Berichte

Fahrrad-Trekking in Neuseeland

Drei Jahre nacheinander waren wir jetzt jeweils Anfang des Jahres immer wieder in Südamerika. 2004 in Ecuador (u.a Cotopaxi); 2005 in Feuerland und Patagonien (u.a. Trekking auf dem Inlandeis); 2006 zum Bergsteigen in Argentinien (Nähe Mendoza, Barreal, La Ramada Range).

Vorbereitung

Tourenplan (Tabelle)

Reisetagebuch

Alle Bilder zu unserem Reisebericht gibt es hier

Höchste Zeit, finden wir, mal an einem anderen Ende der Welt etwas ganz anderes zu tun. Unsere Wahl fiel auf Neuseeland. Wir planen, die Südinsel vier Wochen lang mit Fahrrad und Zelt zu "Entdecken"! Bereits heute, zwei Wochen nach Rückkehr aus Argentinien, verfügen wir über umfangreiches Informationsmaterial (Landkarten, Reiseführer, Tourenbeschreibungen, etc.), die sich Brigitte von ihren Geschwistern besorgte, so dass wir längst dabei sind, unsere neuen Pläne für die Zeit vom 26. Jan. - 25. Feb. 2007 zu konkretisieren.

 

Vorbereitung

10. März 2006

Anfrage beim Reisebüro Ehlert, wegen Flugtickets. - Zu berücksichtigen ist hierbei insbesondere, dass wir Fahrräder und vermutlich auch wieder `ne ganze Menge Gepäck mitnehmen wollen, bzw. müssen. - Brigitte braucht ein neues Reiserad, wir haben begonnen uns zu informieren und zu selektieren.

05. April 2006

Die Flugtickets (Berlin-Tegel, Frankfurt, San Francisco, Auckland, Christchurch und zurück, etwa 1.650 EUR/Person) sind geordert.

28. April 2006

Jetzt wird`s ernst! - Die Tickets liegen zuhause, die Tour findet statt.
Wir werden demnächst die Feinplanung in Angriff nehmen, vor allem aber, ein geeignetes Tourenrad für Brigitte aussuchen und kaufen.

30. August 2006

Die Generalprobe für die für Anfang 2007 geplante Neuseeland-Radtour ist gelungen (vgl. Kreuzfahrt durch Bayern); wir beginnen mit der Detailplanung. - Nicht mehr aktuell ist die Absicht, für Brigitte ein neues Fahrrad zu kaufen, da sich das vorhandene (alte) TREK 990 bewährt hat. Allerdings sind noch ein paar Modifikationen am Rad erforderlich. Auch in Punkto Zubehör, wie z.B. Fahradpacktaschen, müssen wir noch entscheiden, ob uns die alten genügen, oder wir doch lieber neue kaufen.

15. September 2006

Ich werde es riskieren/probieren, am TREK 990 die wenig effizienten Cantilever-Bremsen gegen V-Break (Shimano Deore XT V-Bremsen) auszutauschen. Die Bestellung ist raus. Hoffentlich bereitet der Umbau des doch schon etwas betagten alten Deore XT-Brems-/Schltsystems nicht allzu viel Probleme! Auf jeden Fall gibt es keine 8-fach Brems-/Schalthebel Kombinationen mehr, so dass ich zumindest hier improvisieren muss (hat hier jemand entsprechende Erfahrungen?).

Oktober 2006

Die Lösung des Problems sind getrennte Brems- und Schalthebel von Shimano (Bremshebel Deore XT BL-M740 und Alivio Schalthebel SL-M410, 3-/8-fach). Der eigentlich Umbau gestaltete sich etwas defiziel, da ich die Anlötteile und Gegenhalter für die Bowdenzüge modifizieren musste. Jetzt funktioniert alles und ich werde Anfang November 2006 auch die Bremsen an meinem TREK 570 umbauen. Hier dürfte das Problem sein, dass ich Rennradbremshebel mit Shimano Deore XT V-Bremsen kombinieren muss. Die technische Lösung soll dem Vernehmen nach eine Umlenkrolle (Xtreme Pro Converter Adjust) sein. Ich werd`s probieren!

22. November 2006

Auch das TREK 570 besitzt jetzt V-Braks! Der Umbau hat funktioniert (die Bremsen hoffentlich auch). Jetzt noch einen neuen TUBUS Gepäckträger irgendwie an den Bremsen vorbei am Sattelrohr besfestigen und das Rad ist komplett. Nach einer Probefahrt werden wir die Räder gründlich säubern, vor allem die Ketten und Schaltungen.

30. November 2006

Hotel für die ersten zwei und die letzten zwei Tage des Urlaubs (28. - 30. Jan., bzw. 22. - 24. Feb.) in Christchurch gebucht.

17. Dezember 2006

Die Planung für die Tour steht.

13. Januar 2007

Noch 14 Tage und wir sind "on tour". Auch wenn wir es nicht wahr haben wollen, erste Nervösität stellt sich ein. Werden wohl der Fa. GLOBETROTTER, doch noch unsere Aufwartung machen müssen, bzw. nochmals den ROSEVERSAND bemEen. Trekkingschuhe, Zeltverpackung, Shimano SPD Schuhplatten, Ersatzspeichen, Flaschenhalter, Stülpkarton, Wassersack und und und ...!

21. Januar 2007

Das Rad von Brigitte ist schon "klinisch rein", also geputzt, sebst da, wo wir noch nie Dreck vermutet hätten. Begonnen haben wir inzwischen auch mit der Flugverpackung der Räder. Ich favorisiere die Stülpkartonmethode, allerdings in modifizierter Weise. Habe mir im Bauhaus Rohrisolierungen in verschiedenen Durchmessern gekauft und begonnen, diese "Schläuche" über sämtlich Rahmen- und Gepäckträgerrohre zu stülpen und zu verkleben. Vor das Schaltwerk und das Tretlager werde ich mit Kabelbindern Plastikeimer-Deckel anbringen, um diese Teile so zusätzlich zu schützen. Dann noch etwas Luftpolsterfolie und schließlich besagte Pappe drüber. - Jetzt noch den Lenker längs stellen und den Sattel einpacken, dann sollte es reichen ...!

24. Januar 2007

Die Räder sind verpackt! - Morgen folgt Kleidung und (Zelt)Ausrüstung. Kein Problem, ich habe Urlaub ..!

26. Januar 2007

Ab jetzt schreibe ich R E I S E T A G E B U C H. Viel Spass bei der Lektüre!


Links zum Thema:

Winfried Beer berichtet u.a. über seine Neuseeland-Radtour
Neuseeland.de
Neuseeland - das schönste Ende der Welt
Reisebüro Ehlert
bikefreaks Es gibt auch kritische Stimmen ...

Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei der Firma BIWAK, Abenteuer, Freizeit für die gute Ausrüstungsberatung und die erhaltene Unterstützung.

 

 

T O U R E N P L A N

 

Datum Ziel Quartier
Samstag
27.01.2007
Flug von Berlin über Frankfurt,
San Francisco, Auckland
nach Christchrch (Neuseeland)
Flugzeug
Sonntag
28.01.2007
Lufthansa-Flug (Zeitverschiebung)
Flugzeug
Montag
29.01.2007
Ankunft am Flugplatz Christchurch
Transfer (mit Fahrrädern) zum Hotel
Hotel
"The Chateau"
Dienstag
30.01.2007
Sightseeing und Reisevorbereitung
in Christchurch, u.a. Besichtigung
Antarktis-Museum
Hotel
"The Chateau"
Mittwoch
31.01.2007
(Rad)Tourenstart:
von Christchurch (Geraldine)
bis Rakaia Gorge
(rd. 88 km) - National Walk
keine Einkaufsmöglichkeiten,
kein Restaurant
Zelt (Gemeindezeltplatz)
Wasser, Toiletten Tische
Donnerstag
01.02.2007
Radtour: über Arundel nach Peel Forest
(rd 80 km), National Walk,
Last native bush
Zelt (DoC Zeltplatz)
Duschen und Barbecue; Store
Freitag
02.02.2007
Radtour: über Fairlie nach Lake Tekapo
(rd. 112 km), einiges an Höhenmetern
alternativ: Motel in Burke Pass Village
Nebenstrassen bis hinter Geraldine
Zelt (Lake Tekapo)
MotorCamp, Store
Motel (Burke Pass)
Samstag
03.02.2007
Radtour: über Hydro Canal Road, Lake Pukaki,
Twizel, bis Mt Cook (rd. 105 km),
Essen ist begrenzt und teuer,
Trotzdem in der Hermtage Teatime
Zelt (DoC Zeltplatz)
einfach, Wasser ist abzukochen
Sonntag
04.02.2007
Wandern: Hooker Valley Track, (4 Std.)
Zelt (DoC Zeltplatz)
einfach, Wasser ist abzukochen
Montag
05.02.2007
Radtour: bis Omarama (rd. 92 km)
Zelt
Motor Camp, Store
Dienstag
06.02.2007
Radtour: bis Tarras
(rd. 80 km), no service between
Omarama and Tarras
Zelt
Camping at school, donation
Mittwoch
07.02.2007
Radtour: über Wanaka bis
Boundary Creek
(rd. 85 km), letzte Bank in Wanaka
für 400 km (Hokitika)
Wanaka ist Partyzone von Jugendlichen
Broschüre Haast Pass
Highway: Short Walks
Zelt (DoC Zeltplatz)
einfach, Sandflies, Barbecue
In Wanaka einkaufen!!!
Donnerstag
08.02.2007
Radtour: bis Pleasant Flat
(rd. 50 km). Nach Makarora gibt es
viel Scenic Reserves, teilweise mit kurzen
Spazierwegen (Blue Pools; Bridal Track;
Fantail and Thunder Creek Falls
Roaring Billy)
Zelt (DoC Zeltplatz)
einfach; Sandflies, bis Haast
kein Store
Freitag
09.02.2007
Radtour: bis Lake Paringa
(rd. 90 km). Es gilt eine einspurige
Brücke zu queren.

Wanderung Ship Creek (1 Std.)
Zelt (DoC Zeltplatz)
einfach; Sandflies, bis Haast
kein Store
Samstag
10.02.2007
Radtour: bis Gillespies Point
(rd. 95 km). Die letzten 19 km
nicht asphaltiert!!
Lake Matheson!!
Zelt (DoC Zeltplatz)
einfach; Einkaufen in Fox Glacier
Sonntag
11.02.2007
- Reservetag -
Wandern Seal Colony
Old gold Workings
in Fox Glacier übernachten
Zelt (DoC Zeltplatz)
einfach
Montag
12.02.2007
Radtour: bis Okarito über Forks
(rd. 80 km). In Okarito gibt es
keine Lebensmittel
Zelt, einfacher Zeltplatz
mit Münzduschen
Dienstag
13.02.2007
Paddeln (Boot vorab buchen)
in der Okarito Lagoon
- Tierparadies -
Zelt, einfacher Zeltplatz
mit Münzduschen
Mittwoch
14.02.2007
Radtour: bis Lake Ianthe
(rd. 75 km). Giant Matai Tree
Einkaufen in Harihari
Zelt (DoC Zeltplatz)
Barbecue
Donnerstag
15.02.2007
Radtour: bis Hokitika
(rd. 55km). Greenstone - Jade
erste Bank seit Wanaka
Zelt (Motor Camp)
Store
Freitag
16.02.2007
Radtour: bis Punakaiki - Pancake Hole
(rd. 85 km)
Zelt (Motor Camp)
Dairy
Samstag
17.02.2007
Radtour: zurück Richtung Greymouth
über Stilwater nach Moana
(rd. 85 km)
Zelt (Motor Camp)
Store
Sonntag
18.02.2007
Radtour: bis Arthur`s Pass Village
(rd. 70 km), steil!!!
Zelt (DoC Zeltplatz)
Store
Montag
19.02.2007
Wandern: Avalanche Peak; Devils Punchball
Zelt (DoC Zeltplatz)
Store
Dienstag
20.02.2007
Radtour: bis Springfield
(rd. 85 km)
Zelt (Gemeindezeltplatz)
Wasser Toiletten Münzduschen
Mittwoch
21.02.2007
Radtour: Richtung Christchurch
(rd. 70 km)
Zelt
Donnerstag
22.02.2007
- Reservetag -
Ankunft in Christchurch
Hotel
"The Chateau"
Freitag
23.02.2007
Urlaub, Erholung
Hotel
"The Chateau"
Samstag
24.02.2007
Flug von Christchurch über Auckland
San Francisco nach Frankfurt
Flugzeug
Sonntag
25.02.2007
Flug Frankfurt-Berlin
eigenes Bett

 

 

R E I S E T A G E B U C H

26. Jan. 2007

Tag Null unserer Reise. Das Gepäck ist verstaut, bei der Lufthansa ist es möglich, schon am Vorabend einzuchecken. - Um 18:30 Uhr wollte uns Frank mit dem VW-Bus abholen ..!

Seit Wochen ist in Berlin (fast) Frühling. Ausgerechnet heute folgt ein Wintereinbruch. Wie immer in Berlin anläßlich einer solchen Situation herrsch sofort Schneechaos auf den Strassen. Frank schafft es dennoch gegen 19:00 Uhr hier zu sein (Danke). Wir verstauen die beiden gut verschnürten Fahrräder und zwei Reisetaschen im Bus. Im Schneckentempo schleichen wir - teilweise über die Autobahn - gen Flughafen. Hoffentlich sind wir noch rechtzeitig da.

