Privat

Fahrradelektronik

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Vorgeschichte

Angefangen hat alles damit, das ich irgendwo die komoot-software entdeckt hatte und neugierig geworden bin. Komoot als App auf dem iPad oder iPhone (geht natürlich auch auf ganz „normalen“ PC `s) ist eine weitere Navigationsanwendung mit der Zielgruppe „Outdoor“. Vorrangig interessierte mich die Fahrrad-Navigation, aber auch die Möglichkeit der elektronischen Planung und Orientierung von Wanderrouten (erstmals bei der Sektionsfahrt 2012 von Brigitte getestet).

Beim Pfingstausflug mit Vera & Mario konnte ich dann am Fahrrad von Mario all diejenigen Komponenten bewundern, die anscheinend erforderlich sind, u. a. mit komoot und Android-Handy zu navigieren (Nabendynamo, Kraftwerk, Pufferakku, diverse Halterungen, Solarkollektor, etc.). Parallel zu Mario hatte ich den geplanten Track mit der neuen Software nachempfunden und ihn auf mein iPhone geladen. Zusätzlich hatte ich den Track als gpx-Datei exportiert und auf mein altes GARMIN geladen. Brigitte fuhr mit dem GARMIN, ich hatte das Handy provisorisch auf der Lenkertasche fixiert.

Es funktionierte. Bis zu unserem Treffpunkt in leitet uns das GPS-Gerät zuverlässig über – wenn auch teilweise sehr abenteuerliche Wege – bis zur Fähre. Dagegen machte das am Start voll aufgeladene iPhone nach gut drei Stunden schlapp. Der Akku war leer ….

Phase II

Wenn erst einmal das Interesse bei mir geweckt ist, gibt es in der Regel leider auch kein Halten mehr! – Wie stelle ich es an, dass mein Handy durchhält? Welche Komponenten müssen zusätzlich an Trekkingrad, Was ist zu beachten, was geht evtl. nicht?

Da ich mit verschiedenen Foren recht gute Erfahrungen gemacht hatte (Rennradforum, Outdoor-Forum), machte ich mein „Problem“ im Outdoor-Forum unter dem Titel „Unter Strom“ öffentlich mit nachfolgendem Anfangstext:

„Obwohl ich bisher noch immer auch ohne Elektronik ans (Fern)Ziel gekommen bin, gebe ich zu, dass inzwischen auch mir die Navigation per Computer ganz verlockend zu sein scheint. - Folglich habe ich versuchsweise mein 100% aufgetanktes iPhone 4s an den Lenker geklemmt, mit komoot eine Route geplant und bin losgeradelt. Super, man kann den Geist abschalten und stumpfsinnig der Route folgen. Es funktioniert. So weit, so gut. Nach etwas mehr als drei Stunden war der Akku platt und ich stand (fast) orientierungslos in der Pampa

Von dieser Situation ausgehend klicke ich mich nun schon seit Tagen durch das www auf der Suche nach einer praktikablen, effizienten Stromversorgung (GPS, Handy, iPad, iPhone, etc.). Komponenten, wie SON Nabendynamo, B+M E-Werk (Link Anleitung), Pufferakku(s), Scheinwerfer (Link Montage- und Betriebsanleitung) und Heckleuchte, aber auch Solar-Power und Bike-Halterungen bereichern seit kurzem zwar meinen Wortschatz, wirklich durchgeblickt habe ich bisher aber noch nicht. - Ich bin oft mit dem Reise-Rad auf langen Touren unterwegs, häufig auch in Gegenden ohne Steckdosen, würde aber zukünftig auch gern etwas Elektronik einsetzen (und ganz nebenbei noch gutes Licht am Rad haben).

Gibt es Erfahrungen/Hinweise bzgl. dem effizienten Einsatz/Kombination v.g. Komponenten? Die Lösung muss nicht zwangsläufig billig, dafür aber wirksam und zuverlässig sein.“

Die Reaktionen waren und sind absolut hilfreich und es lohnt allemal, den Tread nach zu lesen (sofern man etwas über eine Steckdose man Fahrrad erfahren will). Hier der Link zum entsprechenden Beitrag.

