Nepal, DHAULAGIRI CIRCUIT

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Am 21. Okt. 2002 starteten Thomas, Peter und ich zu einer Nepal - Trekking - Reise. Was wir bis zum 20. Nov. 2002 erlebten, könnt Ihr hier nacherleben.

 

Reisebericht

Bilder, Bilder, Bilder....

21. / 22. Okt. 2002

Tag der Abreise, am späten Nachmittag sollte es los gehen! Der Versuch, unser Reisegepäck bereits am Morgen bei der KLM aufzugeben, scheiterte, war erst kurz vor der Abreise möglich. Auch der Versuch, bei der Nepalesischen Botschaft in Berlin noch Visa zu erhalten, schlug fehl, wäre spätesten eine Woche vor Abflug noch möglich gewesen. Endlich am Flugplatz Tegel angekommen, bemerkte ich, dass ich meine Gepäckschlüssel zu Hause vergessen hatte.
Der Abflug erfolgte planmäßig. Wir fliegen mit KLM/Transavia über Amsterdam. - der dritte Mann, Dr. Petr Zemp stieß zu uns. - mit Zwischenlandung in Sharjah weiter nach Kathmandu. Während die ersten beiden Etappen im "Dunkeln" liegen, ist es hell auf der dritten nach Kathmandu. Es ist Mittag bei der Ankunft und sehr warm. Werden am Airport von Mitarbeiterne "unserer" Trekkingagentur in Empfang genommen und mit Blumenkränzen geschmückt. Mit dem Taxi geht es nach THAMEL, hier zum Hotel MARSYANGDI MANDALA, ich beziehe eine Einzelzimmer mit Dusche (8, - $/Tag).

Es folgt ein erster Rundgang durch THAMEL.
Um 17:00 Uhr etwas kontrovers geführte erste Tourenbesprechung mit dem Trekkingbüro. Problem: Guna, unser Guide, ist noch unterwegs und kann frühestens am 28. Okt. zu uns stoßen. Weiter soll es auf dem Dhaulagiri-Trek noch sehr viel Schnee geben. Anschließend werden wir zum Abendessen eingeladen.

23. Okt. 2003

Ich habe gut geschlafen, um 9:00 Uhr gibt es Frühstück irgendwo in THAMEL. Um 10:00 Uhr stimmen wir mit der Trekkingagentur die genaue Route ab. Ich zahle gut 1.000, - $. Nach dem "Bürokram" fahren wir mit dem Taxi nach Patan, um dort herumzubummeln. Mit einem Taxi kehrten wir am Abend auch wieder heim.
Ich werde erstmals im Leben mit einer Kultur konfrontiert, die mir bisher völlig fremd war. Sehr viel Menschen auf sehr engem Raum, ein Verkehrschaos ohne gleichen (trotzdem passiert kaum etwas), überall ist Militär präsent, Hinduismus und Buddhismus in friedlicher Eintracht; historische Bauwerke und Tempel neben Neubauten, Baracken und Ruinen. Es ist eng in Kathmandu, es ist laut in Kathmandu, viele Menschen versuchen irgendwie "Geschäfte" zu machen. Schüler in Uniformen und europäisch gekleidete Menschen vermischen sich mit traditioneller Kleidung, THAMEL lebt vom Tourismus. Um 23:00 Uhr ist alles dunkel, die Straßen sind leer.

24. Okt. 2002

Wieder haben wir mehr oder weniger europäisch um 9:00 Uhr in einem der zahlreichen "roof-top" Restaurants gefrühstückt; um 10:00 Uhr folgt die Tourenfeinplanung (Tagesetappen), danach fahren wir zum Tempelberg Swayambunath, anschließend nach Bodnath. Mit Respekt und Bewunderung lasse ich Menschen und Kultur auf mich wirken. Ich beobachte Handwerker, die wohl wie vor 1.000 Jahren mit einfachsten Werkzeugen Kessel treiben und herstellen, Bauern, die in der Sonne Getreide zum Trocknen ausbreiten und abends gehe ich in ein Internetcafe um in die Heimat zu surfen. Ein Land voller Gegensätze.