Gut gemacht Frank. Wir schieben mit den jetzt etwas unförmigen, schwer zu manöverirenden Rädern durchs Flughafengelände. Endlich Schalter 57. Kaum Leute vor uns. Nach kurzer Pause sind wir dran. - Alles ok., allerdings müssen die Räder zu einem speziellen Frachtschalter gerollt werden. Auch kein Problem. Wir werden nett empfangen, geben problemlos die Räder ab und beschließen Essen zu gehen.

Bis zur Ankunft in Christchurch (Neuseeland) werde ich zunaechst weiterhin die Berliner Uhrzeit (MEZ), bzw. das Datum verwenden.

27. Jan. 2007

Um 3:15 Uhr schrillte der Wecker. Schlaftrunken machten wir uns reisefertig und begaben uns via BVG zum Flughafen Tegel. Checkin und Abflug, alles fahrplanmässig. Gegen 8:00 Uhr Ankunft in Frankfurt. Dann wieder diese eklig langen Tunnelröhren, um die Terminals zu wechseln. Erneuter Checkin, sehr gründliche Kontrollen und endlich gegen 10:00 Uhr Start. - We are going to San Francisco .. ! - Die Lufthansa Boeing 747 war relativ komfortabel, das Personal zuvorkommend. Ankunft in San Francisco gegen 21:00 Uhr. Hier mussten wir nun komplett auschecken und auch das Gepäck abholen. Wir erlebten die erste Passkontrolle unseres Lebens, bei welcher sowohl ein Bild von uns geschossen wurde, als auch Fingerabdrücke genommen wurden. - Zur Ehrenrettung dieser amerikanischen Kontrolleure muss allerdings erwähnt werden, dass die Beamten absolut freundlich und korrekt waren. - Es folgten sieben Stunden Wartezeit auf einem relativ langweiligen Airport.

28. Jan. 2007

Endlich um 4:00 Uhr hoben wir ab. Wieder eine Boeing, aber von Newzeeland Airlines, brechend voll und mit sehr schmalen Sitzen ausgestattet(!). Dieser Flug wollte ueberhaupt kein Ende nehmen, es war zu heiss in der Kabine, der Service (Getränke) war schlecht .. ! Als wir um 17:00 Uhr in Auckland ankommen, sind wir ziemlich fertig mit den Nerven. Wieder eine gute Stunde warten und dann auf zur letzten Etappe. Eine Stunde bis Christchurch und wir haben es erst mal geschafft. - Pass und Zollkontrolle und jetzt der spannende Moment, sind die Fahrräder da, gibt es Probleme bei der Einreise? Wieder nette Beamte, die nur flüchtig unsere tatsächlich angekommenen Fahrräder musterten, sich unsere Schuhsohlen ansahen und uns das Zelt auspacken liessen. Alles OK., wir nehmen ein Taxi zu unserem Hotel.

29. Jan. 2007

Wie eingangs erwähnt hatte ich bis hierher die MEZ verwendet. Tatsächlich hatten wir die Datumsgrenze überflogen und es war bei unserer Ankunft in Christchurch etwa 8:00 Uhr Ortszeit. Ab jetzt also alle Angaben in NZ-Ortszeit.
Natürlich waren wir zu früh im Hotel, so dass das Zimmer noch nicht verfügbar war und wir uns die Zeit damit vertrieben, die Fahrräder auszupacken und zu restaurieren. Um 12:00 Uhr ging es ins Zimmer und unter die langersehnte Dusche. Dann noch ein kurzer Stadtbummel. Der Urlaub kann beginnen!

30. Jan. 2007

Wir haben lange geschlafen, endlich mal wieder eine Nacht im Bett. Frühstück in unserm Hotel (CHATEAU ON THE PARK) war super. Danach sind wir los, um all das noch einzukaufen, was wir nicht mitbringen konnten oder durften, insbesondere aber Lebenmittel für die nächsten Tage und Benzin. Nochmals die Räder überprüft und anschliessend in der Rushhour, zum Eingewöhnen, die ersten ca. 10 km links gefahren! - Gruselig!!
Wir haben immer noch schönsten Sonnenschein und Temperaturen so um die 25 Grad Celsius. - Morgen früh soll es los gehen!

31. Jan. 2007

- 82,6 km - Um 9:30 Uhr begann unser Neuseeland-Fahrrad-Trek. Zuvor hatten wir noch einige Sachen im Hotel deponiert, gefrühstückt und natürlich unsere Rechnung bezahlt.

Jetzt standen wir mit unseren doch reichlich beladenen Rädern am Start und traten tüchtig in die Pedalen. Vermutlich, wie aus jeder Grossstadt, war es auch sehr nervig aus Christchurch herauszukommen. Ungewohntes Linksfahren, dicker Verkehr, aber zum Glück anfangs ein Radweg. Bei Sonnenschein brachten wir die ersten 50 km des Inner Scenic Circle durch die Canterbury Plains hinter uns. Längst waren die Strassen nicht mehr so belebt, dafür gab es aber auch kein Fahrradweg mehr. Nach kurzer Regenerationspause beschlossen wir, die letzten gut 30 km anzugehen. Ständig steigend (etwa 350 Höhenmeter) verschwand die Sonne und wir bekamen einen Gegenwind mit einer Heftigkeit, wie wir ihn bisher nur in Patagonien erlebt hatten. Das Weiterkommen war eine unbeschreiblche Schinderei. Endlich, endlich erreichten wir völlig ermattet den Campingplatz an der Rakaia Gorge. Wunderschön gelegen mit einer nahezu alpinen Umgebung. Zelt aufgebau, geduscht, in der nahen Mount Hutt Lodge lecker essen gegangen (traumhafte Aussicht).

01. Feb. 2007

- 81 km - Der Sturm hat in der Nacht etwas nachgelassen, ab und an dafür ein paar Regentropfen. Gegen 7:30 Uhr haben wir uns aus den Schlafsäcken gepellt und Frühstück zubereitet (Tee, Kaffee, Salami, Käse, Schwarzbrot). Die Sonne scheint schon kräftig, als wir gegen 9:30 Uhr starten. Sofort müssen wir sehr steil ca. 200 Höhenmeter überwinden, danach eben, bzw. leichtes Gefälle. Bei Arundel verlassen wir die SH 73 und fahren nach Peel Forest. Ein kleiner Naturpark.

02. Feb. 2007

- 71 km - Heute erwarte uns die erste \"heftige Bergetappe\", bis Geraldine geht`s leicht bergab, danach fängt es an zu steigen. Der doch im Vergleich zu Deutschland recht rauhe Asphalt lässt eine zügige Fahrweise auch bei nahezu ebener Stecke recht utopisch erscheinen. Deshalb beschliessen wir bereits in Fairlie zu ürbernachten.