Zusammenfassung der (bisherigen) Ergebnisse

    • Der SON Nabendynamo ist unstrittig
    • Zum Kraftwerk von B + M gibt es durchaus Alternativen. Ich bleibe beim Kraftwerk. - Nachteil: "Bitte beachten: Bei Apple iPhones 3Gs mit Betriebssystem IOS 5.1.1 funktioniert das Betreiben bzw. Laden nach derzeitigem Kenntnisstand weder mit dem E-WERK direkt noch mit dazwischengeschaltetem Pufferakku." (Quelle: HP Bumm.de, letzer Satz im folgenden Artikel
    • Pufferakku von B + M, alternativ (oder besser ?) von SwissBatteries
    • LifeProof Bike Halter - sehr solide!!

  • LifeProof Iphone 4/4s Case macht einen sehr guten Eindruck. Nachteil: Wenn man das Case in den v. g. Halter einsetzt, muss die Anschlussabdeckung für das iPhon-Kabel geschlossen werden (sonst passt das Case nicht in die Halterung und wäre auch nicht wasserdicht). Da ich aber permanent vom Pufferakku Strom zuführen wollte, mußte ich die klappe abbauen.

Der finanzielle Aufwand für die Um-, besser Aufrüstung ist relativ hoch, das Ergebnis - zumindest bisher - leider noch nicht ganz zufriedenstellend. Habe den B + M Pufferakku für E-Werk (Ausgangsspannung:5 V, max 800 mA, NiMH-Akku, Kapazität: 1400 mAh) an einem Ladegerät vollständig aufgeladen und das iPhone dran gehängt. Handy wird geladen. Nicht geladen wird dagegen das iPad.

Mittlerweile ist auch der Swisscharger Powertank XL (von SwissBatteries) eingetroffen. Macht erst einmal einen soliden Eindruck. Die Kontroll-LED´s informieren gut über den Ladezustand. Nachdem ich auch diesen Akku erst einmal am Netz voll aufgeladen hatte, konnte ich das iPad zu ca. 60 % damit laden. Nachteilig ist ggf. die Stromzuführung über einen Mini-USB-Stecker. Ob dieser den Rütteltest in der Lenkertasche (bei schlechter Strasse) dauerhaft schadlos überlebt, bleibt abzuwarten.

Am WE folgte ein erster Praxistest mit beiden Akkus.

Habe den vorher voll geladenen SWISSCHARGER POWERTANK XL ans Kraftwerk angeschlossen und an den Akku das iPhone angeklemmt und die Software „komoot“ mit einer Anwendung (Route) gestartet. Während der gesamten Fahrt blieb das Display des Handys beleuchtet, die Route wurde angezeigt und der Akku des Handys, wie auch der des Pufferakkus blieben voll.

Anderentags habe ich mit dem SWISSCHARGER POWERTANK XL zunächst mein iPad geladen (den Pufferakku dabei also gänzlich entladen). Danach habe ich – wie Vortags - den (leeren) Akku wieder am B + M angeschlossen, an den Akku - wie vortags - wieder das Handy. Das Ergebnis war jetzt, dass das Handy beim Fahren permanent den Ladevorgang an- und abschaltete, auch noch, als der Pufferakku bereits zu mehr als 50 % wieder geladen war …?! - Egal, so geht`s also nicht!

Neuer Versuch

Letztes WE habe ich bei meiner Radtour ca. sieben Stunden lang per iPhone mit der App von komoot navigiert (permanente Anzeige auf dem Bildschirm). Da mir aus leidiger Erfahrung klar war, dass das der Akku vom iPhone nicht durchhält, habe ich das Handy zusätzlich an den Pufferakku (SWISSCHARGER POWERTANK XL) angeschlossen. – Das Ergebnis ist absolut erfreulich. Ich hätte mindestens noch mal so lange fahren könne, zumindest was die Stromversorgung betrifft, nur ob mein persönlicher „Akku“ gereicht hätte, wage ich stark zu bezweifeln ….! ;-(

Die Ferien sind vorbei, die Experimente werden fortgesetzt. - Neueste Naviagtionserrungenschaft ist ein GARMIN Montana 650t, leider auch nicht gerade ein Stromsparer. Zwar kann man das Teil u. a. auch am Swisscharger Powertank XL betreiben, aber natürlich braucht man auch Akkus. Man kann alternativ einen Litium-Akku oder aber auch drei AA-Batterien verwenden. Letztere gilt es - sofern man NiMH-Akkumulatoren einsetzt - denn von Zeit zu Zeit auch mobil zu laden. Wieder habe ich vor, den on tour am Nabendynamo aufgeldenen Swisscharger Powertank XL zu verwenden. Folglich benötihe ich eine Ladeschale. Ein besonders intelligentes Teil scheint der neue SWISSCHARGER P1 zu sein. Ob am USB, an der Autosteckdose oder am Netz, das Teil ist universell einsetzbar.

