international - Trekking

Ski-LL in Sexten (Dolomiten)

Nein in diesem Februar werden wir mal nicht den südamerikanischen Kontinent bereisen, sondern "nur" ganz einfach zum Skilanglauf in die Sextener Dolomiten, konkret nach Moos reinen.

Was ist passiert? Eigentlich nichts schlimmes, ganz im Gegenteil! - Der 28. Juni 2013 soll mein letzter Arbeitstag bei der Berliner Verwaltung sein, dann geht`s in Rente. Folglich steht mir auch nur noch der halbe Jahresurlaub zu. Zu kurz also, um wirklich große Reisen zu planen. Zu diesen wollen wir stattdessen im Juli 2013 starten ...

Zwar ist noch nicht so ganz sicher, ob das Wetter optimal für den geplanten LL-Sport sein wird, aber es gibt in den Bergen ja bekanntlich Alternativen. - Einpacken werden wir auf jeden Fall mal die LL-Wachsski, die stahlkantenbewehrten Tourenski, Schneeschuhe und Schalenschuhe. Was soll da noch schief gehen? - Es sei denn, wir kriegen Badewetter ;-(

Anreise - wie bei uns üblich - per öPNV - am Samstag (26. Jan.), am frühen Abend sollten wir - so denn die Bahn den Fahrplan einhält - unser bescheidenes Quartier (Residence Kramhuter) in Moos erreicht haben.

26. Jan. 2013

Wir sind tatsächlich doch noch pünktlich in Moos (Sexten) angekommen, obwohl das heute Morgen absolut nicht danach aussah. "Unser" ICE leistete sich gleich am Start ca. 40 (!) Minuten Verspätung. Wir standen bei weniger als 10 °C Minus am luftigen Bahnsteig (es gibt keine beheizten Warteräume) des Bahnhofs Südkreuz und mussten uns im Abstand von fünf Minuten anhören, dass sich die Einfahrt des Zuges (er konnte angeblich nicht pünktlich bereit gestellt werden) wieder und wieder verzögerte ....! - Die Verspätung war bis München natürlich nicht mehr zu kompensieren. Trotzdem gelang es uns noch den geplanten Anschlusszug zu kriegen und wie schon erwähnt, schliesslich doch noch am Ziel zu landen.

Rasch noch die nötigsten Einkäufe getätigt, etwas gegessen und müde - aber jetzt doch zufrieden - den Tag ausklingen lassen

27. Jan. 2013

Traumhaftes Wetter, Sonne, blauer Himmel und Temperaturen um die 10°C minus, wir präparieren unsere Wachsski, entscheiden uns für blauen Steigwachs und sind kurz nach Highnoon an der Loipe (weniger als 50 m von unserem Quartier entfernt).

Zugegeben die Knochen sind noch ganz schön lahm, auch steigt unsere "erste Wahl" gleich so um die 200 Hm. Dafür geht`s nach Hause nur noch bergab ;-)

Nach knapp 10 km sind wir wieder am Start, freuen uns über den gelungenen Urlaubsbeginn ...

28. Jan. 2013

Das Wetter ändert sich. Es wird wärmer und von der Sonne war den ganzen Tag lang nichts zu sehen. Wir haben uns trotzdem knapp 19 km "gegönnt", allerdings mit dem Makel, dass wir bei der Tour zum Kreuzbergjoch irgendwie den Weiterweg nicht finden konnten und zurück fuhren und es gleich bis Sexten laufen ließen. Der Rückweg war dann ein wenig anstrengender.

29. Jan. 2013

Wir haben heute - bei gutem Wetter - unsere erste Schneeschuh-Tour unseres Lebens versucht. Als Ziel hatten wir uns die Drei-Schuster-Hütte (1.626 m) ausgesucht, weil es zur Not einen parallelen Fahr- bzw. Wanderweg gibt. Prompt haben wir die Route, die wir für das GPS-Gerät gebastelt hatten, vor Ort etwas großzügig ausgelegt. Soll heißen, dass wir schon bald in sehr steiles Gelände kamen, uns aber dennoch ganz wacker ca. 150 Hm hoch schafften. Dann war endgültig Schluss, zu steil, wir mussten abbrechen und zurück.

Wieder unten angekommen, wählten wir eine viel begangene Spur, um sicher zu gehen (wir waren auch wieder auf "unserer GPS-Route). Diese Spur war so festgetreten, dass wir trotz Tiefschnee, gut auf die Schneeschuhe verzichten konnten. Vor uns lag bald die Drei-Schuster-Hütte, eine willkommenen Einkehr.