03. Feb. 2007

- 46,5 km - Wir machen einen Bummeltag, auch weil der Radführer für heute die ersten steilen Abschnitte verspricht, bisher soll ja alles eher mässig gewesen sein (!). Wir sind also am frühen Nachmittag in Lake Tekapo und können dort die neuseelandtypischen Fotos machen. Arno fotographiert eifrig eine Hochzeit. Hoffentlich hat dies nichts zu bedeuten.

04. Feb. 2007

- 108 km - Beim Frühstücken musste Brigitte dann doch beichten. Sie will heute nach Mount Cook Village. Ich schlucke und füge mich ergeben meinem \"Schicksal\". Wir haben Glück. Es geht recht wenig Wind und es gibt für neuseeländische Verhältnisse wenige Hügel. Wir erreichen also abends um 19 Uhr erschöpft den Whitehorse Campground.

05. Feb. 2007

Wandertag - Strahlender Sonnenschein und die Great Divide liegt vor uns. Wir spazieren also entspannt ins Hooker Valley, u. a. dem Mount Cook entgegegen. Eine Landschaft wie in den Alpen, vielleicht schöner?! Ein gut angelegter Wanderweg, u. a. zwei Hängebrücken, schlängelt sich durchs Tal. Nach zwei Stunden erreichen wir einen See, auf welchem Eisblöcke treiben. Wir geniessen die Aussicht und die Ruhe, dann beschliessen wir, umzudrehen.

Den Rest des Tages nutzen wir zum Nichtstun.

06. Feb. 2007

- 99 km - Aufbruch wie immer - wir stehen kurz vor 7:00 Uhr auf, ich koche Kaffee und Tee, wir frühstücken, machen Morgentoilette, dann beginnt Brigitte im Zeltinneren für Ordnung zu sorgen, soll heissen, die Sachen zu packen, während ich für den Aussendienst (Kocher demontieren, Räder klar machen, Zelt abbauen, etc. zuständig bin - wir sind in der Regel spätestens gegen 9:15 Uhr startklar.

Zunächst fahen wir etwa 55 km die Strecke zurück, die wir gekommen sind. - die Sonne scheint schon wieder, es rollt ausnahmsweise mal ausgezeichnet, der Asphalt ist glatt und nicht total grob, wie leider meistens sonst. Wir kommen sehr gut voran - fahren wieder bis zum Abzweig, biegen aber jetzt Richtung Twizel ab und erreichen diesen Ort nach weiteren etwa 7 km. Hier machen wir eine längere Pause, essen, quatschen mit deutschen Touristen (es gibt zur Zeit sehr viel davon in NZ), ehe wir bei inzwischen wieder extremer Hitze (37 Grad C, im Schatten 30 Grad C) die Fahrt fortsetzen. Wir sind seit dem letzten Abzweig wieder auf einer Hauptverkehrsstraße (Tempo 100 max. für PKW und LKW, leider kaum ein Seitenstreifen und manchmal sehr rücksichtslose BUS- und LKW-Fahrer), wir müssen also höllisch aufpassen! Endlich nach ein paar weiteren, aber kleinen Pausen, erreichen wir OMARAMA. Schnell ist der sehr komfortable Zeltplatz (saubere Waschraeume, grosse gut eingerichtete Gemeinschaftsküche, Waschmaschinen, etc.) gefunden, wir bauen (inzwischen in Bestzeit) unser Zelt auf, Duschen, beschliessen das Abendessen selbst zuzubereiten. Wenn es nur nicht so heiss waere ...!!

07. Feb. 2007

- 116 km - Wieder Routinestart, wir haben relativ gut geschlafen. OMARAMA liegt auf einer Höhe von ungefähr 430 Metern. Unser nächstes Ziel soll der LINDIS-Pass sein. Immerhin eine Höhe von etwa 965 Metern. Zunächst steigt die Straße nur allmählich, denn wird` s heftig steil. Es steigt aber nicht nur die Straße, sondern unerbittlich auch wieder das Thermometer. Wir quälen uns gewaltig. Endlich geschafft, nächstes Ziel soll TARRAS sein. Meist bergab - nur ein \"Superhügel\", und wir sind nach etwa 80 km (vermeintlich) am Ziel. Aus den Reiseführern wussten wir shon vorher, dass es hier keinen Campingplatz geben wird, stattdessen ein Backpacker-Hotel. Wir kehren erst mal in einem Cafe ein, fragen nach (der) Unterkunft. Nix is, weit und breit keine Möglichkeit, höchstens \"wild\" campen irgenwo (ohne Trinkwasser, Klo und Dusche) am Bach. Wir machen lange Gesicher. Der LINDIS-Pass hatte uns doch ganz schön mitgenommen. Was nun? - Lange (etwas enttäuschte Denkpause), dann wieder auf` s Rad. Der nächste Zeltplatz sollte 20 km, bzw. 30 km entfernt sein. Gleich hinter TARRAS ein (für unsere Tour) entscheidender Richtungswechsel. Geradeaus geht es nach QUEENSTOWN, wir folgen aber dem Abzweig WESTCOAST, WANAKA.

Wenn man sich schon mal am Ziel wähnte, sind die Folgekilometer besonders lang! Ganz schlimm schmerzen inzwischen unsere geplagten Hinterteile! - Zum Glück gingen die Temperaturen etwas zurück, dennoch blieb das Gelände leider weiterhin \"neuseeländisch hügelig\". Flughafen WANAKA - wir waren schon wieder gut 30 km gefahren - es konnte also nicht mehr weit sein. Noch` ne kurze Rast am Strassenrand (eine Rennradfahrerin - wir hatten am ganzen Tag nicht mehr als höchstens fünf Fahrräder getroffen - hielt kurz an und fragte, ob wir Probleme haben - nein danke) dann erkannten wir die ersten Häuser vom Ort. - Entschuldigung, wo geht es hier zum Campingground? Wir waren inzwischen 116 km gefahren

Zelt aufgebaut, lange geduscht und fast - es war inzwischen 22:00 Uhr - nichts mehr zu essen bekommen. Morgen soll ein Pausentag sein, wir hatten ja schliesslich unser Tagessoll mehr als erfüllt .. !!

08. Feb. 2007

Logisch, dass uns erst die Sonne aus dem Zelt trieb, das war allerdings schon kurz vor 8:00 Uhr. Duschen und dann zum Frühstücken gehen, das hatten wir uns verdient. WANAKA ist ein wunderschöner Touristenort, der mit viel Sportmöglichkeiten und Natur für sich wirbt. Die Stadt ist voller Touristen, meist jünger als wir. Im Strassencafe - wir haben jeweils ein Riesenfrühstück geordert - beobacheten wir die vorbeiflanierenden Touristen. Auf jeden Fall ist kurze Hose angesagt, egal wie alt. - Jetzt sitzt Brigitte in einem Waschsalon und bringt unsere verschwitzte Garderobe auf Vordermann, während ich in einem klimatisierten Internetraum der Fa. VODAFONE diese Zeilen schreibe.

