Berichte

Nepal 2009 (Helambu - Gosainkund - Langtang)

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Südamerika lässt uns nicht (mehr) los! – Kaum zurück von unserer Peru-Reise, halten wir schon wieder Ausschau nach neuen Zielen, die man im Februar bereisen kann. Auch wegen eines Tipps von Kaktus und Helmut richtet sich unser Augenmerk schon bald auf die Carretera Austral. Die Carretera Austral ist eine rund 1350 Kilometer lange Straße in Südchile von Puerto Montt nach Villa O'Higgins an der Südgrenze der Región de Aisén. Wie immer begangene wir mit einer intensiven Internetrecherche.

Planungsphase

Tabellarisches Reiseprogramm

REISETAGEBUCH

Resümee

Alle Bilder...

Wieder Nepal

Eigentlich wollten wir auch 2009 wieder nach Südamerika reisen. Dann kam aber alles anders...

Viel Spass bei der Lektüre!

 

 

Planungsphase (Vorbereitung und Entscheidung)


Anfang Mai 2008 wurden wir dann auf eine Naturkatastrophe aufmerksam, die uns zwangen, unsere Fahrrad-Trekking-Pläne aufzugeben, bzw. zu verschieben.

„Nach dem Ausbruch des Vulkans Chaitén im Süden Chiles haben die Behörden die gleichnamige Kleinstadt nahezu vollständig evakuiert. 4500 Bewohner der zehn Kilometer vom Vulkan entfernten Stadt Chaitén haben nach Angaben des chilenischen Innenministeriums ihre Häuser verlassen….“

Es sieht nicht so aus, als ob hier kurzfristig wieder Normalität einkehrt. Wegen anderer schwerer Katastrophen auf der Welt, nehmen die Medien allerdings derzeit nur wenig Notiz von dem Desaster in Südamerika.

Mitte Mai 2008

Wir ändern unsere Pläne, besinnen uns auf Nepal (Sowohl Brigitte wie auch ich bereisten das Land schon einmal) nahmen Kontakt zu Guna, dem Leiter/Organisator meiner Trekkingreise (Nepal, DHAULAGIRI CIRCUIT) 2002 auf und haben ihn um Vorschläge gebeten.

29. Mai 2008

Erfreuliches Feedback aus Kathmandu; Guna schlägt vor (unter seiner Leitung) im Februar in der Langtang-Region (Helambu, Gosainkund) zu trekken (Zelt).

30. Mai 2008

Anfrage - wie immer beim Reisebüro Ehlert - ob am 30. Jan. 2009 ein Flug nach Kathmandu (Qatar Airways) möglich ist, bzw. ein Rückflug am 28. Feb. 2009.

03. Juni 2008

Flüge gebucht!

18. Juni 2008

Post aus Nepal: "Dear Sir Arno & Madam, First of all! We are very sorry for late reply and we are very glad that you bought book about Langtang Trip and it is good route for you and Madam because it has own beautiness and panoramic view.
We would like to organise specially way for you because you are coming to Nepal for your holidays. So, this holiday must be colorful, enjoyement and satisfaction so, we organise you Sightseeing for Kathmandu, Patan, Bhaktapur and finally sunrise to Nagarkot and of course trek to Langtang. At the me (Guna) will be with you. If you need more information then please let us know without any hesitation because we are very old friends. Thanks for your nice co-operation and looking forward yours good response always. Yours sincerly, Guna & Durga."

Wir freuen uns ....

31. Juli 2008

Inzwischen gibt es zwei konkrete Tourenvarianten und wir haben die Qual der Wahl! - Tendenziell neigen wir aber zur Variante I, da wir bei dieser Einteilung erst einmal ein paar Tage Zeit haben, uns auf Urlaub und Nepal einzustellen. Variante II ist aber ansich ebenso interessant. - Wir vermuten, dass letztendlich die Wettersituation (Schnee?) im Februar 2009 den Ausschlag geben wird, welches die machbare Variante ist.

01. Dezember 2008

Wir konkretisieren die Planung, kümmern uns um den Impfschutz.

09. Dezember 2008

Unser Grobkonzept für die geplante Tour ist fertig. Natürlich ist uns dabeu bewußt, dass es jede Menge Faktoren gibt (Wetter, Kondition, Gesundheit, etc.) die es erforderlich oder notwendig machen, kurzfristig all diese Pläne über den Haufen zu werfen....!

07. Januar 2009

Iridium SIM-Karte bei Bettina Lochner - Brandspot Satellitenkommunikation bestellt.

12. Januar 2009

Tropeninstitut (Globetrotter): letzte Impfung.

14. Januar 2009

Termin Nepalesische Vertretung in Berlin - Visum.

20. Januar 2009

DAV Reise-, Sport- und Freizeitschutz-Versicherung (ELVIA) beantragt.

25. Januar 2009

Es wird ernst; die erste Reisetasche ist gepackt; die Liste mit den noch zu erledigenden Dingen wird kürzer ...

28. Januar 2009

Die SIM-Karte ist (hoffentlich nur vorerst) im Nirwana gelandet, die DAV Reise-, Sport- und Freizeitschutz-Versicherung (ELVIA) hat sich bisher nicht gemeldet...


29. Januar 2009

SIM-Karte und Versicherung ok.! - Hui ..., das war knapp:


Interessante Links:


aktuelle Uhrzeit und Datum in Kathmandu
Reisebericht zu meiner Nepal-Tour 2002
Auswärtiges Amt - Nepal
Wechselkurs EURO in USD (Quelle: Manager Magazin) Hilfreich und ziemlich aktuell ist auch das im Conrad Stein Verlag erschienene OUTDOOR - Handbuch: Nepal; Trekking durch Helambu, Gosainkund und Langtand von Kay Tschersich (2005)

Eine "echte" Empfehlung ist die Agentur: HIMLUNG ADVENTURE (Guna B. Tamang), Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
sowie das Hotel VAJRA

Natürlich freuen wir uns auch über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. - Auch geben wir gern im Rahmen unserer Möglichkeiten Auskunft.


