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Wintercamping IV (Jahreswechsel 2011/12)

Nachdem wir nun schon die letzten drei Jahre hier waren, mussten wir eigentlich nicht wirklich lange darüber nachdenken, wo wir den bevorstehenden Jahreswechsel (11/12) verbringen werden, denn die grundsätzliche Entscheidung für`s Wintercamping auf unseren Lieblings-Campingplatz bei Schierke (Harz-Camping in Schierke am Brocken) hatten wir eigentlich schon am 02. Jan. 2011 (Verabredung mit Vera & Mario) getroffen.

Ein absolutes Novum für uns ist allerdings, dass wir voraussichtlich bereits am 23. Dez. anreisen werden, also die Weihnachts-Feiertage komplett “outdoor“, verbringen wollen. – Na ja, ausreichend Weihnachtsbäume git`s jedenfalls rings herum.

Ob mir allerdings mit der Campingküche die Zubereitung meiner heiß geliebte Weihnachtsgans gelingt, wage ich noch etwas zu bezweifeln.

Brigitte hatte da schon eher ein praktikable Idee für` Festmahl am Heiligen Abend, sie hat Lust auf ein romantisches Candle-Light-Raclette! – Nun, ja ….

Das Jahr 2012 begrüßen wir dann (hoffentlich) wieder auf dem Brocken (1.141,1 m ü. NN)!

 

16: Dez. 2011

Die Bahntickets sind gekauft. Hinreise am 23. Dez. 11, Rückreise am 01. Jan. 12. - Am 27. Dez. "darf" ich für einen Tag meine Dienststelle aufsuchen. Habe folglich auch noch eine Hin- und Rückfahrt Werningerode -> Berlin -> Werningerode gebucht. Ganz toll ! Ein wenig Sorge macht mir allerdings das Wetter. Lt. aktueller Prognose von "wetter.com" scheint sich alles so um die Null Grad rum (mit nur wenig Schnee) abzuspielen. Egal, hauptsache es regnet nich andauernd ... !

22. Dez. 2011

Das Reisetaschen sind gepackt, wir werden morgen (sehr) früh starten ...

23. Dez. 2011

Die Anreise verlief perfekt! – Wider Erwarten waren die Züge (fast) leer, die Anschlüsse klappten…

In Wernigerode angekommen, gönnten wir uns ein Taxi bis zum Zeltplatz, den wir gegen Mittag erreichten. Temperaturen so um die Null Grad und geschlossene Schneedecke empfingen uns hier. Rasch hatten wir uns ein passendes (Zelt)Plätzchen ausgesucht und wir begonnenen den etwa 20 cm hohen Schnee beiseite zu schippen. Ging ziemlich leicht, denn der Schnee war nicht angefroren.

Als das Zelt dann stand, folgte der Weihnachtseinkauf in der Kaufhalle in Schierke, nicht ohne jedoch vorher ein Cafe aufzusuchen. – Bekanntlich sollte es am Heiligen Abend ja Raclette im Zelt geben, folglich suchten wir erst mal nach entsprechendem Käse, Kartoffeln und diversen leckeren Beigaben (Schinken, Salami, eingelegte Knoblauchzehen, Gürkchen, etc.). Dann keuchten wir schwer bepackt zurück zum Zeltplatz. Zur Feier des Tages gab`s Erbsensuppe mit Würstchen.

Es hatte seit unserer Ankunft kontinuierlich Niederschlag gegeben, meist in Form von Regen, manches Mal auch etwas Schnee. Die Wetterprognose ließ leider nichts Gutes erwarten. Wir gingen bald schlafen…

24. Dez. 2011

Es regnete immer noch, als wir endlich aufstanden. Also war (Tee)Kochen im Zelt angesagt. Nun ja, da haben wir ja schon Routine. – Brigitte besorgte Saft und frische Schrippen, während ich (auf dem Bauch liegend) das Kochen übernahm.

Frisch gestärkt schlüpften wir in unser wetterfestes (Winter)Outfit und stapften durch den meist ungespurten (Tief)Schnee gen Brocken, ohne jedoch vor gehabt zu heben, heute schon dessen Gipfel zu erreichen. Vielmehr ging es uns um etwas Bewegung und natürlich auch um das Gewöhnen an die Kälte. – Nach etwa drei Stunden Marsch und einer Strecke von um die 10 km waren wir froh, wieder in unser nasses Zelt zurückkehren zu dürfen. Nach einer warmen Dusche und einer wärmenden Gulaschsuppe aus der Dose ging es uns aber sofort wieder blendend. Wir kümmerten uns nun um unser Raclette.