09. Feb. 2007

- 75 km - Es hatte noch am Vorabend angefangen zu regnen, nicht stark aber kontinuierlich. - Insofern packten wir das Zelt - nach der bekannten Morgenroutine - nass ein und starteten gegen 9:15 Uhr, zunächst erst mal Richtung Supermarkt. Während Brigitte einkaufte, wollte ich nur mal eben etwas Luft auf die Fahrradreifen nachpumpen, wobei leider ein Ventil abbrach. Also Reifenwechsel. Brigitte hatte inzwischen eingekauft, u. a. Getränke, um unsere Trinkflaschen aufzufüllen. Wer da nun zu kräftig geschüttelt hatte, lässt sich nicht mehr feststellen, jedenfalls flog ihr fast der gesamte Inhalt einer Schweppes-Flasche um die Ohren!

Es regnete immer noch, als wir endlich nach Norden gen LAKE HAWEA losfuhren. Nach knapp 25 km riss mir der Schaltzug vom Umwerfer für die vordern Kettenblätter. Habe mich noch ein paar km mit in der Funktion stark eingeschraenkter Schaltung durch Neuseelands Hügellandschaft gewquält, dann war bei km 35 Reparatur angesagt. Weiter gings nach einiger Zeit auf rauhem Asphalt irgendwie sehr mühselig. Wir mussten mehrere Pausen einlegen. Bei einer dieser Pausen (km 56) hat sich Brigitte prompt in frischen Asphalt gesetzt. Trotz sofortiger \"Benzin-Bekämpfung\" blieb ein ziemlich hässlicher Fleck!

Der erste Lichblick des Tages dann bei km 61. Nach stundenlanger Fahrt ohne jede Einkehrmöglichkeit (was hier leider keine Seltenheit ist) endlich eine Tankstelle mit Cafe. - Pause; Essen, Trinken und fünf km weiter fahren, um in der nächsten Raststelle einzukehren. Nach 75 Tageskilometern hatten wir es endlich geschafft. CAMERON FLAT, unser Etappenziel lag vor uns. Es handelte sich um einen sehr schön gelegenen, einsamen DoC-Campingplatz (ohne Duschen u. Einkaufsmöglichkeiten). Fast kein Mensch hier (hätte uns eigentlich stutzig machen sollen!), dafür aber mehrere Milliarden kleine Mücken (Sandflies). Da half nur noch die Flucht ins Zelt. Unter unserem Vorzelt versammelten sich derart viele \"Mitbewohner\", dass wir ernsthaft Angst hatten, das Zelt zu verlassen. Der inzige Lichtblick des Abends, zwei nette Leidensgenossinen aus dem Stubai.

10. Feb. 2007

- 72 km - Wir lagen wach im Zelt und uns war unheimlich. Die netten Tierchen feierten anscheinend Orgien auf unserer Hütte. Es kam wie es kommen musste, irgendwann drückt die Blase ... !

Als es hell wurde, beschlossen wir, den Kampf gegen die Mücken verloren zu haben und zu flüchten! Quasi ohne Frühstück, Hals über Kopf bauten wir ab und suchten das Weite (auf dem Platz gab es immer noch kaum Gäste). Wir waren total zerstochen, als wir, früher als sonst, endlich auf den Rädern sitzen. Wir streben der WESTCOAST entgegen. Das Wetter wird gut, bzw. eigentlich schon wieder viel zu heiss. Bisher keine nenneswerten Pannen, hoffentlich bleibt das so!

11. Feb. 2007

- 56 - Der Start in HAAST-Village war erneut hektisch, da uns die winzigen Stechmücken scheinbar über Nacht eingeholt hatten und wieder Besitz von unserem Zelt genommen hatten. - Analog dem Katstrophenaufbruch des Vortages, räumten wir erneut fluchtartug das Feld, verlohren aber dennoch etwas Zeit, bis wir los kamen. Auf glattem Asphalt ging es zügig zur Touristen-Information und dann weiter bis Ship Creek Stop und eine 30 Minuten dauernde Wanderung zunächst durch Regenwald (auf angelegten Pfaden) und schliesslich am Strand des Tasman Sea zurück zum Rad zu unternehmen.

Erstmals hörten wir das Rauschen der Brandung und hielten unsere Füsse ins Meer. - Die Weiterfahrt gestaltete sich dann aber wieder sehr anstrengend. Intensive Sonneneinstrahlung und Steigungen, die es vermutlich im gesamten Alpenraum nicht gibt. Ab dem Knights Point ging es dann wieder abwärts, aber nie kontinuierlich, sondern immer zwischendurch mit Anstiegen "gewürzt".

Ungefähr um 15 Uhr und nach etwa 56 gefahrenen Kilometrn ereichten wir die Heritage Lodge Lake Paringa, eine Herberge die schon bessere Zeiten erlebt hatte. Wir gestatteten uns ausnahmsweise ein einfaches Zwei-Bett-Zimmer.

Zuvor hatten wir noch den DoC-Campground Lake Peringa besichtigt - es gab überhaupt kein Zelt aber sofort Mücken - wir verzichteten aus wohl nach vollziehbaren Gründen.

In der Gemeinschaftsküche unserer Herberge traffen wir unter anderem drei Damen aus dem Harz die uns grosszügig ihren zuviel gekochten Reis überliessen.

12. Feb. 2007

- 72 km - Mal wieder in einem Bett zu schlafen war auch ganz angenehm. Um 7:00 Uhr sind wir aufgestanden und haben uns und die Räder fertig gemacht. Ohne Frühstück und bei dichtem Regen radelten wir rd. 7km bis zu einer Lachsfarm. Hier sollte man angeblich gut Frühstücken können. Brigitte aß Omlett mit geräuchertem Lachs, ich Steak mit Spiegeleiern .......!!! Der Tag kann kommen.

Die Sonne verdrängt den Nebel, wir radeln relativ flach Kilometer für Kilometer nach Norden, überqueren unzählige einspurige Brücken, geniessen die abwechslungsreiche Landschaft (Mischung aus Regenwald und Weideland), machen alle 10 Kilometer Pause und landeten nach 72 km in Fox Village. Nach stundenlanger Einsamkeit jetzt wieder ein voller Touristenort. (Attraktion: Helicopter Flüge with Snow-Landing).