25. Okt. 2002

1. Trekkingtag. Busfahrt nach Kusma. Morgens um 7:00 Uhr sind wir reisefertig, das Abenteuer kann beginn. Ein vom Trekkingbüro gecharterter Kleinbus der Marke TATA ist mit dem kompl. "Expeditionsgepäck", wie auch mit einer 15 köpfigen Begleitmannschaft beladen worden, wir verlassen KATHMANDU in Richtung BENI, unserem geplanten Startort für unsere Dhaulagiri-Umrundung.
Ein kleiner Unfall - der Bus streifte ein entgegen kommendes Auto - brachte erheblich den Zeitplan durcheinander. Etwa 30 km vor BENI mussten wir in KUSMA unsere Anreise unterbrechen. Da man Überfälle durch Maoisten befürchtete, galt ab 18:00 Uhr Fahrverbot, Ausgangssperre und Verdunkelung.
Am Mittag und am Abend hatten wir Dalbat gegessen, wir legten uns in einem Dreibettzimmer in einem Hotel gegenüber der Polizeistation schlafe, oder versuchten zumindest zu schlafen. Denn sehr rasch überkam Peter und mich Übelkeit. Für mich wurde die Nacht zur Hölle. Andauernder Brechreiz und Durchfall ließen mich permanent zwischen Klo und Bett pendeln. Zweimal fürchtete ich ohnmächtig zu werden, die Beine versagten ihren Dienst. Thomas hält sich dagegen noch tapfer.

26. Okt. 2002

2. Trekkingtag. Busfahrt nach Beni, Trekking halbe Strecke bis Tatopani. Um 5:30 Uhr wird die Busreise fortgesetzt. Eine Brücke ist nicht mehr passierbar, wir fahren umständlich durch einen Bach. Die Straße, oder besser der Feldweg ist ab jetzt in einem katastrophalen Zustand. Mit sehr gemischten Gefühlen, Angst und Übelkeit von der vorausgegangenen Nacht, befürchte ich, dass der Bus jeden Moment umkippen muss. ? Endlich erreichen wir BENI. Wieder sind wir mehrfach von Militär kontrolliert worden. Die mitgereisten Träger teilen das Gepäck auf, wir starten gegen 9:30 Uhr (in die falsche Richtung, wie sich etwas später rausstellte). Nach nicht mal einer halben Stunde Gehzeit erwischt "es" jetzt Thomas. Er muss sich in einer Hütte schlafen legen. Ein Guide, Peter und ich, wir warten. Es ist staubig und sehr heiß. Maultierkarawanen ziehen vorbei. Thomas steht wieder auf, wir gehen zurück nach BENI, um den Ort in anderer Richtung zu verlassen. Thomas hängt jetzt völlig durch, sicher aus den gleichen Gründen, wie Peter und ich nachts zuvor. - Die Begleitmannschaft hat inzwischen wenige Kilometer hinter BENI im trockenen Flussbett das Mittagslager bereitet. In praller Sonne wird ein mehrgängiges Mahl bereitet, wir liegen auf eine Plane und haben absolut keinen Appetit. Lediglich vom lauwarmen Lemon-Tee trinken wir. Nach ausgiebiger Pause ziehen wir weiter. Thomas, unser Guide und ich hinterher. Wir erreichen nicht unser Etappenziel, sondern das Lager wird bereits in ............. aufgeschlagen.

27. Okt. 2002

3. Trekkingtag. Tatopani. Während Thomas und Peter sich ein Zelt teilen, "genieße" ich ein Privileg, das dem ältesten Teilnehmer der gesamten Gruppe zugebilligt wird, ich habe ein Zelt ganz für mich allein. Nach dem Frühstück, das auch fortan immer sehr üppig ausfällt, setzten wir unseren Treck in Richtung TATOPANI fort. Der Weg, der zwar nicht mehr befahrbar ist, steigt nur sehr allmählich. Wir befinden uns noch immer unterhalb von 1.000m. Bereits mittags erreichen wir TATOPANI, werden wie immer aufwendig bekocht, anschließend entscheidet der guide, dass wir hier auch übernachten werden.