 

Tabellarisches Reiseprogramm

 

Datum Ziel Quartier
Freitag
30.01.2009
Flug von Berlin nach
Kathmandu
Flugzeug
Samstag
31.01.2009
Ankunft
Kathmandu Prince Hotel,
Thamel
Sonntag
01.02.2009
Sightseeing
Kathmandu Prince Hotel,
Thamel
Montag
02.02.2009
Sightseeing
Bodnath, Phashupati Aera
Kathmandu Prince Hotel,
Thamel
Dienstag
03.02.2009
Sightseeing
Swayambhunath
Kathmandu Durbar-Square
Kathmandu Prince Hotel,
Thamel
Mittwoch
04.02.2009
Sightseeing
Patan Dorbar Square
Kathmandu Prince Hotel,
Thamel
Donnerstag
05.02.2009
Start der Trekkingtour
Chisopani (2.167m)
Zelt
Freitag
06.02.2009
Lapchi Bhanjyang (ca. 2.500m)
Lodge (2.310m)
Zelt
Samstag
07.02.2009
Magin Goth (3.232m)
Zelt
Sonntag
08.02.2009
Phedi (3.772m)
Zelt
Montag
09.02.2009
Gosainkunda (4.380m)
Zelt
Dienstag
10.02.2009
Syabru (2.241m)
Zelt
Mittwoch
11.02.2009
Thulo Syarbu
Pausentag
Zelt
Donnerstag
12.02.2009
Bamboo (1.991m)
Zelt
Freitag
13.02.2009
Ghora Tabela (2.997m)
Zelt
Samstag
14.02-2009
Langtang (3.413m)
Zelt
Sonntag
15.02.2009
Kyanjian Gompa (3.850m)
Zelt
Montag
16.02.2009
Kyanjian Peaks (4.600m)
Zelt
Dienstag
17.02.2009
Kimshung Eisfälle (4.200m)
Zelt
Mittwoch
18.02.2009
Tsergo Ri (4.894m)
Zelt
Donnerstag
19.02.2009
Pausentag
Zelt
Freitag
20.02.2009
Woodland Lodge (2.780m)
Zelt
Samstag
21.02.2009
Bamboo (2.022m)
Zelt
Sonntag
22.02.2009
Syabru Besi (1.432m)
Zelt
Montag
23.02.2009
Pausentag
Zelt
Dienstag
24.02.2009
zurück in
Kathmandu
Kathmandu Prince Hotel,
Thamel
Mittwoch
25.02.2009
Reserve
Hotel in Kathmandu,
VAJRA
Donnerstag
26.02.2009
Sightseeing
Bhaktapur
Hotel in Kathmandu,
VAJRA
Freitag
27.02.2009
Shopping
Hotel in Kathmandu,
VAJRA
Samstag
28.02.2009
Rückflug nach Frankfurt
Flugzeug
Sonntag
24.02.2008
Flug Frankfurt-Berlin
Bett in Berlin

 



R E I S E T A G E B U C H



30. Januar 2009

Unser Flieger startet in Tegel (txl) gegen 21:30 Uhr. Wir fliegen mit den Qatar Airways bis nach Doha (Katar). Nach etwa fünf Stunden Pause fliegen wir weiter nach Kathmandu (Nepal), wo wir gegen 17:30 Uhr eintreffen (sollen). Wir werden insgesamt etwa 15 bis 16 Stunden unterwegs sein.

31. Januar 2009

Wir haben eingecheckt und selbstverständlich (also wie immer) unsere Schalenschuhe ausziehen müssen und den Tagesrucksack, bzw. dessen Inhalt (Sat. –Telefon, GPS-Gerät, diverse Ladegeräte, etc., aber auch Brillen u. Ersatzunterhose) komplett vorgeführt.

Der Start verzögerte sich dann um etwa eine Stunde. – Flug nach Doha, Hauptstadt von Katar, (mit QATAR-Airlines) völlig ok.. Es ist warm, als wir nach gut fünfstündigem Flug auf dem riesigen Flugplatz ankommen. Wir vertrödeln jetzt vier Std. im Flugplatzgebäude, von der Stadt sehen wir absolut nichts.

Dann endlich Weiterflug nach Kathmandu. Es sind jetzt wesentlich mehr Asiaten mit an Bord, der Service wird einfacher.
Ankunft in Ktm. – nach nochmals etwa fünf Std. Flug - planmäßig; nur eine Kontrolle, kaum Wartezeit (Dank des bereits in Berlin beantragten Visums), lediglich das Gepäck lässt auf sich warten (ist immer ein ganz besonderer Nervenkitzel, da wir ja diesbezüglich durchaus schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht haben).

Guna holt uns ab. Zur Begrüßung gibt es Blumenkränze. Dann quetschen wir uns in ein viel zu kleines Taxi. Laut hupend geht es im ständig herrschenden Verkehrschaos weiter in Richtung Hotel (Kathmandu Prince Hotel, Thamel). Es ist heiß in der Stadt. Lärm, Staub und Müll – es hat vier Monate nicht geregnet – lassen den ersten Eindruck nicht so sonderlich positiv ausfallen.

Schiesslich sind wir noch Essen gewesen (habe als Deutscher in Nepal in einem indischen Lokal argentinisch gegessen, wenn das nich multikulti ist). Dann sind wir erschoepft auf unsere viel zu harten Matratzen gefallen und haben versucht zu schlafen. Die Zeitumstellung (+ 4:45 Std.) macht uns zusätzlich zu schaffen.

01. Februar 2009

Das Hotel ist sehr, sehr einfach, wie schon erwähnt, die Betten hart. Ausserdem war es nachts recht kühl. - Um 11:00 Uhr haben wir Guna getroffen. Vereinbart, dass wir

- heute kein Programm machen (abgesehen von einem gemeinsamen Abendessen)
- am Montag, also morgen und am Dienstag unter seiner Ltg. Sightseeing machen
- und am Mittwoch Trekkingstart sein soll.

Wir zahlen den gesamten Trek, einschließlich einer Versicherung für die Träger, im Voraus. Anschließend erkunden wir auf eigene Faust Thamel und Umgebung. Es gibt zu dieser Jahreszeit noch relativ wenig Touristen, was uns nicht unbedingt unauffälliger macht. Da wir beide schon mal hier waren, fällt uns die Orientierung nicht sonderlich schwer. Kurzer Besuch noch in einem Internetladen, noch `ne Coke in einem Rooftop-Cafe, dann zurück zum Hotel. Schließlich hat uns Guna um 18:00 Uhr zum Essen eingeladen. Es gibt Dal Bhat (Reis mit Linsensuppe), dazu Curry und weitere Beilagen. Das Essen war sehr lecker!