Während ich Pellkartoffeln kochte, schnitt Brigitte den Käse, legte Schinken und Salami bereit und zündete ein paar Teelichter an. Es war gemütlich in unserem Zelt, Das Tröpfeln des Regens auf dem Überzelt nahmen wir kaum noch wahr.

Dann der große Moment. Beide bauten wir unsere partyclette ToGo`s vor uns auf, entzündeten die jeweils drei Teelichter darunter und legten Käse in die Pfannchen. Und in der Tat, der Käse begann zu schmelzen, der Schinken zu bruzzeln. – Wir aßen, bis wir nicht mehr konnten, lauschten den Regentropfen, sahen sogar ein paar Sterne. – Frohe Weihnacht!

25. Dez. 2011

Es ist nicht wirklich kalt, eher nass und feucht. Ein paar heftige Windböen lassen unser Zelt ganz schön flattern, dann ist der Spuk aber auch schon wieder vorbei. Es wird allmählich grün um uns herum, Winter ade.

Nichts desto Trotz gehen wir auf Tour. Kaum noch geräumte Wege oder Spuren im Schnee, wir bahnen uns teilweise unseren eigenen Weg durch den in höheren Lagen immer noch vorhandenen Tiefschnee. Wie gut, dass wir unsere altgedienten Schalenschuhe noch immer dabei haben. Zwar kein optimaler Gehkomfort, dafür aber auch keine nassen oder gar kalten Füße. – Wieder sind es so um die 10 km bei etwa 750 hm, die wir absolvieren, ehe wir uns für unser Weihnachtsessen fertig machen.

Um 18:00 Uhr sitzen wir erwartungsfroh im Gasthaus Bodeblick und bestellen Festliches. Es schmeckt uns und wir haben besten Appetit. Mit dicken Bäuchen machen wir uns auf den Heimweg und fallen müde in die Schlafsäcke.

26. Dez. 2011

Es regnet immer noch, der Schnee ist fast ganz weg, die Temperaturen liegen so bei 5 °C plus. Der Nebel löst sich kaum auf. - Irgendwie kommen wir nicht so richtig in Schwung, vertrödeln den Tag mit Lesen, Compuetrn, etc.. Schließlich können wir uns wenigstens dazu aufraffen, einen Kaffee trinken zu gehen. Das war`s dann aber auch.

27. Dez. 2011

Um 04:45 Uhr klingelt der Wecker. Da ich heuet für einen Tag zu meiner Arbeitsstelle nach Berlin muss, mache ich mich reisefertig, habe aber zunächst "Ladehemmungen". Um 05:30 Uhr kommt das Taxi, um 06:20 Uhr besteige ich in Wernigerode die DB. Einmal umsteigen in Halle und um 09:13 Uhr Ankunft am Südkreuz. Kurz darauf sitze ich am Schreibtisch.

Auch die „Heimfahrt“ zum Campingplatz verlief (zunächst) planmäßig. Kein stress im Zug, alle Verbindungen pünktlich. Letztes mal Umsteigen in Halberstadt, um mit der HEX nach Weningerode zu reisen. Bedauerlicherweise (für mich) war diese Zugeinheit zweiteilig und wurde nach einiger Zeit getrennt. Der hintere Zugteil für nach Weningerode, der vordere nach weiß nicht genau wo. Egal, ich saß jedenfalls im vorderen Zugteil. Eine freundliche Schaffnerin empfahl mir am nächsten Halt den Zug zu verlassen und den Gegenzug zu nehmen. Ganz einfach also. Nun ja …..

Eine gute Stunde später kam ich dann doch noch in Weningerode an, wo mich Brigitte dann in Empfang nahm. Natürlich war der letzte Bus gen Schierke längst über alle Berge, also unterstützten wir mal wieder das Taxigewerbe (35 EURO).

28. Dez. 2011

Das Wetter bleibt schlecht. Eine Dunst- und Nebelglocke ist über den Brocken gestülpt. Die Temperaturen steigen, ab und an etwas Sturm, ansonsten kontinuierlicher Nieselregen. Der Restschnee (auf dem Campingplatz) verabschiedet sich. Die Feuchtigkeit ist allgegenwärtig, auch im Zelt. Dennoch raffen wir uns auf, ziehen die Schalenschuhe an und besuchen das Alte Forsthaus. - Schade, geschlossen. Also wieder zurück zum Zelt.