13. Feb. 2007

Wir beschliessen, einen Tag zu bleiben und uns darauf zu besinnen, dass wir eigentlich Anhänger des Bergsports sind. Wir nehmen uns vor, auf den Monte Fox (1.020 m) zu steigen. Eigentlich kein Problem, auch wenn wir ca. 850 Höhenmeter steigen müssen. Allerdings verlauft dieser Anstieg komplett auf schmalem Pfad durch Regenwald. Eine echte Herausforderung, um nicht zu sagen, eine halsbrecherische Angelegenheit. Nicht nur, dass die Neuseeländer die Strassen hemmungslos gradlinig über jeden Berg bauen, nein sie legen die Bergpfade genau so an. Eigentlich haben wir bis zum Gipfel nie , bzw. kaum das Tageslicht gesehen, stattdessen sind wir unter einem dichten Laubdach bei permanenter Nässe über Baumwurzeln uns Steine gestolpert. Aber wir haben es geschafft. Runter war noch viel schlimmer! Insgesamt waren wir mehr als sechs Stunden auf Tour.

Den restlichen Tag haben wir mit Wäsche waschen, einkaufen und kochen verbracht. Vom Wetter her war es eher bedeckt, aber kaum Niederschlag.

14. Feb. 2007

-89 km - Um 9:15 Uhr standen wir reisefertig wieder auf Start. Erstes Etappenziel sollte FRANZ JOSEF GLACIER sein. Eigentlich nicht weit, nur knapp 25 km, aber die hatten es in sich! Galt es doch zunächst drei Pässe (Cook 410m; Waikukupa 405m und Omoeroa 320m) zu überwinden - Natürlich schien schon kräftig die Sonne dazu. Zur Belohnung gab es in Franz Josef Glacier ein ordentliches Frühstück.

Danach unschwer nach Whataroa, aber noch nicht genug für uns, wir wollten noch bis Hari Hari. Allerdings war hier mit dem Mount Hercules noche eine Schikane eingebaut.

Angekommen in Hari Hari fanden wir einen eher winzigen Zeltplatz neben einem Motel. Abendessen in der Bar des Motels und Verdauungsspaziergang durch die 600 - Seelen-Gemeinde.

15. Feb. 2007

- 75 km. Routinestart bei Sonnenschein und danach quälende knapp 50 km bis ROSS. - Es lief irgendwie nicht rund. Grober Asphalt, hügelige Strecke, sehr schwere Beine von unserer Bergtour, relativ dichter Verkehr und der Tacho wollte irgendwie nicht so recht mehr als 10 bis 15 km/h anzeigen.

Endlich die Goldgräberstadt Ross. Man versucht hier die Geschichte wach zu halten und zu dokumentieren, es gibt Schautafeln und eine kleine Ausstellung. Gold hat diesen Ort bekannt gemacht. - Die einzigen Nuggets die wir fanden, waren mit Hähnchenfleisch gefüllt und wir mussten 45 Minuten darauf warten!

Los noch 25 km bis HOKITIKA, motivierten wir uns selbst! Und diese Selbstüberwindung sollte belohnt werden. Der stärkste Rückenwind den wir je hatten, trieb uns förmlich vor sich her. Schnell waren wir am Ziel, fanden noch einen niedlichen Campingground, der noch nicht wegen Überfüllung geschlossen war, bauten auf, duschten und gingen dann downtown zum Essen.

Wir sind jetzt mehr als 1.000 km gefahren ... !

16. Feb. 2007

Pausentag in HOKITIKA. Wir sind nach dem Frühstück los und haben die City aufgesucht, u.a. um Fahrkarten für die Fahrräder und uns von Greymouth nach Arthurs Pass Village zu kaufen. Dann haben wir "Kultur" gemacht, vor allen Dingen aber (lebende) Kiwis besichtigt! - Wir kennen jetzt schon mindestens drei Deutungen für das Wort \"KIWI\".

17. Feb. 2007

- 86 - Routine-Aufbruch. Wie schon an all den anderen Reisetagen, scheint auch heute die Sonne; allenfalls war/ist es mal bedeckt. Erstes Etappenziel GREYMOUTH. Es ist Samstagvormittag, in der Stadt brodelt es. Wir sind froh, als wir endlich durch sind. Weiter fahren wir entlang der Westcoast - teilweise unmittelbar am Meer - nach PUNAKAIKI (Pancakerocks und Blowholes). Es rollt mal wieder nicht so gut, auch hat der Wind etwas gegen uns, bzw. ist gegen uns. Die Kilometer tröpfeln nur so dahin. Natürlich ist es auch wieder reichlich \"hillie\". Irgendwie schaffen wir es aber doch, ans Ziel zu kommen. Zelt aufgebaut, geduscht und zur Belohnung für die Tagesmühen ein umfangreiches Abendessen in der Punakaiki-Tavern.

18. Feb. 2007

Die Landschaft ist hier so phantastisch, dass wir beschiessen, sie zu geniessen. Wir bleiben einen Tag und gehen nach dem Frühstück erst mal für ein paar Stunden auf dem Pororari-River paddeln. Anfangs in flachem, einfachem Gewässer, dann zunehmend Srömung und Stromschnellen. Häufig müssen wir das Boot ziehen, uns ist schon jetzt wg. der bevorstehenden Talfahrt etwas mulmig! - Wir kommen nach ein paar Stunden wieder heil am Ausgangsort an, sind um ein paar gewaltige Natureindrücke reicher. Doch das sind nicht die einzigen des Tages. Nach kurzer Pause machten wir uns auf den Weg, die Pancake-Rocks, sowie die Blowholes zu besichtigen. Die Küste ist hier ausgesprochen beeindruckend. Geschichtete Felsformationen und hochspritzendes Brandungswasser hinterlassen bleibende Eindrücke. Auch die Anlage der markierten Rundwanderwege ist vorbildlich! Wir können uns gar nicht losreissen und fotografieren sehr viel. Mit selbst zubereitetem Abendessen lassen wir den schönen Tag ausklingen.

19. Feb. 2007

-50 km - Es geht wieder auf Tour, wenn auch zurück. Unser Tagesziel ist wieder Greymouth. Wieder lacht die Sonne und wieder ist der Asphalt rau. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Ziel. Eine brodelnde (Gross?)Stadt. Für den entwöhnten Radfahrer eine ganz schöne Umstellung. Weit ausserhalb der City unser professionell angelegter Zeltplatz. - Wir bauen auf, verzichten aber darauf, nochmals in die Stadt zurück zu fahren, sondern widmen uns ausgiebig dem Abendessen.

20. Feb. 2007

Wir sitzen am Bahnsteig und warten darauf, dass der Zug, der uns bis Arthurs Pass mitnehmen soll, einfährt. Ich vertreibe mir die Zeit an einem Computer

Zugfahrt und Fahrradtransport bereiten keine Probleme, wir müssen nicht mal das Gepäck vom Rad abbauen Wir fahren also per Bahn das steilste Stück, u. a. durch einen 8,5 km langen Tunnel und erblicken erst wieder in Arthurs Pass Village das Tageslicht.