02. Februar 2009

Leider gibt es zur Zeit in Kathmandu nur immer für wenige Std. elektrischen Strom. Notlicht und Kerzen sind die Regel. Wer es sich leisten kann, hat einen Generator. Allerdings ist Benzin teuerer als in Deutschland. Da wir Stirnlampen dabei haben, können wir uns einigermaßen behelfen. Nur das Nachladen meiner Akkus für den Fotoapparat gestaltet sich problematisch.

Wir haben bereits um 7:30 Uhr Guna getroffen, um unter seiner Leitung unser umfangreiches Sightseeing-Programm zu starten. Erst geht es nach Bodnath, wo wir (mal wieder) im Uhrzeigersinn die Bodnath-Stupa umrunden. Wir konnten miterleben, wie teilweise ein neuer Anstrich aufgebracht, besser aufgeworfen, wurde (ringsherum wurde um Spenden für Kalk und Safran gebeten). - Bodnath ist ein Wallfahrtsort für Buddhisten aus Nepals Hochgebirge, Tibet, Ladakh, Bhutan und Sikkim und Zentrum des Tibetischen Buddhismus.

Nach kurzer Einkehr - mal wieder in einem Rooftop - wandern wir weiter zur Phashupati Aera, brachten alles Eßbare vor den frei herum laufenden Affen in Sicherheit und ließen uns beeindrucken vom aktivem Hinduistischem Treiben. - Hier treffen sich Hindus aus ganz Asien. Phashupati Aera ist eine große Ansammlung von Tempeln, Schreinen, Lingams, Statuen, Pilgerunterkünften und Verbrennungsplätzen am Flußufer.

Am späten Nachmittag haben wir unsere Trekkingvorbereitungen fortgesetzt, danach ist Relaxen angesagt. Am Abend gabs Pizza.

03. Februar 2009

Mäßig gut geschlafen. Wie schon erwähnt, sind die Nächte noch kalt und natürlich gibt es keine Heizung im Hotel. Brigitte hat den Daunenschlafsack zur Hilfe genommen. Um 11:00 Uhr haben wir Guna getroffen und mit ihm (per Taxe) einen Ausflug nach Swayambhunath gemacht. Von dort (teils gelaufen, teils gefahren) weiter nach Kathmandu Durbar-Square. Für 1.000 Rupien erkaufen wir uns eine exklusive individuelle Führung. Danach zurück zum Hotel.

Kathmandu ist (für uns) extrem anstrengend. Die Stadt ist sehr laut und voller Menschen. Der Verkehr sorgt permanent für verstopfte Strassen. Vorwiegend Motorräder, Kleinwagen, Fahrräder und Rikschen. Die Tagestemperaturen dürften so um die gut 20 °C liegen, der Staub, die Abgase und der Smog führen dazu, dass man immer häufiger Menschen mit Mundschutz sieht. -Gut, das wir morgen endlich raus in die Natur kommen (hoffentlich). Los gehen soll es gegen 9:00 Uhr.

Wir beginnen das Trekkinggepäck zu richten und gehen um 19:00 Uhr essen (wieder Steak). Als wir zum Hotel zurückkommen, gibt es leider noch immer keine Nachricht von Guna. – Wir gehen Schlafen.

04. Februar 2009

FEHLSTART! - Leider teilte uns Guna heute morgen mit, dass der Koch ziemlich krank sei und wir erst abwarten wollen bis es ihm besser geht. D. h., dass wir entweder noch heute, also so gegen 16:00 Uhr starten, oder aber erst morgen (hoffentlich). - Langsam fängt Kathmandu nämlich an, für uns ziemlich anstrengend zu werden ...
Daraufhin haben wir den Vormittag in der Stadt verbummelt, haben uns Mandalas angeschaut und schließlich um 15:00 Uhr guna angerufen. - Wir starten erst morgen.

Gut, dann mieten wir halt für 15 $ den hoteleigenen Geländewagen (mitsamt Fahrer) und besichtigen jetzt Patan Dorbar Square. Nach dem Abendessen bezahlen wir das Hotel (5 x 22 $) und gehen schlafen (gibt mal wieder keinen Strom und die Dusche ist auch höchstens lauwarm).

05. Februar 2009

Zwar nicht – wie besprochen – um 7:30 Uhr, aber immerhin schon um 8:30 Uhr kam Guna mitsamt Kleinbus (TATA) und den ersten Teammitgliedern. Nach kurzer Fahrt, also noch in Ktm. haben wir das übrige Gepäck (Zelte, Küche, Lebensmittel, etc.), sowie die restlichen Gruppenmitglieder zugeladen (wir waren jetzt 15 Personen: Guna mit Frau, Koch, Küchenhelfer und Kitchenboy, Sherpa-Guide, sieben Porter, sowie Brigitte und ich). – Im Schritttempo bahnte sich der Bus einen Weg durch das übliche Verkehrschaos von Ktm., bis wir schließlich – nach mehrstündiger Fahrt – unser Ziel Sundarijal (1.400m) erreichten.

Wieder verging fast eine Std., ehe sich der Tross kurz nach 11:00 Uhr endlich in Bewegung setze. Unendlich viele Stufen ging es bei Temperaturen so um die 25 °C aufwärts in Richtung SHIVAPURI Nationalpark (Eintritt p. P. 250 NRs.), bis wir – etwa bei einer Höhe von 2.000m – eine lange Mittagspause einlegten. Wir wurden mit einem frisch zubereiteten, kompletten Mittagsmenü verwöhnt. Nachdem die provisorische „Feldküche“ wieder abgebaut war, ging es kontinuierlich weiter aufwärts, bis wir endlich bei 2.439m einen Pass überschritten und nun abwärts unser Tagesziel Chisopani erreichten. Noch vor dem Dunkelwerden waren die Zelte aufgebaut und das Lager eingerichtet. Neben uns feierte eine Koreanische Gruppe das erfolgreiche Ende ihrer Tour. Ist wohl noch `ne ganze Weile hin, bis wir auch so weit sind ….! Wir bekamen unser Abendessen und um 21:00 Uhr lagen wir in unseren Schlfsäcken.

Tagesziel: Chisopani (2.167m); Tages-km: 9,85; Gehzeit: 3:30 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 1.007.

