich zum bisherigen. Wir erreichten die gegenüberliegende Seitenmoräne, legten die Steigeisen ab und wanderten unschwer entlang einem Grashang zum Taschachhaus. Es war inzwischen 16:30 Uhr. Wir machten eine halbe Stunde Pause. Noch auf dem Taschachhaus mieteten wir sechs Mountainbikes, die an der Talstation des Materiallifts bereitstanden und die uns den restlichen Heimweg nachhaltig erleichterten. Schon am Ziel konnte sich Marion einen kleinen Umfaller nicht verkneifen. - Um 20:00 Uhr trafen wir uns zum Abendessen in Tieflehn.

Samstag, 22. Aug.: Marion verabschiedet sich als erste in Richtung Heimat. Auch Ingo hat vor, früh aufzubrechen, besucht uns aber vor der Abreise noch, um Bilder zu überspielen. Hartmut und Monika fahren nach Imst, um beim Rafting zuzuschauen. Auf dem Rückweg kaufen sie Kuchen, den wir am Nachmittag bei uns gemeinsam verzehren. Schließlich verabreden wir uns, am Abend, sozusagen zur Feier der zurückliegenden Woche, in Neurur in einem speziellen Forellenrestaurant, Fisch zu essen, allerdings nicht ohne vorher Hartmut wieder einen Teil unserer Ausrüstung mitzugeben - danke Hartmut.

Sonntag, 23. Aug.: Monika und Hartmut haben nun auch das Pitztal verlassen. Brigitte und ich benutzen mal wieder den Pitzexpress, um von hier aus zu einer ausgedehnten Gletscherwanderung zu starten. Nach kurzem Abstieg betreten wir den Mittelbergferner und schlagen die Richtung Rettenbach Joch ein. Zwischen Braunschweiger Hütte und Linker Fernerkogl müssen wir mangels Eis ein Geröllfeld passieren, ehe wir wieder jetzt steiler ansteigendes Eis betreten können. Etwa 100 Höhenmeter unterhalb des Rettenbach Jochs (2.988m) verlassen wir das Eis und erreichen das Joch über einen steilen, teilweise gesicherten Steig. Beim Rückweg beschließen wir, der Braunschweiger Hütte einen Besuch abzustatten. Franz Auer, der Hüttenwirt begrüßt mich wie einen alten Bekannten und bietet mir ein Schnapserl an (den ich aber dankend ablehne). - Schon beim Start hatte ich beim Anlegen der Steigeisen vergessen, die Kameratasche wieder einzupacken, sie sollte also noch irgendwo auf dem Eis liegen. Brigitte tat es mir gleich und ließ bereits am Pitzexpress die Kartenhülle mit Planzeiger liegen. Also beschlossen wir, uns nur kurz auf der Hütte aufzuhalten, um auf die Suche nach liegengelassenen Gegenständen zu gehen. Um es kurz zu machen, wir haben alles wieder gefunden! Abendessen in Mandarfen.

Montag, 24. Aug.: Wir beschließen zum Taschachhaus aufzusteigen, dort zu übernachten, um am Dienstag auf dem Taschachgletscher Eisklettern üben zu können. Zunächst mussten wir etwas improvisieren, da wir weder Hüttenschlafsack noch Handtücher mitgebracht hatten. Unsere Wirtin half uns mit zwei Bettbezügen aus und es konnte los gehen. Ziemlich schwer beladen u.a. Seil, Steigeisen, Sicherungsmaterial, Bandschlingen, Eispickel, Eisgerät, Helm etc. machten wir uns an den Aufstieg. In der Hütte trafen wir Georg Kronthaler (den Mann von Nanni), der gerade einigen FÜ-Hochtouren-Aspiranten die Prüfung abgenommen hatte. Nach relativ kurzem Hüttenabend bezogen wir gegen 21:00 Uhr Quartier in einem acht Personen Lager. Leider handelte es sich um ein Durchgangszimmer!

Dienstag,25. Aug.: Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet in der Hütte machten wir uns gegen 08:30 Uhr auf den direkten Weg zum Gletscher, für den wir etwa 45 Minuten benötigten. Mehrere Stunden übten wir uns im Standplatzbau und vor allen Dingen im Eisklettern. Stützpickel- wie auch Zugpickeltechnik wurde erfolgreich erprobt. Schnell verging die Zeit und gegen 14:30 Uhr war es vorbei mit der Kondition. Rückweg mit Abstecher im Taschachhaus und ab Talstation des Materiallifts Bewältigung des restlichen Heimweges mal wieder mit dem Mountainbike. Abendessen im Vier-Sterne-Hotel, hier allerdings nur in der angeschlossenen besseren Imbissbude.

Mittwoch, 27. Aug.: Im wesentlichen haben wir ausgeschlafen (die Nacht auf dem Taschachhaus war nicht ohne Nachwirkung) und anschließend per Bus eine Fahrt nach Imst unternommen. Erstmals waren wir nicht in einer Kneipe (Restaurant etc. ) zum Abendessen, sondern haben eingekauft, um Spaghetti kochen zu können.

Donnerstag; 28. Aug.: Noch einmal wollten wir eine ausgedehnte Gletscherwanderung unternehmen. Als Ziel hatten wir den Rechten Fernerkogl (3.298m) gewählt. Wieder aufwärts mit dem Pitzexpress um 09:00 Uhr, schlugen wir den direkten Weg zum südl. Mittelbergferner ein. Dazu müssen erst einmal etwa 100 Höhenmeter abgestiegen werden, dann ein Weg über oder durch die zahlreichen Bäche (tauende Gletscher) gefunden werden, ehe man fast ebenes Eis betritt. Rasch war ein Weg durch eine Mittelmoräne gefunden, obwohl die Randkluft nicht zu verachten war. In einem großen Linksbogen gewannen wir allmählich an Höhe und erreichten schließlich eine Kante, hinter der sich, von unten nicht sehbar, jede Menge Spalten auftaten. Mit schon fast gewohnter Routine suchten wir einen Weg durch das Gewirr und meinten es endlich geschafft zu haben, als nach einigen Höhenmetern das Theater schon wieder los ging. Jetzt allerdings mit Schikane, denn es gab noch eine dünne Schneedecke auf dem Eis, die so manche Riesenspalte dünn abdeckte. - Es wäre nicht mehr zu verantworten gewesen, ohne Seil weiter zu laufen. Die Nerven waren eh` schon sehr angespannt. Auf einer Höhe von 2.950m beschlossen wir daher umzukehren. Auf dem Rückweg wollten wir einen Teil der Spalten umgehen, mussten dafür aber in stark steinschlaggefährdetes Gelände, was die Situation auch nicht gerade angenehmer machte. Zu allem Übel ging dann auch noch mein Steigeisen kaputt. - Etwa eine Stunde später standen wir wieder auf sicherem Schutt und strebten gen Pitzexpress.

Im Grunde genommen war das auch der Abschluss unseres diesjährigen Bergurlaubs, denn am Freitag hat es (endlich) geregnet. Wir haben gepackt und Abschied genommen. Am Samstag traten wir (mit Zwischenstop im Kloster Andechs) schließlich die Heimreise an. - Schön war`s!Fotos dazu