Berichte

Lausitzer Seenland - Rennrad

Wir wollen (und können) es nicht lassen! - Nachdem wir (dieses Mal ziemlich aufwändig) unsere Trekkingbikes wieder soweit tourtauglich gemacht haben (Patagonien/Carretera Austral- im Februar 2017 - hat ganz schön am Material gezerrt), wollen wir uns jetzt fit machen (halten) für die bevorstehende Saison.

 

 

 

 

 

 

Doch noch dürfen sich die gequälten Lastenräder etwas erholen, wir starten zu Ostern 2017 erst mal mit den Rennrädern. Als Ziel haben wir das Lausitzer Seenland gewählt und uns in Senftenberg eine Fewo gemietet. Starten wollen wir am 14. April und werden bis zum 18. April bleiben.

Zu Himmelfahrt geht`s dann aber endgültig wieder auf Trekking(rad)-Reise :-) Ab dem 21. Mai wollen wir von Cuxhaven aus den Elberadweg fahren und sehen, wie weit wir bis zum 30. Mai kommen. - Schließlich haben wir ab dem 20. Juli vor, unsere letztjährige Radtour "end2end - Längs durch das Vereinigte Königreich", die wir in Newcastle, also kurz vor der schottischen Grenze aus Zeitgründen abbrechen mussten, Richtung Norden (Schottland) fortzusetzen ...

Doch jetzt erst mal nach Senftenberg ...

or Map

 

14. April 2017

Der Start war etwas sehr holprig und der Zug ab Ostkreuz mehr als überfüllt! Und dann auch noch diese Radfahrer ... ! Wenigstens ist es nicht zu einer Massenschlägerei gekommen ;-(

In Senftenberg (bei herrlichem Sonnenschein) angekommen, trabten wir erst mal so um die zwei Kilometer bis zu unserem Quartier. Eine(r) schob die beiden Räder, der/die andere rollte unsere Reisetasche (ja auch wir haben jetzt Rollen an der Tasche) mühsam hinterher. - Schnell fanden wir die Wohnung (wie ging das eigentlich früher ohne passende App?) und zogen ein.

Das Wetter lockt, zumal die Prognose für die nächsten Tage nicht grade vielversprechend ist, folglich saßen wir schon bald auf den Rädern und spulten unsere ersten 50 km ab.

15. April 2017

Während am Vormittag noch die Sonne schien, zog es - der Wetterbericht hatte es vorher gesagt - am Nachmittag zu und begann später sogar leicht zu nieseln. - Da die Osterfeiertage bevor stehen und wir eine FeWo bezogen haben, wollten bzw. mussten wir jedoch zunächst für unser leibliches Wohl sorgen. Fleischerei und Bäcker sind gleich um die Ecke, zum nächsten Supermarkt (REWE) mussten wir ein paar Meter laufen. Wir kauften u. a. unseren ersten frischen Spargel in diesem Jahr.

Nachdem Kühlschrank und Vorratskammer gefüllt waren (schließlich bleiben wir noch knapp drei Tage) ging`s wieder auf die Räder. Weder Wind noch leichter Sprühregen konnte uns davon abhalten eine knapp 70 km-Runde zu fahren, allerdings nicht ohne Zwischenstopp in einer Konditorei und später in einem Eiscafé.

Es läßt sich hier wirklich ganz entspannt(und fast ohne Höhenmeter) radeln. Die Radweg-Infrastruktur ist super, sowohl vom Belag her, als auch von der Streckenführung. Ich wage schon jetzt die Behauptung, dass das hier mal ein richtiges Radler Paradies wird!

16. April 2017

FROHE OSTERN - Nur das Wetter stimmt nicht so ganz froh! Aber wie heißt doch die alte Binsenweisheit: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Kleidung! Nun ja ...

Logisch sind wir nach unserem opulenten Frühstück gestartet. Und logisch hat das Wetter das gehalten, was der Wetterbericht versprochen hatte. Sonne, Wind, Regen, Hagel - Aprilwetter halt. Die Temperatur dürfte die 10°C-Marke wohl auch kaum erreicht haben, eher hatten wir den Eindruck, dass es jeden Moment zu schneien beginnt, aber es rollte dennoch. Mehr als 90 Kilometer kamen schließlich zusammen und das bei nur einer Einkehr!

Zur Feier des Tages dann den ersten Spargel des Jahres mit Roastbeef als Beilage (oder umgekehrt?).

17. April 2017

Nein, das Wetter war nicht wirklich besser, ganz im Gegenteil. Aber wir sind ja keine Weicheier, also wieder rauf auf`s Rad. Dieses Mal zunächst mehr in Richtung Westen. Man musste sich schon ganz schön rasch bewegen, um nicht zu frieren! Dann ein heftiger Hagelschauer und weit und breit keine Möglichkeit, sich irgendwo unter zu stellen. Zu meinem Bedauern musste ich konstatieren, dass mein sauteurer GIRO-Helm zwar super belüftet ist, nicht den geringsten Schutz vor Hagel bietet. Die Eiskörner prasselten faktisch ungebremst direkt auf mein schütteres Haar ... ;-(

Wir gönnten uns etwas mehr als 100 Kilometer, kehrten einmal ein und finishten im strömenden Regen. Prost Mahlzeit.

18. April 2017

Planmäßiger Rückzug. Bahn pünktlich, Fahrradabteil leer (Zug wird in Senftenberg eingesetzt) und gegen 14:00 Uhr Ankunft zuhause. Gut, dass wir und an die geringen Temperaturen schon etwas gewöhnt haben, denn in unserer Wohnung ist es - wir hatten die Heizung abgeschaltet - auch recht frisch ...

Resümee

Wir sind etwa 315 Kilometer bei nicht gerade optimalen Wetterbedingungen in einer Gegend geradelt, die zum Wiederkommen einlädt. Das Radwegenetz ist gut bis sehr gut, die Landschaft sanft hügelig, aber ohne nennenswerte Anstiege. Für uns also durchaus willkommen, um ein paar entspannte Rennradtouren zu machen. Spannend auch die Veränderungen der Landschaft, die sich aus der Flutung der ehemaligen Tagebauten ergeben. Das ganze ist gut durchdacht und geplant. Entsprechende wasserseitige Bauwerke (Dämme, Schleusen, Wehre, Kanäle, etc.) sind weitestgehend fertig und warten darauf, dass das Wasser kommt. - Freizeitnutzungen, die für die neue geschaffene Landschaft affin sind, entstehen m. E. erst. Aber besser weniger als Zuviel!

Ein paar Unterstände, um Pause zu machen oder sich vor Regen zu schützen wären wünschenswert, auch wäre die eine oder andere Gastronomie am Wege schön. Aber vielleicht haben wir da auch wegen des kühlen, regnerischen Wetters nur einiges übersehen ...

Arno & Brigitte