06. Februar 2009

Um 6:40 Uhr wird uns unser „Morning-Tea“ ans Zelt serviert, kurz danach zwei kleine Schüsseln mit warmem Waschwasser. – Wir machen uns fertig (anziehen, Gepäck und Schlafsäcke verstauen, Taschen packen, etc.), denn der Porter wartet schon ungeduldig vorm Zelt aufs Gepäck. Dann gibt es Frühstück. Etwa um 8:30 Uhr sind wir wieder „on tour“. Erst mal geht es abwärts Richtung Pati Bhanjyang, dann wieder leicht steigend nach Thankune Bhanjyang und schließlich steil rauf bis Chipling. – Lunchpause.

Nach etwa zweistündiger Mittagspause setzen wir den Weg weiter aufwärts fort und erreichen bald den Pass (Lapchi Bhanjyang, ca. 2.500m). Anschließend abwärts zum Dorf Gul Bhanjyang. Noch ein kräftiger Anstieg und wir sind am heutigen Etappenziel, einer einsamen, unbewohnten Lodge, etwa auf Höhe 2.310m. Bald stehen die Zelte auf dem Vorplatz der Lodge, es gibt Abendessen.

Tagesziel: Lodge (2.310m); Tages-km: 13,85; Gehzeit: 4:50 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 920.

Die „übliche“ Tagsroutine

Etwa bei Tagesanbruch weckt uns der Küchenhelfer mit den Worten: „Your Morning-Tea Sir …“, dann serviert er zwei Becher Schwarzen Tee ans Zelt, um dann etwa 15 Minuten später mit zwei Schüsselchen warmen Waschwasser wieder zu kommen.

Nach Tee und Morgentoilette (wir bitten noch um zwei Becher Wasser zum Zähneputzen) ziehen wir uns an, richten das Gepäck, stellen die Taschen raus und begeben uns zum Frühstück. Entweder reicht die Morgensonne aus, um (mit Tisch und Stühlen) im Freien zu frühstücken, ansonsten gibt es ein schützendes Esszelt.

Es ist etwa 8:00 Uhr, wir sind fertig mit dem (guten) Frühstück (Eier, Honig, Marmelade, Pfannkuchen, Müsli, Cornflakes, Kaffee, Tee, etc.), der Sherpa-Guide mahnt zum Aufbruch. – Wir wandern jetzt zwei bis drei Std. An geeigneter Stelle (windgeschützter Kochplatz) machen wir Mittagspause, es ist Lunchtime. Die Köche geben sich alle Mühe, uns ein immer gut schmeckendes, warmes Essen zu bereiten und davor und danach Getränke (Tee, Kaffee) anzubieten.

Aufräumen, abwaschen, einpacken; meist so um die 14:00 Uhr rum geht es weiter. Noch zwei bis vier Stunden laufen, dann schließlich das Etappenziel (meist ein „Campingplatz“, oft in der Nähe einer Lodge und fast immer mit überdachtem Kochplatz. – Die Zelte werden aufgestellt, das Abendessen zubereitet. Wieder die freundliche Aufforderung des Küchenhelfers: „Sir, the soup ist ready …! Es gibt in der Tat immer erst eine Suppe, dann ein (meist fleischloses) Hauptgericht, Nachtisch (Obstsalat, Ananas, Banane, etc.) und zum Abschluss Kaffee, Kakao oder Tee.

Es ist mittlerweile dunkel (und kalt) geworden, wir gehen Schlafen ….

07. Februar 2009

Habe nicht so gut geschlafen, mein rechtes Bein schmerzt heftig (vor allen Dingen, wenn ich versuche zu schlafen). - Nach dem Frühst. ging es weiterhin steil aufwärts, bis wir Kutumsang (Kontrolle der Permits) erreichten. Nur eine kurze Verschnaufpause und dann weiter aufwärts! Nach etwa zwei Std. ludt ein einsamer Rastplatz (Sanoghopte, 2.960m) ein, Pause zu machen. Es war Lunch-Time.

Nach der Pause schon wieder ein steile Aufstieg, bis wir schließlich bei Höhe 3.300m die Passhöhe Panghu Danda erreichten. Von dort Abstieg zum heutigen Etappenziel Magin Goth.

Als die Sonne unterging, fiel das Termometer sofort unter die Null Grad Grenze. Nachts im Zelt dann - 4 °C.

Tagesziel: Magin Goth (3.232m); Tages-km: 9,70; Gehzeit: 4:02 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 1.037.

08. Februar 2009

Heute morgen war es irgendwie hektisch. Alle drängten zum Aufbruch, also beeilten auch wir uns. Schon vor 8:00 Uhr waren wir on tour. Tagesziel wurde Phedi, obwohl zunächst wohl nicht geplant. - Diese Etappe mit mehr als 1.200m im Anstieg war außergewöhnlich anstrengend und teilweise auch vereist und ausgesetzt. Im Nachinein betrachtet, war dies die anspruchvollste Etappe der Tour. Tittsicherheit und auch Schwindelfreiheit sind hier obligatorisch. Bei geschlossener Schneedecke od. Vereisung vermutlich heikel!

Körperlich sind wir (noch) relativ gut drauf! Zwar erschöpft, aber vom Magen und Kopf her ist soweit alles im grünen Bereich.

Tagesziel: Phedi (3.772m); Tages-km: 12,10; Gehzeit: 5:19 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 1.240.

09. Februar 2009

Die Nacht war gar nicht so kalt, wie befürchtet! Dennoch – wohl wg. der Höhe und wg. der unmittelbar bevorstehenden Passüberschreitung und nicht zuletzt wg. heftiger Schmerzen im Bein – ziemlich schlecht geschlafen. Meine Unruhe hat leider auch Brigitte zu spüren bekommen, somit habe ich sie auch am Schlafen gehindert.

Um 7:00 Uhr wie üblich der Tee, dann alles wie immer. – Vor uns lag der lange und mühsame Anstieg zum Laurebina La-Pass, 4.609m). Steinwüste, Eis- und Schneereste, Gröll, Hochgebirge eben. Endlich sahen wir die im Wind flatternden Gebetsfahnen, die den Pass als solchen zierten, kurz danach waren wir oben. Bei Sonnenschein und fast Windstille genossen wir unseren Gipfel- oder besser Passerfolg! Unter uns – sozusagen auf der anderen Seite – lag der zugefrorene Surya See, gegenüber der 5.144m hohe Surya Paek. In der Ferne waren diverse Eisriesen auszumachen.

Jetzt wieder viel entspannter, da abwärts laufend genossen wir die sich uns bietende grandiose Aussicht und spazierten in Richtung Gosainkunde (4.380m), unserem Etappenziel.