28. Okt. 2002

4. Trekkingtag. Darbang. Wecken um 6:00 Uhr, ein erster Tee wird ans Zelt serviert, gegen 7:00 Uhr das übliche Frühstück, um 8:30 Uhr ist das Lager abgebaut, wir sind startklar. Mittagspause in BABIYACHAUER, anschließend weiter bis DARBANG. Als Lagerplatz dient ein Sportplatz. Die Träger haben Probleme (vermutlich wg. zu schwerer Lasten bei einigen) sie erreichen uns erst sehr spät in der Nacht. Das Wetter ist bisher immer sonnig und tagsüber tropisch heiß, unser Weg wenig schwer.

29. Okt. 2002

5. Trekkingtag. Kalleni. 5:00 Uhr, aufstehen, 6:30 Uhr erster Tee, 7:00 Uhr Frühstück, 8:00 Uhr Aufbruch. Sind auf der linken Seite des Flussbettes geblieben, somit war ein Aufstieg nach TAKIM nicht möglich (vermutlich hätten die Träger gestreikt). Mein Magen scheint heute erstmals wieder ok. zu sein. Auch Peter geht es besser, nur Thomas hat noch Probleme. - Die Tagesetappe war angenehmer, als die bisherigen, da überwiegend im Schatten und wesentlich einsamer. Eine Schlange, länger als ein Meter, kreuzte unseren Weg. Um 19:30 Uhr ging ich schlafen.

30. Okt. 2002

6. Trekkingtag. Chhechung. Das morgendliche Ritual wie üblich. Abmarsch gegen 8:00 Uhr. Der Weg jetzt teilweise sehr ausgesetzt und immer noch abseits des "Normalweges". Es ging ständig auf und ab. 11:00 Uhr Mittagspause. An einem Abzweig, der uns nach MURI gebracht hätte, werden wir vor Maoisten gewarnt. Also überqueren wir nicht den Fluss, sondern bleiben weiterhin auf der linken Seite des Flussbettes. Wir steigen bis auf eine Höhe von etwa 1.700m und erreichen CHHECHUNG. Erneut dient ein Schulhof als Rastplatz. Es gibt keinen Strom im Ort. Am Abend wird zu unseren Ehren ein kleines Dorffest veranstaltet. Viele Anwohner versammeln sich auf dem Schulhof, Frauen tanzen für uns, anschließen werden wir aufgefordert, Geschenke zu machen (voraussichtlich der einzige Grund für die ganze Veranstaltung). Schließlich werden wir zum Mittanzen aufgefordert.

31. Okt. 2002

7. Trekkingtag. Boghara. War leider ein Irrtum zu glauben, dass das mit dem Durchfall schon vorbei sei!! - Musste in der Nacht zweimal raus und fühlte mich am nächsten Morgen entsprechend. Wieder die gewohnte Startprozedur, 8:15 Uhr Aufbruch. Zunächst ging es wieder runter zum Fluss (1.350m), weiter über eine abenteuerliche Hängebrücke, rüber nun wieder auf die "Originalseite". Wir hatten es in der Tat geschafft, keine Zölle oder Gebühren an die Maoisten zahlen zu müssen. Es folgt von 10:30 Uhr bis 11:30 Uhr die übliche Mittagspause. Anschließend begann ein sehr steiler, teilweise stark ausgesetzter ungesicherter Anstieg (2.450m), danach wider runter bis auf ca. 2.030m (16:30 Uhr). Es warem bereits zwei weitere Gruppen auf dem "Campingplatz", der erneut ein Schulhof war. - Essen, danach gleich Schlafen und zwar ziemlich gut. Habe erstmals den dicken Schlafsack nehmen müssen. Wir haben den Geburtstag von Thomas vergessen.

01. Nov. 2002

8. Trekkingtag. Rasttag. - Erst gegen 7:00 Uhr aufgestanden, dann Tee, Waschen und Frühstück - Eigentlich den ganzen Tag vergammelt. Guna, Chef unserer Trekkingagentur, hat uns nach einigen Irritationen nun endlich auch gefunden. Mein Magen ist leider immer noch nicht ganz ok., ich nehme Tabletten. Schlafe nun endgültig im dicken Schlafsack.