Spät am Abend treffen Vera, Mario und Michael in Schierke ein und beziehen Quartier in einer gut ausgestatteten, geräumigen Ferienwohnung, etwa 1,2 km entfernt vom Campingplatz.

29. Dez. 2011

Wir unternehmen gemeinsam eine etwa 10 km lange Eingehtour bei recht passabelen, zeitweise aber stürmischen Witterungsbedingungen.

 

30. Dez. 2011

Heute übernimmt Mario die Führung. Ziel ist Braunlage. Zunächst müssen wir noch selber spuren, denn es gibt relativ viel Neuschnee im Oberharz. Je näher wir jedoch an Braunlage heran kommen, desto belebter word es. Skilift in Betrieb, Wintersport bei leider nur mäßigen Bedingungen.

Nach einigem Suchen gelingt es uns, einen freien Tisch in einem Cafe zu ergattern. Der Kuchen ist köstlich. - Auf anderem Weg dann wieder zurück nach Schierke (gesamt etwa 20 km) und am Abend zum Essen ins Gasthaus.

31. Dez. 2011

Die von gestern noch frische Schneedecke beginnt erheblich zu schrumpfen, der Niederschlag geht in Regen über. Wohl wissend, dass wir am Abend noch auf den Brocken „müssen“, lassen wir den Tag betont langsam angehen. Abgesehen von einem Abstecher zum Cafe Winkler halten wir uns vorwiegend auf dem Platz, bzw. im Zelt auf.

Um 18:00 Uhr sind wir bei Mario & Vera zur Gulaschsuppe eingeladen, wärmen uns bei dieser Gelegenheit noch mal auf. Dann schließlich machen wir uns noch vor 21:00 Uhr – bei (sau)mäßigen Witterungsbedingungen auf den Weg. Erst Richtung Bhf. Schierke, dann alte Bobbahn und von hier bis auf der (vereisten) Fahrstraße zum Gipfel. Viel zu früh erreichen wir unser nebliges Ziel (Sichtweite unter 20 m). Doch zum Glück gibt es ja – wie in den vielen Jahren zuvor auch - am Bhf. einen Kiosk mit Glühwein und Bratwurst, dachten wir jedenfalls. Doch weit gefehlt! Zwar ist besagter Kiosk beleuchtet, aber geschlossen. Ganz toll. Suchen wir halt zunächst mal nach einer Alternative. Und in der Tat, da gibt es doch tatsächlich ein Stück weiter oben eine Selbstbedienungs-Restauration mit Pflicht-Verzehr-Bon in Höhe von 10 EURO. Am Einlass eine frustrierte Menschentraube, denn drinnen ist längst alles besetzt und überhaupt grenzt das ganze schon fast an Nötigung. Irgendwie werde ich alt Alt-Wessi nie nachvollziehen können, wie das wirtschaftliche (und soziale) Denken mancher Unternehmer im Osten funktioniert (und ob es überhaupt funktioniert).

Wir verlassen genervt das vor Gastfreundlichkeit strotzende „Etablissement“. Während Brigitte und ich beschließen, bis zum Jahreswechsel auf dem Brocken zu verharren, haben Vera, Mario und Michael die Nasse voll und treten den Rückzug an.

 

Auf dem Dach eines Vorratsschuppens erwarten Brigitte & ich den Jahreswechsel und absolvieren den guten Rutsch ins neue Jahr auf dem Hosenboden vom Dach herunter. 2012 Du kannst kommen, wir sind gerüstet, haben neue Ziele und Reisepläne, hoffen gesund zu bleiben und ….. machen bestimmt erst mal einen großen Bogen um die äußerst gastfreundlichen Brockenpinten.

01. Jan. 2012

Der Rückweg zum Zeltplatz dauert etwa zwei Stunden. Der Restschnee ist mittlerweile größtenteils in Matsch über gegangen, der Nieselregen hält an. - Wir verkriechen uns in unsere Schlfsäcke, hoffen (leider vergeblich) auf einen sonnigen Morgen.

Es ist 12:30 Uhr, als uns `ne Taxe mitsamt unseres vorwiegend nassen Gepäcks abholt und zum Bahnhof Werningerode kutschiert....