Neben einer Lodge, auf einem recht kleinen, primitiven und echt siffigen Platz wurde unser Zelt aufgestellt, danach das Essen bereitet. – Wir haben aber beide keinen Hunger, verzichten auf das Abendessen, Höhe und Erschöpfung machen sich jetzt rapide bemerkbar …! – Morgen soll es etwa 2.000m abwärts gehen, dann soll ein Pausentag folgen?!

Tagesziel: Gosainkunda (4.380m); Tages-km: 6,90; Gehzeit: 3:59 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 811.

10. Februar 2009

Eigentlich besser geschlafen, als erwartet! Etwas später als sonst gestartet (Guna, seine Frau und andere besuchten noch die Kultstätten), sozusagen erst, nachdem die Sonne übern Berg war. – Ohne relevanten Höhenverlust und auf gutem Weg meisterten wir bei herrlichem Panorama und wärmender Sonne bald den nächsten Pass (4.165m). Dann begann der lange, lange Abstieg (ca. 2.100 Höhenmeter) nach Syabru. War der Weg bis zu unserer Mittagspause (Cholangpati, ca. 3.600m) noch gut begehbar, begann ab hier ein abenteuerlicher, verkürzter „Schnellabstieg“, der ganz schön auf die Knochen ging. Endlich in Syabru angekommen, freuten wir uns

- über denn ganz passablen Zeltplatz (von oben bewacht durch einen Militärposten)
- auf fließend Wasser
- auf evtl. sogar eine Dusche und
- natürlich auf den avisierten Pausentag.

Tagesziel: Syabru (2.241m); Tages-km: 11,80; Gehzeit: 4:00 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 97.

Zwischenbilanz

Wir haben den ersten Teil unserer geplanten Trekkingtour, erfolgreich absolviert, sind über den Pass! - Obwohl vom Gemüt und vom Magen her erstaunlich stabil (die Verpflegung ist gut), fühlen wir uns konditionell und vom Gemüt her etwas strapaziert. Auch waren die gewählten Zeltplätze zum Teil doch sehr einfach, der Schlaf-, bzw. Liegekomfort (wg. der harten Böden und der dünnen Matratzen) eher gering und die Hygienebedingungen rudimentär.

Vor dem Hintergrund des bereits Geschafften und Erlebten, aber auch aus Respekt vor dem Pass selbst (5.150m, Schnee, Eis, alpin, ggf. Steigeisen und Seilsicherung, vor allem aber falsche Jahreszeit) tendieren wir zunehmend dazu, die zweite Etappe zu modifizieren, indem wir uns den Ganja La „schenken“ und stattdessen „Urlaub“ im Langtang-Tal machen. Höhepunkt soll dann die Besteigung des Tsergo Ri (4.984m) sein. – Sicherlich werden uns auch die Porter für eine Entscheidung gegen den Ganja La dankbar sein, sind sie es doch, die die meisten Probleme mit den Gegebenheiten, vor allem aber mit der Kälte kriegen würden….

Am Abend des 10. Feb. Teilen wir Guna unsere Entscheidung gegen einen weiteren Pass mit.

11. Februar 2009

Eben ein richtiger Pausentag! – wir haben länger geschlafen, den einzigen Regenschauer unseres ganzen Nepal-Urlaubes – über uns ergehen lassen, den Ort besichtigt und dabei ein Hotel mit hot shower „entdeckt“! Also sind wir nach unserer sightseeing-Runde (in Syabru kreuzen sich mehrere Wege, es gibt diverse Lodgen, eine Schule und Handelseinrichtungen) sofort ab zum Duschen. Das Wasser war wirklich warm (übrigens fast das einzige mal in Nepal), die Dusche selbst so la, la. Dafür war aber die Hotelbesitzerin umso geschäftstüchtiger (Souvenirs)!

12. Februar 2009

Es hat einige (personelle) Veränderungen gegeben. Guna hat aufgrund unserer Ankündigung, dass wir nicht über den Ganja La-Pass wollen, völlig umdisponiert. Er hat einige der Porter „entlassen“, bzw. zu einem anderen Trek delegiert und einiges Material in Syabru zwischengelagert (wir kommen auf dem Rückweg ganz in der Nähe wieder vorbei).

Wir sind heute später gestartet, haben uns Zeit gelassen. Die verbliebene Mannschaft (Guna und Frau, Koch, Küchenjunge, Küchenhelfer, Sherpa-Guide und vier Porter) hat jetzt das Gepäck etwas umverteilt.

O.k., gegen 11:30 Uhr gab`s Mittagessen in der Nähe des Hot Spring Hotels und danach die heutige Schlussetappe nach Bamboo (1.990m). – Insgesamt hat sich die Landschaft wieder völlig verändert. Dadurch, dass wir noch relativ tief im geschützten Langtang Tal stecken, finden wir eine fast urwaldähnlich Flora und Fauna vor. Schade, dass es gerade erst Frühling werden will, so dass wir uns mit ersten Trieben und Knospen zufrieden geben müssen!

Der Weg ist meist schattig und verläuft mal links, mal rechts des Tales. Die Lodgesbesitzer am Wege, ebenso wie die (Souvenir)Händler die es an neuralgischen Punkten gibt, warten sehnsüchtig auf den Beginn der (Touristen)Saison. Meist sind wir zur Zeit die einzigen.

In Bamboo zelten wir hinter einer Lodge, teilen uns den Platz mit ein paar weidenden Rindern.

Tagesziel: Bamboo (1.991m); Tages-km: 6,30; Gehzeit: 2:02 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 457.

13. Februar 2009

Wir kamen mal wieder etwas langsam in Gang. Alle ließen sich Zeit, warteten auf die ersten Sonnenstrahlen.

Eigentlich ging es im weiteren Verlauf des Tages (mal wieder) relativ steil bergauf, lediglich unterbrochen durch Pausen in Langtang, Khola Bridge Lodge (Teepause), Lamahotel / Changthang (Mittagspause) und Woodland Lodge. Mit dem Sonnenuntergang erreichten wir Ghora Tabela (2.997m).

Es gab ein sehr reichhaltiges Abendessen (u. a. mit überbackenen Apfelringen). Um 20:00 Uhr sind wir, wie üblich, im Zelt.

Tagesziel: Ghora Tabela (2.997m); Tages-km: 7,00; Gehzeit: - : -- Std.; Höhenmtr. aufwärts: 1.151.