02. Nov. 2002

9. Trekkingtag. Dobang. - Um 6:00 Uhr aufgestanden und übliches Programm abgespult. Start um 8:00 Uhr. Der Weg ist teilweise anfangs steil und ausgesetzt, aber ich habe (trotz Respekt) keine Probleme. Um 16:50 sind wir am Tagesziel. - Abendessen nehmen wir in einer verqualmten schornsteinlosen Hütte ein. Früh schlafen gegangen (gut geschlafen).

03. Nov. 2002

10. Trekkingtag. Choriban. - Da die heutige Etappe kürzer sein sollte, den Tag etwas langsamer angegangen. Trotzdem bin ich um 6:00 Uhr aufgestanden und habe meinen Tee bekommen. Die Nacht war relativ kalt, im Zelt habe ich morgens 3°C gemessen. Nach dem Frühstück (ich habe übrigens die vorletzte Tablette genommen) ging es über miserable Trampelpfade weiter talaufwärts. Teilweise waren einige Passagen heftig ausgesetzt. Habe mich nicht sonderlich wohl gefühlt. Sind jetzt über 3.000m hoch. Das Steigen ist mit heute sehr schwer gefallen. Mein Zelt steht auch ziemlich schräg.

04. Nov. 2002

11. Trekkingtag. Italian Base Camp. - Trotzdem recht ordentlich geschlafen. Am Morgen wieder die gewohnte Prozedur. Da wir wieder eine eher kurze Etappe planten, wurde morgens getrödelt. Habe die letzte Durchfalltablette "gefrühstückt". Etwa 8:30 Uhr ging es auf gutem Weg zum Italien BC, das wir gegen 12:00 Uhr erreichten. Jetzt faulenzten wir. Später kam noch eine weitere Gruppe (Teilnehmer u.a. aus Dresden). Abendessen und bereits um 19:00 Uhr im Schlafsack. Gegen 22:00 Uhr von lautem Gelächter und Gesang geweckt worden. Die Nepalesen feierten (Nepal Festival) bis fast 3:00 Uhr. Schlafen war für mich solange unmöglich.

05. Nov. 2002

12. Trekkingtag. Japanese Base Camp. - Außer dass es ziemlich kalt war beim Aufstehen, verlief der Morgen wie immer, eher etwas träger. Anfangs ging unser Weg kurz aufwärts, um anschließend an einer Seitenmoräne steil in eine Schlucht abzufallen. Auf der Gegenseite erklommen und traversierten wir dann wieder eine Seitenmoräne, die wegen eines früheren Bergrutsches, weglos, steil und ausgesetzt war. Es folgten Passagen, hätte ich sie vorher gekannt, ich wäre wohl kaum mitgegangen! Zu allem Überfluss gab es noch zwei Lawinenabgänge auf der anderen Talseite, dann endlich wurde der Weg etwas besser. Wir stiegen bis auf 4.260m, um dann bei leichtem Schneefall im Japanese BC unser Lager aufzuschlagen. Der Lagerplatz war eine bessere Geröllhalde und wenig gemütlich. - Gesundheitlich und körperlich geht es mir wider Erwarten gut, hoffentlich bleibt das so! Der Komfort beim Essen lässt etwas nach, da es kalt ist und die Träger darauf warten, dass das Essenzelt frei wird. Auch das Menü selbst wird einfacher. Um 19:00 Uhr liege ich wieder im Schlafsack. Habe zwar nicht durchgeschlafen, aber es ging eigentlich so...

06. Nov. 2002

13. Trekkingtag. Dhaulagiri Base Camp. - Ich bin pünktlich wie immer um 6:00 Uhr aufgestanden und habe mich fertig gemacht. Allerdings ließ sich die restliche Truppe viel Zeit und wartete, bis die Sonne auf das Camp schien. Nach dem Frühstück brachen wir auf gen DHAULAGIRI-BASE-CAMP. Bin mit Peter gelaufen, Thomas folgte. Um 14:00 Uhr hatten wir unser Etappenziel erreicht. Konditionell hatte ich trotz der Höhe keine Probleme, lediglich der Kopf tat etwas weh. Peter hat mir zum Schlafen eine Kopfschmerztablette gegeben, die gut gewirkt hat. Abgesehen von eingen Unterbrechungen habe ich relativ gut geschlafen.