Als besonderes Hightlight bot die Hütte für die Talfahrt Rodelschlitten an. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen ...

30. Jan. 2013

Heute wollten wir`s wissen. Die komplette Runde, d.h. von uns aus erst mal runter bis Innichen und dann mehr als 500 HM wieder rauf bis zur Talschluss-Hütte. Ohne Einkehr wieder zurück zum Start. Das GPS zeigte knapp 29 km. Wir sind zufrieden mit uns ;-)

31. Jan. 2013

Egal welchen Wetterbericht wir hören, überall wird "Frühling" gemeldet, nur hier nicht. Zwar liegen die Temperaturen auch hier nur so um den Gefrierpunkt herum, aber es taut halt kaum. Zudem blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. - Nachdem wir gestern fleißig waren, gönnen wir uns heute `ne Genusstour, nämlich die Abfahrt vom Kreuzbergpass (dorthin per Bus) bis zurück nach Hause.

01. Feb.2013

Ein neuer Schneeschuhversuch. - Als Ziel hatten wir uns das Pfandleck (ca. 2.200m) ausgesucht. Start am Kreuzbergpass. Laut Wegbeschreibung eine eher einfache Tour. So wanderten wir also frohgemutes zunächst einem geräumten Fahrweg folgend, hin und wieder gut gespurten Abschneidern folgend aufwärts Richtung Nemesalm. Kurz bevor wir diese erreicht hätten, sollte unsere eigentlich Schneeschuh-Tour beginnen.

Wir fanden - auch Dank eines zuvor runter geladenen GPS-Tracks - rasch den Einstieg, zogen die Schneeschuhe an und marschierten (dem Track folgend) los. Einiges später "entdeckten" wie etwas links von uns eine vorhandene Spur, die immerhin so verfestigt war, dass man sie ohne Schneeschuhe laufen konnte. - Bei einer Höhe von ca. 2.000 m wich diese Spur jedoch von unserem Track ab, zielte auf einen anderen Gipfel. Wir machten kehrt und orientierten uns neu. Längst hatten wir wieder die Schneeschuh angelegt, denn jetzt gab`s nur noch Tiefschnee.

Das Gelände nahm kontinuierlich an Steilheit zu. Wir kamen an die Grenzen unserer immer noch sehr rudimentären Schneeschuhtechnik und brachen bei einer Höhe von etwa 2.120 m schließlich ab. Vorsichtig schafften wir uns den Hang wieder hinunter und begaben uns wieder zurück in Richtung Nemesalm. Von hier aus noch gut eine Stunde Fußweg und wir waren wieder an der Bushaltestelle.

Wir sind ca. 11,5 km gelaufen und haben dabei eine Höhe von etwa 600 m im Aufstieg absolviert.

02. Feb. 2013

Ruhetag, es schneit. - Zeit sich mal Innichen etwas genauer anzusehen ...

03. Feb. 2013

10 cm - 15 cm Neuschnee! Jetzt ist der Himmel wieder blau, die Sonne lacht jedoch sind die Temperaturen ziemlich im Keller (so um die minus 10°C). Dazu kommt ein kräftig talaufwärts blasender Wind. Wir nehmen uns noch mal unsere Hausloipe vor, starten in Richtung Talschluss. Schon bald ereilt uns die Loipenkontrolle. Wieder müssen wir - wie schon letzten Sonntag - für 20 Euro/Person/Woche ein Loipenpermit lösen, dann eilen wir weiter. Gleich hinter Moos gibt es `ne schwarze Variante, die wir dieses Mal wählen. - Nach gut vier Stunden, gut 30 km und ca. 550 Hm suchen wir mit kalten Fingern und weichen Knien ein übervolles Cafe auf, stärken uns für die letzten 300 m!

 

04. Feb. 2013

Unser heutiger Plan war von Toblach aus nach Cortina zu laufen, wobei wir bis Toblach Bus und Bahn benutzten.