14. Februar 2009

Erneut getrödelt beim Start; trotzdem noch keine wärmenden Sonnenstrahlen (Schatten)!

Gleich nach den ersten paar Metern ein Militärposten, der unsere Permits kontrolliert und uns auffordert, persönlich Daten in einem bereitliegenden Buch einzutragen (Name., Nationalität, Paßnummer, von und nach, etc.). Dann endlich Sonne und kurze Pause in Thangshab und weiter nach Sang … (größere Pause mit Tee). Noch ca. 400 Höhenmeter, dann sind wir in dem Ort Langtang. Gleich am Ortseingang (Lodge Peaceful Guesthouse) empfängt uns unser Küchenteam und beeilt sich, das Mittagessen zuzubereiten.

Die Lodge ist relativ neu, sauber, schön und verfügt über eine warme Dusche. Wir beschließen zu bleiben. Brigitte und ich machen noch einen Verdauungsspatziergang durch den Ort.

Tagesziel: Langtang (3.413m); Tages-km: 5,00; Gehzeit: - : -- Std.; Höhenmtr. aufwärts: 460.

15. Februar 2009

Die Nacht war total stürmisch, daher auch nur mäßig gut geschlafen. Erneut verzögerte sich der Aufbruch, na ja, wir haben ja eigentlich auch Zeit ...!

Kontinuierlich steigend - den Wald haben wir längst verlassen, der Bewuchs wird spärlicher - erreichen wir (nach zwei Pausen) schließlich am Mittag Kyanjian Gompa (3.850m). Bald gab es Lunch. - Der Zeltplatz ist wieder recht einfach.

Am Nachmittag sind Brigitte und ich noch bis zu einer Höhe von etwa 4.075m hochspaziert.

Tagesziel: Kyanjian Gompa (3.850m); Tages-km: 7,00; Gehzeit: 2:12 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 483.

16. Februar 2009

Die Nacht war kalt, so um die – 9°C. Haben auch nur mäßig gut geschlafen. Nach dem Frühstück sind wir mit Dindi, unserem Sherpa-Guide, zunächst auf den niedrigeren (4.300m) der beiden Kyanjin Peaks gegangen, anschließend weiter zu seinem größeren Bruder (4.600m). Der Zustieg war schnee- und eisfrei, eher ein steiler, anstrengender Bergwanderpfad (nicht ausgesetzt).

Zum Lunch waren wir wieder zurück. Dindi hat sich dann nach dem Essen verabschiedet und ist mit einem der Träger abgestiegen. Guna hatte ihn für eine parallel stattfindende Tour abdelegiert.

Es ist hier oben tagsüber so um die 15 °C warm, ziemlich windig und wg. Der Trockenheit total staubig. Wir vertrödeln den restlichen Tag.

Tagesziel: Kyanjian Peaks (4.600m); Tages-km: 4,40; Gehzeit: 2:20 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 676.

17. Februar 2009

Wir werden heute mit Guna die Kimshung Eisfälle besichtigen, eine zwar anstrengende, aber doch nicht zu lange Tour. In der Konsequenz bedeutet das, dass wir mit dem Aufstehen solange warten können, bis die Sonne sich blicken lässt (so gegen 7:30 Uhr).

Also frühstücken wir gemütlich und starten dann, vorbei am Kloster, Richtung Gletscher. Auf steinigem, sicher nicht allzu oft begangenem Weg geht es stetig steigend bis auf eine Höhe von etwa 4.200m. Weidende Yaks stehen im Gletscherbach und kühlen die Füße. Dann vor uns der faszinierende steil abfallende Gletscher. Wir genießen die Rihe, das Panorama und die Mächtigkeit der Berge. Danach geht es auf gleichem Weg zurück.

Rechtzeitig zum Lunch sind wir wieder am Quartier. Zwei Schweizer Touristen halten an um zu plaudern. – Mit ganz banalen Dingen, wie Wäsche und Haare waschen, lassen wir den Tag ausklingen.

Tagesziel: Kimshung Eisfälle (4.200m); Tages-km: 5,50; Gehzeit: 2:20 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 387.

18. Februar 2009

Morning-Tea um 6:30 Uhr. Wir beeilen uns, haben großes vor, wollen auf den Tserge Ri (4.984m). Wir das sind Guna, seine Frau, der Chefkoch, sowie Brigitte und ich.

Nachdem wir den Hubschrauber-Landeplatz gleich hinter unserem Camp passiert und ein Bachbett gequert haben, beginnen bereits die Ausläufer des Tsergo Ri, was im Klartext bedeutet, dass es von hier an die nächsten paar Stunden ausschließlich bergauf geht, teilweise recht steil! – Wir machen ein zwei Pausen, kommen verhältnismäßig gut voran. Erst als bei Höhe 4.800m der Weiterweg durch loses Blockwerk und Geröll führt, beginnt die Quälerei. Zu allem Unglück habe ich auch noch die Handschuhe vergessen und bekomme – wg. Eines plötzlichen eisigen Windes - echte Kälteprobleme an den Fingern.

Endlich gegen 11:30 Uhr der mit Gebetsfahnen reichlich geschmückte Gipfel vor uns. Wir fallen uns in die Arme, geniessen das gewaltige Panorama. Längst ist die Kälte und Qual vergessen, der Koch serviert plötzlich Kaffee!

Nach gut einer Stunde Euphorie, aber auch stiller Besinnlichkeit, machen wir uns an den Abstieg. Alle (außer uns) sammeln Kräuter und Wurzeln. Der Rückweg ist bequemer, aber dafür auch wesentlich länger. Leider leistet sich Guna auch noch einen Verhauer, der uns zwingt, teilweise weglos über steilste Grashänge abzusteigen, ehe wir endlich auf den richtigen Weg treffen. OK. Shit happens! – Um 16:00 Uhr sind wir wieder im Camp.

Tagesziel: Tsergo Ri (4.894m); Tages-km: 11,60; Gehzeit: 5:80 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 1.294.

19. Februar 2009

Wir geniessen - bei gutem Wetter und Essen - den Pausentag (und erholen uns von den Anstrengungen des Vortages).