07. Nov. 2002

14. Trekkingtag. Rasttag. - Wieder um 6:00 Uhr aufgestanden und abgewartet, wie sich der Tag entwickeln wird. Thomas gab ein paar positive Lebenszeichen von sich, beschloss aber einstimmig, dass wir einen Pausentag einlegen sollten. - Auch gut! Der Tag schleppte sich hin. Es ist jetzt 15:00 Uhr, ich liege im Zelt und warte darauf, dass es Abend wird. Das Wetter hat sich verschlechtert (Graupel, Wind, Wolken, eben ungemütlich). Gerade wurden mal wieder Tee und Kekse serviert - wir sollen viel trinken. Das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten, also immer mal wieder raus in die Kälte...! Beim Abendessen haben wir alle wenig Hunger, am wenigsten Thomas. - Denke so bei mir, dass es schon gut wäre, wenn wir morgen über den Pass kämen, dann noch ein Hochlager (ca. in 5.100m Höhe) und am darauffolgenden Tag ab in die Tiefe. Die Besteigung eines 6.000ers hatten wir inzwischen längst aufgegeben - ist mir auch ganz lieb so!

08. Nov. 2002

15. Trekkingtag. French Pass, Dhampus Pass. - Aufgestanden wie immer. Guna drängt zum Aufbruch. Heute sollte es endlich über den FRENCH PASS, dem höchsten Punkt unserer Tour gehen. Als ich später als erster von uns dreien die Höhe von 5.360m erreichte, war ich zugegebenermaßen ziemlich geschafft. Nach dem obligatorischen Gipfel(besser Pass-)foto siegen wir ab ins HIDDEN VALLEY und hofften hier auf einer Höhe von etwa 5.100m auf ein weiteres Lager. Seit Stunden sahen wir uns mit einer geschlossenen Schneedecke konfrontiert, ein sonnenbeschienener abgetauter Südhang lud geradezu zum Verbleiben ein. Überraschend teilte uns Guna mit, dass wir auch noch den DHAMPUS PASS überqueren werden, wohl weil so am darauffolgenden Tag schneller die Möglichkeit bestand, schnell abzusteigen. Einige Träger hatten erhebliche Probleme mit der Höhe und zeigten Symptome, die auf den Beginn von Höhenkrankheit schließen ließen. Die Überquerung des DHAMPUS PASSES ist mir unendlich schwer gefallen, immer wenn ich dachte, ich sei endlich oben, kam ein weiterer Hügel in Sicht. Thomas war längst oben angekommen, hatte sein Gepäck abgelegt und bot mir seine Hilfe an (natürlich verbot mir mein Ehrgeiz, diese anzunehmen, obwohl diese anzunehmen, in diesem Moment sehr verlockend war). Endlich war auch dieser Pass geschafft. Es begann schon dunkel zu werden, als wir kurz hinter dem höchsten Punkt (ca. 5.230m) ein sehr behelfsmäßiges Lager improvisierten. Es folgte eine Nacht mit wenig Schlaf und viel Kopfschmerzen.

09. Nov. 2002

16. Trekkingtag. Marpha. - Scheint mal wieder langsam losgehen zu sollen. Liege noch im Zelt und harre der Dinge, die da kommen werden. Die Nacht war sehr kalt (- 15°C). Ich warte auf den ersten Tee. - Erst als die ersten Sonnenstrahlen auf die Zelte fielen, kam allmählich Bewegung in die Mannschaft. Schätzungsweise gegen 9:00 Uhr brachen wir bei immer noch geschlossener Schneedecke auf. Wir blieben lange Zeit auf einer Höhe um die 5.000m, überquerten nochmals einen Pass, ehe es endlich abwärts ging. Nun begann ein inzwischen schneeloser Abstieg von fast 3.000 Metern bis wir bei einsetzender Dämmerung endlich in MARPHA eintrafen. Die Bewältigung dieses gewaltigen Höhenunterschiedes im Abstieg hat nochmals sehr viel Kraft und Moral gekostet. Lediglich der Gedanke an die Rückkehr in die Zivilisation (Coca Cola) und etwas Hygiene ließen die Schmerzen in den gequälten Knien ertragen. - In einem Dreibettzimmer mit Dusche in einem "Hotel" legten wir uns nach dem Abendessen, das wir zwar im Hotel einnahmen, das aber von unseren Köchen draußen zubereitet wurde, schlafen.