Gleich ab dem Skistadion in Toblach begann die Loipe kontinuierlich zu steigen, nicht schlimm, aber ca. 15 km lang. Dann hatten wir endlich - nach etwa 450 Hm - die höchste Stelle erreicht und freuten uns auf die Abfahrt. Die Loipe verlief ab hier auf einer ehem. Bahntrasse, es gab also nur mäßiges Gefälle. Ohne Nachhilfe lief da nichts. Ok., immer noch besser als bergauf. Heftig überrascht waren wir, als sich vor uns plötzlich alte Tunnel auftaten und - kaum zu glauben aber wahr - in den Tunneln gab es Schnee und `ne Loipe. Drei km vor Cortina passierten wir den ehem. Bahnhof Fiames. Hier folgten wir einem Hinweisschild gen Bushaltestelle. Noch knapp ein km und wir mussten dem Fahrplan entnehmen, dass wir uns jetzt ca. 90 Minuten "erholen" dürfen. Glücklicherweise gab`s auf der anderen Straßenseite `ne Bar. Wieder sind wir rd. 30 km auf den Brettern gestanden.

 

05. Feb. 2013

Wandertag! - Unser Ziel sollte die Klammbach-Hütte (ca. 1.950m) sein. Unmittelbar von Moos aus ging es sofort relativ steil und ununterbrochen aufwärts. Der Winterwanderweg war geräumt, lediglich ein Schneeskooter begegnete uns. Nach etwa 2:30 Std. standen wir vor der traumhaft schön gelegenen Hütte und lasen den Hinweis an der Tür: Dienstag Ruhetag! - Nach kurzer Rast traten wir - zunächst runter wie hoch - den Heimweg an. Bei etwa 1.600 m zweigte ein Weg zum Gasthaus Froneben (1.550m) ab, einer Einladung der wir nicht widerstehen konnten ... ;-)

06. Feb. 2013

Höhentraining! - Wenn auch etwas umständlich und langwierig, trotzdem auf jeden Fall lohnend war unsere heutige Tour zum Skigebiet Plätzwiese. Als es mit dem Linienbus nicht mehr weiter ging, musste für die letzten ca. 500 Hm ein mehr oder weniger regelmäßig verkehrendes Privattaxi herhalten. - Nach spannender Auffahrt stiegen wir bei etwa 2.000m aus, wachsten die Ski und begaben uns auf die kurvenreiche Höhenloipe. Mangels wirklicher Distanzen hat sich der Loipenanleger jede Menge Kurven und Schwünge einfallen lassen, um irgendwie einige km zusammen zu bekommen. Obwohl die Sonne ihr Bestes gab, war es doch empfindlich frisch. Trotzdem tobten wir uns nach Herzenslust aus, ehe wir die Skispitzen gen Dürrensteinhütte (2.040m) ausrichteten. Rasch waren die kalten Füße wieder warm, wozu aber durchaus auch der gute Espresso beitrug.

Der Rückweg verlief analog dem Anstieg, nur in umgekehrter Reihenfolge. - Immerhin haben wir es auf gut 12 km Höhenloipe bei knapp 300 Hm gebracht.

07. Feb. 2013

Analog der Runde am 03. Feb. war heute wieder die Hausloipe dran, d. h. ca. 30 km bei etwa 550 Hm. - Das Wetter war wieder optimal, unsere Kondition eher weniger ;-)

08. Feb. 2013

Wenn wir schon mal in Tirol sind, dann wollten wir auch Bozen einmal einen Besuch abstatten. Es ist nämlich schon ziemlich lange her, seit wir das letzte Mal hier waren!

Ca. 2:30 Std reine Fahrzeit (Bahn und Bus) pro Richtung mussten wir für unseren Ausflug schon in Kauf nehmen, was wir aber nicht bereut haben. War es beim Start in Sexten doch noch recht kalt, war in Bozen fast Frühling! Bestes Wetter um ausgiebig zu bummeln. - Botzen ist wirklich einen Ausflug wert!

09. Feb. 2013

Schneeschuhtour zur Rotwandwiesenhütte (1.914m). Start am Fischleinboden, also nur eine Busstation von unserer Ferienwohnung entfernt. Schnell hatten wir den Einstieg gefunden und die GPS-Geräte aktiviert. Der Weg war auch ohne Schneeschuh begehbar, da es bereits eine getretene Spur gab. Wenig später ein Abzweig, wir folgten dem Alpinisteig, der sich steil am Hang empor zog. Zwar konnten wir immer noch ohne Schneeschuh steigen, doch die Steigung war nicht ohne! Nach ca. 350 Hm wurde es dann flacher, ehe wir endlich vor uns den Skizirkus entdeckten. - Traumhafte Landschaft, jede Menge Wintersportler ... und kein Platz Inder Hütte. Nach einigen Gipfelfotos zogen wir es vor, per Seilbahn wieder talwärts zu fahren und den wohlverdienten Kaffee im Tal zu trinken.