20. Februar 2009

Nach dem üblichen Zeremoniell brachen wir – zunächst eher gemütlich – auf in Richtung Abstieg / Heimweg. Wir kommen gut voran, passieren u. a. Langtang, Gora Tabela und errichten das Camp schließlich bei der Woodland Lodge. Irgendwie können wir nicht ganz die Tourenplanung von Guna nachvollziehen, denn wir sind – obwohl wir doch eigentlich noch unendlich viel Zeit haben – relativ lange gelaufen und eigentlich auch schon ganz schön weit abgestiegen?! So ganz konform scheint das mit unserem Zeitplan nicht zu sein ….

Tagesziel: Woodland Lodge (2.780m); Tages-km: 15,00; Gehzeit: 3:80 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 262.

21. Februar 2009

Wieder in Bamboo – wie schon mal vor acht Tagen (nur von der anderen Seite) – angekommen. Die Tagesetappe war – im Gegensatz zu gestern – sehr kurz (Ankunft noch vor 15:00 Uhr!). Vermutlich hat Guna unsere Irritation von gestern doch bemerkt und darauf reagiert.

Also haben wir mal wieder die Füße gewaschen und sonst noch so einiges und dabei die Nachmittagssonne genossen und den Koch dabei beobachtet, wie er (total geschickt) Bambusrohr mit dem Khukuri-Messer in kleine Streifen schnitt und daraus einen Korb flechtet.

Es gibt nach wie vor nur sehr wenig Touristen in der Gegend. Der tibetanische Bevölkerungsanteil bereitet sich derweil auf die unmittelbar bevorstehenden Neujahrsfeierlichkeiten vor.

Tagesziel: Bamboo (2.022m); Tages-km: 6,00; Gehzeit: 1:20 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 191.

22. Februar 2009

Endlich keine Minusgrade mehr in der Nacht! – Auch die nächste (Abstiegs)Etappe müsste relativ kurz sein, warum also drängt Guna dennoch zum raschen Aufbruch?

An der Hot Spring Lodge verlassen wir endgültig unseren bekannten Hinweg und zweigen ab in Richtung Syabru Besi, von wo aus wir demnächst zurück nach Kathmandu fahren werden.

An der Chopche Cola gibt es die übliche, mal wieder sehr lange Lunchpause, dieses mal aber um die auf dem Hinweg in Syabru deponierten, wg. unserer Programmänderung aber nicht mehr benötigten Ausrüstungsgegenstände (weiter Zelte, Seile, etc.) wieder einzusammeln, bzw. von zwei Trägern abholen zu lassen-
Gleich nach deren Rückkehr starteten wir ein letztes mal und brachten das restlicher Teilstück bis Syabru hinter uns. Noch zwei Hängebrücken und wir standen auf dem Zeltplatz, der gleichzeitig auch der Dorfplatz war, soll heißen, dass dieser Platz auch für Spiele (z. B. Volleyball), aber auch zum Spielen genutzt wurde. Es war entsprechend lebhaft um das Zelt herum.

Am 23. Feb. Ist in ganz Nepal Feiertag (Shivaratri), also nicht die geringste Chance ein Transportmittel zu finden, um die Heimfahrt nach Ktm. anzutreten. Wir werden zwangsläufig noch einen Tag in diesem nicht wirklich einladenden Dorf bleiben müssen.

Tagesziel: Syabru Besi (1.432m); Tages-km: 6,00; Gehzeit: 2:20 Std.; Höhenmtr. aufwärts: 304.

23. Februar 2009

So haben wir also einen (relativ langweiligen) Zwangs-Pausentag einlegen müssen. Am bemerkenswertesten waren da noch die vielen Kinder, die ständig versuchten, uns mit Schnüren und Bändern am Weitergehen zu hindern, um auf diese Art und Weise ein paar NRp. Zu „erpressen“ oder mindesten aber ein paar Süßigkeiten. Auf Dauer war das Spiel etwas nervig für uns. – Da es Guna leider nicht gelungen war, für uns ein Individual-Taxi zu organisieren, mussten wir uns darauf einstellen, morgen mit dem „Linienbus“ die Heimreise anzutreten.

24. Februar 2009

Tag der Ab- oder besser Heimfahrt. – Um 7:30 Uhr soll der Bus starten, also mussten wir relativ früh aus dem Schlafsack, da ja noch das gesamte Lager abgebaut und verpackt werden musste. Um 6:00 Uhr (!) waren wir am Bus. Das Gepäck wird auf dem Dach unseres mittelgroßen Kleinbusses (TATA) verstaut, wir warten geduldig auf die Abfahrt.

Dachte ich bisher immer, dass unsere Fahrt in Peru im Viehtransporter das Aufregendste im öffentlichen Nahverkehr meines Lebens war, musste ich nun erstaunt feststellen, es gibt immer noch eine Steigerung. Manches mal wurde der Bus etwas leerer, aber nur, um kurz darauf wieder überfüllt zu werden.

Gab es – was häufiger vorkam – eine (Militär)Kontrolle, kamen zusätzlich auch noch alle Dachpassagiere (die Rooftop-Mitfahrt ist offiziell verboten) mit in den Bus, dann war das Chaos perfekt.

Wir brauchten für die ca. 130 km knapp 10 Std. einschließlich der „fahrplanmäßigen“ Imbisspausen, waren bei Ankunft in Ktm. mit einer dicken Staubschicht bedeckt und irgendwie auch nicht mehr sonderlich belastbar?! – Per Taxe fuhren wir die letzten km zum Hotel und freuten uns auf nichts mehr, als endlich, endlich eine warme Dusche.

Im Hotel, bzw. in Ktm. gab es mal wieder keinen Strom … und natürlich auch kein warmes Wasser!!! – Es gibt so Tage, da wäre es wohl besser man wäre im Bett geblieben (oder hätte Urlaub in Bayern gemacht).

Am Abend sind wir noch in `ne Pizzeria gegangen, danach in unser (total hartes) Bett.

25. Februar 2009

Das Hotel ist wirklich nervig (kalte Dusche, hartes Bett, kein Strom und reichlich Lärm von draußen), also stehen wir auf und beschließen sofort umzuziehen. – Noch vor dem Frühstück packen und zahlen wir. Bereits kurz nach 10:00 Uhr (!) haben wir im Hotel VAJRA eine riesige Suite bezogen und gehen nun endlich frühstücken.

Es ist wirklich schön hier, eine richtige Insel od. Oase (umgeben von einer Mauer mit bewachtem Eingang). Wir relaxen völlig entspannt, restaurieren uns, waschen, vertrödeln den Tag und genießen unseren Nachmittags Tee unterm Sonnenschirm im hoteleigenen Garten. Na also, es geht doch (der Preis beträgt einschl. Frühstück 45 $ für beide zusammen)! Auch das Hotelrestaurant – wir nehmen dort unser Abendessen ein – ist tadellos.