10. Nov. 2002

17. Trekkingtag. Rasttag. - Habe (mal wieder im Bett) recht gut geschlafen und anschließend geduscht, obwohl das Wasser etwas kalt war, eine Wohltat! Jetzt nach dem Frühstück unter freiem Himmel bei strahlendem Sonnenschein bereiten wir uns auf einen "Urlaubstag" vor. - Inzwischen ist es 20:00 Uhr, ich liege wieder im Zelt (obwohl wir auch hätten im Hotel schlafen können) und blicke zurück auf einen angenehmen Tag mit Sightseeing und vielem Essen, vor allen Dingen Yagfleisch. "Unsere" Mannschaft feiert und trommelt wieder, ihre Welt scheint wieder in Ordnung zu sein. Versuche jetzt zu schlafen.

11. Nov. 2002

18. Trekkingtag. Kokhe Tanthi. - Die Nacht, wie erwähnt, im Zelt verbracht und schließlich nach dem üblichen Morgenritual ziemlich spät gestartet. Wir verlassen MARPHA talwärts. Immer dem Bachbett folgend. Es ist staubig, die Sonne scheint und ab dem späten Vormittag beginnt es, wie angeblich immer hier, windig zu werden. Wohl auch der Grund dafür, dass ab jetzt der Flugverkehr von und nach JOMSOM eingestellt wird. Wir laufen entspannt, die Gegend ist relativ stark besiedelt, es gibt Cola, aber noch immer keine motorisierten Fahrzeuge. Unterwegs kauft unser Küchentem von einem Hirten eine Ziege und nimmt sie mit. - Spekulationen werden laut, dass wir evtl. schon am 16. Nov. am Abend schon wieder in Kathmandu sein könnten. Ich wünschte es mir, glaube aber nicht wirklich daran. Wir erreichen unseren Lagerplatz, an einem Hang werden die Zelte aufgeschlagen, die Ziege wird geschlachtet und verarbeitet / verzehrt. Nach Sonnenuntergang wird es rasch empfindlich kalt.

12. Nov. 2002

19. Trekkingtag. Kopchepani. - Habe hervorragend geschlafen. Aufbruch wieder etwas schleppend. Dann weiter abwärts ohne nennenswerter Schwierigkeiten, dafür mit viel Cola. Nachdem wir die Mustang-Region verlassen haben, wird der Weg schlechter. Endlich, nach Überquerung vieler Hängebrücken erreichen wir unser Tagesziel. Unser Abendessen fiel etwas einfach aus, da der Koch samt seiner Mannschaft erst sehr spät das Lage erreichten. - Bezüglich des Weiterweges ab TATOPANI gibt es Diskussionen. Entweder, wie geplant, auf direktem Weg nach BENI oder aber eine Wegvariation, die einen Tag länger dauern würde und nicht in BENI endet. Schließlich entscheiden wir uns doch für den kürzeren Weg. Irgendwie ist bei mir die Spannung draußen, ich freue mich auf Kathmandu.

13. Nov. 2002

20. Trekkingtag. Tatopani. - Ging recht flott der Aufbruch. Die Stimmung war o.k.. - Ich glaube, jeder freut sich (etwas mehr oder weniger) auf zuhause. Wir kommen gut voran. Noch vor 11:00 Uhr Mittagessen und bereits um 13:00 Uhr am Ziel. Cola, quatschen, gammeln, das waren die Haupttätigkeiten des Nachmittags. Gegen 19:00 Uhr lockt der Schlafssack. - Morgen ist der vorletzte Wandertag.