Zwischenergebnis:

Habe nach längerem Experimentieren meine Strategie geändert. Während ich das iPhone nur noch am Rennrad zum Navigieren verwende (komoot), benutze ich an den Trekkingrädern von meiner Frau und mir für längere, mehrtägige (Zelt)Touren jetzt jeweils ein GARMIN Montana 650t und ein (altes) GARMIN 60 CSx. Beide Geräte betreiben wir ausschließlich mit Akkus, schließen die Navis also nicht direkt an das Kraftwerk an (obwohl das theoretisch möglich wäre).

An unseren Kraftwerken (B +M) adaptiere ich je einen Pufferakku (Powertank XL, 5600 mAh, von SwissBatteries) und lade damit (auf Vorrat) mittels einer Ladeschale (Swisscharger P1) NiMH-Akkus, die ich u. a. auch für andere Geräte gebrauchen kann (z. B. Stirnlampe, Radio, etc.). Das Laden der AA-, bzw. AAA-Akkus selbst mache ich in der Regel erst bei Erreichen des Tageszieles, also nicht während der Fahrt.

Der Pufferakku von B + M hat übrigens bereits nach wenigen Einsätzen die Gretsche gemacht ….

Vorteil dieser Strategie ist, dass ich relativ wenig Kabelsalat habe – den Pufferakku transportiere ich (trocken) in der Lenkertasche – und bei einer Einkehrpause alles schnell mal abziehen kann.

Drei Nachteile hat der Powetank XL allerdings:

Wenn ein direkt angeschlossenen Abnehmer sich abschaltet (weil voll oder weil Stromsparmodus) dann startet die Stromversorgung – sofern neuer „Bedarf“ ist, nicht automatisch, sondern man muss beim Tank auf einen Knopf drücken.

Soll während des Ladevorgangs gleichzeitig Strom abgenommen werden (Multi-Tasking), muss das Teil mindestens zu 75 % geladen sein, sonst geht das leider nicht. Daher als "Pufferakku" nur bedingt am Fahrrad einsetzbar.

Das Laden des Tanks erfolgt über eine USBmicro-Schnittstelle. Dieser Anschluss ist für den Outdoor-Einsatz extrem labil.

Bei der Rennradvariante (iPhone) benutze ich den zuhause an der Steckdose voll geladenen Powertanktank als Ergänzung zum eingebauten Akku. Das reicht allemal für meine Tagesetappen,
dann lade ich wieder alles an der Steckdose.

Bzgl. der Trekkingräder bin ich ebenfalls als Konsequenz meiner Recherchen und Versuche zu dem Ergebnis gekommen, an das Kraftwerk keine Endverbraucher (GARMIN, Smartphone, iPad/Notebook, Stirnlampe, Akkus, etc) unmittelbar zu adaptieren, sondern grundsätzlich während der Fahrt immer nur den Pufferakku aufzuladen.

Zur Unterbringung des Pufferakkus (und weiteren elektrischen Zubehörs) habe ich am vorderen Rahmendreieck kleine Packtaschen montiert, die auch gleichzeitig das Kraftwerk schützen und vor neugierigen Blicken bewahren. Die Verkabelung Kraftwerk > Pufferakku erfolgt über ein kurzes Spiralkabel mit abgewinkeltem USB micro-Stecker. Erst nach Ankunft am Ziel lade ich mit dem dann (hoffentlich) vollen Pufferakku die Endverbraucher.

 

10. Aug. 2013: Bin seit mehr als vier Wochen mit den Rädern "on Tour". Dabei hat sich gezeigt, dass die Pufferakkus leider nicht robust genug sind für den harten Alltagseinsatz. Schwachstelle ist der Micro-USB (Stromzuführung).

Seit mehr als einem Jahr im Einsatz und immer noch ok. benutzen wir schließlich Power Banks von der Fa. xtorm (Power Bank 7300, 7.300 mAh, Input 5V/1A, Output 1A + 2,1 A, 210 Gramm). Diese Pufferakkus haben u. a. als Stromzuführung ein fest montiertes flexibles Zuleitungskabel mit Standard USB-Stecker, sowie ein entsprechendes Output-Kabel mit Micro-USB. Diese Teile haben den Härtetest (13.000 km: Nordkap, Neuseeland, USA) schadlos überstandn!).

Wird fortgesetzt ....