26. Februar 2009

Die Betten sind weicher, das Duschwasser ist warm. Um 9:30 Uhr gibt`s Frühstück vom Buffet. Wir erledigen einiges Organisatorisches, dann fahren wir mit demHotel-Taxi nach Bhaktapur.

Wieder eine etwa einstündige, nervige Fahrt durch das brodelnde, staubige, heiße und schmutzige Ktm. – Endlich angekommen (der Fahrer wird auf uns warten), bietet sich uns sogleich ein englischsprachiger Guide an, der uns dann in knapp zwei Std. die beeindruckenden Tempel und Bauwerke näher bringt. Auch ein Abstecher durch die Hinterhöfe lässt er nicht aus. Zwischendurch werden wir immer mal wieder abgebettelt, oder ein junger Schüler bittet uns, ihm ein Schulbuch zu kaufen (wer kann bei solchen Argumenten hart bleiben?). – Schließlich fahren wir wieder zurück zum Hotel. Am Nachmittag, also als wir gerade unseren Kaffee bzw. Tee im Park schürfen, erscheint Guna. Wir verabreden uns für den 28. Feb..

27. Februar 2009

Rückreisevorbereitungen getroffen, Boardingkarten ausgedruckt (Probleme mit Hoteldrucker), Souvenirs gekauft (Khukuri-Knive, Panoramabild) und noch mal durch Thamel gebummelt, in ein Rooftop und in eine Cafebar gegangen Die Anzahl der Touristen ist deutlich höher, als zum Zeitpunkt unserer Ankunft, die Saison scheint zu beginnen.

Das Abschluss-Abendessen haben wir (wieder mal) am Hotelkamin „unseres“ guten Hotels eingenommen.

28. Februar 2009

Wir hätten bis 16:00 Uhr, also dem Zeitpunkt, zu dem wir uns zum Flugplatz fahren lassen wollen, im Hotelzimmer verweilen dürfen, man ist wirklich sehr großzügig! – Na ja, ganz so lange waren wir dann doch nicht im Zimmer, sondern setzten uns am Nachmittag in die Sonne, tranken Kaffee und Tee und warteten auf Guna und seine Frau, um Abschied zu nehmen. – Um 15:00 Uhr waren sie da, wir plauderten noch ein wenig, dann überhäuften Sie uns mit Geschenken, so dass wir richtig verlegen wurden…..! Dann sind wir zum Airport gefahren.

Ja, es war schön, danke Guna, danke Bimala! – Ja, wer weiß, vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder! Adieu Nepal.

 

 




R e s ü m e e

Die Reise war schön, es gibt kaum etwas zu kritisieren!

Bedingst durch die Tatsache, dass wir beide bereits einmal in Nepal auf Trekkingtour waren, wußten wir in etwa, was auf uns zukommt. Auch war mir unser Partner vor Ort (

HIMLUNG ADVENTURE (Guna B. Tamang) "unsere" Travel-Agentur) von meiner ersten Nepal-Reise her bestens bekannt.

Bewusst haben wir auch dieses mal wieder eine - wenn auch vielleicht etwas antiquierte - Art des Trekkens gewählt, die mir von meiner Nepal-Tour 2002 her vertraut war, also Zelt-Trekking. Das bedeutet einerseits, dass man relativ unabhängig ist, da wirklich alles (Ausrüstung, Zelte, Material, Kleidung und Lebensmittel) mitgeführt wird, andererseits ist diese Form zu reisen allerdings ziemlich personalaufwendig (es können somit aber auch viele Menschen Geld verdiebnen!).

Durchaus kritisch für unsere Unternehmung war die gewählte Jahreszeit (Winter, Übergang zum Frühling), aber es gab für uns keine Alternative. - Wir hatten Glück, denn gerade in diesem Jahr gab es dort sehr wenig Schnee, es war teilweise schon eher zu trocken (Wasserarmut, weil kein Schmelzwasser).

Die "Reisegruppe" bestand folglich nur aus Brigitte und mir, es gab also keinerlei Abstimmungsprobleme, allenfalls, dass Guna (unser Tourenchef) uns dann und wann mal im Unklaren darüber ließ, wann wir evtl. wo sein wollten...

Etwas anstrengender dagegen die Zeit in Kathmandu. Seit mehr als vier Monaten keinen Tropfen Regen mehr, nur stundenweise Strom und m. E. noch mehr Verkehrschaos, Staub und Lärm, als bei meinem letzten Besuch. In Thamel warteten die Händler dringend auf Kunden (deren Anzahl aber möglicherweise aufgrund der Weltwirtschaftskriese rückläufig sein könnte).

Etwas kritisch sollte man (derzeit) ggf. bei der Wahl des Hotels in Ktm. Sein. Die Tatsache, dass es nur gelegentlich mal Strom gibt und mitunter die Betten ungewohnt hart sind, macht sie nicht unbedingt attraktiver (kein TV, kein Akku-Ladegerät, kaum warmes Wasser, etc.). Aber wenn man etwas sucht, lassen sich durchaus Oasen (z. B. das VAJRA Guest House - Hotel) finden, die den Aufenthalt – zu durchaus attraktiven Preisen – angenehmer sein lassen.

Wir sind etwa 140 km (zweidimensional per GPS gemessen, also real einiges mehr), haben mehr als 10.000m im Anstieg bewältigt du waren über 60 Std. auf Tour (reine Zeit in Bewegung, per GPS gemessen) und waren immer bestens um- und versorgt von Guna, bzw. seinem Team. Wir empfehlen ihn gern weiter ….

Die Art und Weise des Trekkings (mit Zelt und Trägern), die wir gewählt haben, ist lediglich zwingend notwendig in Gegenden, in denen es keine Herbergen (Lodges) gibt (also beispielsweise, wenn wir tatsächlich über den Ganja La gegangen wären). So hätte man die Tour auch als sog. Lodge-Trekking organisieren können (kleines Risiko, da möglicherweise zu dieser Jahreszeit noch längst nicht alle Herbergen bewirtschaftet werden). Das muss letztlich jede/r für sich selbst entscheiden.

Wir jedenfalls möchten auf die gemachten „volksnahen“ Erfahrungen mit Guna, seiner Frau und seinem Team keinesfalls verzichten!