Das Zelt ist schnell auf dem DoC Campingplatz aufgebaut. Dann erkunden wir das Dorf und wollen zum Aussichtspunkt für den Devils Punchball Fall. Unserem Vorhaben wird jedoch schnell ein Ende gesetzt. Der Wanderweg ist nach der zweiten Brücke gesperrt. Also zurück und Abendbrot gekocht.

21. Feb. 2007

- 88km - Nicht gerade eine erholsame Nacht. Erstens Sandflies, zweitens ging ab ca. 21:00 Uhr eine Laterne neben unserem Zelt an und erleuchtete es während der ganzen Nacht taghell; drittens donnerten in Minutenabständen schwere Trucks durch unser Zelt, bzw. dicht daneben vorbei uns viertens war auf der anderen Seite vom Zeltplatz der Bahnhof, hier wurde mit schweren Dieselloks anscheinend die ganze Nacht rangiert!

Wir haben kaum geschlafen und einen Frühstart hingelegt. Noch kurz ins Cafe um Getränke für die nächsten 80 km kaufen, einen Kaffee trinken und noch vor 9:00 Uhr aufs Rad. 65 km bis zum 937 m hohen Porter Pass. Bis dahin allerdings heftig rauf und runter und ständig Angst vor den herannahenden Trucks. Es schien natürlich wieder (erbarmungslos ) die Sonne. Endlich nach viel Schindern die Passhöhe - Jetzt ging es auf ca. 4 km etwa 350 m abwärts - Härtetest für unsere Bremsen und unsere Nerven. Etwa 20 km nach dem Pass unser Tagesziel, Springfield. Kleiner Zeltplatz (Domain-Campingplatz: einfacher als Motor-Camps aber im Gegensatz zu den DoC-Campingplätzen sauber und mit Dusche) mit wenig Gästen. Abendessen im Cafe in Springfield. Das Zelt wird wieder von winzigen Mücken attackiert belagert.

22. Feb. 2007

- 62km - Es hatte in der Nacht etwas geregnet, so dass morgens das Zelt nass, oder sagen wir besser feucht war. - Wie immer haben wir gefrühstückt, abgebaut und gepackt und sind - inzwischen schien schon wieder die Sonne - zu unserer letzten Etappe gestartet. Ebene Strasse leichtes Gefälle, weing Gegenwind, guter Asphalt jedoch je näher wir Christchurch kamen zunehmend stärkerer Verkehr. Die (GROSS)-Stadt hat uns wieder.

Das Hotel war bald (wieder)gefunden, das reservierte Zimmer bezogen. Nach zwei Stunden Kultur sah man uns nicht mehr an, dass wir 23 Tage auf Tour waren. Am Abend haben wir uns zu einem vorzüglichen Essen eingeladen!!!

23. Feb. 2007

Nach dem Hotel-Frühstück haben wir erst mal den Tag damit begonnen, die Fahrräder zu verpacken. - Es ist nicht zu fassen, es regnet! - Pedale abbauen, Lenker lösen und verdrehen und dann alles mit Rohrisolierungen, Luftpolsterfolie und an Schaltwerk und Tretlager mit Plastikdeckel schützen. Auf die Stülpkartonage verzichten wir dieses mal, da sie ohnehin defekt und vom Regen aufgeweicht ist. Drei Stunden Arbeit, dann sind die Räder reisefertig.

Wir beschliessen, nochmals das Stadtzentrum aufzusuchen, um ggf. noch ein passendes Reiseandenken zu kaufen und um zu essen (das Hotel-Restaurant sagt uns nicht so zu).

24. Feb. 2007

Rückreisetag! - Um 11:00 Uhr Ortszeit lassen wir uns mit einem (Lasten)Taxi zum Flughafen fahren. Wir überprüfen nochmals die Fahrradverpackung, bessern noch etwas nach, dann checken wir problemlos ein. 16:30 Uhr Abflug mit Air New Zealand nach Auckland (NZ), weiter um 20:00 Uhr, ebenfalls mit Air New Zealand, nonstop nach San Francisco. Die Boeing 777 ist zwar voll besetzt, aber es gibt vergleichsweise viel Platz pro Person und einen individuellen Monitor an der Rücklehne des Vordersitzes. So kann man die mehr als 12 Stunden Flugzeit einigermassen gut ertragen. Kurz nach dem Start überfliegen wir die Datumsgrenze, um auf San Francisco-Ortszeit zu kommen, müssen wir die Uhr um 9 Stunden zurückstellen.

In San Francisco angekommen, müssen wir wieder komplett auschecken (obwohl wir Transit fliegen), das Gepäck und die Räder abholen und sämtliche Einreisekontrollen über uns ergehn lassen, einschliesslich Passfoto und Fingerabdrücke.

14:15 Uhr startet die Boeing 747 der Lufthansa ziemlich pünktlich Richtung Frankfurt. Noch mal knapp 11 Stunden Flugzeit. Die Maschine ist längst nicht so komfortabel ausgestattet, wie die Boeing 777 von Air New Zealand (weniger Platz, keine Monitore), aber sonst ist alles ok.

25. Feb. 2007

Wir stellen die Uhr nochmals um drei Stunden zurück und landen um 10:00 Uhr Ortszeit pünktlich in Frankfurt. Zum xten mal werden wir und unser Handgepäck gefilzt (langsam nervt es!), dann verspäteter Abflug mit einem Airbus A320 nach Berlin. - Das Gepäck kommt ebenfalls komplett an (das war bei mir längst nicht immer der Fall), Wir nehmen `ne Taxe und fahren heim.

wieder zu Hause

Die Waschmaschine und der Trockner laufen auf Hochtouren! Wir bereiten nach, reinigen und überprüfen die Ausrüstung. Beim Auspacken der Räder habe ich feststellen müssen, dass ein Gepäckträger beim Rückflug demoliert wurde; hätte schlimmer kommen können! - Wir überspielen die Bilder auf den Computer, beginne auszuwählen und in Erinnerungen zu schwälgen. Es war ein toller Urlaub!!!

In Kürze werde ich diesen Bericht um ein paar Bilder ergänzen. Am 08. März 2007 um 19:30 Uhr werden wir in der Geschäftsstelle des AlpinClub Berlin unseren bebildeten Reisebericht \"abliefern\". - Gäste willkommen!


STATISTIK (vorläufig)

Wir waren 23 Tage "on Tour", davon sind wir 17 Tage Rad gefahren, haben etwa 1.350 km mit dem Rad zurück gelegt (die reichlichen Hoehenmeter haben wir nicht gemessen), sassen etwa 84 Stunden auf dem Sattel, haben auf der Radtour knapp 2.000 EURO ausgegeben, hatten eigentlich keine Pannen (ein Bowdenzug ist gerissen, ein Ventil abgebrochen), es gab keine Verletzung (aber heftige Schmerzen am Hinterteil) oder gar Unfälle, auch tagsüber nie Regen (ausser am Abreisetag), dafür aber leider Abermillionen kleiner stechchender Muecken (Sandflies). - Wir hatten eine fantastische Tour!