14. Nov. 2002

21. Trekkingtag. Baishari. - Schlecht geschlafen! ? Morgens ging alles recht flott; man merkt es m.E. jedem an, dass es in Richtung Heimat geht. Die Stimmung ist gut. Kurz vor unserem Tagesetappenziel gibt es noch einmal Nervenkitzel pur. Ein gesperrter Weg muß recht halsbrecherisch umgangen werden. - Geschafft, wir schlagen unser Lager auf eine ziemlich schiefen Anhöhe, oberhalb einiger Häuser, gleich neben einer bewachten Bananenplantage auf. Nur noch 8 - 10 km bis BENI!!. Um 19:25 Uhr bette ich mein Haupt zum Schlafen. Während der ganzen Nacht gibt es Licht in unserem Lager, Wachen sind eingeteilt.

15. Nov. 2002

22. Trekkingtag. Beni. - Wir sind wieder zum Ausgangspunkt unseres Trecks zurückgekehrt. Gegen 10:30 Uhr beziehen wir Quartier in einem Hotel, oder besser, unsere Zelte werden im Hotelgarten aufgestellt. BENI ist ein relativ großer Ort, der fast ausschließlich vom Handel und Warenumschlag zu leben scheint. Bis BENI kann man mit dem Auto fahren, ab hier müssen die Güter auf Maultiere verladen werden, um sie weiter talaufwärts zu transportieren. Auf den nicht asphaltierten Straßen herrscht tagsüber reges Leben, vereinzelt gibt es Militärposten. Abends Ausgangssperre. - Haben, da wir nun am Ziel sind, Trinkgelder an die Gruppe verteilt, abends sind wir dafür von ihnen zu einem kleinen Umtrunk und zum Tanz eingeladen worden. Ab BENI funktioniert auch das Telefon wieder, ich konnte Brigitte anrufen. Ich lege mich zufrieden schlafen...

16. Nov. 2002

Busfahrt nach Kathmandu. - Wir sind wieder in KATHMANDU. Die Busfahrt war o.k., der Fahrer sehr routiniert. Nach Erreichen der Stadtgrenze verlässt so nach und nach unsere Begleitmannschaft den Bus und kehrt heim. Nur noch ein paar von ihnen laden bei Guna zuhause die Ausrüstung aus dem Bus, dann gehen auch sie. Mit dem Taxi fahren wir von hier aus zum Hotel. - Nach dem (ausgiebigen) Duschen gehen wir Essen und anschließend in einem Internetcafe Surfen. Wir kehren zurück in die Zivilisation.

17. Nov. 2002

Mäßig gut im Hotel geschlafen, um 9:00 Uhr zum Frühstücken gegangen. Um 10:30 Uhr waren wir mit Guna im Hotel verabredet. Er kam um 11:00 Uhr. Gemeinsam fuhren wir mit einem Taxi zwecks Sightseeing nach BHAGTAPUR. Um 16:00 Uhr waren wir wieder im Hotel. Um 18:00 Uhr gehen wir mit Guna gemeinsam zum Essen in ein Thai-Restaurant. Hat ganz gut geschmeckt. Anschließend Internetcafe und um 22:30 Uhr ins Bett.

18. Nov. 2002

Da wir erst um 11:00 Uhr Guna treffen wollten - er hatte uns Begleitung und Unterstützung für den geplanten Einkaufsbummel zugesagt - sind wir auch erst relativ spät zum Frühstücken gegangen. Wieder kam Guna etwas später, so dass der Einkaufsbummel sich verzögerte. Habe dann zwei Mandelas gekauft, Thomas bevorzugte kleine Teppiche und Kissenbezüge. Am Nachmittag habe ich in einer Buchhandlung ein Buch über Mandelas erworben. Um 16:00 Uhr holte uns Guna vom Hotel ab, um uns zu sich nach Hause zum Essen einzuladen. Seine Familie servierte uns Suppe, Reis, Kartoffeln und Blumenkohl. Dazu gab`s Cola und als Nachtisch Mandarinen. Bemerkenswert war, dass wir nicht gemeinsam mit der Familie, sondern separat speisten. Nach der Rückkehr zum Hotel per Taxi noch kurz zum Surfen gegangen und vor allen Dingen Brigitte angerufen, sie hatte nämlich Geburtstag.


Arno Behr


Organisier und geführt wurde die Tour von Guna B. Tamang, bei dem ich mich ganz herzlich bedanke.

Hier geht`s zu seiner Firma: Himlung Adventure (Guna B. Tamang)