10. Feb. 2013

Haben uns heute wieder unsere Hausrunde (ca. 30 km, etwa 550 Hm) angetan! Es war allerdings lausig kalt (nachts ca. minus 20 °C und kälter), so dass man trotz permanenter Bewegung ziemlich kalte Finger bekam ( ... nicht nur kalte Finger!).

11. Feb. 2013

Streckenwanderung. - Das Wetter ändert sich, Bewölkung und Schneefall sind vorhergesagt. Kalt ist es immer noch. Wir starten mal wieder direkt vor der Tür mit Ziel Pragser Wildsee. Die Tour wird länger und anstrengender, als zunächst vermutet. Schließlich nach etwa 800 Hm und knapp 37 km sind wir am See ... und stehend ko.!

12. Feb.2013

Fasching! - Da uns die gestrige Tour doch ein wenig in den Knochen steckt, kommt uns die örtliche Ankündigung eines Faschingsumzuges gerade recht. Zudem hat es in der Nacht heftig geschneit (mehr als 20 cm), so dass die Loipen eh` noch nicht perfekt präpariert sind. Lange Rede, kurzer Sinn, wir machen mal wieder in Kultur (unsere Umschreibung für einen "gemütlichen" Urlaubstag). Nach kurzem Spaziergang durch den Neuschnee, einer ersten Einkehr in einem Café, dem Anschauen besagten Umzugs, einem weiteren kurzen Spaziergang und dem anschließenden Besuch unseres Stamm-Cafés, schaffen wir es gerade noch, unser Abendessen einzukaufen!

Gegen Abend klart es etwas auf, ein Stück blauer Himmel ist zu sehen ...

 

13. Feb. 2013

Backcountry-Skiing - Nun hatten wir unsere alte (Lappland) Ski-Ausstattung schon mitgeschleppt, da wollten wir diese wenigstens auch mal nutzen. Nach dem gestrigen Neuschnee müssten die Bedingungen eigentlich gut sein. Folglich fuhren wir mit dem Bus bis zum Kreuzbergpass, stiegen hier auf unsre stahlkantenbewährten Querfeldein-Ski und schafften uns stetig steigend, die Malga Coltrondo (1.879m) rechts liegen lassend mühsam zur Alpe Nemes (1.877m) hoch. Bei blauem Himmel und noch fast unberührtem Schnee, bot sich uns eine Berglandschaft, die ihresgleichen sucht! - Die Einkehr hatten wir uns redlich verdient.

Entlang einem teilweise schon festgetretenem Winterwanderweg rutschten wir zügig zurück zum Kreuzbergpass und von hier gleich weiter nach Moos. Etwa 500 Hm im Aufstieg, 800 Hm im Abstieg und insgesamt etwa 18 km ist die stolze Bilanz.

14. Feb. 2013

Wieder Sonne! - Noch mal die LL-Ski rausgeholt und von zu Hause aus via Talschluss nach Toblach. Knapp 26 km Strecke, etwa 450 m hoch und beinahe 550 m runter, es lief gut. So allmählich kommen wir in Form ...

15. Feb. 2013

Ein letzter Ausflug per LL zur Talschluss-Hütte (dieses Mal sogar mit Einkehr!) und dann zurück nach Hause (13 km, 250 Hm). - Der Urlaub geht zu Ende, wir beginnen die Heimreise zu organisieren.

RESÜMEE

Seit vielen Jahren haben wir mal wieder Winterurlaub im klassischen Sinne gemacht, sind Ski gelaufen, haben Schneeschuh-Touren probiert und haben unsere alten Backcountry-Ski mal wieder untergeschnallt. Zumindest ich habe gemerkt, dass mir viele dieser Aktivitäten vor mehr als zehn Jahren noch wesentlich leichter gefallen sind. Dennoch haben wir - allein auf Skiern - fast 300 km hinter uns gebracht und dabei ca. 4.400 Hm absolviert, soll heißen, es geht noch!

Die Gegend, die uns von diversen Sommerurlauben durchaus nicht unbekannt war, ist auch im Winter attraktiv. Schneelage und Wetter waren perfekt, die Gastgeber freundlich und gut organisiert. Verändert hat sich etwas das Publikum, waren mir hier bei meinen früheren Urlauben eher die deutschen Touristen aufgefallen, sind jetzt die Mehrzahl der Gäste Italiener. Das hat auch Auswirkungen auf das gastronomische Angebot, was aber keinesfalls nachteilig sein muss!

Wir haben uns gut erholt, sind wieder etwas fitter und fahren zufrieden nach Hause.