Erste (ungeordnete) und bestimmt auch noch nicht entgültige Reiseeindrücke:

Das Land ist sehr dünn besiedelt, es kann gut vorkommen, dass man 60 km - 70 km lang weder Haus noch Mensch sieht. Es scheint das Land der Zäune zu sein, kein Fleckchen am Strassenrand, wo nicht ein Stacheldraht gespannt ist. Mit den Schafen ist das regional unterschiedlich, aber irgendwo blöken immer welche. Haushohe Hecken schützen vor dem immer blasenden Wind, dafuer gibt` s (bisher) kaum mal ein Stück Wald oder wenigstens Bäume (mit Ausnahme der Parks). Das Land ist "aufgeräumt und (englisch?) geordnet.

Radfahrer, die (mit Gepäck) über Land fahren, sind allenfalls Ausländer, der Neuseeländer nimmt höchstens mal das Mountainbike, um abseits der Strassen zu touren. Der Strassenbelag ist in der Regel "fahrradunfreundlich", soll heissen, sehr grober Asphalt, grosser Rollwiderstand, sehr laute Abrollgeräusche (insbesondere wenn Trucks herannahen). - Mann muss (wg. fehlender Fahrrad- bzw. Randstreifen) stets höllisch aufpassen, dass man sehr genau an der linken (!) Aussenkante fährt. Aber das wussten wir schon vor der Abreise ... !

Die Landschaft verändert sich Richtung WESTCOAST, jetzt gibt es etwas mehr "Natur" und auch Bäume, aber immer noch viele Zäune! Das Geländeprofil ist jetzt (teilweise) sehr wellig ("hilly road"), bis hin zu 16% Steigung/Gefälle.

gefahrene T O U R


Datum Ziel Tages-km Quartier
Samstag
27.01.2007
Flug von Berlin über Frankfurt,
San Francisco, Auckland
nach Christchrch (Neuseeland)
00,0
Flugzeug
Sonntag
28.01.2007
Lufthansa-Flug (Zeitverschiebung) 00,0
Flugzeug
Montag
29.01.2007
Ankunft am Flugplatz Christchurch
Transfer (mit Fahrrädern)
zum Hotel, Stadtbummel
00,0
Hotel
\"The Chateau\"
Dienstag
30.01.2007
Reisevorbereitung in Christchurch
Einfahrtour
10,0
Hotel
\"The Chateau\"
Mittwoch
31.01.2007
(Rad)Tourenstart: Christchurch bis
Rakaia Gorge
- Inland scenic route -
83,0
Zelt
(Gemeindezeltplatz)
Mount Hutt Lodge
Donnerstag
01.02.2007
Radtour: über Arundel nach Peel Forest
National Walk, Last native bush
81,0
Zelt
(DoC Zeltplatz)
im Store 2,5 km vorher
anmelden
Freitag
02.02.2007
Radtour: bis Fairlie 81,0
Zelt
MotorCamp, Store
Samstag
03.02.2007
Radtour: nach Lake Tekapo
über Burke Pass 709 m
Kirche; Aussicht
46,5
Zelt
MotorCamp; Store
Sonntag
04.02.2007
Radtour: über Hydro Canal Road
zum Lake Pukaki dann
weiter bis Mt Cook Village
108,0
Zelt
(DoC Zeltplatz)
einfach, Wasser ist abzukochen
Montag
05.02.2007
Wandern: Hooker Valley Track, 4h 00,0
Zelt
(DoC Zeltplatz)
einfach, Wasser ist abzukochen
Dienstag
06.02.2007
Radtour: bis Omarama 99,0
Zelt
Motor Camp; Store
Mittwoch
07.02.2007
Radtour: über Tarras nach Wanaka
- Lindis Pass 970 m - keine Einkehrmöglichkeit
116,0
Zelt
Motor Camp; Supermarkt
Donnerstag
08.02.2007
Pausentag
- Letzter Geldautomat bis Franz Josef -
00,0
Zelt
Motor Camp; Supermarkt
Freitag
09.02.2007
Radtour: bis Rad bis Cameron Flat
Nach Makarora gibt es viel
Scenic Reserves, teilweise mit
kurzen Spazierwegen
(Blue Pools; Bridal Track
Fantail and Thunder Creek Falls,
Roaring Billy)
75,0
Zelt
(DoC Zeltplatz)
Sandflies .. !!
Samstag
10.02.2007
Radtour: bis Haast Village
- Haast Pass 563 m -
72,0
Zelt
Zeltplatz am Motel
Sonntag
11.02.2007
Radtour: bis Lake Paringa
Wanderung Ship Creek
56,0
Motel
Montag
12.02.2007
Radtour: bis Fox Glacier 72,0
Zelt
Motor Camp; Store
Dienstag
13.02.2007
Wandern: Mount Fox (1.020 m
- 8h return -
00,0
Zelt
Motor Camp; Store
Mittwoch
14.02.2007
Radtour: bis Hari Hari 89,0
Zelt
Zeltplatz am Motel
Donnerstag
15.02.2007
Radtour: bis Hokitika
Greenstone - Jade
75,0
Zelt
Motor Camp; Supermarkt
Freitag
16.02.2007
Pausentag - Stadtbummel 00,0
Zelt
Motor Camp; Supermarkt
Samstag
17.02.2007
Radtour: bis Punakaiki
- Pancake Rocks -
86,0
Zelt
Motor Camp; Restaurant
Sonntag
18.02.2007
Paddeln: Pororari River
Pancake Rocks
00,0
Zelt
Motor Camp; Restaurant
Montag
19.02.2007
Radtour: zurück nach Greymouth 50,0
Zelt
Motor Camp, Supermarkt
Dienstag
20.02.2007
Zug bis >b>Arthur`s Pass Village
Walk: Devils Punchball
05,0
Zelt
DoC Zeltplatz, Store
Mittwoch
21.02.2007
Radtour: bis Springfield
über den Porter Pass - 939 m
88,0
Zelt
Gemeindezeltplatz
Donnerstag
22.02.2007
Radtour: bis Christchurch 62,0
Hotel
\"The Chateau\"
Freitag
23.02.2007
Räder verpacken, Bummeln 00,0
Hotel
\"The Chateau\"
Samstag
24.02.2007
International Antarctic Center
Flug von Christchurch über Auckland,
San Francisco, nach Frankfurt
00,0
Flugzeug
Sonntag
25.02.2007
Flug Frankfurt-Berlin 1.345
eigenes Bett

 

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